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Unter acht Millionen AutosHyundai und Kia senken Absatzerwartung

Hyundai hat in China und den USA mit Problemen zu kämpfen. Vor allem das mangelnde Angebot an SUVs machte sich in den USA bemerkbar. Jetzt wollen die Südkoreaner gegensteuern. 02.01.2018 - 10:30 Uhr aktualisiert

Autobauer Hyundai und Kia enttäuschen mit Absatz und Prognose.

Foto: REUTERS

Der VW-Konkurrent Hyundai Motor und die kleinere Firmenschwester Kia Motors haben für 2018 Jahr ihr gemeinsames Absatzziel auf unter acht Millionen Autos gesenkt. Die südkoreanische Gruppe geht davon aus, 7,55 Millionen Fahrzeuge verkaufen zu können. Im vergangenen Jahr lag das Ziel noch über der Acht-Millionen-Schwelle. Die Unternehmen nannten am Dienstag das stockende Wachstum der Weltwirtschaft und „zunehmenden Protektionismus in einigen Ländern“ als Faktoren, die sich auf die Nachfrage in den wichtigsten Märkten auswirken könnten. Der Wettbewerb in der Autoindustrie werde intensiver, teilte Konzernchef Chung Mong Koo in einer Mitteilung an die Belegschaft mit.

Für 2017 hatte der weltweit fünftgrößte Autokonzern ursprünglich noch 8,25 Millionen verkaufte Autos angepeilt. Der tatsächlich erzielte Absatz der Gruppe von 7,25 Millionen Fahrzeugen blieb aber deutlich darunter. Südkoreas Branchenführer Hyundai Motor teilte mit, dass der Absatz im Jahresvergleich um 6,5 Prozent auf 4,5 Millionen Autos zurückgegangen sei. Kia Motors verzeichnete einen Rückgang von 7,8 Prozent auf 2,75 Millionen.

Insbesondere machte Hyundai der schwächere Verkauf in China zu schaffen. Dabei wirkte sich vor allem ein Streit zwischen den Regierungen in Seoul und Peking über die Aufstellung eines neuen US-Raketenabwehrsystems in Südkorea aus.

Der Volkswagen-Konzern räumt seine Modellpalette auf. Nein, der A3 wird nicht eingestellt, aber das Angebot ausgedünnt. Mangels Nachfrage gibt es ab 2018 keinen Dreitürer mehr. Der Fünftürer namens Sportback, die Limousine und das Cabrio sind weiter erhältlich.

Foto: Audi

Der 5er GT ist aus dem Prospekt verschwunden. Wenn auch nicht ersatzlos: BMW bringt stattdessen den 6er GT, um den Wagen anders zu positionieren und etwas am Konzept zu feilen – deutlich dynamischer, weniger behäbig.

Foto: BMW

Citroën hat kräftig in seiner Modellpalette aufgeräumt. Der C3 Picasso ist Geschichte. Sein Nachfolger läuft mit anderem Konzept – mehr SUV als Van – unter dem Namen C3 Aircross.

Foto: Citroën

Außerdem hat Citroën den C4 Aircross aus dem Programm gestrichen.

Foto: Citroën

Der C5 ist ebenfalls Geschichte. Mit ihm geht auch ein Teil der einst markentypischen Technologie: Der C5 ist das letzte Auto mit einem hydropneumatischen Fahrwerk.

Foto: Citroën

Bereits im Frühjahr hat Hyundai die große Limousine Genesis aus der Preisliste gestrichen. Der Grund ist recht einfach: Genesis soll bald als eigenständige Premium-Marke von Hyundai zurückkehren.

Foto: WirtschaftsWoche

2017 ist die neue Generation des Hyundai i30 auf den Markt gekommen. Bei dem Wechsel wurde auch das Angebot angepasst: Ähnlich wie bei Audi fliegt der Dreitürer – hier i30 Coupé genannt – aus dem Prospekt. Der Fünftürer und Kombi sind weiter erhältlich, bald kommt auch eine Limousine.

Foto: WirtschaftsWoche

Die Traditionsmarke Lancia stirbt ganz langsam. 2015 verkauften die Italiener weltweit lediglich noch 60.000 Fahrzeuge, 56.000 davon auf ihrem Heimatmarkt, wie die Beratungsagentur Inovev ermittelt hat. Im Jahr 2000 lag der Absatz der Fiat-Chrysler-Tochter noch bei rund 180.000 Autos.

