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SystemgastronomieWie L’Osteria die internationale Expansion vorantreibt

Während inhabergeführte Restaurants im Dauerkrisenmodus stecken, breitet sich L’Osteria rasant aus. Nun erschließt die Kette einen Touristen-Hotspot.Kevin Gallant 10.08.2025 - 10:31 Uhr
L’Osteria auf Wachstumskurs: In diesem Jahr eröffnete das Unternehmen schon 13 neue Standorte, bis Endes des Jahres sollen es noch mehr als 20 werden. Foto: PR

Große Pizzen für kleine Teller und ein maßgeschneidertes, inszeniertes Flair mit „italienischem Lebensgefühl“ für jedes einzelne Restaurant. Mit diesem Lebensgefühl wirbt die Restaurantkette L’Osteria – und hat damit bisher Erfolg. Laut eigenen Angaben setzte die hinter der Restaurantkette stehende FR L’Osteria SE im vergangenen Jahr rund 486 Millionen Euro um. Dabei seien es zwei Jahre zuvor noch rund 100 Millionen Euro weniger gewesen.

Währenddessen schauen Gastronomen vielerorts in die Röhre – und ächzen unter sinkenden Umsätzen, dahinschmelzenden Margen und fernbleibenden Fachkräften. Zahlen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) zeigen, dass der preisbereinigte Umsatz in der Gastronomie im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken ist. Gegenüber 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie, schmolz der Umsatz sogar um über 14 Prozent.

Laut Verbandsmitteilung spüren die Betriebe die Preissensibilität und Konsumzurückhaltung der Gäste noch immer. So steigt auch die Zahl der Betriebsaufgaben seit 2021 an. Damals waren es noch rund 25.000, 2024 schon über 33.000.

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Die andere Seite der Medaille zeigt der Blick in die Systemgastronomie. Die schlug den Branchentrend und steigerte ihren Umsatz 2024 um zwölf Prozent, das zeigen Branchendaten des Bundesverbands der Systemgastronomie (BDS). Ohnehin mache die Systemgastronomie mittlerweile rund 40 Prozent des gesamten Angebots in Deutschland aus und bleibe so der bedeutendste Absatzkanal.

Und diese Entwicklung könnte sich noch weiter ausdehnen. Stefan Schußmann, Branchenexperte beim Handelsimmobilienberater IPH beobachtet den Markt schon lange: „Die Systemgastronomie wird weiter wachsen. Sie hat den Vorteil, auf standardisierte Prozesse zurückgreifen zu können; die Digitalisierung kriegt sie vielerorts auch besser hin als die Individualgastronomen – und oft sind auch mehr Ressourcen für wichtige Faktoren wie die Social-Media-Arbeit da“, sagt er.

Zur Systemgastronomie zählt auch L’Osteria. 1999 in Bayern gegründet, wächst das Filialnetz seit einigen Jahren rasant. Allein 2024 eröffnete die Kette, die per Franchise-Modell an immer mehr Orte getragen werden soll, 27 neue Restaurants. Insgesamt gibt es mittlerweile mehr als 200 Standorte, in München allein sind es 13. „L'Osteria schafft es, die Stärken der Systemgastronomie, nämlich die standardisierten Prozesse, einen zentralen Einkauf und das Franchise, mit individuellem Flair und authentischer italienisch geprägter Gastronomie zu verbinden – das zeichnet den Erfolg aus“, sagt Schußmann. „Der Grad der Filialisierung wird in Zukunft weiter zunehmen, Konzepte wie diese werden noch populärer.“

L’Osteria öffnet auf Mallorca

Eine dieser Filialen befindet sich nun auch auf Mallorca – gut 20 Autominuten von Touristen-Hotspots wie dem Bierkönig und der Schinkenstraße entfernt. Ende Juli erschloss L’Osteria so erstmals den spanischen Markt, inmitten des Mallorca Fashion Outlets. Laut Unternehmensmitteilung ist das mit fünf Millionen jährlichen Besuchern eines der am höchsten frequentierten Outlets in Europa.

„Mit Mallorca haben wir einen Standort gewählt, bei dem wir sicherlich von Abstrahleffekten der Markenbekanntheit aus unseren bestehenden Ländermärkten profitieren und gleichzeitig wichtige Erfahrungen für die weitere Expansion im spanischen Markt sammeln können“, sagte CEO Jacek Trybuchowski in einer Mitteilung. Immerhin zieht die Baleareninsel jährlich auch Millionen deutsche Touristen an, die die Kette womöglich schon vom Heimatmarkt kennen.

L’Osteria geht damit den Weg der Expansion weiter und ist nun in zehn europäischen Märkten vertreten. Bis 2030 will das Unternehmen die Zahl der Restaurants in Europa auf 500 erhöhen – mehr als doppelt so viele wie heute.

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Dafür holte sich das Unternehmen 2023 zum einen den Investor McWin  ins Boot, einen der größten seiner Art in der europäischen Foodservice-Branche. „Mit McWin um Gründer Henry McGovern hat L’Osteria sich reichlich Know-how dazugeholt – und er bringt wohl auch das nötige Geld mit“, sagt Branchenexperte Schußmann. Zum anderen verkündete L’Osteria erst im Februar, sich 60 Millionen Euro frisches Kapital von einem Bankenkonsortium unter der Führung der Deutschen Bank gesichert zu haben.

Experte: Für Expansion muss L’Osteria die Qualität halten

In diesem Jahr eröffnete L’Osteria schon 13 neue Standorte, bis Ende des Jahres sollen es noch mehr als 20 werden. Die Expansion startete 2011 mit Österreich, danach folgten etwa die Schweiz, England, Tschechien, Frankreich und Polen. Mit seiner Marschroute konnte L’Osteria die Zahl seiner Standorte in den vergangenen zehn Jahren vervierfachen.

Kann dieses radikale Wachstum so weitergehen? „Wenn L’Osteria es schafft, vor allem in den Auslandsmärkten weiterzuwachsen, halte ich das Ziel von 500 Restaurants bis 2030 für realistisch – denn das Potenzial am Heimatmarkt ist begrenzt“, sagt Schußmann. „Das größte Risiko bei einer so konsequenten Expansionsstrategie ist es, die Qualität der Restaurants zu halten – das bleibt im Falle von L’Osteria noch abzuwarten.“

Laut einer Sprecherin plant L’Osteria, sich in den kommenden Jahren auf die Weiterentwicklung der bereits bestehenden Märkte zu fokussieren. Besonders viel Potenzial sehe das Unternehmen in Frankreich, dem Vereinigten Königreich sowie der Erschließung neuer Märkte in Spanien oder Skandinavien.

Den Markt der Inspiration lasse das Unternehmen indes unangetastet. Zumindest vorerst. Laut der Sprecherin ist eine Expansion nach Italien derzeit nicht geplant.

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