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VWVolkswagen baut E-Auto für 20.000 Euro

Volkswagen plant, ein E-Auto zum Preis von etwa 20.000 Euro herzustellen – im Alleingang. Die Ankündigung ist ein Meilenstein für VW. Wann das Modell kommen soll und welche Details es noch gibt. 28.05.2024 - 18:34 Uhr aktualisiert

Roboter arbeiten in der Volkswagen-Produktion in Wolfsburg.

Foto: REUTERS

Volkswagen hat sich für den Bau eines Elektroautos zum Preis von etwa 20.000 Euro entschieden. Der Wolfsburger Autokonzern verzichtet dabei auf eine Partnerschaft mit einem anderen Autobauer: Eine angedachte Kooperation mit Renault kam nicht zustande.

Die Weltpremiere für das Einstiegs-Modell bei E-Fahrzeugen sei für 2027 vorgesehen, teilte der Wolfsburger Autobauer am Dienstag mit. Konzernchef Oliver Blume sagte, es gehe um elektrische Einstiegsmobilität aus Europa für Europa. „Damit verbinden wir ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Europa.“ Betriebsratschefin Daniela Cavallo sagte, die Arbeitnehmerseite begrüße die Entscheidung für Elektrofahrzeuge um 20.000 Euro sehr. „Denn gerade auch bei der Elektromobilität muss es der Anspruch des Konzerns bleiben, mit seinen Volumenmarken Einstiegsmodelle am unteren Preisband anzubieten.“

Einen konkreten Produktionsstandort nannte VW noch nicht.

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Das Fahrzeug werde der Markengruppe Core zugeordnet, zu der die Hauptmarke Volkswagen sowie Skoda und Seat/Cupra gehören. Es dürfte zudem nicht in Deutschland gebaut werden. Denkbar sind VW-Standorte in Osteuropa, wie das Skoda-Werk in Bratislava, wo auch die Kleinwagen VW up, Skoda Citigo und Seat Mii vom Band gelaufen waren. Die Produktion dieser Kleinwagen im A-Segment war 2023 eingestellt worden.

Neben einem VW-Modell mit dem Arbeitstitel ID.1, das Schäfer bereits im März angekündigt hatte, ist laut „Business Insider“ auch eine Version von Skoda geplant. Der derzeit günstigste VW-Stromer ID.3 startet bei knapp 40.000 Euro, der 2026 geplante ID.2all soll rund 25.000 Euro kosten. Ab 2033 will die Kernmarke VW in Europa nur noch Elektro-Autos verkaufen.

Auch vom up hatte VW eine elektrische Version im Angebot, die zuletzt auf eine Reichweite von gut 250 Kilometern kam, zum Preis von fast 27.000 Euro. Insidern zufolge soll das nun geplante Fahrzeug eine Reichweite von mehr als 300 Kilometern haben.

VW-Markenchef: „Wir sind schon mittendrin, wissen, wie das Auto aussehen muss“

Die Arbeit am ID.1 ist laut VW bereits weit fortgeschritten. „Wir sind schon mittendrin, wissen, wie das Auto aussehen muss“, sagte Markenchef Schäfer bereits im März. Trotz günstigen Preises wolle man dabei „Maßstäbe im Einstiegssegment setzen“. Der angepeilte Preis stelle aber eine große Hürde dar. „Das ist wirtschaftlich extrem herausfordernd“, so Schäfer. „Diese Aufgabe ist aufgrund der steigenden Energie-, Material- und Rohstoffkosten anspruchsvoller geworden.“ Aufgrund der hohen Batteriekosten lasse sich ein Preis von 20.000 Euro nur mit sehr großen Stückzahlen erreichen.

VW hat immer wieder betont, sich in der Pflicht zu sehen, günstige Einstiegs-Elektroautos anzubieten. VW-Finanzchef Arno Antlitz etwa hatte zuletzt in einem internen Interview im April betont, dass der Konzern zu seiner Verantwortung stehe, Mobilität für alle anzubieten, auch Elektromobilität. Allerdings müssten dafür die Kosten bei der Herstellung des Produkts passen: Premiumkosten und Mobilität für alle passten nicht zusammen, das gelte insbesondere für die deutschen Werke, in denen derzeit der größte Teil der Elektroautos gebaut werde.

Günstig-E-Auto von VW: Auf dem Autobauer lastet Druck

Bei Kleinwagen fallen die Gewinnmargen in der Regel deutlich geringer aus als bei größeren Fahrzeugen, weil sie kaum weniger in Entwicklung und Produktion kosten, aber zu niedrigeren Preisen verkauft werden. Bei Elektroautos machen sich insbesondere die Kosten für die Batterie bemerkbar, die das kostspieligste Einzelteil im Fahrzeug ist. Volkswagen erhofft sich hier Vorteile von der Einheitszelle, die in den eigenen Fabriken in Salzgitter, Valencia in Spanien sowie St. Thomas in Kanada produziert werden soll.

Bei der Bilanz-Pressekonferenz im März hatte VW-Markenchef Thomas Schäfer gesagt, dass insgesamt vier Optionen zum Bau eines derartigen Fahrzeugs geprüft würden. Intern hatte der VW-Vorstand lange einem gemeinsamen Einstiegsauto mit Renault den Vorzug gegeben. Die Verhandlungen waren aber vor zwei Wochen gescheitert. Ein wichtiger Grund dabei war Insidern zufolge, dass das Fahrzeug bei Renault gebaut werden sollte, während die VW-Werke derzeit ohnehin nicht ausgelastet seien.

Der Wolfsburger Autobauer sieht sich auch angesichts der Konkurrenz aus China unter Druck, günstigere Elektroautos anzubieten. So hatte zuletzt der chinesische Konzern BYD angekündigt, sein Modell Seagull in Europa zum Preis von unter 20.000 Euro auf den Markt bringen zu wollen.

Lesen Sie auch: Weiter so, Volkswagen!

rtr, dpa
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