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Michael O’Leary im Interview"Ryanair ist die pünktlichste Airline Europas"

Der Chef von Ryanair will den Billigflieger auf Service trimmen und gibt nur einer der drei Airlines vom Persischen Golf eine Überlebenschance.Rüdiger Kiani-Kreß 16.12.2013 - 00:00 Uhr

Nicht ganz ernst. O'Leary ist bekannt für seine markigen Sprüche

Foto: dpa

WirtschaftsWoche: Herr O’Leary, Ihre Zentrale wirkt so wenig einladend wie früher. Und das, obwohl Sie jüngst eine neue warmherzige Ryanair versprochen haben. Was ist los?

O'Leary: Wie unsensibel von mir (öffnet die Arme). Lassen Sie sich in den Arm nehmen!

Wohl eher auf den Arm, oder?

Oh nein (holt eine Tüte Karotten und hält sie hin). Statt Zärtlichkeit vielleicht ein gesunder Snack?

Mal den Nonsens beiseite: Wo sehen wir die Veränderungen bei Ryanair, die Sie angekündigt haben?

Na gut, dann also deutscher Ernst. Ja, Ryanair verändert sich, aber nicht über Nacht, sondern schrittweise. Einige Neuerungen sind kosmetisch, andere grundlegend.

Zur Person
O’Leary, 52, ist seit 1994 Chef von Europas nach Passagieren größtem Billigflieger Ryanair. Sein Aktienanteil von rund vier Prozent macht den ehemaligen Wirtschaftsprüfer zu einem der reichsten Männer Irlands. Auf seiner Farm züchtet der vierfache Vater Rinder und Rennpferde.

Wieso machen Sie nun einen Schwenk zu mehr Service, nachdem Sie die Idee Anfang des Jahres noch verlacht haben?

Hätte ich doch nur geahnt, wie viel Freude und kostenlose Aufmerksamkeit das bringt. Dann wäre ich schon längst herzenswarm und kuschelig geworden. Aber wenn wir Europas größte Fluglinie werden wollen, müssen wir auch größere Airports wie Madrid, Warschau und Brüssel-Zaventem anfliegen. Dafür brauchen wir neben mehreren Flügen pro Tag auf einer Route auch mehr Service für Geschäftsreisende und anspruchsvollere Urlauber.

Wie wollen Sie Vielflieger überzeugen?

Wir sind die günstigste und pünktlichste Linie Europas. Jetzt bieten wir den Service, den Vielreisende wollen: feste Plätze, umbuchbare Tickets und die Möglichkeit, gegen Gebühr bei der Sicherheitskontrolle den schnelleren Fast-Track zu nutzen.

Für 15 Euro pro Flug, wie üblich?

Nein. Aber auch wenn wir für diese Extras höhere Preise verlangen, kosten unsere Tickets im Schnitt nur die Hälfte dessen, was die etablierten Linien verlangen.

Wann gibt es bei Ryanair Vielfliegerprogramme und Gratis-Champagner an Bord?

Nie, nur bei Kundenbindungsprogrammen schließe ich nichts aus. Aber wir machen kein bürokratisches Monster wie das Lufthansa-Vielfliegerprogramm Miles & More, sondern aufgrund des bisherigen Reiseverhaltens ein maßgeschneidertes Angebot aus Rabatten und besserem Service.

Hohe Gebühren etwa für aufgegebenes Gepäck treffen Familien. Bleibt das so?

Nein. Die neue gefühlvolle Ryanair bietet vom Frühjahr an einen Familienservice wohl mit einer eigenen Webseite und niedrigeren Gebühren für Sitzreservierung oder aufgegebenes Gepäck. Unsere 175 Euro pro Flug für eine fünfköpfige Familie sind nicht nett. Vielleicht streichen wir für Kinder diese Gebühren sogar ganz. Zudem sind wir weniger streng, wenn ein Koffer etwas größer ist als erlaubt. Wir wollen ja den Kunden nicht unnötig ans Bein pinkeln.

