Modernisierung und neue Struktur: Glitzerkonzern Swarovski soll wieder brillieren
Rückkehr ins Wunderland: Die Kristallwelten von Vorstandssprecher Langes-Swarovski kennen keine Grenzen, doch vieles scheitert am Veto der Familie
Foto: WirtschaftsWoche
Wie leicht sich die Fantasiewelt umbauen lässt. Schaut Markus Langes-Swarovski aus seinem Bürofenster im österreichischen Wattens, kann der Vorstandssprecher und wichtigste Kopf der Glitzerdynastie verfolgen, wie emsig Bauarbeiter die Swarovski Kristallwelten zu einem noch beeindruckenderen Märchenkomplex formen. Schon im nächsten Sommer soll die Besucherattraktion mit neuen Glanzpunkten, kristallinem Park und weiteren Wunderkammern unter dem grün bewachsenen Riesen am Eingang brillieren. Wenn es doch überall im Konzern so schnell voranginge wie im 1995 von Multimediakünstler André Heller entworfenen Kristallwunderland.
In der Wirtschaftsrealität quält die Richtungssuche für das über 100 Jahre alte Unternehmen die neue Generation der Swarovskis. Der Erfolgskonzern mit weltweit mehr als 30 000 Mitarbeitern verliert an Glanz, leidet unter einem offen ausgetragenen Familienzwist. Seit Jahren lässt das Wachstum rapide nach. 2013 sank der Umsatz sogar erstmals um zwei Prozent auf 3,7 Milliarden Franken, nur ein Sparkurs stabilisierte den Gewinn.
Die Konkurrenz hat aufgeholt, selbst Angehörige des Clans können Swarovski-Kristalle nicht mehr von denen der Rivalen unterscheiden, wichtige Weichenstellungen wurden verschlafen. Die Führungscrew aus Familienmitgliedern arbeitet seit Monaten an einer schlagkräftigeren Konzernstruktur. Doch manches Vorhaben scheitert am Veto der Familie, etwa die geplante Übergabe des Kerngeschäfts an einen externen Manager.
Hoffnungsschimmer
Einen Lichtblick kann Markus Langes-Swarovski immerhin ausmachen, der von Wattens in Tirol aus das Industriegeschäft mit Kristallkomponenten für Fremdfirmen steuert und aus Männedorf am Zürichsee in der Schweiz die Konsumgütersparte mit Schmuck und Accessoires. Hauchzart lief das Geschäft im ersten Quartal wieder an. „Wir hatten drei Prozent Wachstum“, sagt der Sohn des langjährigen Konzernchefs Gernot Langes-Swarovski. „Sicher, wir hatten uns etwas mehr vorgenommen“, räumt der 40-Jährige ein. Swarovski bleibe daher auf Sparkurs, müsse sich „auf die neuen Realitäten einstellen“. Und die sind ernüchternd.
Der Glanz vergangener Zeiten verblasst. Mit der ersten Schleifmaschine für Kristalle, die das Glas bestechend funkeln ließ, gelang Gründer Daniel Swarovski von 1895 an der märchenhafte Aufstieg zum Weltkonzern. Früher wuchs Swarovski locker zweistellig pro Jahr. Doch das gelang zuletzt 2010 (siehe Grafik).
„Wir waren ein Stück weit verwöhnt“, sagt Markus Langes-Swarovski. Darben muss die Familie allerdings noch lange nicht; ihr Vermögen liegt bei umgerechnet etwa 2,46 Milliarden Euro. Doch der Druck steigt: Die aggressive Konkurrenz aus Asien, Osteuropa und dem Mittleren Osten setzt Swarovski mit einer Flut deutlich günstigerer Kristalle zu.
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Sparkurs angeordnet
Warnungen gab es genug. Schon im November 2012 sandte Robert Buchbauer, Vorstandsvorsitzender und Chef des Konsumgütergeschäfts, eine E-Mail an seine wichtigsten Managerkollegen. „Wir sind auf Status Orange“, stand darin. „Wir müssen unsere Kostenbasis und unsere Ambitionen justieren.“
Die Reaktion war drastisch: Produktionskapazität und viele Expansionspläne zurückfahren, die Reisekosten um ein Viertel senken, weniger Projekte, die Modernisierung der Shops zurückstellen und neue extrem selektiv eröffnen. Swarovskis Gewinn blieb 2013 nur dank dieses Sparkurses stabil.
Der Konzern gibt keine Gewinnzahlen preis, doch intern heißt es, er liege im mittleren dreistelligen Millionenbereich. „Wir sind kein Sanierungsfall, sondern ein gut funktionierendes Unternehmen. Ein Konzern, der derzeit zwar kein zehnprozentiges Wachstum zustande bringt, aber sich auch das wieder vornimmt“, betont Markus Langes-Swarovski. Die Marke besitzt noch Strahlkraft. Und die fünfte Generation der Swarovskis versucht, das Geschäft herumzureißen. Noch hat sie die Chance.
In der zweiten Aprilwoche zog sich die Unternehmensspitze für mehrere Tage zur Klausur in die USA zurück. Diese Treffen, die sonst zweimal pro Jahr – einmal in Tirol und einmal in Amerika – stattfinden, sind jetzt häufiger angesetzt. Die Swarovskis suchen neue Wachstumsideen und Strategien, sie wollen Produktion und Vertrieb moderner und agiler aufstellen.
Und, noch wichtiger: Swarovski soll eine neue Struktur erhalten. Eine, in der die Macht der drei Stämme der Gründersöhne Alfred, Fritz und Wilhelm mit ihren teilweise unterschiedlichen Ansichten kanalisiert und der Konzern leichter steuerbar wird.
