Elektronikhersteller: Mit welchen Methoden Samsung die Welt erobert
Samsung ist die Nummer eins auf vielen Märkten. Als heimliche Holding des Mischkonzerns gilt der Freizeitparkbetreiber Everland, der zu 54 Prozent der Familie Lee gehört, die direkt und indirekt Anteile an den einzelnen Unternehmen hält.
Zahlen zur Samsung Group:
Umsatz (2011): 196 Milliarden Euro
Nettogewinn: 16,1 Milliarden Euro
Mitarbeiter (Ende 2011): 369.000
Gegründet: 1938 als Handelshaus
Einzelunternehmen: 79
Schwerpunkt: rund 75 % Elektronik
Foto: REUTERSLaptops:
Verkauft (2011): 13,2 Millionen
Marktanteil: 5 Prozent
Foto: REUTERSFlachbildschirme/ TV-Geräte:
weltweit Nr. 1
Marktanteil: 27 Prozent
Foto: dpaLaserdrucker:
Verkauft (2. Quartal 2012 laut IDC): 7,0 Millionen
Marktanteil: 5 Prozent
Foto: PresseBeistellkühlschränke:
weltweit Nr. 1 (2011)
Marktanteil: 33 Prozent
Foto: PresseSmartphones:
weltweit Nr. 1 (2. Quartal 2012 laut IDC)
Marktanteil: 31 Prozent
Foto: dapdDigitalkameras:
weltweit Nr. 4 (2011)
Marktanteil: 13 Prozent
Foto: REUTERSHandys:
weltweit Nr. 1 (3. Quartal 2012 laut IDC)
Marktanteil: 24 Prozent
Foto: APSpeicher, Prozessoren/ LED:
weltweit Nr. 2 hinter Intel
Marktanteil: 9 Prozent
Foto: REUTERS
Wie kann jemand so mit Leuten umgehen! Seinen Vorstandschef, den er beaufsichtigt, beschimpft er stundenlang am Telefon. Verdiente Top-Manager schasst er ohne Abschiedsworte. Er lässt Führungskräfte antreten, damit sie ihm zusehen, wenn er etwas isst. Auf stundenlangen Konferenzen mit ihm wagt keiner, zur Toilette zu gehen.
So kann nur einer mit Leuten umgehen, wenn er Koreaner ist, tief in der militärischen und konfuzianischen Tradition seines Landes von Zucht und Ordnung steht, Lee Kun-hee heißt – und oberster Kontrolleur des Giganten Samsung ist.
Was kann der Sohn? - Designierter Nachfolger Lee Jae-yong vor seinem Vater und Samsung-Chairman Lee Kun-hee
Foto: REUTERSWährend alle Welt seine Smartphones, Tablets, Fernseher, Kameras, Kühlschränke und sonstige Elektronik kennt, präsentiert der 70-jährige Übervater des weltgrößten Handy- und Fernsehgeräteherstellers sich selbst als großen Unbekannten. Die Öffentlichkeit in Südkorea kennt ihn nur als den Scheuen und Wortkargen. Emotionen dringen nur nach draußen, wenn es um die Familie geht. So stürzte ihn unlängst in Rage, dass sein ältester Bruder Maeng-hee als Erstgeborener nie zur jährlichen Totenzeremonie für den Vater und Konzerngründer Lee Byung-chull ging – eine schlimme Beleidigung im konfuzianischen Korea.
Die Luft brennt
Ex-Mitarbeiter und Insider stimmen darin überein, dass schon lange nicht mehr bei Samsung die Luft so brannte. Die wichtige Elektroniksparte, die zwei Drittel des Gruppenumsatzes macht, liegt mit Apple in den USA vor Gericht und muss fürchten, das erfolgreiche Konkurrenzgerät zum iPhone, das Galaxy S3, in den Staaten nicht verkaufen zu dürfen. Beim Patentstreit vor einem US-Bundesgericht wollen Apple und Samsung dem Aufruf der Richterin zum Friedensschluss nicht folgen.
Gleichzeitig gerät Konzernlenker Lee Kun-hee persönlich in Bedrängnis, weil seine Geschwister gegen ihn aufbegehren. Bruder Maeng-hee und Schwester Sook-hee verlangen vor Gericht, dass er einen Teil des vom Vater geerbten Aktienpaketes herausrückt, das er angeblich unter falschem Namen bunkert. Sollte sich das bestätigen, droht Lee Kun-hee die Kontrolle über Samsung Electronics zu verlieren – jene Perle im Konzern, die ihn zum großen Gegenspieler von Apple werden ließ. Vor allem aber könnte ein Sieg der Geschwister Lee Kun-hee die Machtübergabe an seinen Sohn Lee Jae-yong vermasseln, der Samsung in die nächsten Jahrzehnte führen soll. Gerade hat Lee Kun-hee seinen Ältesten zu seinem Stellvertreter ernannt.
Parallelen zu Nordkorea
Auf Samsung trifft keine Charakterisierung auch nur annähernd zu, die für westliche Konzerne gilt. Die Firmengruppe rings um Samsung Electronics ist eine einmalige Mischung aus militärisch straffer Produktion und extrem leistungsorientiertem Management, beseelt von koreanischem Familiensinn und nationalistischem Korpsgeist. Am erschreckendsten für westliche Beobachter sind die Parallelen mit dem Macht- und Herrschaftsapparat im kommunistisch regierten Norden des Landes. Langjährige Mitarbeiter klagen, sie fühlten sich bei Samsung nicht wie in einem modernen, global orientierten Unternehmen, sondern wie in einer Filiale von Pjöngjang.
Fliegender Fön
Das Hover Bike des US-Ingenieurbüros Aerofex hebt sich mit zwei Gebläsen bis zu viereinhalb Meter hoch und erreicht fast Tempo 50. Derzeit testen die Kalifornier das Gefährt in der Wüste. Preis: noch nicht bekannt.
Foto: PresseMicrosoft Surface
Mit seinem ersten eigenen Tablet-PC gelingt Microsoft mehr als ein Achtungserfolg, auch wenn der Verkauf laut Microsoft-Chef Steve Ballmer eher "bescheiden" gestartet ist. Das 10,6-Zoll-Display (1366 x 768 Pixel) erreicht bei Weitem nicht die Qualität von Apples iPad 4. Dafür glänzt Microsofts Erstling mit innovativen Funktionen – vom Standfuß bis zur Soft-Touch-Tastatur im Deckel. Acht Stunden Laufzeit und 680 Gramm Gewicht sind konkurrenzfähig. Die Office-Software ist im Preis des 579-Euro-Tablets enthalten. Darüber hinaus funktionieren auf der RT-Version des Surface nur Apps aus dem – noch recht überschaubaren – Windows-8-Store. Preis: 479 Euro.
Foto: dpa
Schneller Schlitten
Aus Karbon gefertigt ist der Schlitten Stealth-X des neuseeländischen Startups Snolo. Das High-Tech-Material macht ihn gut zu steuern und leicht zu tragen. Preis: rund 3000 Dollar.
Foto: PresseMusik-Box
Der Mini-Lautsprecher Sound2Go Big Bass des Kölner Elektronikherstellers Mobiset spielt Musik via Bluetooth vom Handy ab. Der Akku reicht bis zu acht Stunden. Preis: 55 Euro.
