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Standortvorteile Das Saarland kämpft um die Tesla-Fabrik

Tesla Saarland Quelle: imago, dpa, Montage

Seit Tesla-Chef Elon Musk verkündet hat, sich den Bau einer Fabrik in Deutschland vorstellen zu können, sind das Saarland und Rheinland-Pfalz in Stellung. Beide Bundesländer werben mit ihren Standortvorteilen.

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Bei seiner Suche nach einem Standort für ein großes europäisches Werk hat der amerikanische Elektroautobauer Tesla laut Medienberichten auch zwei deutsche Bundesländer im Blick. Ein Insider bestätigte der WirtschaftsWoche, dass es Gespräche und Briefwechsel zwischen Tesla und dem Saarland sowie mit Rheinland-Pfalz gegeben hätte. Konkret gehe es um den Bau einer Fabrik zum Bau von Elektroautos und Batterien. Tesla äußerte sich bislang nicht dazu.

Tesla-Chef Elon Musk hatte im Juni beim Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben, Deutschland sei die erste Wahl für ein Tesla-Werk in Europa. Die deutsch-französische Grenze mit ihrer Nähe zu den Benelux-Ländern wäre möglicherweise sinnvoll, erklärte er.

Das Saarland bringt sich in Stellung. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Vize-Regierungschefin und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) hatten schon im Juni in einem gemeinsamen Brief um Tesla geworben und Musk zum Gespräch vor Ort eingeladen. Das Saarland sei nicht nur in der Automobilindustrie breit aufgestellt, sondern auch als einer der weltweit führenden Standorte für Informatik und Künstliche Intelligenz bekannt, argumentierten Hans und Rehlinger damals. Die Landesregierung wollte sich nun unserer Redaktion gegenüber nicht erneut dazu äußern.

Mehr als 50.000 Arbeitsplätze hängen – so sagte es Rehlinger Mitte Juli – im Saarland dank Automobilzulieferern am Geschäft mit dem Auto. „Ich sehe es als Strukturaufgabe für das Land, auch in Zukunft ein leistungsfähiger Automobilstandort zu sein“, ergänzte Rehlinger. Es sei wichtig, auf Trends wie Elektrifizierung, Automatisierung und Vernetzung eingestellt zu sein.
Was das Saarland in diesem Bereich zu bieten hat, wird bei ihrer USA-Reise im September wohl auch eine Rolle spielen. Um vor lauter Getrieben und Einspritzpumpen den Sprung zum autonomen und elektrischen Fahren nicht zu verpassen, arbeiten in Saarbrücken etwa das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz und das Helmholtz Zentrum für Informationssicherheit an den Mobilitätsfragen der Zukunft.

Die Automobilzulieferer des Saarlandes beschäftigten sich zwar mit neuen Technologien, seien aber noch zurückhaltend, sagte ein Insider der WirtschaftsWoche. Eine Batteriezellenfabrik von Tesla könnte den Bestrebungen Schwung verleihen, meint er. Ein paar saarländische Unternehmen seien auf die Chancen eines Tesla-Standortes aufmerksam geworden und brächten sich als potenzielle Partner in Stellung.

Konkurrent Rheinland-Pfalz bestätigte am Dienstag ebenfalls sein Interesse an einem möglichen Tesla-Werk. „Selbstverständlich ist das Wirtschaftsministerium mit dem Unternehmen in einem guten Austausch“, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums auf Anfrage. „Tesla hat mit Tesla Grohmann bereits einen Standort in Rheinland-Pfalz.“ Informationen zu Unternehmen würden aber grundsätzlich vertraulich behandelt. Tesla hat Grohmann aus Prüm im November 2016 gekauft. Grohmann baut automatisierte Anlagen für die Fahrzeugproduktion. Im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern ist zudem ein Kompetenzzentrum für Digitalisierung vorhanden.

Doch noch ist unklar, ob es überhaupt eine Fabrik in Deutschland geben wird. Denn Tesla verhandelt laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ auch über einen Standort in den Niederlanden.

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