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Olympia-PrämienRossmann verdoppelt Olympia-Preisgelder. Mindestens.

Mit einer Olympia-Medaille wird man in Deutschland berühmt, aber alles andere als reich. Deutschland ist bei den Preisgeldern weit abgeschlagen. Die Drogeriekette Rossmann will das ändern und rennt offene Türen ein. 21.08.2024 - 13:41 Uhr

Olympia, Paris 2024: Ein Athlet steht mit zwei Goldmedaillen im Deutschen Haus.

Foto: Jan Woitas/dpa

Spitzensport auf olympischem Niveau verlangt den Sportlerinnen und Sportlern viel ab. Aus Sicht der bestplatzierten Deutschen lohne sich dieser Einsatz nicht, kritisierte zuletzt Schwimm-Weltmeisterin Angelina Köhler. Die Drogeriemarktkette Rossmann sieht das ähnlich und will für die nächsten Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles eigene Prämien für Medaillengewinner ausloben.

Die Prämien für Gold-, Silber- und Bronzemedaillen bei Olympischen Spielen finanziert die Stiftung Deutsche Sporthilfe aus Spendengeldern: 20.000 Euro, 15.000 Euro und 10.000 Euro. Für die Plätze vier bis acht gibt es zwischen 5000 und 1500 Euro. Zu wenig, meint Köhler.

„Ich finde, es kann nicht sein, dass Leute beim „Sommerhaus der Stars“ 50.000 Euro gewinnen und Athleten, die eine Goldmedaille bei Olympischen Spielen gewinnen, nur 20.000 Euro“, kommentierte die 23-Jährige im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die TV-Show. Die Schwimmerin hatte in Frankreich Rang vier über 100 Meter Schmetterling belegt.

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In anderen Ländern werden die Preisgelder im Gegensatz zu Deutschland nicht nur vom Staat bereitgestellt, sie sind auch deutlich höher. Internationaler Spitzenreiter ist Hongkong, dort erhielten die Goldmedaillengewinner umgerechnet rund 692.000 Euro. Aber auch andere große europäische Sportnationen lassen deutlich mehr Geld springen. In Spanien beispielsweise erhalten die Erstplatzierten mit 75.000 Euro mehr als das Dreifache der deutschen Athletinnen und Athleten.

„Spitzensport muss sich lohnen“

Diese Lücke will die Drogeriemarktkette Rossmann nun etwas verringern, indem das Unternehmen die Preisgelder für die ersten drei Plätze verdoppelt. Anders als bei der Sportstiftung sollen Siegerinnen und Sieger, die in mehreren Disziplinen antreten, auch mehrfach belohnt werden. Mannschaften sollen pauschal 100.000 Euro pro Medaille erhalten. „Spitzensport muss sich lohnen und da ist nicht nur die Bundesregierung, da sind auch wir als Gesellschaft gefragt! Ich hoffe, dass wir nicht nur für Sportler einen Anreiz schaffen, sondern auch weitere Unterstützer motivieren können“, kommentierte Raoul Roßmann, Sprecher der Geschäftsleitung des Unternehmens aus Niedersachsen.



Sportökonom Markus Kurscheidt von der Uni Bayreuth sieht in der Aktion einen ersten Schritt: „Definitiv wird der politische Druck auf die Verbände nicht geringer werden, die Leistungen von Olympionikinnen und Olympioniken besser pekuniär anzuerkennen.“ Er weißt jedoch auch daraufhin, dass sich Medaillen auch abseits der Prämien für die Athleten mittelfristig finanziell lohnen: in Form von Sponsoren, Vortragseinladungen und TV-Shows.

Die Unternehmensinitiative war in jüngster Zeit nicht die einzige Aktion, um den Anreiz für Spitzenleistungen zu erhöhen. Bereits bei den Olympischen Spielen in Paris hatte der Leichtathletik-Weltverband eine eigene Prämie für Goldmedaillengewinner ausgelobt: 50.000 Euro. Die insgesamt 2,2 Millionen Euro kommen vom Internationalen Olympischen Komitee und werden auf diesem Weg direkt weitergegeben. „Wir müssen irgendwo anfangen und sicherstellen, dass einige der Erlöse, die unsere Athleten bei Olympischen Spielen generieren, direkt an die zurückfließen“, sagte WA-Präsident Sebastian Coe.

Aus Sicht der Sportler geht es jedoch nicht nur um mehr Geld für die Sieger. Köhlers Schwimm-Kollege Ole Braunschweig sieht die deutsche Sportförderung insgesamt als verbesserungswürdig an. „Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben“, meint der 26 Jahre alte Rückenschwimmer. „Der Sport sollte auch für die Jugend wieder lukrativer werden. Die meisten sehen, dass es nur ein paar geförderte Plätze gibt und wenn ich kein Profi werde, dann lohnt es sich nicht. Dadurch bricht dann die Jugend weg.“

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dpa, ssc
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