Der Absatz-Rückgang resultiert auch aus dem Schrumpfen der Produktpalette. 2015 wurden das Kompaktmodell Delta, die Limousine Thema und der große Van Voyager aus dem Programm genommen. Einzig verbliebenes Modell war der Kleinstwagen Ypsilon, der im April in Deutschland aus dem Handel genommen wurde. Ab 2017 wird der Fünftürer nur noch in Italien verkauft, 2019 soll die Marke komplett eingestellt werden.

Foto: Fiat

Mercedes hat die Elektroversion der B-Klasse aus dem Programm genommen. Die letzten Einheiten des B 250 e sind im Herbst im Werk Rastatt vom Band laufen. Als Begründung führt der Hersteller Produktionsumstellungen wegen des anstehenden Modellwechsels in der Kompaktklasse an.

Die elektrische Variante des seit 2011 gebauten Kompakt-Vans ist erst seit 2014 auf dem Markt, findet jedoch nur relativ wenige Käufer. Im laufenden Jahr wurden in Deutschland gerade einmal knapp 400 Einheiten des 39.150 Euro teuren Modells neu zugelassen.

Beim Mercedes läutet das Produktionsende eine Elektroauto-Pause ein. Bis zum Start der neuen EQ-Modelle wird es kein batteriebetriebenes E-Mobil mit Stern geben. Erwartet werden die ersten Vertreter der neuen Stromer-Generation ab 2019. Bis dahin müssen die in Kürze erwartete Brennstoffzellen-Kleinserie des Mittelklasse-SUV GLC und die Konzernschwester Smart die Lücke füllen. Der Kleinstwagenhersteller hat mit den entsprechenden Varianten von Fortwo und Forfour gleich zwei E-Modelle im Programm.

Foto: Daimler

Skoda hat den erfolgreichen Yeti in die ewigen Jagdgründe geschickt. Das Kompakt-SUV mit dem eigenständigen Design war so beliebt, dass Skoda seit 2009 pro Jahr weltweit über 100.000 Stück verkaufen konnte, 20.000 allein davon in Deutschland. Der Nachfolger heißt nun Karoq, ist Anfang November 2017 ab circa 21.000 Euro erhältlich und soll „die Verkaufszahlen des Yeti deutlich toppen“, so Skoda-Chef Bernhard Maier. Das dürfte gelingen, denn der Karoq sieht aus wie ein kleiner Kodiaq, der ja bereits nach wenigen Monaten zum Bestseller avancierte.

Foto: Skoda

Beim Avensis hat Toyota auf die Nachfrage reagiert: Der Kombi bleibt im Programm, die Limousine des Passat-Gegners hat aber ihr Produktionsende erreicht.

Foto: Toyota

Das von VW geplante Ausdünnen der Modellpalette hat ein erstes prominentes Opfer. Der Scirocco wird zum Modelljahr 2018 ersatzlos gestrichen. Bereits länger hat VW den entsprechenden Konfigurator aus dem Netz genommen. Wer auf Volkswagen.de auf Scirocco klickt, erhält den Hinweis, eine individuelle Konfiguration sei nicht mehr möglich. Vorläufig kann man über Händler aber noch fertig produzierte Exemplare beziehen.

Insgesamt neun Jahre war das dreitürige Golf-Derivat am Markt. An die großen Erfolge des Volkssportlers aus den Siebziger- und Achtzigerjahren konnte die in Portugal produzierte dritte Generation nie anknüpfen. Eine Rückkehr des Scirocco in einigen Jahren ist dennoch nicht ausgeschlossen. Möglicherweise erlebt das sportlich akzentuierte Golf-Derivat als batterieelektrisches Modell eine Renaissance. Für 2020 planen die Wolfsburger die Einführung eines neuen Kompakt-Stromers, auf dessen Plattform später auch ein Scirocco 4 folgen könnte.

Foto: Volkswagen

Auch in den USA hatte Hyundai mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Dort machte sich vor allem der Mangel an den beliebten sportlichen Geländewagen (SUV) im Angebot bemerkbar.

Chung kündigte an, die Wettbewerbsfähigkeiten in beiden Märkten stärken zu wollen. Hyundai will in den USA und China auch mehr SUV-Modelle anbieten. Auch wolle der Konzern aktiv in neuen Märkten wie Südostasien sein, sagte Chung.

Hyundai Motor will laut einer Börsenmitteilung in diesem Jahr weltweit knapp 4,68 Millionen Autos, Kia Motors 2,88 Millionen Autos verkaufen.

rtr
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