„Die Rolle zwischen Führung, Aufsicht und Familie müssen wir optimieren. Die drei Kreise überschneiden sich stark“, sagt Langes-Swarovski. „Erfolgreiche Familienunternehmen strukturieren den Einfluss der Familie und das Management klarer. Bei der Größe des Unternehmens und der Familie geht es ohne strukturiertes Management nicht mehr.“
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Bei der Struktur prüft die Führungsspitze auch, was sich von Aktiengesellschaften übernehmen ließe. „Es wäre ein Organisationsmodell nötig, in dem am Schluss einer die Entscheidungen treffen kann“, sagt Alexander Rehm, der 2013 sein Amt als Führungskräfteentwickler aufgab und Swarovski verließ. Man könne einen Konzern nicht demokratisch führen.
Im Zusammenspiel von Familie und Unternehmen knirscht es oft. Kein Wunder, entscheidende Beschlüsse verlangen fast Einstimmigkeit, andere 75 Prozent Zustimmung der mehr als 70 Gesellschafter, hinter denen gut 200 Familienmitglieder stehen. Langes-Swarovski, Buchbauer und Finanzchef Mathias Margreiter, ebenfalls ein Clanmitglied, brachte das im vergangenen Jahr eine herbe Niederlage ein.
Unter dem Titel „DNA 2014“ planten die wichtigsten Köpfe der fünften Generation, Industriegeschäft und Konsumgütersparte unter eine Führung zu stellen – unter die eines externen Chefs. Im Frühjahr verkündeten sie ihren Plan schon groß intern. Der Rückzug folgte nach dem Sommer. Die Idee war an der ablehnenden Mehrheit in der Familie gescheitert. „Es ist vernünftiger, beide Geschäfte unabhängig zu managen“, sagt nun auch Langes-Swarovski.
Winston Pink Legacy
Neuer Rekord für einen rosafarbenen Diamanten: Am 13. November 2018 ersteigerte der renommierte amerikanische Juwelier Harry Winston den 18,96 Karat schweren Diamanten "Pink Legacy" für mehr als 50 Millionen Dollar, umgerechnet 44 Millionen Euro, inklusive der Gebühren an das Auktionshaus Christie's. Zwar ist der "Pink Star" bereits 2013 für einen deutlich höheren Betrag versteigert worden, aber gemessen am Preis pro Karat schafft der umgehend in "Winston Pink Legacy" umgetaufte Diamant laut Christie's einen neuen Weltrekord für rosafarbene Diamanten: 2,6 Millionen Dollar pro Karat. Der Stein wurde vor mehr als hundert Jahren gefunden und war lange in Besitz der Familie Oppenheimer, die einst den Minen-Konzern De Beers leitete.
Foto: APLe Grand Mazarin
Nach dem Rekordjahr 2016 gingen dieses Jahr keine Superdiamanten für illustre Summen über den Auktionshaustisch. Beim "Grand Mazarin" ist eher die Geschichte beeindruckend: Er gehörte vielen Königinnen, Königen und Kaisern, darunter der Sonnenkönig Ludwig XIV. Ein privater Sammler erwarb den 19,07 Karat schweren Stein für 12,3 Millionen Euro. An die Rekordhalter kommt der pinke Diamant damit allerdings nicht heran.
The Pink Star
Er hatte bereits bei einer Auktion in Genf 2013 den Rekordpreis von rund 76,3 Millionen Schweizer Franken (rund 62 Millionen Euro) erlöst: Der Rekord-Diamant „Pink Star“ hat bei einer Auktion in Hongkong einen neuen Besitzer gefunden. Wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte, ersteigerte die Hongkonger Juwelierkette Chow Tai Fook den rosafarbenen Stein für 71,2 Millionen Dollar (etwa 67 Millionen Euro). Zahlt der Bieter den Betrag, wäre es der höchste Preis, der jemals für einen Diamanten erzielt wurde.
Der „Pink Star“, das Prunkstück der diesjährigen Juwelenauktion von Sotheby's, war bereits vor drei Jahren zu einem noch höheren Preis von 83 Millionen Dollar ersteigert worden. Da der Käufer später jedoch nicht zahlen konnte, nahm das Auktionshaus den Stein zurück. Er gilt als teuerster Diamant aller Zeiten - zumindest was den Gesamtpreis betrifft, denn Experten vergleichen nur den Preis pro Karat. Das 59,60 Karat schwere Juwel wurde als Typ 2a eingestuft, was für ein rosafarbenes Exemplar eine Seltenheit ist. Zwei Jahre brauchte die Firma Steinmetz Diamonds, um ihn aus einem 132,5 Karat schweren Rohdiamanten zu schleifen.
Foto: APLesedi La Rona
Der vermutlich zweitgrößte Rohdiamant der Welt kam am Abend des 29. Juni im Londoner Auktionshaus Sotheby's unter den Hammer - jedenfalls fast. Denn für viele Experten überraschend fand sich kein Käufer. Auf etwa 70 Millionen US-Dollar (etwa 64 Millionen Euro) hatten die Auktionatoren die Verkaufssumme geschätzt. In Botswana im Süden Afrikas wurde das wertvolle Stück im November in einer Mine der kanadischen Firma Lucara Diamond entdeckt. Der Stein heißt „Lesedi La Rona“, was sich mit „Unser Licht“ übersetzen lässt. Laut Sotheby's ist der Rohdiamant der weltweit größte Fund seiner Art seit 1905 und erreicht mit 1109 Karat knapp die Größe eines Tennisballs. Um viele mögliche Interessenten auf das Prachtstück aufmerksam zu machen, wurde der Rohdiamant in den vergangenen Monaten auf Weltreise geschickt und in Städten wie Dubai, Singapur, New York und Hongkong präsentiert - leider bislang vergeblich.
Foto: dpa"The Constellation"
Er hat für 63 Millionen Dollar (55,2 Millionen Euro) den Besitzer gewechselt, noch nie wurde mehr für einen Rohdiamanten bezahlt. Er wurde im November 2015 in der Karowe-Mine in Botswana gefunden.
