Die Quartalszahlen des Tages: United Airlines verdoppelt Gewinn trotz Boeing, IBM enttäuscht
Das Ergebnis von United Airlines übertraf die Markterwartungen, die Aktie legte nachbörslich zu. Die Erlöse wuchsen um gut sechs Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar.
Foto: APIn diesen Tagen veröffentlichen viele Unternehmen ihre Ergebnisse des ersten Quartals 2019. Ein Überblick über die wichtigsten Unternehmenszahlen:
Ericsson profitiert von Nachfrage nach 5G-Mobilfunktechnik
Die steigende Nachfrage nach Netzwerkausrüstung für den neuen Mobilfunkstandard 5G füllt Europas führendem Anbieter Ericsson die Kassen. Der operative Gewinn kletterte im ersten Quartal auf 4,9 Milliarden schwedische Kronen (470 Millionen Euro), wie der schwedische Konzern am Mittwoch mitteilte. Damit schnitt der Rivale des chinesischen Anbieters Huawei deutlich besser ab als von Analysten erwartet. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Verlust von 312 Millionen Kronen in den Büchern.
Auch beim Umsatz lag Ericsson mit einem Plus von fast 13 Prozent auf umgerechnet knapp 4,7 Milliarden Euro etwas über den Vorhersagen. Das Unternehmen profitierte sowohl vom starken Wachstum in Nordamerika als auch von gesenkten Kosten. Einige Analysten gehen davon aus, dass Ericsson beim 5G-Ausbau vom Wirbel um den chinesischen Marktführer Huawei profitieren wird. Westliche Geheimdienste hegen Spionagevorwürfe gegen das Unternehmen und drängen darauf, auf den Einsatz von Huawei-Ausrüstung beim Aufbau von 5G-Netzen zu verzichten. An der Börse in Stockholm waren Ericsson-Aktien stark gefragt. Die Papiere legten zum Handelsauftakt rund 3,7 Prozent zu.
Snacks bescheren Pepsico Gewinnplus zum Jahresstart
Der Limonaden- und Snackhersteller Pepsico ist nach einer enttäuschenden Prognose überraschend gut ins Jahr gestartet. In den zwölf Wochen bis zum 23. März stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,6 Prozent auf 12,9 Milliarden US-Dollar (11,4 Mrd Euro), wie der ewige Konkurrent von Coca-Cola am Mittwoch in Purchase (US-Bundesstaat New York) mitteilte. Der Nettogewinn legte sogar um gut 5 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar zu.
Ohne die ungünstigen Währungskurse wären die Erlöse auf vergleichbarer Basis sogar um mehr als 5 Prozent gestiegen. Für das laufende Jahr rechnet das Management weiterhin mit einem organischen Umsatzplus von 4 Prozent.
Pepsi kämpft - wie viele Rivalen auch - mit dem gestärkten Dollar sowie höheren Transport- und Aluminiumkosten. Zudem versucht der Konzern, sein schleppendes US-Getränkegeschäft wieder auf Vordermann zu bringen. In den berichteten zwölf Wochen zog der Umsatz in dem Segment an, der operative Gewinn stagnierte allerdings. Die Snack-Sparte Frito-Lay, die mit in den USA beliebten Marken wie Tostitos und Doritos immer wieder die Schwäche im Getränkegeschäft abfederte, konnte ihr Umsatzplus auch diesmal in mehr Gewinn ummünzen.
IBM enttäuscht mit überraschend starkem Umsatzminus
Das Computer-Urgestein IBM hat zu Jahresbeginn überraschend deutliche Geschäftseinbußen verkraften müssen. Im ersten Quartal gingen die Erlöse im Jahresvergleich um 4,7 Prozent auf 18,2 Milliarden Dollar (16,1 Mrd Euro) zurück, wie der IT-Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit wurden die Prognosen klar verfehlt. Die Aktie reagierte nachbörslich mit deutlichen Kursverlusten. Der Quartalsgewinn sank um fünf Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar, fiel damit aber noch etwas höher als erwartet aus.
IBM tut sich nach einem tiefgreifenden Konzernwandel schwer, mit neuen Geschäftsbereichen wie Cloud-Diensten, Datenanalyse und künstlicher Intelligenz die Probleme in der klassischen Hardware-Sparte mit Servern und Großrechnern abzufedern. Zudem drückt weiter der starke Dollar die Bilanz, der die internationalen Einnahmen nach Umrechnung in die heimische Währung schmälert. Das US-Unternehmen macht den Großteil seines Umsatzes im Ausland.
Danone profitiert von steigender Evian-Nachfrage in USA
Der Nahrungsmittelkonzern Danone hat seinen Umsatz im ersten Quartal trotz der schwächeren Nachfrage nach Babynahrung in China leicht gesteigert. Der Umsatz wuchs auf vergleichbarer Basis um 0,8 Prozent auf 6,14 Milliarden Euro, teilte das französische Unternehmen am Mittwoch mit. Dass Danone abermals unter schwächeren Verkäufen von Säuglingskost in China leiden würde, war erwartet worden. Danone konnte die Schwäche in diesem Segment durch höhere Verkäufe der Wassermarke Evian in den USA ausgleichen. Den Ausblick für 2019 bestätigte Danone. Der Konzern peilt auf vergleichbarer Basis ein Umsatzwachstum von 3 Prozent an.
