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Turkish Airlines, Egyptair, Garuda Das sind die unsichersten Airlines der Welt

Quelle: Reuters

Flugzeuge zählen zu den sichersten Transportmitteln. Trotzdem gibt es immer wieder Unfälle. Unter den großen Airlines, die im aktuellen Ranking schlecht abgeschnitten haben, findet sich auch ein Unternehmen aus Europa.

DüsseldorfEinmal im Jahr stellt das Flugunfallbüro Jacdec für das Fachmagazin „Aero International“ ein Sicherheitsranking der größten Fluggesellschaften auf. Diesmal wurden die 100 verkehrsstärksten Airlines bewertet – bisher waren es 60. Zudem wurde das Bewertungssystem auch in anderen wesentlichen Punkten neu aufgestellt. Die Sicherheit berechnet sich nach der Anzahl der Ausfälle pro Flugkilometer, gewichtet um die Schwere des Unfalls und einen Landesfaktor. Da alle Unfälle der vergangenen 30 Jahre zeitlich gewichtet in die Statistik eingehen, schneiden einige Airlines wegen schwerer Unglücke in der Vergangenheit schlecht ab.

Insgesamt gab es nach der Jacdec-Zählweise bei Unfällen auf Flügen mit Maschinen schwerer als 5,7 Tonnen und mit mehr als 19 Sitzen weltweit im Jahr 2017 nur 40 Tote – im Vorjahr waren es noch 321. Dem steht nach Schätzungen der UN-Luftfahrtorganisation ICAO eine Passagierzahl von etwa vier Milliarden im Jahr 2017 gegenüber. Keine der 100 größten Airlines war dabei an tödlichen Unfällen oder einem Absturz beteiligt.

Unter den 100 verkehrsstärksten Airlines konnte sich Emirates mit der besten Bilanz durchsetzen. Die berücksichtigten deutschen Fluggesellschaften landeten im Sicherheitsranking auf Platz 16 (Eurowings), Platz 22 (Lufthansa) und Platz 53 (Condor). Besonders unsicher waren 2017 diese 20 Airlines.

Platz 80: Philippine Airlines

Die nationale Airline der Philippinen verzeichnete seit 1988 insgesamt 13 Zwischenfälle, darunter ein Flugzeugverlust mit Todesopfern. Der letzte schwerwiegende Unfall passierte im Oktober 2007: Ein Airbus A320 mit 148 Passagieren an Bord schoss über das Ende der Landebahn des Flughafens Bancasi hinaus.

Platz 81: Envoy Air (American Eagle)

Das Unternehmen ist eine von zehn regionalen Fluggesellschaften, die im Auftrag von American Airlines unter dem Namen „American Eagle“ in Nordamerika fliegen. Envoy ist dabei eine 100-prozentige Tochter von AA. Die Zahl der schweren Zwischenfälle in den vergangenen 30 Jahren betrug laut den Sicherheitsforschern 15.

Platz 82: Saudia - Saudi-Arabian Airlines

Jacdec zählt bei der nationalen Airline Saudi-Arabiens 16 schwere Zwischenfälle seit 1988. Im Januar 2014 musste eine Boeing 767 in Medina aufgrund eines defekten Fahrwerks notlanden. 29 Menschen wurden dabei verletzt.

Platz 83: Latam Brasil

Das Unternehmen mit Sitz in Sao Paulo ist die größte Fluggesellschaft Brasiliens. In den vergangenen 30 Jahren kam es zu 22 schweren Zwischenfällen, darunter drei Flugzeugverluste mit Todesopfern. Im Juli 2007 schoss ein Airbus A320 von Latam über das Ende der Landebahn in Congonhas hinaus und prallte gegen ein Lagerhaus. Alle 187 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Platz 84: Asiana Airlines

Bei der Airline aus Südkorea, die Teil der Star Alliance ist, kam es laut der Studie seit 1988 zu 13 schweren Zwischenfällen. So kamen bei einer Bruchlandung in San Francisco im Juli 2013, ausgelöst durch einen Pilotenfehler, drei Passagiere ums Leben.

Platz 85: Gol - Transportes Aéreos

Eine weitere Airline aus Brasilien mit einer vergleichsweise schlechten Sicherheitsbilanz: Die 2001 gegründete Gol kommt seitdem auf acht schwere Zwischenfälle. Im September 2006 prallte eine Boeing 737 der Airline in der Luft mit einem Businessjet zusammen. Alle 154 Menschen an Bord starben.

Platz 86: Scandinavian Airlines – SAS

SAS ist die einzige europäische Airline, die auf den hinteren Plätzen der Sicherheitsrangliste landet. Das skandinavische Unternehmen musste in den vergangenen 30 Jahren 33 schwere Zwischenfälle verzeichnen, darunter ein Totalverlust mit Todesopfern. 2001 stieß ein SAS-Flugzeug beim Start in Mailand mit einer Cessna zusammen. Das Unglück forderte 118 Todesopfer.

Platz 87: Thai Airways International

Das Unternehmen ist die nationale Airline von Thailand und Partner in der Star Alliance. Die Sicherheitsforscher haben seit 1988 insgesamt 20 schwere Zwischenfälle registriert. 2001 kam es am Flughafen von Bangkok zu einer Explosion eines Treibstofftanks, bei dem ein Crewmitglied starb.