813 Karat misst der Edelstein und ist damit fast so groß wie ein Tennisball. Den Rekord für den weltgrößten Diamantenfund seit 1905 verpasste er denkbar knapp: Er wurde nur einen Tag nach dem Lesedi La Rona gefunden.
Oppenheimer Blue
Es ist der teuerste blaue geschliffene Diamant, der jemals versteigert wurde. Ein anonymer Käufer zahlte für den "Oppenheimer Blue" sagenhafte 57,54 Millionen Dollar (50,81 Millionen Euro). Der mit 14,62 Karat weltgrößte klar-blaue Diamant wechselte am 18. Mai 2016 beim Auktionshaus Christie's den Besitzer. Geschätzt wurde der Stein im Vorfeld auf 38 bis 45 Millionen Dollar (etwa 33 bis 40 Millionen Euro).
Foto: PRBlue Moon of Josephine
Den "Blue Moon of Josephine" hat der chinesische Milliardär Joseph Lau Luen-hung für 48,4 Mio. Dollar (etwa 45 Millionen Euro) für seine Tochter ersteigert. Zuvor hieß der 12,03 Karat schwere Stein nur "Blue Moon". Bis zur Versteigerung des "Oppenheimer Blue" galt er als der teuerste blaue Diamant der Welt.
Foto: AP
Fancy Intense Pink
Farbige Diamanten sind äußerst selten und entsprechend begehrt auf dem internationalen Markt. Dieser 25 Karat schwere pinke Stein wurde im November 2010 für atemberaubende 45,72 Millionen Schweizer Franken (rund 34 Millionen Euro) in Genf versteigert. Da es sehr schwierig ist, die Vielzahl der Diamantentypen zu klassifizieren, arbeiten Auktionshäuser mit international angesehenen Bewertungseinrichtungen zusammen, deren Experten Eigenschaften wie Farbton oder Reinheitsgrad bestimmen. Laut Sotheby's besitzt dieser Stein „die perfekteste pinke Farbe“, die vom Gemmologischen Institut Amerikas (GIA) in die Kategorie „Fancy Intense Pink“ einsortiert wurde.
Foto: picture alliance / dpaDe Beers Millennium Jewel 4
Der 10,10 Karat schwere "De Beers Millennium Jewel 4" ist nach Angaben des Auktionshauses Sotheby's der größte je versteigerte ovale Diamant des Prädikats "Fancy Vivid Blue", die wertvollste Farbausprägung bei blauen Diamanten. Er ist im April 2016 in Hongkong für umgerechnet 28 Millionen Euro versteigert worden.
Foto: dpaThe Unique Pink
Der größte rosafarbene, birnenförmige geschliffene rosa Diamant hat am 17. Mai 2016 bei einer Auktion von Sotheby's in Genf erstaunliche 30,8 Millionen Franken (27,8 Millionen Euro) erzielt. Sotheby's hatte den seltenen Stein auf 24,6 bis 33,4 Millionen Euro taxiert). Der "Unique Pink" hat ein Gewicht von 15,38 Karat.
Foto: APThe Orange
Der seltene orangefarbene Diamant mit 14,82 Karat ist in Genf für eine Rekordsumme von 35,5 Millionen Dollar (rund 26,5 Millionen Euro) versteigert worden. Noch nie sei bei einer Auktion eine so hohe Summe pro Karat für ein buntes Juwel auf den Tisch gelegt worden, teilte Christie's mit. Mit seinem Rekordpreis sei er in die Topliga der großen rosafarbenen und blauen Diamanten aufgestiegen, die traditionell die beliebtesten bunten Stücke seien, sagte der Chef der Juwelen-Abteilung von Christie's, François Curiel. Es ist der größte Diamant der Farbklasse "Fancy Vivid Orange" überhaupt.
Blauer Diamant für 32,6 Millionen Dollar
Er wiegt nicht einmal zwei Gramm und zählt laut Auktionshaus Sotheby's zu den teuersten blauen Diamanten aller Zeiten: In New York ist Ende November 2014 ein Diamant für 32,6 Millionen Dollar (26,3 Millionen Euro) versteigert worden. Der 9,75 Karat (1,95 Gramm) schwere Edelstein gehörte zur Sammlung von Rachel Lambert Mellon, einer im März 2014 verstorbenen US-Kunstsammlerin. Der Wert von 3,35 Millionen Dollar pro Karat war seinerzeit ein neuer Weltrekord für einen Diamanten, hieß es weiter. Den Zuschlag für den tropfenförmigen Fancy Vivid Blue erhielt laut Sotheby's ein privater Sammler aus Hong Kong.
Foto: APWalnussgroßer Diamant für 22 Millionen Dollar
Ein kristallklarer 100-karätiger Diamant ist am 21. April 2015 in New York für rund 22 Millionen Dollar (rund 20 Millionen Euro) unter den Hammer gekommen. Es handele sich um den einzigen weißen Edelstein im Smaragdschliff mit solch einer Farbklarheit, teilte das Auktionshaus Sotheby's mit. Der seltene Diamant war den Angaben zufolge im südlichen Afrika in den vergangenen zehn Jahren gewonnen worden und hatte mehr als 200 Karat gewogen, ehe er geschnitten und geschliffen wurde. „Dieser 100,20-Karat-Diamant ist die Definition der Perfektion“, schwärmte der Chef der Juwelenabteilung von Sotheby's, Gary Schuler vor der Versteigerung. „Die Farbe ist weißer als weiß. Er ist frei von jeglichen Unreinheiten.“
Foto: APDer Blaue Wittelsbacher
Legendär und rekordverdächtig: 16,4 Millionen Pfund (18,7 Millionen Euro) brachte der „Blaue Wittelsbacher“ im Dezember 2008 ein. Der 35-karätige Stein hatte zu diesem Zeitpunkt seit rund 80 Jahren nicht mehr den Besitzer gewechselt. Nicht nur für Diamantenliebhaber, auch für Historiker ist das Schmuckstück von Bedeutung: Im 17. Jahrhundert schenkte König Philip der Vierte von Spanien den Diamanten seinem Schwiegersohn Leopold dem Ersten von Österreich - als Mitgift für seine Tochter Margarita Teresa, die von 1651 bis 1673 lebte.
