Volkswagen VW findet Kompromiss für Drei-Liter-Dieselmotoren

Vor mehr als einem Jahr wurde der VW-Abgasskandal bekannt. Nun gibt es endlich einen Kompromiss mit den amerikanischen Behörden, die Einigung mit den Kunden soll rasch folgen. Auch Bosch hat einen Vergleich erzielt.

Ein VW-Logo vor dem Bosch-Stammsitz. Quelle: dpa

Einigung in Zeitlupe: Volkswagen hat sich nach monatelangem zähem Ringen im Grundsatz auf eine Entschädigung von 83.000 Kunden in den USA mit umweltbelastenden Dieselautos verständigt. Der Vergleich mit Behörden und Privatklägern sieht nach Angaben von Bezirksrichter Charles Breyer vor, dass die Eigner der Fahrzeuge mit Drei-Liter-Motoren von Audi eine "erhebliche Entschädigung" erhalten sollen.

VW und der Dieselrückruf - was Kunden jetzt erwartet

Etwa 20.000 Fahrzeuge sollen zurückgekauft und weitere 63.000 umrüstet werden, sobald die Behörden die Freigabe für die technische Lösung erteilen. Als Teil der Vereinbarung mit dem US-Justizministerium zahlt Volkswagen zudem 225 Millionen Dollar in einen Fonds zur Wiedergutmachung für überhöhte Dieselemissionen. Für Donnerstag setze das Gericht eine weitere Anhörung an, um weitere Details bekanntzugeben.

Volkswagen teilte mit, das Gericht habe für den 31. Januar eine Frist für eine formale Übereinkunft gesetzt. Das Unternehmen habe eine Vereinbarung mit Klägern über wesentliche Aspekte des monetären Ausgleichs getroffen, den berechtigte Eigentümer und Leasingnehmer erhalten sollten. Die Höhe der Entschädigung wurde nicht genannt. Die US-Umweltbehörde EPA schätzt die Kosten der Einigung für Volkswagen auf insgesamt eine Milliarde Dollar. Außerdem sagten Wolfsburger zu, in Kalifornien bis 2020 mindestens drei zusätzliche Elektroautos auf den Markt bringen, darunter einen Geländewagen.

Audi hatte vergangenes Jahr zugegeben, eine nach US-Recht als illegal geltende Software bei Sechszylinder-Diesel-Motoren mit drei Litern Hubraum eingebaut zu haben, um die Abgaswerte zu manipulieren. Die Premiumtochter des Wolfsburger Konzerns ist für die Entwicklung von großen Motoren mit drei Litern Hubraum zuständig, die auch in Geländewagen von VW und Porsche eingebaut sind.

Aufarbeitung in kleinen Schritten

Mit der nun erzielten Einigung kann Volkswagen einen weiteren Brocken bei der Aufarbeitung des Abgasskandals aus dem Weg räumen, der vor gut einem Jahr in den USA ans Licht kam. Die Verhandlungen vor dem Bezirksgericht in San Francisco hatten sich hingezogen. Zuletzt hatte Richter Breyer drei Mal einen Anhörungstermin verschoben, um den Druck zu erhöhen. Erst beim vierten Anlauf gelang nun der Durchbruch für das zweite Diesel-Paket.

Zu Wochenanfang hatte sich Volkswagen bereits in Kanada mit Klägern geeinigt. Sie sollen umgerechnet bis zu 1,5 Milliarden Euro Schadensersatz für Dieselautos mit Zwei-Liter-Dieselmotoren mit manipulierter Abgasreinigung erhalten. Der angestrebte Vergleich mit Sammelklägern muss Ende März noch von zwei kanadischen Gerichten gebilligt werden. Er folgt dem Muster des bis zu 16,5 Milliarden Dollar teuren ersten Diesel-Pakets für rund 475.000 Dieselautos in den USA, der im Sommer geschlossen worden war.

VW hatte vor gut einem Jahr zugegeben, bei weltweit rund elf Millionen Autos die Abgasreinigung mit einer Software so zu steuern, dass die Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide auf dem Prüfstand eingehalten wurden, nicht aber auf der Straße. Bisher hat der Konzern 18,2 Milliarden Euro für die Aufarbeitung von Dieselgate beiseite gelegt. Audi hat in diesem Jahr für den US-Vergleich bisher 752 Millionen Euro zurückgelegt.

