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Steffen GreubelWürth-Manager soll neuer Chef bei Metro werden – hier muss er schnell liefern

Der Metro-Aufsichtsrat hat einen neuen Vorstandschef gefunden. Steffen Greubel soll zum 1. Mai die Position des ausgeschiedenen Olaf Koch übernehmen. Drei Herausforderungen stellen sich ihm bereits. 08.02.2021 - 13:46 Uhr

Der Konzern bekommt einen neuen Vorstandsvorsitzenden.

Foto: dpa

Der Aufsichtsrat des Großhändlers Metro hat wie erwartet Steffen Greubel zum neuen Vorstandschef bestellt. Greubel erhalte einen Dreijahresvertrag und werde zum 1. Mai antreten, teilte das Unternehmen am Montag in Düsseldorf mit. Greubel kommt von der durch ihre Schrauben bekannt gewordenen Würth-Gruppe. Dort habe er das Kerngeschäft und strategische Projekte geleitet und Erfahrung im Großhandelssektor gesammelt, hieß es in der Mitteilung. Vor seiner Zeit bei Würth hatte er als Berater bei McKinsey gearbeitet und unter anderem auch die Metro beraten.

Der neue Chef sei einstimmig vom Aufsichtsrat gewählt worden. Hinter dem neuen Chef stehen also auch die Großaktionäre – der Milliardär Kretinksy und die Altaktionäre Beisheim und Meridian, die gemeinsam agieren. Beide Blöcke haben Vertreter im Aufsichtsrat und in der Vergangenheit nicht immer an einem Strang zogen. Die im MDax gelistete Metro-Aktie notierte knapp zwei Prozent im Plus.

Der Posten des Metro-Chefs war vakant geworden, denn der bisherige Vorstandschef Olaf Koch war zum Jahreswechsel ausgeschieden. Die Vorstände Christian Baier und Rafael Gasset haben gemeinsam für eine Interimszeit die Position des Vorstandsvorsitzenden übernommen – bis ein neuer Chef berufen ist.

Steffen Greubel ist bisher noch Mitglied der Konzernführung der Würth-Gruppe, ab Mai wird er den Metro-Konzern führen.

Foto: dpa

Greubel wird sich als neuer Metro-Chef vor allem diesen drei Herausforderungen widmen müssen:

1. Pandemiefolgen abfedern

Zum einen muss er die Covid-19-Auswirkungen abfedern, denn Gastronomen und Hoteliers leiden stark unter dem Lockdown und den Folgen der Coronakrise. Das merkt auch der Großhandel. Im vergangenen Geschäftsjahr ist der Umsatz von Metro um 5,4 Prozent zurückgegangen. Das bereinigte Ebitda schrumpfte gar um 16,8 Prozent auf rund 1,16 Milliarden Euro. Durch den Verkauf des Mehrheitsanteils an seinem China-Geschäft blieben unterm Strich nach Minderheiten 460 Millionen Euro. Und auch im neuen Geschäftsjahr rechnet der Konzern nicht mit einer sonderlichen Verbesserung. Greubel muss also weiter die Kosten flach halten. Neben der Gastronomie als Kernkundengruppe dürften in Zukunft auch wieder andere, weniger krisenanfällige Zielgruppen für den Konzern wichtiger werden.

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2. Russlandgeschäft weiter stärken

Der neue Metro-Chef wird zum anderen dem in den letzten Jahren vernachlässigten Russlandgeschäft mehr Aufmerksamkeit schenken müssen. In früheren Zeiten galt das dortige Geschäft für Metro als Selbstläufer. Bis zu vier Milliarden Euro Umsatz spielten die dortigen Cash&Carry-Märkte Jahr für Jahr ein. Eine verfehlte Preisstrategie nutzen jedoch die anderen Wettbewerber aus und schnappten Metro Kunden weg. Zuletzt stabilisierte sich die Lage. Ob das schon die Wende ist, wird sich noch zeigen.

3. Digitales Geschäft vorantreiben

Als dritten Punkt wird sich Greubel der Digitalisierung von Metro zuwenden müssen. Gerade vor der Gefahr hin, dass der US-Internetriese Amazon in das Großhandelsgeschäft vordringen könnte, ist Eile geboten. Denn Konkurrenten wie die Kölner Rewe-Gruppe mit dem übernommenen Kiosk- und Tankstellenversorger Lekkerland und der Schweizer Restaurantlieferant Transgourmet werden stärker – und verfügen bereits über erhebliche Digitalkompetenzen. Der neue Metro-Chef muss daher die digitale Abwehr hochfahren. Erste Schritte wurden mit gelaunchten Softwareprogrammen und Apps bereits getan. Mit denen können Gastronomen beispielweise Tischreservierungen managen oder die Zutaten für Gerichte kalkulieren. Es gibt auch einen Onlineshop für Gastronomen und einen Metro-eigenen Lieferservice. Doch es gibt noch viel zu tun.

Mehr zum Thema: In den vergangenen Jahren hat Metro-Chef Olaf Koch den Düsseldorfer Handelskonzern radikal umgebaut. Nach seinem Abschied von der Konzernspitze hat der Manager nun einen neuen „Nebenjob“.

rtr, caf, dpa
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