Foto: dpaErzherzog-Joseph-Diamant
Am 13. November 2012 kam einer der wohl berühmtesten Diamanten der Welt in Genf unter den Hammer - und schlug alle bisherigen Preisrekorde. Für knapp 21,5 Millionen Dollar, umgerechnet rund 16,5 Millionen Euro, hat ein anonymer Bieter den 76,02 Karat schweren "Erzherzog-Joseph-Diamanten" ersteigert. Das war der bis dahin höchste Preis, der jemals bei einer Versteigerung für einen farblosen Diamanten pro Karat erzielt wurde. Das Auktionshaus Christie's hatte mit einem Erlös von 15 Millionen Dollar gerechnet.
Der klare, fehlerlose Edelstein stammt aus den antiken Minen Golkonda im Herzen Indiens. Benannt ist er nach dem Erzherzog Joseph August von Österreich. Dieser hatte ihn seinem Sohn Joseph Franz vermacht, der ihn vor dem Zweiten Weltkrieg weiterverkaufte. Zuletzt war der Stein 1993 in Genf von Christie's für 6,5 Millionen Dollar versteigert worden.
Ein Wettbieten zwischen zwei Interessenten hatte den Preis letztlich so hoch getrieben. Der siegreiche Bieter wolle anonym bleiben und werde den Diamanten einem Museum schenken, sagte Alfredo Molina, Vorstand des Juweliers Black, Starr & Frost, nach der Auktion. Molina hatte den Stein zum Verkauf gestellt. "Es ist ein großartiger Preis für einen Stein dieser Qualität", kommentierte er das Rekordergebnis. Der einzigartige Diamant sei mit der "Mona Lisa" vergleichbar.
Reiner 84-Karäter
Mehr als 18 Millionen Schweizer Franken (rund 14,5 Millionen Euro) gab ein Bieter für diesen besonders reinen Brillanten aus. Wie viele andere große Diamanten wurde der „herausragende und extrem seltene“ Stein im November 2010 auf der Auktionsveranstaltung „Prunkvolle Juwelen“ von Sotheby's versteigert. Er besitzt 84 Karat.
Foto: dpaBlue Belle of Asia
Der legendäre Edelstein "Blue Belle of Asia" ist der teuerste Saphir der Geschichte. Das kostbare Stück aus Sri Lanka wurde in Genf samt dazugehöriger Diamantenkette für die Rekordsumme von 16,9 Millionen Franken (14 Millionen Euro) versteigert, wie das Auktionshaus Christie's am 12. November 2014 mitteilte. Den Zuschlag habe ein privater Sammler erhalten. Der "Blue Belle" war das Prunkstück der Juwelen-Versteigerung von Christie's im Jahr 2014. Er wiegt 392,52 Karat.
Foto: REUTERSFancy Deep Blue
Dieser Diamant hält den Rekordpreis pro Karat für naturblaue Diamanten: Der 10,48 Karat schwere Stein der Farbe „Fancy Deep Blue“ erzielte 2012 bei einer Auktion von Sotheby's 10,86 Millionen Dollar, umgerechnet 8,42 Millionen Euro.
Das Auktionshaus erzielte für den tropfenförmig und besonders facettenreich geschliffenen Stein das Dreifache des höchsten Schätzpreises. Ersteigert wurde der Edelstein vom britischen Juwelierhändler Laurence Graff, der 1960 in London das Unternehmen Graff Diamonds gegründet hatte.
Foto: dpaSun Drop
Stein des Anstoßes: Der "Sun Drop" ist mit 110,03 Karat der größte jemals versteigerte gelbe Diamant. Bei zehn Millionen Schweizer Franken (8,06 Millionen Euro) erhielt ein unbekannter Telefonbieter am 15. November 2011 bei der Versteigerung in Genf den Zuschlag. Gerechnet hatte das Auktionshaus Sotheby's allerdings mit bis zu 14 Millionen Franken. Der Rohdiamant wurde 2010 in Südafrika gefunden und von der New Yorker Diamantenmanufaktur Cora International geschliffen. Anschließend wurde er einige Monate im Londoner Naturkundemuseum und in Hongkong der Öffentlichkeit gezeigt. Juwelenliebhaber aus aller Welt interessierten sich laut Sotheby's für den "jungfräulichen" Stein von der Größe einer überdimensionalen Mandel. "Der Käufer wird die erste Person sein, die ihn trägt", versicherte Auktionator David Bennett vor der Versteigerung.
Foto: dapd4Beau Sancy
Einer der historisch bedeutendsten Edelsteine der Welt - der „Beau Sancy“ aus dem Besitz der Preußenkönige - erzielte im Mai 2012 beim Auktionshaus Sotheby's in Genf umgerechnet knapp 7,5 Millionen Euro. Maria von Medici hatte ihn bei der Krönung von Henry IV im Jahr 1610 in Frankreich als seine Gemahlin getragen. Danach wechselte der 34,98 Karat schwere Stein innerhalb der europäischen Königshäuser mehrfach den Besitzer.
Foto: dapdHellblaues Juwel
Für 9,3 Millionen Franken (6,1 Millionen Euro) fand dieser hellblauen Diamant im Jahr 2009 ein neuen Besitzer. Der 7,03 Karat schwere Diamant stammt aus der legendären Cullinan-Mine in Südafrika.