Die wichtigsten Auto-Neuerscheinungen 2017
Alfa RomeoSeit 2012 kündigt Alfa Romeo sein erstes SUV an, 2017 kommt der Stelvio endlich. Im aggressiven Design-Stil der Limousine Giulietta, mit Heck- oder Allradantrieb und starkem V6-Motor soll er dann BMW X3 und Co. italophile Kunden abgraben. Quelle: PR
Alfa Romeo StelvioWelche Triebwerke aus dem prallen Giulia-Angebot für den Macan-Herausforderer bestellt werden können, bleibt noch ein Geheimnis. Fest steht aber, dass Allradantrieb in den schwächeren Versionen, wenn überhaupt nur gegen Aufpreis zu haben sein wird. Da sich Alfa bei seiner Preisgestaltung am BMW X3 minus zehn Prozent orientiert, dürfte das Eintrittsgeld für den Stelvio bei etwa 40.000 Euro beginnen.   Quelle: PR
AlpineErst Ende 2017 wird Renault die ersten Exemplare seines neuen Sportwagenmodells ausliefern. Ungeduldige können sich die Mittelmotor-Flunder allerdings schon jetzt als sogenannte Première Edition via Smartphone-App reservieren. Über die technischen Daten ist noch noch viel bekannt, Renault verspricht eine Sprintzeit von unter 4,5 Sekunden. Bei Farben und Preis wird man hingegen etwas konkreter: In Blau, Schwarz oder Weiß ist die Vorab-Edition bestellbar. Für die verbindliche Reservierung müssen Kunden 2.000 Euro anzahlen, der finale Kaufpreis liegt dann zwischen 55.000 und 60.000 Euro. Quelle: PR
Alpine Reservierungs-AppDie Première Edition ist auf 1.955 Fahrzeuge limitiert. Diese Zahl steht für das Gründungsjahr der Marke Alpine. Wer sich eines dieser Exemplare sichern will, muss sich dafür von der Internetseite www.alpinecars.com die entsprechende Reservierungs-App auf sein Smartphone laden. Quelle: PR
AudiFür Audi startet das Autojahr früh: Direkt zum Beginn kommen die technisch weitläufig verwandten Modelle Q5 und A5 Sportback auf den Markt. Neben schlaueren Assistenten wie einem Staupiloten, geringerem Gewicht und sparsameren Motoren gibt es auch ein moderneres Infotainment-System, zu dem auch das Virtual Cockpit zählt. Zum Frühjahr gesellt sich dann das A5 Cabrio zu Audis Mittelklassefamilie. Quelle: PR
Neues Audi A5 CabrioEine neue Ära beginnt in Ingolstadt aber erst ab dem Sommer, wenn sich die vierte Generation des A8 präsentiert – das erste Modell des neuen Designers Mark Lichte, das die Kritik am zunehmen gleichförmigen Audi-Stil verstummen lassen soll. Auch technisch soll die Oberklasselimousine einen Sprung machen und sich beim autonomen Fahren an die Spitze des Premiumfeldes setzen – unter anderem mit einem bis 130 km/h einsetzbaren Autopiloten. Quelle: PR
BentleyEs ist ein Auto der Superlative: Wenn Bentley im Frühjahr im Geländewagen Bentayga seinen ersten Diesel-Motor in der Firmengeschichte anbietet, stellt das SUV zahlreiche Rekorde auf. 435 PS und ein Spitzentempo von 270 km/h sollen den Wagen zum stärksten und schnellsten Serienmodell mit Selbstzünder machen. Zugleich ist er mit einem Prüfstand-Verbrauch von 7,9 Litern der sparsamste und mit einem Preis von 174.335 Euro der günstigste Bentley im Modellprogramm. Quelle: PR
Bentley Bentayga als DieselFür einen Abschlag von gut 30.000 Euro tauschen die Briten den 608 PS starken W12-Benziner gegen einen V8-Diesel mit vier Litern Hubraum, den man bereits aus dem Schwestermodell Audi SQ7 kennt. Dank eines maximalen Drehmoments von 900 Nm und eines elektrischen Verdichters gegen das Turboloch ist er besonders antrittsstark. So beschleunigt der Diesel den 2,5 Tonnen schweren Bentayga in 4,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Quelle: PR
BMWVom Großen zum Kleinen: Nach der Neuauflage der Oberklasselimousine 7er in diesem Jahr ist 2017 der 5er dran. Von seinem großen Bruder übernimmt er im Februar zahlreiche Designelemente und auch viel Hightech. Unter anderem gibt es einen Spurführungsassistenten, der bis Tempo 210 arbeitet und den BMW in Kombination mit dem Abstandstempomaten zumindest auf der Autobahn zu einem quasi-autonomen Fahrzeug macht. Quelle: PR
BMW 5erDie Motorenpalette besteht zum Marktstart aus zwei Benzinern und zwei Dieseln, davon jeweils ein Vier- und ein Sechszylinder mit bis zu 340 PS Leistung, später folgt ein Plug-in-Hybrid mit 45 Kilometern elektrischer Reichweite. Die Preise starten zunächst bei 45.200 Euro. Quelle: PR
BMW 5erAb 11. Februar 2017 steht die siebte Auflage des 5ers beim Händler. Der Verkauf startet zu Preisen ab 45 200 Euro zunächst mit der Limousine. Für den Sommer ist der Kombi angekündigt. Und noch vor dem Jahreswechsel soll es den Nachfolger des GT geben. Der läuft dann allerdings als 6er, während Coupé und Cabrio der 6er-Reihe 2018 als 8er in die nächste Runde gehen. Quelle: PR
