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Niederländischer Familienkonzern Übernahme am Fahrradmarkt – „Gazelle"-Eigner schluckt „Schwinn“

Der niederländische Familienkonzern Pon Holdings übernimmt für 700 Millionen Euro die Fahrrad-Tochter des kanadischen Mischkonzerns Dorel Industries.

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70 Prozent des Fahrrad-Umsatzes von Pon entfallen inzwischen auf E-Bikes. Quelle: dpa

Der niederländische Familienkonzern Pon Holdings schwingt sich mit einer Übernahme zu einem der weltgrößten Fahrradhersteller auf. Der Eigentümer von Marken wie „Gazelle“ und „Urban Arrow“ übernimmt für eine Milliarde kanadische Dollar (700 Millionen Euro) die Fahrrad-Tochter des kanadischen Mischkonzerns Dorel Industries, wie die beiden Unternehmen mitteilten. Pon Holdings verdoppelt damit seinen Umsatz im Fahrrad-Geschäft in etwa auf 2,3 Milliarden Euro. Zu der übernommenen Dorel Sports gehören Fahrradmarken wie „Cannondale“, die US-Traditionsmarke „Schwinn“ und der BMX-Rad-Hersteller „Mongoose“. 70 Prozent des Fahrrad-Umsatzes von Pon entfallen inzwischen auf E-Bikes.

Zu dem niederländischen Konzern gehört seit 2012 auch der deutsche Fahrradhersteller Derby Cycle („Kalkhoff“, „Focus“). Mit der Übernahme des niederländischen Konkurrenten Accell Industries („Batavus“, „Sparta“) war Pon 2017 aber gescheitert. Mit dem Zukauf in Kanada stößt der Konzern nun trotzdem in die Liga der weltgrößten Fahrradhersteller vor, zu denen die chinesischen Firmen Yadea und Merida sowie die taiwanische Giant Manufacturing gezählt werden.

Pon kommt eigentlich aus dem Autohandel und ist gerade dabei, zusammen mit dem Partner Volkswagen den Autovermieter Europcar für 2,5 Milliarden Euro zu schlucken. Dorel ist in Deutschland vor allem für die Marken „Maxi Cosi“ (Kindersitze) und „Quinny“ (Kinderwagen) bekannt.

Die Fahrradbranche boomt vor allem dank des Trends zu E-Bikes mit elektrischem Hilfsmotor. Der Dresdner Online-Fahrradhändler Bike24 war im Juni an die Frankfurter Börse gegangen; der Aktienkurs hat seither um 50 Prozent zugelegt. Der Koblenzer Rennrad-Hersteller Canyon wurde beim Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an den Adidas-Großaktionär GBL Ende 2020 mit rund 800 Millionen Euro bewertet.

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