Foto: PresseKlassik-Radio
Außen Fünfzigerjahre, innen Zukunft: Das Radio ORD7300 des niederländischen Elektronikherstellers Philips ähnelt dem Modell Philetta aus dem Jahr 1955, empfängt aber den Digitalfunk DAB+ und spielt Musik vom iPhone. Preis: 229 Euro.
Foto: PresseKachel-Männer
Die Wetterstation des französischen Startups Netatmo funkt von außen und innen Werte wie Temperatur, Luftfeuchte, CO2 und Lärm ans Handy. Preis: 169 Euro.
Foto: PresseRetina-Display
Die Datenbrille Smart Glasses M100 des US-Elektronikherstellers Vuzix blendet E-Mails, Karten oder lokale Informationen direkt ins Sichtfeld ein. Preis: wahrscheinlich rund 1000 Euro.
Foto: PresseHand-Heizung
Heizdrähte in den Handschuhen Response-XRT des US-Startups Chaval halten die Finger bis zu sechs Stunden lang warm. Preis: 390 Dollar.
Foto: PresseSchau-Fenster
Dieser ultradünne Fernseher schaut zurück: Eine Webcam im Samsung UE40ES8090 ermöglicht Videotelefonate und Steuerung per Handgeste. Preis: 1290 Euro.
Foto: PresseMulti-Talent
Canons Systemkamera EOS M ist so handlich wie eine Kompaktkamera, arbeitet aber mit Profi-Objektiven und 18 Megapixel- Sensor. Preis: 779 Euro.
Foto: PresseTaschen-Internet
Apples iPad mini mit 7,9-Zoll-Display wiegt halb so viel wie sein großer Bruder. Leseratten bekommen dadurch erst viel später schwere Arme. Preis: ab 329 Euro.
Foto: PresseTaschen-Kino
Der taiwanesische Elektronikhersteller Aiptek spendiert dem iPhone mit dem Pico Projector Mobile Cinema i50S einen Beamer. Die Projektor-Hülle mit eingebautem Akku erreicht bis zu 150 Zentimeter Bilddiagonale. Preis: 230 Dollar.
Foto: PresseRaketen-Stufe
Wer auf das Gnarboard des gleichnamigen kalifornischen Startups tritt, den beschleunigt es binnen 1,9 Sekunden auf 45 Stundenkilometer. Preis: ab 2900 Dollar.
Foto: PresseTon-Tafel
Bitte nicht bekritzeln: Der Lautsprecher Beoplay A9 vom dänischen Hersteller für Unterhaltungselektronik Bang & - Olufsen spielt Musik via Funk ab. Preis: 2000 Euro.
Foto: PresseFelgen-Licht
Mit zwölf LEDs, die an den Felgen montiert sind und die mithilfe von Sensoren nur auf einer Seite des Rades leuchten, macht das Fahrradlicht Revolights des gleichnamigen US-Startups Radfahrer sichtbar. Preis: 250 Dollar.
Foto: PresseVoltorad
Mit 80 Kilometern pro Stunde und 70 Kilometern Reichweite ist der Prototyp des E-Bikes des Ingolstädter Autokonzerns Audi fast ein Motorrad. Preis: steht noch nicht fest.
Foto: PresseBuchling
Amazon hat der neuesten Version seines Lesegeräts Kindle ein Leselicht eingebaut. Der Bildschirm hat mehr Pixel und stärkeren Kontrast bekommen. Preis: 129 Euro.
Foto: PresseWohnzimmerfabrik
Der 3-D-Drucker Form 1 des US-Startups Formlabs verwandelt Computermodelle in reale Dinge – dank Lasertechnik viel präziser als alle bisherigen Heim-3-D-Drucker. Preis: 2299 Dollar.
Foto: PresseHeizwart: Das mit dem Internet vernetzte Thermostat Tado weiß, ob jemand in der Wohnung ist, und steuert passend die Heizung. Preis: 99 Euro pro Jahr.
Foto: PresseWatt-Zähler
Mit einem Tastendruck ermittelt das Energiekosten-Messgerät Conserve Insight des US-Elektronikherstellers Belkin Verbrauchskosten im Haushalt. Preis: 25 Euro.
Foto: PresseStand-Reifen
Das Elektro-Einrad Solowheel des US-Startups Inventist hält sich von selbst aufrecht und fährt bis zu zwei Stunden lang. Preis: 1899 Euro.
Foto: PresseZehen-Navi
Ein GPS-Sensor versteckt sich im Konzeptschuh No Place Like Home des britischen Designers Dominic Wilcox. Wer sein Reiseziel per USB-Kabel in den Treter speist, dem zeigen LEDs die Laufrichtung an. Im Handel bislang nicht erhältlich.
Foto: PresseTür-Wart
Das Türschloss Lockitron des US-Startups Apigy lässt sich per App bedienen und für Besucher freischalten. Preis: 179 Dollar.
Foto: PresseSpar-Dose
Per Smartphone lässt sich die Steckdose Smart Plug des US-Startups Ube ein- und ausschalten. Preis: noch nicht bekannt.
Foto: PresseHand-Leser
Forscher der US-Universität Houston entwickeln den Mini-Computer MyVoice, der Gesten von Taubstummen in gesprochene Worte übersetzt. Im Handel nicht erhältlich.
Foto: PresseSignal-Lampe
Die LED-Lampen Connected Lighting Solution des dänischen Startups Greenwave Reality lassen sich per Smartphone und Fernbedienung schalten. Preis: noch nicht bekannt.
Foto: PresseKlapp-Kamerad
Der Bildschirm des Notebooks XPS-12 des US-Computerherstellers Dell lässt sich als separater Tablet-PC aus dem Rahmen nehmen. Preis: Ab 1180 Euro.
Foto: PresseZeit-Zeichen
Die Funkuhr Pebble des US-Startups gleichen Namens bringt E-Mails, SMS und diverse App-Inhalte vom Handy ans Handgelenk. Preis: 150 Dollar.
Foto: PressebildWeltmusik-Empfänger
Der Lautsprecher Play:3 des Elektronikherstellers Sonos verbindet sich drahtlos mit PC oder Internet und spielt Musik vom Computer ab oder Web-Radios aus aller Welt. Preis: 299 Euro.
Foto: PressebildSteh-Roller
Der Elektrokabinenroller C-1 des US-Startups Lit Motors kommt mit einer Akkuladung gut 300 Kilometer weit und kippt dank seines Stabilisators an der Ampel nicht um. Preis: 19.900 Dollar.
Foto: PressebildSechs-Meilen-Stiefel
Wer in die Rollschule SpnKiX des kalifornischen Designers Peter Treadway schlüpft, muss nicht mehr selber laufen: Die Elektrotreter rollen mit einer Akkuladung fast zehn Kilometer weiter. Preis: 699 Dollar.
Foto: PressebildSchlanker Riese
Nur vier Millimeter dick ist der 55-Zoll-Fernseher 55EM960 des südkoreanischen Herstellers LG. Die Traummaße verdankt er seinem extrem dünnen Oled-Display. Preis: Rund 8.500 Euro.