Foto: dpaDeepdene
Der größte Diamant in ehemals deutschem Besitz, der 104,25 Karat große „Deepdene“, wurde 1890 in Südafrika gefunden. Er ist fast lupenrein, mit seltener gelber Farbe und antikem Kissenschliff. 1997 wurde er für 715.320 US-Dollar (heute rund 530.000 Euro) in die Schweiz verkauft.
Foto: dpaFILE - In this Nov. 8, 2017 file photo a Christie's employee displays "Le Grand Mazarin," a legendary 19.07-carat pink diamond during a preview at Christie's, in Geneva, Switzerland, Wednesday, Nov, 8, 2017. The 19-carat pink diamond that once belonged to King Louis XIV, Napoleon Bonaparte and other French rulers was auctioned Tuesday, Nov. 14, 2017 in Geneva. (Martial Trezzini/Keystone via AP)
Foto: AP
Die Familie scheut einen externen Chef wohl auch, weil solch ein Schritt die feine Machtbalance zwischen den drei Clan-Stämmen gefährden könnte (siehe Grafik links). So ist Markus Langes-Swarovski aus dem Alfred-Clan, der mit 35 Prozent die meisten Anteile hält, Sprecher des Vorstands und Buchbauer aus dem Fritz-Stamm Vorstandschef.
Seit vor zwei Jahren Nadja Swarovski-Adams für ihren Vater Helmut als Design- und Kommunikationschefin in die Führung einzog, sitzt die fünfte Generation quer durch die Familienstämme in der Geschäftsleitung: Buchbauer als Konsumgüterchef, Langes-Swarovski als Leiter der Komponentensparte, Margreiter führt die Finanzen, Daniel Cohen die Edelsteinsparte. Drei von ihnen sitzen zudem mit drei Vertretern der fünften Generation im Beirat, dem Aufsichtsorgan.
Wenig familiärer Umgang
Rang 30: Escada (15)*
Escada erwirtschaftet nach Jahren der Krise wieder einen positiven Cashflow. 2009 hatte Megha Mittal, die Schwiegertochter des indischen Stahlmagnaten Lakshmi Mittal, das Münchner Modehaus aus der Insolvenz herausgekauft. Heute setzen Escadas Designer unter anderem auf kräftige Farben, große Blumenaufdrucke und Metalltöne. Kritiker loben die Stücke als prächtig und stylisch. Das Modehaus konzentriert sich zurzeit vor allem auf die Märkte USA, Deutschland, Spanien, Russland, Japan und China.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 116 (144)*
Trend seit 2011: ⇘ **
* in Klammern: 2011
** Trendanzeige ab 5 Punkten
Der Luxusmarkenindex basiert auf einer Befragung von 163 Branchenexperten zu den drei Kriterien relativer Preisabstand des Luxusmarkenanbieters zu einem Mainstream-Markenanbieter, absolute Preishöhe und Anziehungskraft einer Marke
Quelle: Biesalski & Company und Brand Networks
Foto: dpaRang 29: Hotel Adlon (25)
1907 eröffnete das Hotel Adlon am Berliner Boulevard Unter den Linden und beherbergte im Laufe der Jahre viele berühmte Gäste, darunter Thomas Alva Edison, Henry Ford, John D. Rockefeller, Walther Rathenau, Gustav Stresemann und Aristide Briand. Durch die schlechte Finanzlage seines Investors, der Fundus-Gruppe, geriet das Hotel zuletzt oft in die Schlagzeilen. Laut einer Schätzung der Ratingagentur Moody’s sollte das Hotel am Brandenburger Tor im Vorjahr nur noch 182 Millionen Euro wert sein.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 117 (121)
Trend seit 2011: NEU
Foto: dpa/dpawebRang 28: Nymphenburg (-)
Die Porzellan Manufaktur Nymphenburg kooperiert schon seit Jahren mit namhaften Künstlern wie dem Niederländer Joep van Lieshout, dem Franzosen Saâdane Afif oder dem deutschen Schmuckdesigner Patrik Muff. Er lässt Schriftsteller Texte zu seinen Porzellanvasen schreiben und gibt der traditionsreichen bayerischen Marke so ein hippes Image. Zählt doch die klassische Sammeltasse nicht zu den angesagtesten Objekten bei der Generation Facebook.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 118 (-)
Trend seit 2011: NEU
Foto: WirtschaftsWocheRang 27: Tobias Grau (-)
Betriebswirt und Designer Tobias Grau ist bekannt für seine Leuchten in Tropfenform. 1984 entwickelte er seine erste Leuchtenkollektion, 1992 baute er sie zusammen mit seiner Frau Franziska zu einer Leuchtenmarke aus. 150 Mitarbeiter beschäftigt Grau heute. Rund 95 Prozent der Fertigung erfolgt heute in Deutschland, die Endmontage in der Nähe von Hamburg.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 119 (-)
Trend seit 2011: NEU
Foto: ScreenshotRang 26: Schloss Elmau (-)
Dietmar Müller-Elmau, Chef des Hotels Schloss Elmau in Oberbayern, wurde 1954 auf dem Schloss geboren und führt heute das Fünf-Sterne-Hotel. Neben seiner Lage ist es bekannt für seine renommierten klassischen Konzerte. Über 17 Millionen Euro Umsatz machte das Nobelhotel 2010.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 120 (-)
Trend seit 2011: NEU
Foto: WirtschaftsWocheRang 25: Wempe (30)
Als der gelernte Uhrmacher Gerhard Diedrich Wilhelm Wempe am 5. Mai 1878 mit 21 Jahren und einem Startkapital von 80 Mark den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, ahnt er noch nicht, dass er den Grundstein für ein internationales Uhren- und Juwelen-Imperium schafft. Heute zählt Wempe über 700 Mitarbeiter, unterhält 30 Niederlassungen und ist einer der größten und umsatzstärksten Händler von Luxusuhren und Schmuck in Europa.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 125 (118)
