1. Startseite
  2. Politik
  3. Europa
  4. Nuklearabkommen: London und Paris wollen nukleare Abschreckung koordinieren

NuklearabkommenLondon und Paris wollen nukleare Abschreckung koordinieren

Die europäischen Atommächte Großbritannien und Frankreich üben den Schulterschluss mit einer Erklärung zu ihren Nuklearwaffen. Die Botschaft dürfte an Moskau gerichtet sein. 10.07.2025 - 19:43 Uhr
Der britische Premierminister Sir Keir Starmer (l) und der französische Präsident Emmanuel Macron schütteln sich die Hände bei einer Pressekonferenz während eines gemeinsamen Besuchs im Zentrum des Alliierten Seekommandos (MARCOM) in Northwood, London, beim Staatsbesuch Macrons im Vereinigten Königreich. Foto: Leon Neal/PA Wire/dpa

Die Atommächte Großbritannien und Frankreich wollen ihr Abschreckungspotenzial stärker gemeinsam zur Geltung bringen. Darauf einigten sich beide Länder bei einem gemeinsamen Regierungsgipfel unter der Leitung von Premier Keir Starmer und Präsident Emmanuel Macron in London.

Erstmals werde in einer Erklärung festgeschrieben, dass die Atomwaffen beider Länder zwar unabhängig voneinander seien, aber miteinander koordiniert werden könnten, sagte Starmer bei einer Pressekonferenz im britischen Militärhauptquartier Northwood in London. „Von heute an werden unsere Feinde wissen, dass jegliche extreme Bedrohung für diesen Kontinent eine Antwort unserer beider Nationen hervorrufen würde“, so der Labour-Politiker. Die Formulierung dürfte eine deutliche Warnung an Moskau sein.

Macron betonte, beide Länder blieben unabhängig und souverän. Man müsse zusammenarbeiten, um einem „deutlich bedrohlicheren Umfeld“ gerecht zu werden, so der Franzose.

Atomwaffen

Wie die nukleare Abschreckung Europas künftig aussehen könnte

von Kevin Gallant

Großbritannien und Frankreich sind die einzigen westlichen europäischen Länder mit Atomwaffen. Das britische Arsenal ist jedoch von US-Trägerraketen abhängig und eng in die Abschreckung der Nato eingebunden. Derzeit können die Waffen nur von U-Booten abgefeuert werden. London kündigte jedoch vor Kurzem an, F-35-Kampfjets zu bestellen, die ebenfalls mit US-Nuklearwaffen bestückt werden können. Frankreichs Atomwaffenarsenal ist sowohl Luft- als auch U-Boot-gestützt und unabhängig von der Nato und den USA.

Nachfolger für Marschflugkörper Storm Shadow

Auch bei konventionellen Waffen wollen Paris und London stärker zusammenarbeiten. So sollen mehr der gemeinsam entwickelten Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow bestellt werden, wie es weiter hieß. Der Storm Shadow wird auch von der Ukraine im Abwehrkampf gegen die russische Invasion eingesetzt. Gleichzeitig solle an einem Nachfolger für die Marschflugkörper gearbeitet werden.

Enger zusammenarbeiten wollen die beiden Nachbarländer auch bei der Entwicklung von Hochfrequenzwaffen, mit denen etwa Drohnen abgefangen werden können. Auch im Bereich der Künstlichen Intelligenz soll stärker kooperiert werden, um die Fähigkeiten eigener Kampfdrohnen zu erhöhen.

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick