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VW-SparprogrammEs geht jetzt um alles. Nicht nur für VW.

Erst die direkten Zulieferer, dann die ganze Industrie: Wenn Volkswagen wackelt, kommt eine verheerende Kettenreaktion in Gang. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Annina Reimann 05.09.2024 - 10:46 Uhr

Es sieht nicht gut aus für den deutschen Automobilsektor.

Foto: dpa Picture-Alliance

Volkswagen will die Beschäftigungssicherung tausender Mitarbeiter kündigen und schließt nicht mehr aus, dass Werke geschlossen werden müssen. Das ist historisch, so etwas gab es bei VW noch nie – und es dürfte nur ein Superlativ unter vielen bleiben, die wir in den nächsten Wochen und Monaten noch benutzen werden müssen.

Denn Volkswagen ist nicht mehr bloß der Anfang. In der deutschen Autoindustrie rumort es bereits: Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen will sich von bis zu 14.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen trennen. Das als Dübel-Lieferant bekannte Unternehmen Fischer hat gerade sein Geschäft mit Teilen für Autos an einen Private-Equity-Investor verkauft. Continental will sich von seiner kompletten Autosparte trennen.

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Die Probleme sind vielfältig: In Deutschland sind die Energie- und Personalkosten hoch. Der Absatz von E-Autos läuft nicht wie geplant. Auch insgesamt werden deutlich weniger Autos verkauft als ursprünglich angenommen. Allein VW könnte weltweit geschätzt mehrere Millionen Autos mehr bauen, als der Konzern in den kommenden Jahren jemals verkaufen wird.

Chinesische Autobauer verdrängen die deutschen in China

Besonders ein Problem wird für die deutsche Autoindustrie aktuell immer größer: China. Mag der Angriff der chinesischen Autobauer auf den europäischen Markt bisher nur mäßig erfolgreich sein, sind die Umwälzungen in China selbst doch epochal. Bislang haben VW und Co. in Fernost das Geld verdient, mit dem man auch die vergleichsweise teuren Werke in Deutschland rechtfertigen konnte. Doch jetzt geht diese Ära zu Ende. Der Absatz deutscher Autobauer in China ist nicht nur rückläufig – er erodiert.

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Die deutsche Autoindustrie ist in China zunehmend abgehängt. Als Conti kürzlich die Trennung von der Autosparte verkündete, begründeten Vorstände das unter anderem damit, dass im vergangenen halben Jahr „sehr, sehr viel passiert“ sei. Die Chinesen hätten ihren Marktanteil in China „substanziell gesteigert“. Und sie hätten ganz neue Fahrzeuge mit neuen Technologien aufgebaut. Conti habe „Anpassungsdruck“, der sich neben den Kosten vor allem in „deutlich kürzeren Technologiezyklen“ widerspiegele.

Anders gesagt: Deutsche Autobauer entwickeln zu langsam, haben in China quasi über Nacht veraltete Autos und Technologie auf dem Markt. Sie kommen nicht mit in puncto Software, Entertainment und Digitalisierung. Sie produzieren Autos am Markt vorbei. Keiner, so Conti-CEO Nikolai Setzer, wisse heute, welche Autos er in den kommenden zwei, drei, vier, fünf Monaten produziere, „weil die Nachfrage eben nicht klar ist“. Natürlich würden noch Fahrzeuge verkauft – aber gegebenenfalls andere.

Jetzt geht es um alles

Im November 2023 stand über einem WirtschaftsWoche-Kommentar zur Lage der deutschen Autoindustrie: Chinageschwindigkeit – oder Untergang. Tatsächlich geht es jetzt um alles. Nicht nur für VW.

Wenn schon VW die Beschäftigungssicherung kündigt und Werke schließt, ist das ein Dammbruch für die deutsche Autoindustrie. Anderen Vorständen fällt es nun leichter, harte Maßnahmen durchzusetzen – wenn doch selbst der wichtige Kunde VW schwächelt. Zudem hängen an jedem Werk auch Aufträge der Zulieferer. Was jetzt beginnt, wird Geschichte machen. Höchstwahrscheinlich nicht im erfreulichen Sinne.

Lesen Sie auch: Massive Restrukturierung – VW will offenbar mindestens ein Werk in Deutschland schließen

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