Trend seit 2011: ⇗
Foto: Presse
Rang 24: Marktex (33)
Die Möbelmanufaktur aus Kronberg im Taunus ist das Reich von Ettore Palmiota. Er ist Inhaber und kreativer Kopf von Marktex. Typisch für die Schränke und Sideboards sind grafische Elemente wie gerade Linien, Quadrate und Andreaskreuz. Palmiota bevorzugt Pinienholz, gerne im Kontrast zu Nussbaum, aber auch Kirschholz und Eiche. Bei den Polsterstoffen dominieren Naturmaterialien wie Wolle und Leinen. Martex-Möbelhäuser gibt es in Berlin, Hamburg, Köln, Kronberg, Mannheim und München.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 126 (114)
Trend seit 2011: ⇗
Foto: ScreenshotRang 23: Koch&Bergfeld (-)
Seit1829 fertigen die Bremer Silberschmiede Bestecke, Manschettenknöpfe und Geschenkartikel wie Geburtslöffel, Lupen, Bieröffner, Tranchierbesteck, Stollenmesser und Flaschenöffner. Derzeit sind 30 Mitarbeiter bei der Manufaktur beschäftigt - darunter Silberschmiede, Graveure und Werkzeugbauer. Jährlich verarbeitet Koch&Bergfeld eine Tonne Silber. Der Marktpreis dieser Menge liegt derzeit bei etwas 850.000 Euro. Etwa zwei Drittel des Umsatzes erwirtschaftet Neubauer in Deutschland.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 128 (-)
Trend seit 2011: NEU
Foto: GemeinfreiRang 22: Occhio (-)
Die Designer Axel Meise und Christoph Kügler sind die kreativen Köpfe des Leuchtenherstellers Occhio (ital. "Auge"). Die ersten Skizzen für das modulare Leuchtensystem brachte Meise Mitte der 1990er Jahre zu Papier. Seit 1999 befindet sich die Firmenzentrale von Occhio am Wiener Platz in München Haidhausen. Hier steuert ein Team von 50 Mitarbeitern die Bereiche Design und Entwicklung, Marketing, Sales und Service.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 129 (-)
Trend seit 2011: NEU
Foto: ScreenshotRang: 21: Dornbracht (27)
Dornbracht steht seit 1950 für die Herstellung hochwertiger Design-Armaturen und –Accessoires für Bad und Küche. Die Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG wird in dritter Generation geführt. Hauptsitz ist Iserlohn.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 130 (119)
Trend seit 2011: ⇗
Foto: PresseRang 20: Interlübke (20)
Die Brüder Hans und Leo Lübke gründeten 1937 eine "Spezialfabrik für polierte Schlafzimmer" heute arbeiten 245 Mitarbeiter für die Möbelhersteller mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück. Mit Wohn- und Schlafzimmermöbeln machen die Ostwestfalen einen Umsatz von mehr als 30 Millionen Euro. Der Name Interlübke entstand 1963 als Kombination aus "Inter" für "Interieur" und dem Familiennamen. 2012 schlitterte Interlübke in die Insolvenz, konnte im Januar 2013 aber in Form einer übertragenen Sanierung wieder durchstarten.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 136 (139)
Trend seit 2011: ⇒
Rang 19: Montblanc (18)
Der Hersteller hochwertiger Schreibgeräte hat sein Portfolio den vergangenen Jahren um Uhren, Lederwaren und Gürtel, Schmuck, Brillenkollektionen und sogar Düfte erweitert. So wurde das Unternehmen mit Stammsitz in Hamburg zu einer internationalen Luxusmarke mit Standorten in mehr als 70 Ländern. Gut 90 Prozent seines Umsatzes (672 Millionen Euro in 2011 erwirtschaftet Montblanc im Ausland, vor allem im asiatischen Raum. Seit 1993 gehört der Montblanc zur Schweizer Richemont-Gruppe.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 142 (141) *
Trend seit 2011: ⇒
Rang 18: Robbe & Berking Silber (18)
Die Silbermanufaktur ist für ihr klassischen Bestecke aus 925-Sterlingsilber und Tafelaufsätze wie Schalen und Servierplatten bekannt. Seit 2009 werden auch Münzen und Barren aus Gold und Silber angeboten. Die Anfänge der Flensburger gehen bis auf das Jahr 1874 zurück. Das Unternehmen beschäftigt rund 170 Mitarbeiter und verarbeitet nach eigenen Angaben über 20 Tonnen Silber pro Jahr.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 146 (141)
Trend seit 2011: ⇗
Rang 16: Wellendorff (22)
Wellendorff, der in vierter Familiengeneration geführte Schmuckhersteller aus dem Badischen Pforzheim, erobert gerade den japanischen Markt. Das Geschäft brummt seit Jahren, selbst während der Finanzkrise konnte das Unternehmen die Nachfrage kaum bedienen. Seine Spezialität sind farbige in sich verdrehte Ringe, simple Colliers kosten zwischen 4000 und 50000 Euro, mit Edelsteinen verzierte 200.000 bis 500.000 Euro. Das Unternehmen Wellendorff ist es auch, das die Metallarmbänder für den Glashütter Uhrenhersteller A. Lange & Söhne fertigt.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 150 (133)
Trend seit 2011: ⇗
Foto: WirtschaftsWocheRang 17: Jil Sander (14)