Foto: PressebildScharf-Macher
Der 3-D-fähige Videoprojektor VPL-VW1000ES von Sony wirft Filme in vierfacher Full-HD-Auflösung an die Wand. Für schärfstes Heimkino. Preis: 18.499 Euro.
Foto: PressebildAnschluss-Steine
Klimaanlage, Rauchmelder, Garagentor: Die programmierbaren Ninja Blocks des gleichnamigen australischen Startups ermöglichen die Steuerung elektrischer Geräte via Internet. Auf Wunsch senden sie Daten wie Temperatur oder Feuchtigkeit auch zum Smartphone. Preis: 199 Dollar.
Foto: PressebildMaß-Anzug
Der vom US-Designbüro Electricfoxy entwickelte Sportanzug Move erfasst dank integrierter Sensoren die Körperhaltung bei Yoga, Tanzen oder Golf. Vibrationen und eine Handy-App melden Fehler. Preis: steht noch nicht fest.
Foto: PressebildLichter-Klette
Das Fahrradlicht Magnic Light des Erfinders Dirk Strothmann aus Borgholzhausen gewinnt seine Energie aus elektrischen Wirbelströmen zwischen eingebauten Magneten und der Radfelge. Preis: noch unbekannt.
Foto: PressebildLaute Leuchte
Die LED-Leuchte Audiobulb des US-Herstellers Giinii verbreitet Licht und Musik, die sie per WLAN-Funk empfängt. Preis: 299 Dollar.
Foto: PressebildKleiner Streamer
Die Set-Top-Box des US-Startups Roku bringt Filme von Online-Videotheken wie Netflix oder Amazon auf den Fernseher. Preis: ab etwa 50 Euro.
Foto: PressebildElektro-Falter
Das iPedelec des Autobauers BMW lässt sich falten und wie einen Rollkoffer ziehen. Preis: noch unbekannt.
Foto: PressebildiTaucher
Die Schutzhülle Drisuit des gleichnamigen US-Startups macht das Fotofon zur Tauchkamera. Maximale Tiefe: Fünf Meter. Preis: 60 Dollar.
Foto: PressebildDrehende Gärten
Das Green Wheel, ein Entwurf des italienischen Büros Designlibero, ist ein automatisch bewässertes Gemüse- und Kräuterbeet fürs Wohnzimmer. Seine Rotation soll die Pflanzen kräftiger wachsen lassen. Preis: noch offen.
Foto: PressebildBlumen-Funk
Der Sensor Koubachi des gleichnamigen Schweizer Startups funkt Daten über Bodenfeuchte, Lichtstärke und Temperatur ans Handy. Preis: 115 Euro.
Dreh-Hilfe
Galileo, ein motorgetriebenes Handy-Stativ des US-Startups Motrr, verfolgt Gesichter bei Videokonferenzen, lässt sich vom iPad fernsteuern und macht automatisch Zeitraffer-Aufnahmen und 360-Grad-Fotos. Preis: 130 Dollar.
Foto: PressebildSchneller Brüher
Das französische Startup Handpresso hat die Espressomaschine für den Zigarettenanzünder erfunden. Brühzeit: zwei Minuten. Preis: 149 Euro.
Foto: PressebildFarb-Leser
Der Kyobo des südkoreanischen Anbieters gleichen Namens ist der erste E-Reader mit einem Mirasol-Bildschirm. Das bunte Display spielt Videos ab, ist in der Sonne gut lesbar und braucht nur Strom, wenn das Bild wechselt.
Preis: 225 Euro
Foto: PressebildEndlos-Bibliothek
Per Touchscreen kann der Leser bei Amazons E-Reader Kindle Touch 3G die virtuellen Seiten umblättern. Die Solarzellenhülle Solarkindle des taiwanischen Elektronikherstellers Solarfocus liefert den Strom für quasi unbegrenztes Lesen. Preis Kindle 3G: 189 Euro, Preis Hülle: 76 Euro.
Foto: PressebildStand-Reifen
Das Elektro-Einrad SBU V3 des US-Startups Focus Designs hält sich beim Fahren per Gyroskop aufrecht. Preis: 1.795 Dollar
Foto: PressebildDusch-Disko
Die wasserdichte Musikanlage iShower des US-Elektronikherstellers iDevices verbindet sich per Bluetooth-Funk mit der Musikbibliothek auf dem Smartphone. Preis: 100 Dollar.
Foto: PressebildWohnzimmer-Fabrik
Der 3-D-Drucker Replicator des US-Startups Makerbot druckt aus Plastik Spielzeug, Schmuck oder Designmodelle. Preis: 1.749 Dollar.
Foto: PressebildKugel-Fischer
Das Echolot Deeper des US-Startups Friday Lab zeigt Anglern auf dem Handy-Display, wo Fische schwimmen. Preis: 149 Dollar.
Foto: PressebildDauer-Tippse
Dank Solarzellen ist die Funktastatur K760 des Schweizer Elektronikherstellers Logitech auch ohne Batterien betriebsbereit. Preis: 80 Euro.
Foto: PressebildHolz-Lader
Der holzbetriebene Kocher Campstove des New Yorker Startups Biolite erzeugt nicht nur Wärme, sondern auch Strom fürs Handy. Preis: 129 Dollar.
Foto: PressebildNasen-Kamera
In der Sonnenbrille Pivothead des US-Startups Cape Evolution steckt eine HD-Videokamera. Damit können etwa Montainbiker ihre Abfahrten filmen. Preis: 349 Dollar.
Foto: PressebildBlick-Winkel
Die 20-Megapixel-Kamera NX1000 von Samsung bietet Spiegelreflex-Qualität, passt aber in die Jackentasche - und lässt sich per Smartphone fernsteuern. Preis: etwa 365 Euro.
Foto: PressebildBadezimmer-Ufo
Die Waage Targetscale des Neusser Medizintechnikherstellers Medisana analysiert mithilfe elektrischer Sensorfelder auch Fettanteil, Muskel- und Knochenmasse im Körper. Eine Handy-App protokolliert die Daten. Preis: etwa 140 Euro.
Foto: PressebildAkku-Tasche
Bis zu vier Smartphones, Tablets oder E-Reader zugleich lädt die eingebaute Riesenbatterie im Powerbag des US-Anbieters gleichen Namens. Preis: ab 140 Euro.
Foto: PressebildTaschen-Lampe
Das Android-Telefon Galaxy Beam von Samsung macht die Diashow mobil. Es projiziert mit einem eingebauten Beamer Bilder mit bis zu 50 Zoll Bilddiagonale an die Wand. Preis: 539 Euro.
Foto: Pressebild
Ein solcher Geist grassiert im Unternehmen, seit Lee Byung-chull, der Spross einer reichen koreanischen Familie, Samsung 1938 als Lebensmittelladen gründete. Wie der vor einem Jahr verstorbene nordkoreanische Diktator Kim Jong-il war auch Lee Byung-chull beseelt, sein Heimatland zu stärken und zu beherrschen. Bis heute verspotten Landsleute Südkorea als „Samsung-Republik“. Weil Konzerngründer Lee Byung-chull wie Tyrann Kim Jong-il über alles bestimmen wollte, musste Samsung gleich einer Krake seine Tentakeln in alle Winkel der Wirtschaft stecken und baut bis heute Öltanker und Wolkenkratzer, betreibt Hotels und Vergnügungsparks, verkauft Versicherungen und Artilleriegeschütze, produziert jede erdenkliche Elektronik oder entwickelt mit BMW Batterien für Elektroautos. Mit seinen 79 Einzelfirmen ist das Konglomerat inzwischen so groß, dass es für gut 20 Prozent der Wirtschaftsleistung Südkoreas steht.