"Jeder Idiot, der irgendwo rausgeschmissen wird, taucht wieder als Berater auf. Ich habe bislang noch jeden erschossen, der in mein Büro gekommen ist."

Foto: REUTERS

"Das Problem mit den Fluglinien-Managern ist doch, dass sie kein Rückgrat haben und sich an ihre Erzfeinde in der Umweltbewegung ranwanzen, statt sie Lügner zu nennen, wie sie es verdienen."

Foto: REUTERS

"Unsere Umsatzrendite von 25 Prozent ist nicht gut, sondern obszön in dieser Branche. Verglichen mit dem Rest sind wir keine Fluglinie, sondern Drogenhändler."

Foto: REUTERS

„Wenn ich abtrete wird sicher unser Marketing-Etat wachsen, weil wir ohne meine Sprüche weniger Aufmerksamkeit bekommen - aber das sparen wir dann an Gerichtskosten, weil uns dann weniger Leute wegen meiner Sprüche verklagen.“

Foto: REUTERS

„Heute müssen Unternehmen-Chefs sagen, Unsere Beschäftigten sind unser wichtigstes Asset. Was ein Schwachsinn. Die Beschäftigten sind unser größter Kostenblock und viele sind so faul, dass wir sie ständig in den Hintern treten müssen. Das denkt eigentlich jeder Chef, aber keiner will es zugeben.“

Foto: dpa

„40 Euro wenn wie eine Bordkarte neu ausdrucken, weil jemand sein vergessen oder verloren hat sind nicht zu viel. Eigentlich müssten wir für so viel Blödheit mindestens 60 Euro verlangen.“

Foto: dpa

"Umweltschützer ärgern wir wo immer wir können. Eigentlich müsste man die erschießen, denn sie wollen fliegen so teuer machen, dass es wieder ein Privileg für die Reichen wird."

Foto: dpa

„Jeder der glaubt einen Flug mit uns ist eine Entspannung, hat sich geschnitten. Wir bombardieren alle mit so vielen Ansagen und Verkaufsangeboten wie wir können. Und wer trotzdem einpennt, den wecken wir auf und versuchen ihm was anzudrehen.“

Foto: dpa

"Wir machen keine Erstattungen für ungenutzte Tickets, also verpisst Euch. Wir wollen Eure Heulgeschichten nicht hören. Welchen Teil von „keine Rückerstattung kapiert ihr nicht?"

Foto: dpa

„Die Leute sagen 'Der Kunde hat immer recht' Was ein Unsinn. Der Kunde hat oft Unrecht und das muss man ihm auch sagen.“

Foto: dpa

"Niemand will neben einem Übergewichtigem (Original Fatty) an Bord sitzen. Wir waren überrascht, wie viele Kunden Dicke nicht nur besteuern, sondern sogar foltern möchten.“

Foto: REUTERS

„Wir wollen mehr Geld verdienen und würden sofort Bezahltoiletten an Bord einführen. Und wenn uns jemand 5 Pfund zahlt, trage ich den auch da hin und für noch 'nen Fünfer wische ich ihm den Hintern ab.“

Foto: dpa

„Ob auch Reiche mit uns fliegen? Klar. Ich bin heute Ryanair geflogen. Und ich bin verdammt reich.“

Foto: dpa

„Es ist mir (scheiß-) egal, ob mich jemand mag. Ich bin kein Träumer, Aerosexueller oder verhinderter Pilot, wie sie die Flugbranche bevölkern. Ich will Geld verdienen.“

Foto: dpa

"Die Lufthansa sagt, die Deutschen wollen keine Billigtickets? Unsinn. Ihr Deutschen würdet noch nackt über Glas kriechen um endlich billig fliegen zu können."

Foto: REUTERS

"Ich erziehe meine Kinder wie ich Ryanair führe – alles outsourcen."

Foto: dpa

"Unsere Strategie ist ganz einfach. Das Angebot hoch auftürmen und billig verkaufen."