Das Label geht auf die 1943 geborenen deutsche Modeschöpferin zurück. Der Name steht für elegante, zeitlose Schnitte mit klaren Linien. 1999 verkaufte Jil Sander ihre Anteile an die Prada-Gruppe, Prada verkaufte wiederum 2006 an die Beteiligungsgesellschaft Change Capital Partners (CCP). Doch auch diese Liaison hielt nicht lange. CCP verkaufte 2008 für 167 Millionen Euro an den japanischen Textilkonzern Onward. Aktuelle Umsatzzahlen sind nicht bekannt.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 147 (151) *
Trend seit 2011: ⇒
Rang 15: Cor (13)
Im Herbst 1954 gründeten Leo Lübke im Namen seines Sohnes Helmut Lübke und Adolf Fürst zu Bentheim-Tecklenburg die "Fabrik zur Herstellung von Polstermöbeln". 1955 begann sie Polstermöbel zu fertigen. Unter dem Namen COR, lateinisch Herz. Denn drei Herzen zieren das Wappen des Mitbegründers. COR und Interlübke agieren als Schwesterfirmen. COR ist auf Sitz- und Polstermöbel spezialisiert, Interlübke stellt Schränke, Tische, Regale, Kommoden und Raumtrenner für Wohn- und Schlafzimmer her. Kreuzfahrer werden die COR--Möbeln von Schiffen wie der MS Europa 2 kennen.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 151 (152)
Trend seit 2011: ⇒
Foto: PR
Rang 14: Dedon
Die Lüneburger sind auf luxuriöse Außenmöbel spezialisiert. Der ehemalige Fußballprofi Bobby Dekeyser gründete das Unternehmen 1990. Dedon beschäftigt 3000 Mitarbeiter.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 152 (-) *
Trend seit 2011: NEU
Foto: PR
Rang 13: Thonet (17
Thonet ist einer der ältesten Möbelhersteller der Welt und war einst der erste, dem es gelang, gebogenes Holz herzustellen. Zwar stammt das in fünfter Familiengeneration geführte Unternehmen ursprünglich aus Wien, sitzt heute jedoch in Hessen. In den 1920er Jahren ließ es Möbel von Architekturlegenden wie Ludwig Mies van der Rohe entwerfen. Heute setzt Thonet neben den Klassikern nach wie vor auf Arbeiten junger Designer.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 154 (142) *
Trend seit 2011: ⇗ **
Rang 12: SieMatic (11)
August Siekmann gründete 1929 die "August Siekmann Möbelwerke", seit 1960 firmieren die Westfalen unter SieMatic. Das mittelständische Unternehmen produziert in Löhne und beliefert rund 60 Ländern.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 156 (161)
Trend seit 2011: ⇘
Rang 11: Poggenpohl (7)
Und noch ein ostwestfälisches Traditionsunternehmen, das anderen zeigt, wie's geht. 1892 gründete der Tischlermeister Friedemir Poggenpohl in Bielefeld einen Tischlerbetrieb mit Möbelhandlung. Heute setzt der Küchenmöbelhersteller über 100 Millionen Euro um und beschäftigt rund 500 Mitarbeiter.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 164 (174)
Trend seit 2011: ⇘
Rang 10: Staatliche Porzellan Manufaktur Meissen (10)
Seit über 300 Jahren stellt das Traditionsunternehmen mal mehr, mal weniger Barockes her, vom Kaffeeservice mit Zwiebelmuster über Kerzenständer im Rosendesign bis zum Tässchen mit Goldrand. Gegründet wurde die Manufaktur 1710 vom Sachsenkönig August dem Starken. In den folgenden Jahrhunderten überlebte sie elf Kriege und sieben politische Systeme, seit 1991 gehört sie dem Freistaat Sachsen. Heute setzt das Unternehmen auch auf Mode.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 166 (162) *
Trend seit 2011: ⇒
Foto: dpa
Rang 9: Leica (35)
Seit über 100 Jahren steht der Name Leica für Kameras und optische Geräte. Doch der einstige Pionier verschlief den Wandel zur Digitaltechnik. Jetzt besinnt man sich jetzt auf alte Stärken und punktet bei Modellen im Retrolook mit neuester Technik. Seit 2012 ist Leica nicht mehr börsennotiert. Leica gehört über eine Stiftung dem Österreicher Andreas Kaufmann und dem Finanzinvestor Blackstone.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 171 (111)
Trend seit 2011: ⇗
Rang 8: Chronoswiss (8)
Im Vergleich zu den vielen oft weit über hundert Jahre alten Luxusmarken ist Chronoswiss ein Jungspund. 1981 gründetet Gerd-Rüdiger Lang die Uhrenmarke, die seither hochwertige mechanische Uhren fertigt. Bekannt wurde die Marke auch durch die Régulateur-Uhren. Diese hier zeigt die Stunde digital an, die Minute oben, unten dreht das Sekundenrad. In Rotgold kostet sie 13.800 Euro
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 175 (170) *
Trend seit 2011: ⇗
Foto: PresseRang 7: T+A
Siegfried Amft gründete 1978 die T+A Elektroakustik GmbH - wobei T+ A für Theorie und Anwendung steht. Das Unternehmen mit Sitz in Herford ist vor allem für seine Lautsprechersysteme bekannt.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 183 (-) *
Trend seit 2011: NEU
Rang 6: Gaggenau (9)
Der Gerätehersteller aus München ist bekannt für seine Backöfen, Gas-, Induktions- und Glaskeramik-Kochfelder, Kühl- und Eisschränke, Geschirrspüler, aber auch Weinschränke. Gaggenau beschäftigt etwa 500 Mitarbeiter und ist in über 50 Ländern aktiv.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 190 (163) *
Trend seit 2011: ⇗
Foto: PR
Rang 5: Bulthaup (5)
Der aus Ostwestfalen stammende Martin Bulthaup gründete 1949 die „Martin Bulthaup Möbelfabrik“. Heute arbeiten über 500 Menschen für den Hersteller Küchenmöbelhersteller, der Tochtergesellschaften in Europa, Asien und den USA unterhält. Rund 80 Prozent seines Umsatzes macht Bulthaup mit Export seiner Waren ins Ausland.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 191 (184)