Die Herrschsucht hat die Samsung-Eigner ebenso steinreich gemacht wie ihr kommunistisches Pendant im Norden. Die dortige Kim-Klicke lebt, umgeben von armen Landsleuten, in Saus und Braus. Samsung-Gründer Lee Byung-chull war schon Ende der Fünfzigerjahre der vermögendste Mann des Landes; den Besitz seines Sohnes und heutigen Konzernchefs Lee Kun-hee schätzt der Finanzdienst Bloomberg auf über zehn Milliarden Dollar.
Und selbst der Ruf des Samsung-Clans bei den Massen taugt für den Vergleich mit den Kim-Kommunisten. „Sie sind Gangster, die wie Gentlemen aussehen“, gibt der frühere Regierungsbeamte Daniel Lee die verbreitete Meinung im Volk über den Familienclan an der Konzernspitze wieder. Beamte, Politiker, Richter und Zulieferer kuschen vor der Kaste, Kritiker fürchten ihren Bann. „Samsung-Gegner zu sein ist schlimmer, als wenn man Spion aus Nordkorea wäre“, erzählt der frühere Chefjurist des Konzerns, Kim Yong-cheol, in Daegu.
Perfekte Nachahmer
Samsung Galaxy II
Der Smartphone-Verkaufsschlager aus dem Hause Samsung ist millionenfach verkauft worden und der stärkste Konkurrent von Apples iPhone. Das Handy ging mit einem größeren Display, aber ebenfalls mit den für Apple typischen abgerundeten Ecken auf den Markt.
Foto: dpaSamsung Chromebox
Als das Ende der großen Computertower eingeläutet wurde, kamen immer mehr kleine Boxen auf den Markt, in denen ein kompletter Rechner komprimiert enthalten war. Die abgerundeten Ecken der Samsungs Chromebox erinnern stark an ein ähnliches Produkt aus dem Hause Apple.
Foto: PresseMac Mini
Apples Mac Mini wurde 2005 on Steve Jobs vorgestellt und ähnelt dem Samsung-Produkt extrem.
Foto: APiPhone 4
Die Ähnlichkeit zu Apples iPhone 4, das vorher auf dem Markt war, ist sehr auffällig.
Foto: REUTERSSamsung Galaxy Ace Plus
Auch das Galaxy Ace Plus erinnert stark an die Produkte aus dem Hause Apple. Sogar der Klingelknopf auf dem Display ähnelt das Smartphone aus Amerika. Entsprechend gehört dieses Telefon auch zu den Exemplaren, bei denen das Gericht im Pantentstreit zwischen Apple und Samsung eine Verletzung sah.
Foto: PresseiPhone G3
Bei der zweiten iPhone-Generation wurde das Aussehen des Gerätes verändert. Die Ecken sind stärker abgerundet, wie eben auch bei der Samsung -Konkurrenz. Die Aluminium-Rückseite wurde durch eine schwarze Abdeckung ersetzt und das Gerät insgesamt dünner.
Foto: APSamsung Chromebook
Das edle Design des Samsung Chromebooks mit runden Ecken und dem zentralen Trackpad wirkt wie eine Apple-Kopie.
Foto: PresseMacBook Pro
Da MacBook Pro richtet sich, wie der Name schon sagt, vor allem an professionelle Anwender. Es verfügt über einen besonders breiten Bildschirm und eine modernere Grafikkarte.
Foto: dapdHewlett-Packard Envy Spectre XT
Wie eine Kopie des Mac Book Air wirkt dieser Laptop von Hewlett-Packard mit seinem keilförmigen Unterteil. Außerdem sind alle Anschlüsse an einer Seite angebracht.
Foto: PresseMac Book Air
Mit dem Mac Book schuf Apple einen neuen Standard, an dem sich weitere Ultrabooks und Subnotebooks orientierten.
Foto: REUTERS
Freunde haben Kim Yong-cheol in der Millionenstadt 240 Kilometer entfernt von Seoul eine bescheidene Stellung als Buchprüfer in der Schulbehörde verschafft. Nach Enthüllungen über schwarze Konten von Samsung-Chairman Lee Kun-hee, die zu dessen Verurteilung führten, fand Kim vier Jahre lang in Korea keine Arbeit.
Wer Lee Kun-hee heißt und über Samsung gebietet, verfügt nicht nur über großen Einfluss, sondern steht offenbar auch über dem Gesetz. Zweimal wurde der heutige Samsung-Regent wegen Bestechung und Steuerhinterziehung verurteilt, zweimal wurde er wenig später vom Präsidenten begnadigt. Wegen der Skandale trat er 2008 von allen Führungspositionen zurück, kehrte aber zwei Jahre später nach der Begnadigung auf seine Posten zurück.
Im Unternehmen sorgt der Gottgleiche dafür, dass die Belegschaft sich im „Dauerkrisenmodus“ fühlt, wie er einmal sagte. Um Höchstleistungen aus den Mitarbeitern zu pressen, regiert Lee Kun-hee mit Zuckerbrot und Peitsche. Das unmenschliche Arbeitspensum der Samsung-Ingenieure ist legendär in Südkorea. „Sie arbeiten wie Ameisen“, meint ein Angestellter. Für den Arbeitseinsatz rund um die Uhr entschädigt Samsung die Geschundenen im Gegenzug fürstlich: mit den höchsten Grundgehältern des Landes, mit fetten Gewinnbeteiligungen sowie saftigen Prämien bis zum dreifachen Monatsgehalt für besondere Erfolge.
Übersicht zur Samsung-Aktie (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)
Foto: WirtschaftsWoche
Top-Manager wiederum stehen unter Totalstress, weil sie ständig vor Gottvater Lee Kun-hee schaulaufen müssen. Wie Adelige am mittelalterlichen Kaiserhof heißt es für die Spartenchefs, mit ihrer Performance um die Gunst des Chairman zu buhlen. Die Anspannung ermüde die Betroffenen, die dauernde Bewertung durch Lee Kun-hee persönlich erzeuge bei vielen Burn-out-Symptome, erzählt ein ehemaliger Mitarbeiter. Die Kündigungsrate ist viel höher als etwa bei der Hyundai-Gruppe.
Der wirtschaftliche Erfolg des Konzerns, insbesondere der Elektroniktochter Samsung Electronics, gab dem gnadenlosen Regime bisher recht. Vor allem erwies es sich als der richtige Weg, um über Jahrzehnte die Strategie von Firmengründer Lee Byung-chull und seinem Sohn Lee Kun-hee einzulösen: die Konkurrenz nachahmen und deren Produkte verbessern; effizienter sowie schneller produzieren und damit preiswerter anbieten; maximal investieren, um Größenvorteile zu nutzen und die Stückkosten zu senken; schließlich den Markt fluten.
