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RWE-Ökostromtochter Das kurze Leben und Sterben von Innogy

Innogy-Chef Uwe Tigges. Quelle: REUTERS

Nach nur drei Jahren steht die RWE-Ökostromtochter Innogy vor der Zerschlagung. Wohl zum letzten Mal treffen sich die Aktionäre des Essener Energiekonzerns. Wie es weitergeht, ist an vielen Stellen offen.

So viel Ordnung muss sein. Innogy teilt seinen Aktionären auf der Webseite schon den Termin für die nächste ordentliche Hauptversammlung am 23. April 2020 mit. Doch dieses Treffen wird wohl nicht mehr stattfinden. Die Hauptversammlung des Grünstromkonzerns an diesem Dienstag in der Essener Grugahalle wird die letzte sein.

Im März vorigen Jahres hatten sich der Mutterkonzern RWE und der einstige Rivale E.On auf einen umfangreichen Tausch geeinigt: Konkurrent E.On übernimmt das Geschäft mit Stromnetzen und den Vertrieb von Innogy. Die Erzeugung von Strom aus Sonne und Wind wandert zurück an den Mutterkonzern RWE.

RWE übernimmt auch gleich noch das grüne Erzeugungsgeschäft von E.On. Zudem soll RWE mit 16,7 Prozent an E.On beteiligt werden und eine einmalige Ausgleichszahlung von 1,5 Milliarden Euro erhalten. E.On hat sich mittlerweile fast 90 Prozent der Innogy-Aktien gesichert. Geht der Deal im Juli bei der EU-Kommission durch, ist Ende des Jahres Schluss mit der jungen Marke Innogy. Die war 2016 voller Versprechen gestartet. Doch statt steigende Ergebnisse zu liefern, schockierte sie mit Gewinnwarnungen.

Wie läuft es denn aktuell für Innogy?

Das gesamte vergangene Jahr war für Innogy wenig erfolgreich. Bei einem Umsatz von 35 Milliarden Euro verbuchte der Konzern einen Fehlbetrag von 653 Millionen Euro. Trotzdem gibt sich Vorstandschef Uwe Tigges auf der Hauptversammlung selbstbewusst.“ Wir werden übernommen, weil wir gut sind“, sagte Vorstandschef Uwe Tigges auf dem Aktionärstreffen in Essen. „Unsere Mission ist nicht beendet. Unsere Initiativen und Projekte leben fort - unter welchem Unternehmensdach auch immer“, beschwor der frühere Innogy-Betriebsratschef, dann Personalvorstand von RWE und Innogy und zuletzt Nachfolger des 2017 geschassten Innogy-Chefs Peter Terium.

Viele Aktionäre interessiert das schon nicht mehr. Zahlreiche Stühle in der Grugahalle blieben leer, nicht mehr als gut 200 fanden sich auf dem Treffen ein. Tigges bemühte sich, vor allem die Moral der eigenen Leute zu stützen. „Unser Ziel lautet, soviel Innogy wie möglich in die neuen Gesellschaften mit einzubringen. Dabei geht es uns um Projekte, um Kultur und um Köpfe. Denn der größte Schatz in unserem Portfolio sind unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.“ Thomas Deser, Portfoliomanager bei der Fondsgesellschaft Union Investment, zieht dagegen ein nüchternes Resümee: „Innogy ist zum Spielball im Versorger-Monoply geworden.“

Was wird aus den Mitarbeitern?

Mit E.On und Innogy würden zwei Energieriesen zusammen gehen: E.On setzte im vergangenen Jahr rund 30 Milliarden Euro um, Innogy fast 37 Milliarden. Beide beschäftigen jeweils mehr als 40.000 Mitarbeiter.

Tatsächlich ist noch an vielen Stellen offen, wie es weitergeht mit dem Geschäft und den Angestellten des grünen Energieriesen.

Erst Anfang dieser Woche verkaufte RWE die Innogy-Beteiligung am tschechischen Gasnetzbetreiber ING an ein Konsortium um die australischen Bank Macquarie. RWE verkauft den Anteil von 50,04 Prozent für rund 1,8 Milliarden Euro. Das Konsortium habe sein Vorkaufsrecht ausgeübt und werde damit alleiniger Gesellschafter der Innogy Grid Holding (IGH). Eigentlich sollte dieser Anteil an E.On gehen. Bei der Ankündigung des Deals hatte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz noch versichert, eine Zerlegung und Veräußerung von Innogy in Einzelteilen käme nicht in Frage.

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