Foto: REUTERS

Was Ryanair verbessern will
- Niedrige Gebühren- Geringfügig zu große oder zu schwere Handgepäcksstücke dürfen an Bord- Zweites Handgepäck ist erlaubt, wenn es unter den Vordersitz passt
- Einfachere Buchung im Internet- Niedrigere Umbuchungsgebühren- Verkauf flexibel umbuchbarer Tickets
- Verkauf von Extras wie Sitzplatzwahl oder schnellere Sicherheitskontrolle- Reduzierte Gebühren für Familien- Rabatte für Vielflieger

Aber ans Bein pinkeln werden Sie Ihren Kunden trotzdem weiterhin, wo Sie es als notwendig erachten?

Leider ja. Wir kontrollieren nicht mehr jeden Koffer und sagen künftig „scheiß drauf“, wenn ein Gepäckstück ein, zwei Zentimeter zu groß ist. Doch wer mit einem Schrank an Bord will, den müssen wir weiter ärgern und packen das Ding gegen Gebühr in den Gepäckraum.

Geringere Wachstumsraten, zwei Gewinnwarnungen in diesem Jahr – kassieren Sie heimlich Ihr Billigflieger-Modell?

Warum? Wir hatten von April bis September mit gut 600 Millionen Euro Gewinn das beste Halbjahr aller Zeiten...

...dafür erwarten Sie für den Rest des Geschäftsjahrs 100 Millionen Euro Verlust.

Im Winter leiden die Preise in Europa unter der schwachen Nachfrage, selbst im wirtschaftlich stabilen Deutschland. Trotzdem machen wir, wenn es wirklich schlimm kommt, noch gut eine halbe Milliarde Euro Gewinn. Das ist zwar weniger als die 570 Millionen im Vorjahr. Aber finanziell bleiben wir eine gesunde Airline, auch weil der Chef gesund isst. Auch eine Karotte?

Die von deutschen Flughäfen aus startenden Billigflieger sind nach einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) teurer geworden. Je nach Fluglinie lagen die Durchschnittspreise für einen einfachen Flug im vergangenen Herbst zwischen 70 und 140 Euro brutto, wie das Forschungsinstitut berichtete. Im vorangegangenen Sommer hätten sie noch bei 50 bis 130 Euro gelegen.

Insgesamt nutzten im ersten Halbjahr 2014 der Studie zufolge knapp 31 Millionen Passagiere Angebote sogenannte Low Cost Carrier. Im Sommerflugplan 2014 bedienten sie insgesamt 722 Strecken in und ab Deutschland - ein Plus von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch verlief die Entwicklung regional sehr unterschiedlich. Die meisten Günstigflieger-Passagiere verzeichneten die Berliner Flughäfen. Auch die Airports Hamburg und Köln/Bonn konnten ihr Passagieraufkommen steigern. Starke Rückgänge gab es dagegen auf Regionalflughäfen wie Weeze oder Hahn, wo sich die gesunkene Präsenz von Ryanair bemerkbar machte.

Foto: Blumenbüro Holland/dpa/gms

Platz zehn: Air Baltic mit 25 Flugzeugen

Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic belegt mit 25 Flugzeugen, darunter fünf Boeing 737–500, acht Boeing 737–300 und zwölf Q-400 NextGen Platz zehn.

Foto: Presse

Platz neun: Aer Lingus mit 50 Flugzeugen

Mit 50 Flugzeugen liegt Air Lingus auf Rang neun. Zu der Flotte der irischen Fluggesellschaft zählen je drei Boeing 757-200, Airbus A330-200, Airbus A321-200, jeweils vier Airbus A319-100 und Airbus A330-300 und 33 Airbus A320-200. 2015 sollen außerdem neun Flugzeuge vom Typ Airbus A350-900 an die Fluglinie ausgeliefert werden.