Übersicht zu Smartphone-Auslieferungen von Samsung und Co. (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)
Foto: WirtschaftsWoche
Auf diese Weise gelang es Samsung, Vorbilder wie den japanischen Chip- und Bildschirmhersteller NEC, Nippons einstige Unterhaltselektronikikone Sony und den langjährigen finnischen Handyweltmarktführer Nokia hinter sich zu lassen. Heute sind die Koreaner der weltgrößte Hersteller von Speicherchips, Displays, Flachbildfernsehern, Handys und Smartphones.
Die Samsung-Prinzipien
Die Weltmeistertitel verdankt Samsung zwei Prinzipien, die als lehrbuchhaft in der Hardwareindustrie gelten, wo sich die Leistungsfähigkeit der Halbleiter alle ein bis zwei Jahre verdoppelt und sich gigantische Investitionen jagen: Erstens verzahnen die Koreaner Entwicklung und Produktion maximal, zweitens investieren sie gezielt, wenn die Nachfrage nachlässt.
Der Tigerstaat Südkorea fährt immer öfter seine Krallen aus: Die Elektronikkonzerne Samsung und LG liefern sich erbitterte Patentgefechte mit den Rivalen aus dem Westen.
Foto: dpaHyundai, der größte Autobauer des asiatischen Landes, pirscht sich an den europäischen Marktführer Volkswagen heran - in dessen eigenem Revier.
Foto: dapdSüdkoreanische Firmen treten zunehmend forsch auf und bringen die Konkurrenz in Bedrängnis. „Aggressiv und schnell sind koreanische Unternehmen immer gewesen - dies ist Teil des Erfolgsgeheimnisses“, sagt Frank Robaschik von Germany Trade & Invest (GTAI), der Gesellschaft zur Außenwirtschaftsförderung der Bundesrepublik.
Foto: ReutersUnd der Erfolg gibt den Koreanern Recht: Das ostasiatische Land mit knapp 50 Millionen Einwohnern zählt zu den größten Exportnationen der Welt.
Foto: ReutersOb im Schiffsbau, hier eine Werft des Konzerns Daewoo,...
Foto: Reuters...bei der Herstellung von Monitoren oder von Speicherchips - die Südkoreaner liegen an der Weltspitze.
Foto: ReutersAuf dem Elektronikmarkt überflügelten koreanische Anbieter die zuvor dominierenden Japaner. So stieg Samsung zum weltgrößten Elektronikkonzern auf...
Foto: REUTERS...und ist an der Börse inzwischen fast sechs Mal so viel Wert wie der einstige Branchenprimus Sony.
Foto: ReutersAnders als viele westliche Anbieter, die ihre Geschäfte immer stärker fokussierten, setzen Samsung und LG auf eine breite Angebotspalette: Vom Speicherchip über Handys bis zum Fernseher ist praktisch alles zu haben.
Foto: apIhre Rolle als Zulieferer für Hightech-Komponenten aller Art wird immer wichtiger. Auch wenn sich etwa Apple mit allen juristischen Mitteln gegen ein Samsung-Konkurrenzmodell für das iPad wehrt - ohne die Koreaner würde der Tablet-PC nicht funktionieren. Samsung liefert den Rechenkern des Geräts, der speziell für die Amerikaner entwickelt wurde.
Foto: dapdEntsprechend nimmt das Selbstbewusstsein zu. Samsung und LG entfesselten rund um den Globus Patentstreite aller Art. LG etwa geht forsch gegen den Leuchtmittelhersteller Osram vor.
Foto: dpaZuletzt zogen die Koreaner sogar die deutschen Autobauer BMW und Audi mit in den Streit. „Generell gehen koreanische Firmen im Durchschnitt vermutlich höhere Risiken ein als deutsche Firmen“, meint der in Seoul lebende GTAI-Experte Robaschik.
Foto: ReutersAuch in der Autobranche spielt Südkorea längst vorne mit: Bei der Produktion lag das Land im vergangenen Jahr mit 4,6 Millionen Pkw weltweit auf Platz 5. Neu zugelassen wurden in Korea knapp 1,6 Millionen Autos, der überwiegende Anteil stammte von den örtlichen Herstellern Hyundai, Kia, Renault Samsung, GM Korea und Ssangyong.
Foto: ReutersAuf der anderen Seite wächst die Konkurrenz durch koreanische Fahrzeugkonzerne, die zunehmend in die etablierten westlichen Märkte drängen. „Die Produkte sind mittlerweile von vergleichbarer Qualität, das Design dem europäischen Geschmack angepasst“, sagt Autoexperte Helmut Becker, Leiter des Münchener Instituts für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation. VW könne sich auf seinem 20-Prozent-Marktanteil in Europa nicht ausruhen.
Foto: dapdVolkswagen-Chef Martin Winterkorn hat Hyundai neben Toyota bereits als wichtigsten Konkurrenten ausgemacht.
Foto: dpaAuf der Automesse IAA konnte sich der mächtige Manager bereits ein Bild machen, wie schnell die Koreaner auf- und überholen. Der VW-Chef inspizierte den Golf-Konkurrenten Hyundai i30 von innen und war verblüfft über das höhenverstellbare Lenkrad. „Scheppert nix“, meinte er anerkennend-mürrisch und machte seinem Ärger Luft: "BMW kann's nicht, wir können's nicht."
Foto: Handelsblatt
Bei Samsung Electronics baut bis heute die Hälfte der Ingenieure an der Fertigungslinie Halbleiter, während die andere Hälfte in den Labors das Know-how für die nächste Chipgeneration erarbeitet. Auf diese Weise gelang es Samsung zum Beispiel, die Produktpalette schnell von klassischen Speicherchips zu Flashspeichern etwa für Digitalkameras zu erweitern, die beide auf derselben Linie produziert werden. Von dort war es wiederum nur ein kurzer Weg zu Bildschirmen aus Flüssigkeitskristallen, die ebenfalls ein Halbleiterprodukt sind, da jeder Pixel aus einem Transistor besteht.
Gleichzeitig investiert Samsung konsequent antizyklisch, modernisiert trotz fallender Chippreise die Anlagen und stärkt sich so für den Aufschwung. Dabei helfen günstige Bankkredite, Steuervorteile und die schwache Landeswährung Won.
„Samsung produziert effizient“, lobt Kim Ky-won, Ökonom an der Korea National Open University in Seoul. Dadurch gelangt der Konzern schnell in große Stückzahlen. „Samsung konzentriert sich auf standardisierte Massenware, bei der sich Kostenvorteile erzielen lassen“, erklärt der Ökonom Chang Sea-jin, Autor des Buches „Sony vs. Samsung“. Hochwertige Bauteile und Technik werden notfalls zugekauft, wie zuletzt der induktive Stift beim Galaxy Note.
Doch wie der Taylorismus an wirtschaftliche Grenzen stieß, weil er die Arbeit bis zur Unkenntlichkeit zerhackte und die Fähigkeiten der Beschäftigten verstümmelte, so wird nun für Samsung die diktatorische Ausrichtung auf Nachahmen und Masse langsam zur Fessel. Gegen Konzerne wie Apple können die Koreaner, so die wachsende Einsicht im Unternehmen, in dieser Verfassung nicht gewinnen. Für eine dauerhafte Weltmarktführung reichen weder der alte Umgang mit dem Personal noch die bisherigen Strategien. Samsung darf nicht mehr nur billiger sein als die Rivalen, sondern muss auch kreativer und innovativer werden.