Trend seit 2011: ⇗
Rang 4: Burmester (12)
Ob Vor- oder Endverstärker, CD-Player- und Laufwerke oder FM-Tuner und Lautsprecher: die Berliner Firma Burmester fertigt mit ihren 50 Mitarbeitern vieles noch per Hand. Die hochwertigsten Bauteile kosten bis zu 150.000 Euro. 2013 stieg der Umsatz um 13 Prozent auf geschätzt über zehn Millionen Euro.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 206 (156)
Trend seit 2011: ⇗
Rang 3: Porsche (4)
Porsche ist auch unter dem Dach des Volkswagen-Konzerns immer noch der Inbegriff des deutschen Edel-Sportwagens. Bei keinem anderen Autobauer Deutschlands haben die Ingenieure so viel Macht und Einfluss wie hier. Seit Ende 2013 bietet das schwäbische Unternehmen mit seinem Modell 918 den ersten Supersportwagen der Welt mit Hybridantrieb an. Grundpreis: 768026 Euro.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 212 (195)
Trend seit 2011: ⇗
Rang 2: Glashütte (3)
Das aus dem VEB Glashütter Uhrenbetriebe hervorgegangene Unternehmen betreibt auch eigene Läden unter anderem in Dresden, Paris, Peking, Shanghai, Hongkong und Tokio. Es gehört heute zur Schweizer Swatch Group.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 214 (204)
Trend seit 2011: ⇗
Foto: Presse
Rang 1: A. Lange & Söhne (1)
Der Luxusuhrenhersteller aus Glashütte führt die Liste der wichtigsten deutschen Luxusmarken an. Das zum Schweizer Luxuskonglomerat Richemont gehörende Unternehmen bietet Uhren zwischen 15.000 und 1,92 Millionen Euro an.
Deutscher Luxusmarkenindex (max. 300): 244 (239)
Trend seit 2011: ⇗
Dagegen demonstriert Swarovski, wie die Familie sich mit operativ arbeitenden Clanmitgliedern aufreiben kann. Erstmals in der Firmengeschichte zog ein Familienmitglied gegen Swarovski vor Gericht. Paul Swarovski war 2013 vom Beirat als Chef des ein Jahr jungen Tochterunternehmens Swarovski Energy entlassen worden, der Titel des persönlich haftenden Gesellschafters wurde ihm aberkannt.
Ihm wurde vorgeworfen, statt eines geplanten Innovationszentrums ein Unternehmen für neue Geschäftsideen aufgebaut zu haben. „Das ist etwas anderes und bringt ein viel höheres Risiko mit sich. Die Einstellung der Familie dazu war eher konservativ und passte nicht“, sagt Markus Langes-Swarovski. Und das, obwohl Paul Swarovski erfolgreich etwa einen Deal mit Mercedes festzurrte, um die Scheinwerfer des neuen S-Klasse-Coupés mit Swarovski-Kristallen zu verzieren. Eigentlich ein Imagegewinn erster Güte.
Um einen Gerichtsprozess abzuwenden, verhandelt der Konzern über einen Vergleich. Zugleich setzte er aber Manager aus Paul Swarovskis Dunstkreis so unsanft vor die Tür, dass mehrere von ihnen nun ebenfalls gegen das Unternehmen klagen.
Buchbauer immerhin hat einen Teilrückzug aus der operativen Führung vollbracht. Er bleibt zwar CEO der Konsumgütersparte, übergab aber 2013 die Verantwortung für das dortige Kerngeschäft an Roland Möcke. Das zuvor von Buchbauer geführte Schmuck- und Accessoires-Geschäft kämpft mit vielen Problemen.
Im Oktober 2013 deklinierte Möcke die Defizite der Sparte per Brief an die Mitarbeiter durch. Sparen allein reichte da nicht. Oft konnte Swarovski die Nachfrage nicht bedienen, weil die Marktforschung unpräzise war. Andere Produkte wurden zu Ladenhütern. Die Kunden müssten Swarovski wieder als Trendsetter erleben, befand Möcke. Er will den Umsatz im Kerngeschäft dieses Jahr um vier Prozent steigern. Es muss klappen: Die Sparte trug einst die Hälfte der Erlöse, in diesem Jahr werden es zwei Drittel sein.
Zum Verwechseln ähnlich
Denn beim von Markus Langes-Swarovski geführten Geschäft mit Einzelkristallen für Fremdfirmen sackte der Umsatz seit 2007 um 40 Prozent ab. Das Geschäft leidet unter harter Konkurrenz. Swarovski hätte längst das Volumensegment verlassen müssen, urteilen Branchenexperten. Ex-Manager Rehm sagt, Swarovski hätte „in margenstarken Nischen bleiben oder die Produktion konsequent in günstigere Standorte verlagern sollen“.
Sammler von Swarovski-Figuren besitzen oft Hunderte der kristallenen Wesen. Schwäne, Delfine, Bärchen – fast alles schleift Swarovski zu Glitzerglas.
Doch selbst der Erlös dieses alten Geschäfts rutscht weg. Als Wertanlage wollen die Glastierchen nicht mehr taugen. Noch schlimmer: Rivalen fertigen zum Verwechseln ähnliche Kristalle. Im Konsumgütergeschäft sollen deshalb neue Labels wie Lola & Grace für jüngere Kunden oder die gerade gestarteten Cadenza-Designer-Schmuckshops neue Käufer anlocken.
An die schon eingestielte Expansion aber traut sich das Management erst, wenn die neuen Strategien greifen. Einen Mega-store wollte Swarovski aufziehen und erstmals auch in China einen Glitzertempel wie die kristallene Märchenwelt in Wattens aufbauen – alles gestoppt, um den Konzern zunächst auf Kurs zu bringen. Die Pläne liegen parat. Fraglich ist nur, wann aus der Fantasie Wirklichkeit wird.