Elektroautopionier Tesla: 3 Probleme auf einmal und eine plumpe Ablenkung von Elon Musk

Elon Musk: Nicht alle Themen rund um Tesla behandelt er mit der nötigen Vehemenz. Quelle: REUTERS

Softwarefehler, Ärger mit der Börsenaufsicht, Stress in der Belegschaft: Der Tesla-Frontmann wird von alten und neuen Sündenfällen heimgesucht. Alles, was ihm dazu einfällt, ist eine leicht durchschaubare Finte. Ein Kommentar.

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Elon Musk stört sich daran, dass Medien immer alles schwarzmalten. Die meisten, twitterte er am Dienstag, gingen stets der Frage nach: „Was sind die schlimmsten Dinge, die heute auf der Welt passieren?“

Das ist eine erstaunliche – zumindest öffentliche – Ignoranz der Themen, die ihn eigentlich umtreiben sollten: tausendfacher Rückruf von Tesla-Fahrzeugen, erneute Unstimmigkeiten mit der US-Börsenaufsicht SEC wegen Musks kursbewegenden Tweets – und weitere Vorwürfe wegen Diskriminierung und Belästigung in der US-Belegschaft.

Alle drei Problemfelder sind nicht neu, treten aber gerade wieder und alle auf einmal auf. Die Softwareupdates sind noch die geringste Schwierigkeit für das Unternehmen. Die SEC stört sich einmal mehr daran, dass Musk mit seinen Twitteraktivitäten augenscheinlich Einfluss auf den Aktienkurs nimmt. Im November erhielt der Autobauer eine Vorladung der Aufsicht, wie erst jetzt aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht. Hintergrund ist ein Post, in dem Musk seine Anhänger gefragt hatte, ob er einen Anteil von zehn Prozent verkaufen solle. Seitdem haben die Tesla-Aktien fast ein Viertel ihres, allerdings auch übertriebenen, Werts verloren. Im Dezember wurde die Firma unter anderem wegen dieses Tweets verklagt.

In der Tesla-Fabrik in Fremont herrsche ein rassistisches Arbeitsumfeld, teilte die Aufsichtsbehörde mit. Der E-Autohersteller sieht sich deswegen nun mit einer Klage konfrontiert.

Und der Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern? Eine kalifornische Behörde hat eine Klage gegen Tesla eben wegen Diskriminierung und Belästigung am Arbeitsplatz eingereicht. Tesla erklärte, die Beschwerden von Mitarbeitern bereits untersucht und kein Fehlverhalten festgestellt zu haben. Doch musste Tesla wegen ähnlicher Vorwürfe schon empfindliche Schadenersatzzahlungen hinnehmen. Vor vier Monaten gestand eine Jury einem schwarzen Tesla-Vertragsarbeiter 137 Millionen US-Dollar wegen Rassismus zu. Das kann auch Elon Musk nicht kaltlassen.

Der Tesla-Frontmann hat zweifellos wegbereitende, wertschöpfende Ideen – die auch deutschen Regionen, in der Eifel und in Brandenburg, wirtschaftlich und als Standortargument dienen. Brandenburgs Wirtschaftsminister ließ gerade in einem Interview einmal mehr seine Verehrung für den Milliardär durchblicken.

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Doch anstatt von Kritik an Tesla abzulenken, muss Musk auch Themen, die ihn weniger interessieren, wie Anleger- und Mitarbeiterinteressen, zumindest respektieren. Mitte Februar will er nach Berlin fliegen. Dann kann er, wenige Tage vor der Wahl des Betriebsrats im neuen Tesla-Werk, beweisen, wie wichtig ihm die Belange der Belegschaft sind – und was nur Schwarzmalerei der Medien ist.

Mehr zum Thema: Ein Streit ums Grundwasser könnte den Betrieb der Tesla-Fabrik Grünheide blockieren. Es ist der Vorbote eines Grundsatzkonflikts, den es dank Klimawandel bald öfter geben wird.

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