Auto-Neuheiten 2017 - Alle Hersteller von A-Z (Update) Quelle: PR
DaciaAlles neu – außer der Preis. Auch in der zweiten Auflage bleibt der Dacia Duster mit einem Startpreis von rund 11.000 Euro das günstigste SUV in Deutschland. Der Neue wächst auf rund 4,50 Meter und bietet so Platz für eine optionale dritte Sitzreihe. Das Design fällt im Vergleich zum recht kantigen Vorgänger moderner und dynamischer aus. Quelle: PR
DaimlerMercedes widmet sich im neuen Jahr zunächst der Komplettierung der E-Klassen-Palette. Den Start macht im Frühjahr die „All-Terrain“ genannte Offroad-Variante des T-Modells. Neben einer kernigen Optik bietet der leicht höher gelegte Kombi eine Luftfederung mit Geländemodus und immer Allradantrieb. Die Preise dürften knapp unterhalb von 60.000 Euro starten. Quelle: PR
DaimlerZur Jahresmitte kommt dann das E-Klasse Coupé, das anders als der Vorgänger auf Technik-Anleihen aus der C-Klasse verzichtet und sich auch bei Anmutung und Design stärker in Richtung des S-Klasse-Zweitürers entwickelt – inklusive größeren Platzangebots und schickeren Innenraums. Ende des Jahres folgt dann auf gleicher Basis das E-Klasse Cabrio. Quelle: PR
DaimlerWer es kernig mag, freut sich auf die Neuauflage der G-Klasse, die nach 35 Jahren Bauzeit ein großes Update erhält. Der Geländewagen wird geräumiger, leichter und komfortabler auf Asphalt. Auch das Programm an Assistenten wird aufgestockt. Beinharte Offroad-Technik und eine kantige Karosserie gibt es aber auch weiterhin. Quelle: PR
Ford2016 feiert der Ford Fiesta 40. Geburtstag, Mitte 2017 startet die achte Generation des Kleinwagens. Bei Abmessungen und Anmutung rückt der Kölner näher an den kompakten Focus heran. Das Außendesign wird etwas sportlicher und erwachsener, innen verspricht Ford eine deutliche Aufwertung. Auch das Angebot an Assistenzsystemen legt zu - und ebenso der Preis. Unter dem gehobenen Klassenschnitt von 14.000 Euro wird es den Fünftürer wohl nicht mehr geben. Quelle: PR
FordDie Nachfrage im Preissegment unterhalb des Fiesta soll ab Anfang 2017 der neue Ka+ abfangen, der auf der alten Fiesta-Plattform basiert und den abgelösten Kleinstwagen Ka deutlich überragt. Auch in Sachen Alltagsnutzen hat der Fünftürer mehr zu bieten als der enge Kleinstwagen. Quelle: PR
FordZusammen mit dem VW Tiguan zählt der Ford Kuga zu den beliebtesten Kompakt-SUV in Deutschland. Anfang 2017 erhält er ein Facelift mit bulligem Kühlergrill im Stil des großen Bruders Edge, verbessertem Infotainment und neuem Dieselmotor. Der Einstiegspreis bleibt unverändert bei 23.300 Euro. Wer sich für das Basis-Modell entscheidet, fährt mit einem 120 PS starken 1,5-Liter-Turbo-Benziner vom Hof und hat immer ein Radiosystem mit großem Bildschirm, elektrische Fensterheber, Tempomat und Klimaanlage an Bord. Der schwächste Ottomotor fährt wie sein stärkerer 150-PS-Bruder ausschließlich mit Frontantrieb und Sechsgang-Schaltgetriebe vor. Die dritte Ausbaustufe des Motors kommt auf 182 PS und verfügt stets über Allradantrieb und eine Sechsgang-Wandlerautomatik. Quelle: PR
HondaDie Japaner gehen beim neuen Civic in der ersten Jahreshälfte auf Nummer sicher. Das Design der zehnten Generation fällt deutlich massentauglicher aus als bei den beiden futuristischen Vorgängern. Der Fünftürer liegt zudem optisch tiefer auf der Straße, obwohl er nur um zwei Zentimeter flacher ist. In der Länge ist er hingegen gewachsen, was für mehr Platz im Fond sorgen soll. Quelle: PR

Weltweit stehen noch Klagen von Aktionären und Autokäufern aus, denn nur in den USA und Kanada zwingt das Gesetz VW zu teuren Zugeständnissen. In Europa sollen sich die Verbraucher damit begnügen, die Autos durch VW umrüsten zu lassen. Als weitere Hürde steht noch eine Geldbuße des amerikanischen Justizministeriums wegen jahrelanger Verstöße gegen US-Umweltrecht aus.

Auch Bosch erzielt Einigung

Teil des nun gefundenen zivilrechtlichen Kompromisses ist auch eine Vereinbarung mit dem Zulieferer Bosch als Lieferanten der Steuerungssoftware für die Motoren in den USA. Die Einigung umfasse die Beilegung von Forderungen gegen das Unternehmen, teilte der Stiftungskonzern mit. Reuters hatte bereits berichtet, der Stuttgarter Konzern sei zur Zahlung von mehr als 300 Millionen Dollar an Kläger bereit, die dem Zulieferer aktive Mithilfe bei der Manipulation vorwerfen. Bosch hatte jegliche Verantwortung für den Einsatz der Software von sich gewiesen.

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