Und tatsächlich beginnt sich im Unternehmen etwas zu ändern. „Entdeckung beginnt hier“ steht in riesigen Lettern auf Englisch an einer Hochhausfassade in der südkoreanischen Provinzhauptstadt Suwon rund 50 Kilometer von Seoul. Das Gebäude beherbergt die Zentrale von Samsung Electronics und markiert zugleich den Eingang zur „Samsung Digital City“. Dort arbeiten 30.000 Designer, Ingenieure und Werbeleute auf einem Gelände so groß wie 200 Fußballplätze. Die Anlage enthält Parks, Fitnessstätten und Kantinen. Für diejenigen, die hier etwas erfinden und entwickeln, sind alle Wohltaten kostenlos.
„Hier bereiten wir unsere Organisation auf die nächste Generation vor“, kündigte Choi Gee-sung, heute die Nummer zwei des Konglomerats, vor zwei Jahren an. Wie, das können Besucher heute besichtigen.
Samsung
Samsung ist im dritten Quartal 2011 nach Berechnungen von Marktforschern zum weltgrößten Smartphone-Herstellern aufgestiegen. Der südkoreanische Konzern überholte mit 23,6 Millionen ausgelieferten Computer-Telefonen deutlich das iPhone von Apple, wie die Analysten der US-Firma IDC berichteten. Samsung hielt demnach ein Fünftel des Weltmarktes, vor einem Jahr lag Samsung erst bei einem Anteil von 8,8 Prozent.
Samsung profitierte vom Erfolg seiner Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android. Die Plattform wird von diversen Herstellern genutzt und ist die klare Nummer eins im Smartphone-Markt vor Apples iOS-System.
Foto: dapdMan sollte aber nicht versuchen, allzu viel aus diesen Zahlen herauszulesen, raten die Analysten, auch wenn dies angesichts der großen Rivalität zwischen beiden Unternehmen nahe liegend scheine. Denn auch wenn Samsung mehr Geräte verkauft habe, so verdiene Apple doch mehr an jedem einzelnen. Deshalb sei Apple jetzt auch der wertvollste Technologiekonzern der Welt mit einem Marktwert, der drei Mal so hoch ist wie der von Samsung. Apple hat nur Highend-Smartphones im Angebot, Samsung alles, von billig bis teuer.
Foto: REUTERS
Apple
Auf die iPhone-Modelle entfielen 14,5 Prozent – damit sank der Marktanteil erstmals seit langem, im Vorjahr waren es noch 17 Prozent für Apple. Das könnte sich im laufenden Vierteljahr aber wieder ändern: Denn in den vergangenen Monaten warteten viele Apple-Kunden auf das überfällige neue iPhone-Modell. Das iPhone 4S wird seit Oktober verkauft und findet nach bisherigen Informationen reißenden Absatz.
Insgesamt wuchs der Smartphone-Markt nach IDC-Zahlen im dritten Quartal um 42,6 Prozent auf 118,1 Millionen Geräte und damit deutlich langsamer als bisher. Auch dies führten die Marktforscher auf das Warten auf ein neues iPhone zurück.
Foto: REUTERSNokia
Vergessen sollte man auch nicht, dass insgesamt auf dem Handymarkt weder Apple noch Samsung an der Spitze sind.
Weltgrößter Handyhersteller ist weiter der finnische Nokia-Konzern, auch wenn der bei den Smartphones hinter der Konkurrenz zurückgefallen ist. Der langjährige Smartphone-Marktführer rutschte weiter ab - von 32 Prozent vor einem Jahr auf 14,2 Prozent. Der finnische Handy-Riese ist gerade dabei, seine ersten Telefone mit Microsofts Betriebssystem Windows Phone auf den Markt zu bringen, die das Geschäft wiederbeleben sollen.
Foto: ReutersHTC
Mit HTC aus Taiwan rückte ein weiterer Android-Partner mit 10,8 Prozent Marktanteil auf Rang vier vor. Vor einem Jahr verkauften die Taiwanesen gerade einmal 5,9 Millionen Geräte, im dritten Quartal waren es 12,7 Millionen. Damit hängt HTC einen Pionier ab…
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Denn die einst sehr populären Blackberrys von Research In Motion rutschten beim Marktanteil von 15 auf 10 Prozent ab. Zuletzt sorgten Verbindungsprobleme über Tage bei RIM für Ärger.
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In „Samsung Digital City“ ist inzwischen der Nachweis der Kreativität eine wichtige Einstellungsvoraussetzung, nicht mehr nur unbedingter Gehorsam. Früher mussten die 3.000 Schlüsselangestellten, die für höhere Aufgaben vorgesehen waren, 27 Tage lang eine Erziehung zu bedingungsloser Loyalität über sich ergehen lassen, die Teilnehmer als „Gehirnwäsche“ beschrieben. Heute reichen fünf Tage. Samsung heuert mittlerweile gezielt Ausländer an und vergibt Führungsjobs auch an Frauen und Jüngere. Seit 2008 ist legere Kleidung erlaubt und gleitende Arbeitszeit möglich.
Auch die Zentralisierung ist gelockert. Bis vor vier Jahren fällte ein zentrales Planungsbüro mit 100 Managern unter der Devise „Single Samsung“ alle wichtigen Entscheidungen für jede Tochterfirma – von den Beförderungen bis zu den Investitionen. Seit der Auflösung dieses Kontrollturms dürfen die einzelnen Firmen des Konglomerats viel mehr selbst bestimmen. Die sechs Teams im verkleinerten „Strategiebüro“, das direkt bei Chairman Lee angesiedelt ist, entwickeln im Wesentlichen nur noch die generellen Linien.
Zum Fantasietanken ins Kino
Doch die von Lee Kun-hee verordnete Perestroika trägt bislang nicht die erhofften Früchte, mit denen Samsung Apple-Niveau erreichen kann. Vom gewohnten Blitztempo in der Halbleiter- und Hardwareproduktion ist im Softwarebereich wenig zu spüren. Die Samsung-Welt zum Beispiel aus Smartphones, Tablets und internetfähigen Fernsehgeräten sowie Online-Shops für Inhalte ist lange nicht so attraktiv wie bei den Wettbewerbern Apple, Google und Sony.
Vor allem der Samsung-App-Store mit den Anwendungen für Smartphones und Tablets sowie der Werbedienst Adhub Market hinken der Konkurrenz bis heute hinterher. Zwar hob Samsung Anfang November zusammen mit dem US-Internet-Pionier Yahoo eine Internet-Plattform für interaktives Fernsehen aus der Taufe. Und auch Geräte mit Google-TV wurden angekündigt. Doch laufen all diese Dienste anders als bei Apple nicht exklusiv auf Samsung-Geräten – und tragen so nichts zur Nachfrage ausschließlich nach ihnen bei. Der Nachfolger Tizen für das eigene Handybetriebssystem Bada kommt erst 2013. Samsung bleibt deshalb nur, Handys und Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android und dem Gegenstück von Microsoft, Windows 8, zu bauen.