Foto: dpa

Platz acht: Wizz Air mit 54 Flugzeugen

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an. Wizz Air verfügt über eine junge Flotte mit Flugzeugen vom Typ Airbus 320. Alle 54 Flugzeuge werden von V-2500-Motoren von International Aero Engine betrieben.

Foto: dapd

Platz sieben: Jet2 mit 55 Flugzeugen

Die britische Billig-Airline Jet2 gibt es erst seit 2002, trotzdem hat sie mit 55 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit den 23 Boeing 737-300, einer Boeing 737-300F, sieben Boeing 737-300QC und jeweils zwölf Boeing 737-800 und Boeing 757-200 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Foto: Presse

Platz sechs: Germanwings mit 57 Flugzeugen

Germanwings schafft es mit einer Flotte von 57 eigenen und 23 Eurowings-Flugzeugen auf Platz sechs unter den Top 10 der europäischen Billig-Airlines. Ab Frühjahr 2015 sollen 64 eigene Flugzeuge der Typen A319 und A320 sowie 23 durch Eurowings betriebene Regionalflugzeuge für Germanwings im Einsatz sein.

Foto: dpa/dpaweb

Platz fünf: Flybe mit 62 Flugzeugen

Die britische Airline Flybe betreibt mit 45 Maschinen die größte Flotte an Bombadier DashQ8-400 Maschinen weltweit. Hinzu kommen noch elf Maschinen vom Typ Embraer 175 (vier weitere sind bestellt) sowie sechs Jets vom Typ 195. Flybe hat seinen Sitz in Southhampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Foto: Presse

Platz vier: Norwegian mit 74 Flugzeugen

Norwegian Air Shuttle ASA betreibt derzeit 74 Flugzeuge, davon 64 Maschinen des Typs Boeing 737-800 und zehn Maschinen des Typs Boeing 737-300.

Foto: Presse

Platz drei: Vueling mit 87 Flugzeugen

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus einer Boeing 757-200, fünf Airbus A319-100 und 81 Maschinen vom Typ Airbus A320-200. Neben acht Basen in Europa hat Vueling auch in Parlis-Orly, Toulouse und Amsterdam Flugzeuge und Personal stationiert.

Foto: dapd

Platz zwei: Easyjet mit 208 Flugzeugen

Die Flotte der britische Fluglinie Easyjet besteht insgesamt aus 208 Flugzeugen. Die Gesellschaft ist derzeit der weltweit größte Abnehmer des Airbus A319-100. 140 Maschinen dieses Typs sind für Easyjet im Einsatz. Hinzu kommen 68 Maschinen vom Typ Airbus A320-200. 75 weitere Maschinen dieser Art sind bestellt. Außerdem hat Easyjet 100 Flugzeuge vom Typ Airbus A320neo bestellt.

Foto: dapd

Platz eins: Ryanair mit 303 Flugzeugen

Mit einer Flotte von mehr als 300 Flugzeugen sind die Iren um den exzentrischen Chef Michael O'Leary unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und sie will noch weiter wachsen: Bis zum Jahr 2019 soll die Flotte auf beinahe 500 Flugzeuge anwachsen. Ryanair fliegt ausschließlich mit Flugzeugen des Typs Boeing 737-800.

Foto: dpa

Danke. Ryanair mag ein gesundes Unternehmen sein, angesichts der aktuellen Verluste aber auch eines mit Problemen.

Nein. Im Gegensatz zu unseren Wettbewerbern haben wir kein Kostenproblem. Wir zahlen künftig weniger Gebühren an Flughäfen wie London-Stansted und bekommen neue sparsamere Flugzeuge. Dazu fliegen wir verstärkt zu größeren Flughäfen, die uns früher rausgeworfen hätten, wie Rom, Brüssel oder Nürnberg. Dort bekommen wir höhere Preise als im Rest unseres Netzes. Herrliche Zeiten also.

Warum zeigen dann die Gewinne bei Easyjet, Norwegian, Vueling oder Germanwings nach oben, nicht aber bei Ihnen?

