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Samsung-Gewinn sinkt „Wenn sich Apple nicht verkauft, wie soll sich dann Samsung gut verkaufen?“

Samsung überrascht mit sinkendem Gewinn Quelle: AP

Samsung hat im abgelaufenen Quartal erstmals seit zwei Jahren einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Der Konzern rechnet mit einem Rückgang um 29 Prozent. Auch der Umsatz wird wohl deutlich sinken.

Mit dem Ende des jahrelangen Smartphone- und Chipbooms gehört bei Samsung Electronics die Zeit der Bestmarken der Vergangenheit an. Der südkoreanische Technologiekonzern verbuchte im Weihnachtsquartal erstmals seit zwei Jahren einen Gewinnrückgang. Nun sieht Samsung fürs laufende Jahr zunächst schwarz. Während das Smartphone-Geschäft für den Marktführer schon seit einiger Zeit nicht mehr rund läuft, schwächelt nun auch der deutlich wichtigere Verkauf von Halbleitern. In beiden Sparten rechnet das Unternehmen frühestens in der zweiten Jahreshälfte mit Aufwind. Dann sollen 5G-fähige sowie faltbare Alleskönner-Handys neue Kunden locken.

An der Börse gab die ohnehin schon gebeutelte Samsung-Aktie am Dienstag weitere 1,7 Prozent nach. Damit kam der Anteilsschein deutlich besser weg als das Apple-Papier, das nach einer verfehlten Umsatzprognose in der vergangenen Woche zehn Prozent einbrach und weltweit die Börsen verunsicherte.

Die lange Zeit ungebremste Nachfrage nach immer leistungsfähigeren Smartphones führte den US-Konzern und seinen südkoreanischen Konkurrenten von Rekord zu Rekord. Die Jagd nach Bestmarken fand nun bei beiden ein abruptes Ende. Bei Samsung ging der Betriebsgewinn laut vorläufigen Berechnungen im abgelaufenen Quartal um 29 Prozent auf 10,8 Billionen Won (umgerechnet 8,4 Milliarden Euro) zurück und lag damit deutlich unter den Erwartungen von Analysten. Der Umsatz fiel um elf Prozent. Analysten gehen davon aus, dass Samsung im laufenden Jahr seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr nicht mehr ausbauen kann. Für das erste Quartal prognostizierte der Konzern selbst ein verhaltenes Ergebnis.

In Teilen lassen sich die Probleme von Samsung wie auch Apple auf den Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften USA und China und auch die Schwäche in der Volksrepublik zurückführen. „Wenn sich Apple nicht verkauft, wie soll sich dann Samsung gut verkaufen? Der Smartphone-Markt ist inzwischen gesättigt“, sagte Analyst Greg Roh von der Investmentbank Hyundai Motor Securities. Hinzu kommt das Erstarken der heimischen Anbieter wie Huawei, Oppo, Vivo und Xiaomi auf dem weltgrößten Handymarkt in Fernost. Von einem Marktanteil von mehr als 18 Prozent in der Hochphase 2013 ist Samsung mittlerweile bei weniger als einem Prozent angekommen.

Während Apple ausschließlich Unterhaltungselektronik und Computer im Angebot hat, setzen die Südkoreaner auf ein breites Sortiment, zu dem Fernseher, Hausgeräte, Bildschirme und eben Halbleiter gehören. Das Chipgeschäft steht bei Samsung für mehr als drei Viertel des Betriebsgewinns. Den jüngsten Einbruch begründete das Unternehmen mit niedrigeren Preisen in Folge der unerwartet geringen Nachfrage durch Rechenzentren-Kunden und stärkeren ökonomischen Risiken. Zum Nachteil gereicht Samsung dabei auch seine Zulieferer-Position als Chipanbieter für Handykonzerne, die angesichts der eigenen Absatzprobleme weniger bei den Südkoreanern einkaufen. Details wurden nicht genannt. Diese will der Konzern erst bei der Veröffentlichung der endgültigen Zahlen bekanntgeben.

Noch deutlicher als bei Samsung Electronics war der Einbruch bei LG Electronics. Vorläufigen Berechnungen zufolge brach der Betriebsgewinn des nach Samsung zweitgrößten Fernseherherstellers im vierten Quartal um 80 Prozent auf knapp 59 Millionen Euro ein. Eine Erklärung dafür blieb LG Electronics zunächst schuldig. Analysten führten den scharfen Wettbewerb in Schwellenländern und China sowie die Probleme im Smartphone-Geschäft an, wo LG kaum noch eine Rolle spielt.

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