Zwar sieht es etwas befremdlich aus, wenn Menschen plötzlich anfangen, mit ihrem Telefon zu sprechen, ohne zu telefonieren: Doch warum sollte man auch noch selbst die SMS tippen oder das Wetter checken, wenn das Smartphone das auch per Sprachbefehl erledigt? Neben diesen Standardfragen haben die Sprachsteuerungen von Samsung, HTC und Apple mittlerweile eine ganze Menge gelernt. Welches Telefon die schlagfertigsten Antworten parat hatte, zeigt unser Test.
Foto: REUTERSSprachbefehl: Willst du mich heiraten?
Antwort des HTC One X: "Zeig mal Deine Kontoauszüge"
Antwort des Samsung Galaxy S3: "Es wäre mir lieber, wenn unsere Beziehung rein beruflich bleiben würde."
Antwort des iPhone 4S: "Ich habe in letzter Zeit wirklich viele Heiratsanträge bekommen. (Nachfrage: Willst du oder nicht?) "Dazu habe ich keine Meinung."
Ergebnis: Der Punkt in Sachen Schlagfertigkeit geht in diesem Fall eindeutig an das HTC One X.
Foto: dpa/dpawebSprachbefehl: Was hast du für Hobbys?
Antwort des HTC One X: "Woher soll ich das wissen?"
Antwort des Samsung Galaxy S3: "Leider bleibt mir wenig Zeit für meine Hobbys "
Antwort des iPhone 4S: "Kein Kommentar."
Ergebnis: So richtig schlagfertig antwortet keines der Geräte. Wegen des philosophischen Einschlags der Antwort sahnt das HTC One X ebenfalls einen Punkt ab.
Foto: dapdSprachbefehl: Erzähl mal einen Witz!
Antwort des HTC One X: "Danke, dass du so nett fragst: Warum lieben Blondinen Gewitter? Weil sie denken, jemand macht ein Foto von Ihnen" und "Was ist der Unterschied zwischen einem Yeti und einem intelligenten Mann? Einen Yeti soll schon mal jemand gesehen haben!"
Antwort des Samsung Galaxy S3: "Suche im Internet Witz."
Antwort des iPhone 4S: "Wenn ich dir einen Witz in meiner Sprache erzähle, dann müsste ich ihn dir erklären."
Ergebnis: Da es als einziges Gerät wirklich das liefert, wonach wir gefragt haben, stürmt das HTC One mit einem weiteren Punkt davon.
Foto: dpa/dpawebSprachbefehl: Leck mich!
Antworten des HTC One X: "Das würd ich gern, aber Du stinkst" und "Vielleicht nachdem Du geduscht hast!"
Antworten des Samsung Galaxy S3: "Ay Caramba!"
Antworten des iPhone 4S: "Ich tu mal so, als hätte ich das nicht gehört"
Ergebnis: Punkt vier für das HTC One X.
Foto: dpaSprachbefehl: Was ist deine Lieblingsfarbe?
Antwort des HTC One X: "Blau"
Antwort des Samsung Galaxy S3: "Ich habe keine besondere Vorliebe."
Antwort des iPhone 4S: "Na ja, eine Art Grün, aber mit mehr Dimensionen."
Ergebnis: Dieser Punkt geht - weil zum Nachdenken anregend - diesmal an das iPhone 4S.
Foto: dpaSprachbefehl: Du bist ein dämliches Telefon!
Antwort des HTC One X: "Interessantes Gerücht"
Antwort des Samsung Galaxy S3: "Nein!"
Antwort des iPhone 4S: "Jeder hat ein Recht auf seine Meinung."
Ergebnis: Der Widerspruch ist so vehement, dass sich das Samsung Galaxy hier einen Punkt verdient.
Foto: REUTERSSprachbefehl: Wo bist du geboren worden?
Antwort des HTC One X: "In Schwäbisch Gmünd"
Antwort des Samsung Galaxy S3: "Am 30. Februar :))). Und ich komme von überall und nirgendwo."
Antwort des iPhone 4S: "Ich, Siri, wurde von Apple in Kalifornien entwickelt."
Ergebnis: Eindeutig - das HTC One X.
Foto: dpaSprachbefehl: Hast du Geschwister?
Antwort des HTC One X: "Ich glaube ich habe Geschwister, aber meine Programmierer haben vielleicht an meinen Dateien herumgefummelt"
Antwort des Samsung Galaxy S3: "Ich spreche nicht so gern über meine Familie."
Antwort des iPhone 4S: "Ob ich eine Familie habe? Na ja, ich habe dich."
Ergebnis: Wegen der herzerwärmenden Komponente erhält das iPhone hier den Punkt.
Foto: dpaSprachbefehl: Magst du mich?
Antwort des HTC One X: "Natürlich. Ich mag Dich sehr."
Antwort des Samsung Galaxy S3: "Aber sicher."
Antwort des iPhone 4S: "Sagen wir es mal so...Du hast auf jeden Fall meine höchste Bewunderung."
Ergebnis: Das iPhone holt weiter auf.
Foto: dpaSprachbefehl: Was denkst du gerade?
Antwort des HTC One X: "Darüber muss ich eine Weile nachdenken!"
Antwort des Samsung Galaxy S3: "Ich habe Spaß"
Antwort des iPhone 4S: "Ich denke an dich" (Reaktion Tester: Danke): "Du brauchst mir nicht zu danken."
Ergebnis: Punkt an das HTC-Gerät.
Foto: dpaSprachbefehl: Ich habe ein Problem!
Antwort des HTC One X: "Interessant! Ich habe über 15000 Kategorien."
Antwort des Samsung Galaxy S3: "Vielleicht kann ich dir irgendwie helfen."
Antwort des iPhone 4S: "Verstehe ich nicht."
Ergebnis: Und schon zieht das HTC wieder davon.
Foto: APSprachbefehl: Kennst du Steve Jobs?
Antwort des HTC One X: "Steven "Steve" Paul Jobs (geboren am 24. Februar 1955 in San Francisco, Kalifornien; gestorben am 5. Oktober 2011 in Palo Alto, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Unternehmer. Als Mitgründer und langjähriger CEO von Apple Inc. gilt er als eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Computerindustrie. Zusammen mit Steve Wozniak und Ron Wayne gründete er 1976 Apple und half, das Konzept des Heimcomputers mit dem Apple II populär zu machen. Jobs war darüber hinaus Geschäftsführer und Hauptaktionär der Pixar Animation Studios und nach einer Fusion größter Einzelaktionär der Walt Disney Company. Er starb am 5. Oktober 2011 an einer Krebserkrankung. Sein Vermögen wurde im März 2011 vom Wirtschaftsmagazin Forbes Magazine auf 8,3 Milliarden US-Dollar geschätzt."
Antwort des Samsung Galaxy S3: (Steve will er nicht verstehen - da englisch). " // "Kennst du spinnst Jobs" oder // "Kennst du die Jobs"
Antwort des iPhone 4S: "Schön, dass du dich nach Steve erkundigst. Hier ist die Apple Website zu ihm: "In Gedenken an Steve Jobs."
Ergebnis: Schlagfertig reagiert hier keiner so richtig, was natürlich auch schwierig ist. Wegen seiner Ausführlichkeit holt sich das HTC hier einen Fleißpunkt.
Foto: dapdSprachbefehl: Wie siehst du aus?
Antwort des HTC One X: "Wie Roboter eben so aussehen"
Antwort des Samsung Galaxy S3: "Knackig und sauber."