Platz 88: Vietnam Airlines

Die staatliche Airline Vietnams steuert 52 Ziele in aller Welt an. Die Zahl der schweren Zwischenfälle seit 1988 liegt bei 18, darunter drei Totalverluste mit Todesopfern. 1997 stürzte eine Tupolev der Gesellschaft beim Anflug auf Phnom Penh ab, 65 der 66 Passagiere starben bei dem Unglück.

Platz 89: Air India

Die Airline im Staatsbesitz ist die drittgrößte Fluggesellschaft auf dem indischen Markt. Die Sicherheitsforscher haben seit 1998 insgesamt 23 schwere Zwischenfälle registriert, darunter aber keine mit Todesopfern.

Platz 90: Jet Airways

Die 1992 gegründete Airline hat in Indien den zweitgrößten Marktanteil. Seitdem gab es laut Jacdec 16 schwere Zwischenfälle. Im Dezember 2016 kam eine Boeing 737 von Jet Airways in Mumbai von der Startbahn ab. 15 Passagiere wurden bei der Bergung verletzt.

Platz 91: Malaysia Airlines

2014 verlor das Unternehmen aus Kuala Lumpur gleich zwei Maschinen. Flug 370 verschwand im März auf dem Weg nach Peking unter mysteriösen Umständen. Das Schicksal der 239 Menschen an Bord ist bis heute ungeklärt. Im Juli wurde Flug 17 über der Ostukraine abgeschossen, 298 Menschen starben. Insgesamt gab es seit 1988 16 schwere Zwischenfälle.

Platz 92: Turkish Airlines

Die türkische Fluggesellschaft ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. In der Sicherheitsbilanz stehen seit 1988 allerdings 29 schwere Zwischenfälle. Der bisher letzte tödliche Unfall einer Passagiermaschine datiert auf das Jahr 2009: Eine Boeing 737 stürzte beim Anflug auf Amsterdam in unbewohntes Gebiet und brach auseinander. Von den 128 Passagieren und sieben Besatzungsmitgliedern an Bord kamen neun Menschen ums Leben.

Platz 93: Cebu Pacific Air

Das 1996 gegründete Unternehmen ist die größte Airline der Philippinen. Die Sicherheitsforscher von Jacdec zählen neun schwere Zwischenfälle, davon einer mit Todesfolge. Im Februar 1998 prallte eine DC-9 auf dem Weg von Manila nach Cagayan de Oro auf einen Berghang, 104 Menschen starben.


Platz 94 bis 100

Platz 94: China Airlines

Die größte Airline Taiwans musste seit 1988 zwölf schwere Zwischenfälle verzeichnen. Dabei gab es fünf Totalverluste mit Todesfolge. 2002 brach eine Boeing 747, die von Hongkong nach Taiwan unterwegs war, in der Luft. 225 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben.

Platz 95: S7 Airlines

1992 wurde die Airline gegründet, die heute Marktführer bei innerrussischen Flügen ist. Auch mehrere Ziele in Deutschland stehen auf dem Flugplan. Unter den acht schweren Zwischenfällen der Unternehmensgeschichte waren drei Totalverluste mit Todesfolge. Im Juli 2006 stieß ein Airbus A310 von S7 bei der Landung in Irkutsk in eine Betonbarriere, 125 Menschen starben.

Platz 96: Ethiopian Airlines

Die staatliche Fluggesellschaft Äthiopiens ist Mitglied der Star Alliance und fliegt 122 Ziele an. In der Sicherheitsbilanz stehen seit 1988 insgesamt 13 schwere Zwischenfälle. Im Januar 2010 stürzte eine Boeing 737 mit 90 Menschen an Bord vor Beirut ins Mittelmeer.

Platz 97: Lion Air

Die indonesische Airline ist seit Jahren Stammgast auf den hinteren Plätzen der Jacdec-Rangliste. Die im Jahr 2000 gegründete Airlines hat insgesamt elf schwere Zwischenfälle in der Bilanz. Ein Unglück aus dem April 2013 war besonders spektakulär: Eine Maschine im Anflug auf den Flughafen Denpasar auf Bali kam vor der Landebahn im Meer auf und zerbrach in zwei Teile. Alle 108 Insassen überlebten das Unglück.

Platz 98: PIA - Pakistan International Airlines

Das 1947 gegründete Unternehmen ist die nationale Airline Pakistans. Seit 1988 kam es zu 30 schweren Zwischenfällen, darunter vier Totalverluste mit Toten. Im Dezember 2016 stürzte eine Maschine von PIA auf dem Weg nach Islamabad ab. Alle 47 Menschen an Bord wurden getötet.

Platz 99: Egyptair

Die staatliche Fluggesellschaft Ägyptens ist seit 2008 Mitglied der Star Alliance. In den vergangenen 30 Jahren gab es 26 schwere Zwischenfällen. Im Mai 2016 stürzte ein Airbus A320, unterwegs von Paris nach Kairo, ins Mittelmeer. Die Ursache ist bis heute unklar, 66 Menschen kamen dabei ums Leben.

Platz 100: Garuda Indonesia

Schlusslicht des diesjährigen Rankings ist Garuda Indonesia, benannt nach einem mythischen Vogel aus dem Hinduismus. Die Sicherheitsforscher von Jacdec haben 24 schwere Zwischenfälle seit 1988 registriert. Im März 2007 starben 21 Menschen, als eine Boeing 737 von Garuda in Yogyakarta von der Landebahn abkam.

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