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Quartalszahlen E.On unter Druck

E.On unter Druck Quelle: dpa

Energieversorger E.On steht kurz vor der Übernahme des Konkurrenten Innogy. In das neue Jahr startete der Konzern jedoch mit mäßig guten Zahlen – vor allem wegen schlechter Geschäfte in Großbritannien.

Sinkende Erträge im Kunden- sowie im Netzgeschäft haben das Ergebnis des Energieversorgers E.On im ersten Quartal belastet. Schwach entwickelte sich dabei der Vertrieb in Großbritannien, der unter einem scharfen Wettbewerb sowie durch Preisdruck infolge einer im vergangenen Spätherbst eingeführten Preisobergrenze leidet. Bessere Ergebnisse im Geschäft mit erneuerbaren Energien konnten den Rückgang nicht ausgleichen.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) des Konzerns sank in den Monaten Januar bis März um 8 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Essen mitteilte. Der Konzernüberschuss wurde mit 393 Millionen mehr als halbiert. So wirkten sich eine höhere Steuerquote sowie Kosten im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme des Konkurrenten Innogy negativ aus. Bereinigt sank der Nettogewinn um 11 Prozent auf 650 Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg um 5 Prozent auf 9,16 Milliarden Euro.

Nicht nur in Großbritannien, auch im deutschen Markt verzeichnete E.On einen Ergebnisrückgang. Das Netzgeschäft, das den Löwenanteil zum Ergebnis beiträgt, verzeichnete leichte Rückgänge. Dagegen konnten die erneuerbaren Energien dank höherer Strommengen ihre Ergebnisse steigern. „Abgesehen vom Sonderfall Großbritannien haben wir im Kerngeschäft eine solide Entwicklung gezeigt“, versuchte Finanzchef Marc Spieker die positiven Ergebnisse hervorzuheben. In Deutschland habe E.On seit Jahresbeginn mehr als 100.000 Kunden hinzugewonnen. Es bleibe daher auch bei den Prognosen für 2019, wonach etwa das bereinigte Ebit 2,9 bis 3,1 Milliarden Euro betragen soll und die Dividende 46 Cent pro Aktie.

Die Jahresprognose bekräftigte der Konzern. E.On erwartet ein Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau. So geht der Konzern für 2019 von einem bereinigten Ebit von 2,9 bis 3,1 Milliarden Euro aus, der bereinigte Nettogewinn soll zwischen 1,4 und 1,6 Milliarden Euro liegen.

Die geplante Übernahme des Konkurrenten Innogy sieht E.On im Zeitplan und zeigte sich zuversichtlich, die erforderlichen Genehmigungen in der zweiten Jahreshälfte zu erhalten. Die EU-Kommission prüft die Übernahme vertieft und will bis Ende August darüber entscheiden.

Die Innogy-Übernahme gehört zu einem großangelegten Geschäftetausch zwischen der Innogy-Mutter RWE und E.On. Nach der Innogy-Übernahme soll das gesamte Geschäft mit erneuerbaren Energien der beiden Konzerne an RWE gehen, E.On selbst konzentriert sich künftig auf Netz und Vertrieb. Dazu wird RWE mit knapp 17 Prozent an E.On beteiligt. Den RWE betreffenden Teil des Geschäfts haben die EU-Kommission und das Bundeskartellamt bereits ohne Auflagen genehmigt.

Mit der Freigabe des Innogy-Deals bekommt der Konzern im britischen Vertriebsgeschäft allerdings weitere Probleme. Innogy kämpft dort seit Jahren mit Verlusten. Der Markt ist hart umkämpft und Eingriffe der Regierung keine Seltenheit. Bei Innogy waren aber mit Abrechnungsschwierigkeiten und einem über lange Zeit anhaltenden Kundenschwund hausgemachte Probleme hinzugekommen. E.On hat angekündigte, eine solche Entwicklung nicht auf Dauer hinzunehmen. Innogy selbst prüft für sein britisches Vertriebsgeschäft inzwischen alle Optionen, nachdem Ende 2018 auch ein geplantes Joint Venture mit dem Konkurrenten SSE gescheitert war.

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