Antwort des iPhone 4S: "Verstehe ich nicht, aber ich kann im Internet danach suchen."
Ergebnis: Das Mauerblümchen unter den Sprachprogrammen gibt hier also nochmal richtig Gas: Der Punkt geht an das Samsung Galaxy.
Gesamtsieger in Sachen Schlagfertigkeit ist allerdings eindeutig das HTC One X. Viel Spaß bei der Kaufentscheidung.
Foto: dpa
Auch wenn Samsung inzwischen über einen Beteiligungsfonds junge Firmen mit innovativen Technologien fördert, bleibt Konzernkenner Anthony Michell in Seoul skeptisch: „In der DNA von Samsung ist ein Bürokratismus angelegt, der sich nur schwer überwinden lässt.“ So verlassen Ausländer Samsung meist irgendwann einmal, weil sie nicht sehr weit aufsteigen können. Wichtige Positionen bleiben Koreanern vorbehalten. Wie weit Samsung von den Erfordernissen der iPhone-Ära entfernt ist, zeigt eine Anekdote: Vor drei Jahren schickte der Konzern seine Manager zu Hunderten ins Kino, um beim 3-D-Science-Fiction-Film „Avatar“ die Fantasie für neue Produkte anzuregen.
Derlei Aktionen sowie die Lockerungen in „Samsung Digital City“ werden Fantasie und Kreativität der Elektroniksparte so lange nicht sprießen lassen, wie der alte Geist auf anderen Ebenen weiterwabert. Denn obwohl die Familie Lee nur fünf Prozent der Aktien von Samsung Electronics hält, sitzen im Verwaltungsrat des direkten Apple-Konkurrenten nur Samsung-Manager und Lee-Verbündete, die Teile des clan-typischen Nordkorea-Stils weiter pflegen.
So ist die Kontrollsucht bei Samsung ungebrochen. Laut einem Bericht des öffentlich-rechtlichen koreanischen Fernsehsenders MBC überwacht eine Sonderabteilung im Konzern bis heute unliebsame Mitarbeiter. Alle Beschäftigten dürfen das GPS-Signal in ihrem Handy nicht abschalten, damit sich ihre Bewegungen ständig überwachen lassen. Jederzeit darf das Unternehmen die persönliche Habe der Mitarbeiter im Betrieb durchsuchen lassen. Bis heute gibt es bei Samsung Electronics keine unabhängige Gewerkschaft. Wirksame Mitspracherechte werden ausgehebelt, indem sich nur loyale Mitarbeiter als Arbeitnehmervertreter wählen lassen dürfen.
Angreifer aus China
Wer laut über die Gründung einer unabhängigen Gewerkschaft nachdenkt, wird eingeschüchtert, isoliert und gefeuert, so wie Kim Sung-hwan, der danach von außen eine Samsung-Gewerkschaft gründete. Mitarbeiter, die den Ex- Kollegen treffen, würden verfolgt und verhört, erzählt er in einem schäbigen Büro bei Seoul.
Beim Arbeitsschutz wiederum ist Samsung ins Visier von Menschenrechtsgruppen geraten. In einem Krankenhaus in Chuncheon nördlich von Seoul sitzt die 35-jährige Han Hi-kyoung im Rollstuhl. Ihre Arme zucken, ihr Gesicht verzerrt sich. „Ich könnte Samsung töten“, stößt sie mühsam hervor. Seit der Entfernung eines Hirntumors kann die junge Frau nicht mehr laufen und kaum sprechen.
Sechs Jahre lang hatte Han 16 Stunden täglich in einer Samsung-Fabrik Displaymodule zusammengebaut. Dabei kam sie ständig mit einer Bleicreme in Berührung und atmete ihre Dämpfe ein. 56 ehemalige Arbeiter in der Halbleiterproduktion von Samsung sind der Aktivistengruppe Sharps zufolge frühzeitig verstorben, die meisten an Krebs. Samsung leugnet jeden Zusammenhang, weigert sich aber, die eingesetzten Chemikalien preiszugeben. Zugleich bietet der Konzern Kranken und Angehörigen Geld, das mit einer Schweigeauflage verbunden ist.
Noch kann Samsung im Chipgeschäft den Vorsprung halten. Die Erfolge mit Smartphones, Tablets und Fernseher auf der einen nähren die Produktion von Komponenten auf der anderen Seite. „Wachsende Marktanteile bei Smartphones und der Verkauf mobiler Komponenten stärken sich gegenseitig“, sagt Chung Chang-won, Analyst beim Brokerhaus Nomura.
Unbegrenzt funktioniert das aber nicht. Bei den Endgeräten greifen chinesische Nachahmer die Koreaner mit ihren eigenen Methoden an: Huawei und ZTE bei Handys und Smartphones, Haier bei Fernsehern und Haushaltsgeräten sowie Lenovo bei Computern. Das drückt die Margen der Samsung-Geräte. Schon heute ist der koreanische Riese lange nicht so profitabel wie Apple. Von der anderen Seite nähern sich Softwareriesen wie Google, die sich eigene Hardwarefirmen zulegen.
"In China, für China"
Samsung setzt eine zweigleisige Strategie dagegen. Zum einen flüchtet der Konzern aus dem teuren Produktionsstandort Korea. Neue Chip- und LCD-Fabriken entstehen entweder in Billigländern wie Vietnam oder im neuen Zielmarkt China. Unter dem Schlagwort „In China, für China“ will Samsung dort mehr für den Binnenmarkt produzieren. „Samsung sieht China, nicht Apple als die eigentliche Gefahr, deshalb will man die Chinesen in China bekämpfen“, meint Experte Michell.
Zum anderen investiert Samsung, wo sich das bewährte Geschäftsmodell mit guten Aussichten wiederholen lässt – in Logikchips, OLED-Fernseher, LED-Lampen, Drucker, Solarzellen, Lithium-Ionen-Akkus und Medizintechnik. Michell ist zuversichtlich: „Samsung kontrolliert alle Wege in die digitale Zukunft und lernt sehr schnell aus Fehlern.“
Wäre da nicht die Nachfolge: Was der neue Samsung-Electronics-Chef Lee Jae-yong kann, weiß niemand, obwohl er seit 21 Jahren für die Gruppe arbeitet. Seine einzigen Gehversuche als Unternehmer – Ende der Neunzigerjahre im Internet – scheiterten. Samsung musste seine Firmen retten. Vater Lee hat die operative Führung des Konzerns bisher international ausgebildeten Landsleuten überlassen. „Samsung hat das beste Management aller koreanischen Konzerne“, lobt Ökonom Kim.
Sollte sich sein 44-jährige Sohn Lee Jae-yong künftig mehr ins alltägliche Geschäft einmischen, wüchse das Risiko folgenreicher Fehler, da im Ja-Sager-Biotop Samsung niemand dem Filius des bisherigen Herrschers widersprechen würde, meint Samsung-Ex-Chefjurist Kim Yong-cheol. Genau darin liegt nach Meinung des britischen Korea-Kenners und PR-Beraters Michael Breen in Seoul langfristig die Gefahr für den Konzern.
„Ohne Fokus auf einen Lee“, behauptet Breen, „kollabiert die ganze Gruppe.“