Morgan Stanley mit Gewinnrückgang - Flaute im Wertpapierhandel
Das US-Geldhaus Morgan Stanley hat im ersten Quartal wegen eines schwächeren Finanzmarkthandels deutlich schlechter verdient. Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Überschuss um neun Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro), wie der Goldman-Sachs-Rivale am Mittwoch in New York mitteilte. Die Erträge sanken um sieben Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar.
Nach starken Ergebnissen im Vorjahreszeitraum fielen die Einnahmen in der Handelssparte, wo besonders das Geschäft mit Aktien schwächelte, deutlich geringer aus. Auch im Investmentbanking - der Beratung und Betreuung bei Börsengängen und Wertpapierausgaben - gab es starke Einbußen. Die Geschäfte in der Vermögensverwaltung stagnierten.
Bankchef James Gorman sprach von „soliden Ergebnissen“, auch wenn es ein langsamer Jahresauftakt gewesen sei. Obwohl weiterhin Risiken bestünden, hätten sich die Finanzmärkte aber inzwischen erholt. Auch bei Anlegern kamen die Zahlen, die trotz der Geschäftseinbußen über den Erwartungen der Wall-Street-Analysten lagen, zunächst gut an. Die Aktie reagierte vorbörslich mit deutlichen Kursgewinnen.
United Airlines verdoppelt Gewinn trotz 737-Max-Zwangspause
Die US-Fluggesellschaft United Airlines hat im ersten Quartal trotz Problemen durch Startverbote für Boeings Unglücksflieger der Baureihe 737 Max überraschend gut verdient. Verglichen mit dem Vorjahreswert wurde der Gewinn auf 292 Millionen Dollar (259 Mio Euro) verdoppelt, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss in Chicago (US-Bundesstaat Illinois) mitteilte.
Das Ergebnis übertraf die Markterwartungen, die Aktie legte nachbörslich zu. Die Erlöse wuchsen um gut sechs Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar. Schwierigkeiten durch Boeings 737-Max-Krisenjets, die nach zwei Abstürzen binnen weniger Monate vorerst nicht mehr abheben dürfen, machten sich für United Airlines kaum bemerkbar. Die Fluglinie hatte bis zum Startverbot 14 solcher Maschinen in Betrieb.
Pharmakonzern Roche legt die Latte höher
Der Schweizer Pharmakonzern Roche traut sich nach einem überraschend starken Jahresstart mehr zu. Der Umsatz soll in diesem Jahr um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag steigen, wie der weltgrößte Hersteller von Krebsmedikamenten am Mittwoch mitteilte. Bislang war Roche davon ausgegangen, dass das Plus im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich liegt. „Wir sind mit einem starken Verkaufswachstum ins Jahr gestartet, vor allem bei den neu eingeführten Medikamenten unserer Division Pharma“, erklärte Konzernchef Severin. „Basierend auf den Ergebnissen des ersten Quartals erhöhen wir den Ausblick für das Gesamtjahr.“
Im Auftaktquartal erzielte Roche 14,8 Milliarden Franken (13 Milliarden Euro) Umsatz - währungsbereinigt ein Zuwachs von acht Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahrszeitraum. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 14,2 Milliarden Franken gerechnet. Motor des Wachstums waren vor allem die Medikamente Ocrevus und Hemlibra: Die Verkaufserlöse des Multiple-Sklerose-Mittels stiegen um gut zwei Drittel und die der Arznei gegen die Bluterkrankheit vervielfachten sich. Ocrevus ist nach rund zwei Jahren bereits der fünftgrößte Umsatzbringer des Konzerns aus Basel.
Dagegen sanken die Umsätze der milliardenschweren Krebsmedikamente MabThera und Herceptin, denen nach dem Auslaufen des Patentschutzes vor allem in Europa und Japan günstigere Nachahmer-Arzneien Konkurrenz machen, um drei beziehungsweise sechs Prozent. Und im weltweit größten Gesundheitsmarkt USA drohen der Blut- und der Brustkrebsarznei Einbußen: Firmenchef Schwan rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit dem Marktstart von sogenannten Biosimilars für diese biotechnologisch hergestellten Mittel.
Nordex erhält im ersten Quartal Aufträge über ein Gigawatt
Der Windanlagenbauer hat im ersten Quartal Auftragseingänge für Turbinen mit einer Leistung von insgesamt 1,035 Gigawatt für Windparks in 13 Ländern erhalten. „Wir sehen weiterhin eine hohe Nachfrage nach unseren Windturbinen“, sagte Nordex-Chef José Luis Blanco. „Besonderes Interesse weckt die Delta4000-Baureihe, die wir im ersten Quartal erstmals auch außerhalb Europas in Australien und Argentinien verkaufen konnten.“