(Tut als, ob er weint). Wir haben 570 Millionen Euro verdient und Easyjet umgerechnet 480 Millionen Euro. (Tut, als ob er überlegt) Hey, das ist ja weniger als wir (lacht). Und nächstes Jahr schlagen wir die wieder.

Laut Analysten verdient Easyjet im aktuellen Geschäftsjahr erstmals mehr als Sie.

Warten wir mal ab. Die Nachfrage lahmt für alle. Bei Ryanair sinken die Kosten bis zum Sommer um sieben Prozent, und die von Easyjet steigen um zwei Prozent. Na, welche Airline möchten Sie lieber sein?

Sie selbst möchten wohl lieber Easyjet sein, weil Sie von denen einiges abkupfern, zum Beispiel mehr Flüge von großen Flughäfen oder besseren Service?

Wir Easyjet sein? Nie. Lernen von denen? Klar, selbst ich bin nicht unfehlbar. Aber wenn wir auf dem europäischen Festland in größere Flughäfen gehen, kopieren wir nicht Easyjet, sondern uns, weil wir in Irland und Großbritannien schon immer an den Hauptflughäfen waren. Easyjet hat eine bessere Web-Seite. Doch die werden wir im März auch haben und immer noch fast die halben Kosten. Fragen Sie mich doch bitte noch mal, wer das Rennen gewinnt!

Die EU will Subventionen für kleinere Flughäfen, die Sie bevorzugen, stoppen. Wie viel Geld müssen Sie zurückzahlen?

Nichts. Zurzeit laufen, glaube ich, gegen 17 unserer Flughäfen Beihilfe-Verfahren. Von den Verfahren werden wohl 15 sterben.

Die EU will mit ihren neuen Vorschriften die Beihilfen doch aber abschaffen.

Stimmt, aber frühestens 2024 und auch nicht für alle Flughäfen. Die kleinen mit weniger als einer Million Passagieren dürfen künftig fast unbegrenzt Verluste machen. Größere Airports mit hohen Verlusten aufgrund starken Wachstums brauchen einen Businessplan, wie sie in zehn Jahren operativ Geld verdienen wollen.

Wie steht es mit Ihrem oft angekündigten Einstieg ins Langstreckengeschäft?

Weil es gerade wegen des Orderwahns der Golf-Airlines nicht genug Flugzeuge gibt, liegt das erst mal auf Eis. Aber es gibt da sicher einen Markt für uns.

Warum schafft Billigflieger Norwegian Fernflüge von Skandinavien nach Bangkok oder in die USA und Sie nicht?

Wie sag ich das jetzt gefühlvoll? Vier Maschinen bis Ende 2014 ist doch, äh, ein Witz. Eine richtige Fluglinie werden die erst mit 50 Flugzeugen, die ein Dutzend Städte in Europa mit einem Dutzend Städten in den USA verbinden.

Wird es je 50 Flugzeuge gleichzeitig zu kaufen geben?

Ja klar. Im Moment verkaufen Airbus und Boeing als einzige Hersteller von Langstreckenflugzeugen automatisch. Doch die gehen fast alle an die drei Golf-Fluglinien Emirates, Etihad und Qatar. Und die machen im Umkreis nur einer Flugstunde alle das Gleiche. Aber irgendwann verlieren die Regenten den Spaß an ihren subventionierten Symbolen nationaler Potenz. Dann wird wohl Emirates gewinnen, und die anderen werden aufhören oder fusionieren.

Sie wollen sich seit Jahren von Ryanair zurückziehen. Wird das je passieren, und ein sensibler, smarter Business-School-Absolvent übernimmt das Ruder?

Den hat Ryanair doch bereits (steht auf und öffnet die Arme). Das hat nur nie einer erkannt. Ich bin sicher noch drei Jahre da, werde mich aber künftig ein wenig zurückhalten, damit endlich alle merken, dass Ryanair keine Ein-Mann-Show ist.

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