Hausboot statt Immobilie: Wohnen auf dem Wasser - Alternative Eigenheime im Check
Nah am Wasser gebaut, ohne traurig zu sein: Mit Hausbooten kann man anlegen wo man will.
Foto: dpa Picture-Alliance
Eine Immobilie heißt so, weil sie unbeweglich ist und immer an ihrem Platz bleibt. Viele hält genau das vom Hauskauf ab. Welches Haus steht auf Dauer genau da, wo man es haben möchte? Und was macht der Eigentümer damit, wenn er etwa aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt ziehen will? Beim kurzfristigen Verkauf drohen Verluste – wenn sich überhaupt so schnell ein Käufer findet. So manchem ist eine Immobilie schlicht zu unflexibel.
Zwar sind die Finanzierungsbedingungen günstig, aber zugleich sind die Immobilienpreise in den gefragten Regionen stark gestiegen. In begehrten Großstädten wie Hamburg, Köln oder Berlin, oder auch in London, Amsterdam und vielen anderen Regionen muss für Wohnraum tief in die Tasche gegriffen werden.
Jetzt wittern vermehrt Individualisten eine Alternative zur Behausung aus Stein und Mörtel: Hausboote und schwimmende Wohnhäuser. Der Wohnraum auf dem Wasser bietet nämlich viele Vorzüge: Mit dem Hausboot lässt sich auch woanders hinschippern, an Flüssen und Seen wohnt es sich zudem meist naturnah und ruhig. Dabei sind Häfen und Liegeplätze am Flussufer oftmals recht zentral liegen, es gibt sie auch in zentraler Lage an Flüssen und Kanälen, die durch Großstädte fließen. Das sanfte Schaukeln auf dem Wasser gefällt ebenfalls vielen Interessenten, ein Grundstück ist nicht notwendig. Und statt eigenem Garten oder Balkon bieten die meisten Hausboote große Terrassen auf dem Schiffsdeck, um die einen im Sommer jeder Passant beneidet.
Frankreich
Ein Sonnenuntergang in Marseille: Trotz wirtschaftlicher Erholung halten es die Experten von Standard & Poor's in einem aktuellen Analysepapier für unwahrscheinlich, dass die Immobilienpreise in Frankreich 2015 noch steigen. Langsam anziehende Darlehenszinsen in Kombination mit der nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit dürften die Hauspreise – im Gegenteil – eher drücken, und zwar 2015 um rund drei Prozent. Erst für 2017 erwarten die Experten Wertsteigerungen von drei Prozent.
Foto: WirtschaftsWocheBelgien
Das Europaviertel in Brüssel: Wie in den meisten europäischen Ländern, haben sich die Immobilienpreise in Belgien seit 2000 mehr als verdoppelt. Seit der Finanzkrise 2008 sind die Mieten um die 15 Prozent gestiegen. In diesem Jahr sieht es aber anders aus: die Preise können bis zu 2,5 Prozent fallen. Der Grund: Seit Januar gilt eine geringere Steuerbefreiung auf Immobiliendarlehen. Ab 2017 könnten die Preise dagegen wieder steigen, um rund zwei Prozent.
Foto: WirtschaftsWocheItalien
Das Kolosseum in Rom: Italiens Wirtschaft kann sich zumindest in der kurzen Frist erholen. Wie nachhaltig die Entwicklung angesichts einer hohen Jugendarbeitslosigkeit von über 40 Prozent ist, bleibt allerdings abzuwarten. Der Analyse von S&P zufolge dürften die Immobilienpreise im laufenden Jahr noch stagnieren. 2016 rechnen die Experten dann mit einem deutlichen Anstieg von 2,5 Prozent. 2017 sollen die Preise sogar um drei Prozent steigen.
Foto: WirtschaftsWocheSchweiz
Alpenpanorama: Die Aufhebung der Euro-Franken-Koppelung hat für ein leichtes Erdbeben an den Devisenmärkten gesorgt und beträchtlichen Einfluss auf die Schweizer Wirtschaft genommen. Die Immobilienmärkte blieben davon jedoch weitestgehend verschont. Die Preise werden 2015 daher moderat um 1,5 Prozent steigen. 2016 soll die Preissteigerung auf ein Prozent zurückgehen. Dennoch: Die niedrigen Zinsen und der starke Franken könnten künftig die Nachfrage nach Wohnungseigentum steigen lassen. Bislang hat die Schweiz mit 44 Prozent die niedrigste Eigentumsquote von allen wirtschaftlich entwickelten Ländern.
Foto: WirtschaftsWocheSpanien
Der Hafen von Barcelona: Die Finanzkrise hat den Markt für die Urlaubsdomizile im Süden Europas erschüttert. Doch in diesem Jahr sind die Immobilien wieder etwas teurer. Um die 2,5 Prozent sind die Preise gestiegen. Im kommenden Jahr sollen sich die Preise auf demselben Niveau bewegen und 2017 um vier Prozent steigen.
Foto: WirtschaftsWocheNiederlande
Der niederländische Immobilienmarkt erholt sich schneller als von den Experten von Standard & Poor's erwartet. Getrieben werden die Preise von der robusten Konjunktur. Im laufenden Jahr erwarten die Analysten einen Preisanstieg um drei Prozent. 2016 sollten sich die Preise um weitere 3,5 Prozent erhöhen.
Foto: HandelsblattPortugal
Ausblick aus einem Hotelzimmer in Lissabon: Die wirtschaftliche Erholung und das gesteigerte Interesse ausländischer Investoren ist derzeit für den Anstieg der Immobilienpreise in Portugal verantwortlich. Die Preise sind in diesem Jahr um vier Prozent gestiegen (2016: drei Prozent). 2017 sollten Häuser noch um zwei Prozent an Wert gewinnen.
Foto: APDeutschland
Wohnungen in Hamburg: Die Immobilienpreise steigen hierzulande weiter kräftig. Im ersten Halbjahr 2015 sind die Preise um fünf Prozent gestiegen – der zweithöchste Anstieg in Europa. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Laut Standard & Poor's werden Häuser im kommenden Jahr um 4,5 Prozent und 2017 um 3,5 Prozent teurer.
Foto: WirtschaftsWocheGroßbritannien
Der Glockenturm Big Ben in London: Die Immobilien werden in Großbritannien immer wertvoller. Grund dafür ist das gute Wirtschaftswachstum und die sinkende Arbeitslosigkeit. Um die sieben Prozent werden die Preise in diesem Jahr steigen. Im kommenden Jahr sind es fünf Prozent und 2017 noch 2,5 Prozent.
Foto: WirtschaftsWocheIrland
Eine Straße in Dublin: Irlands Immobilienmarkt hat sich seit Mitte 2013 stark erholt – die Häuser und Wohnungen sind rasant im Wert gestiegen. Demnach steht das Land mit neun Prozent höheren Preisen an der Spitze der Statistik. In den kommenden Jahren wird sich der Wachstum verlangsamen, mit einen Anstieg von fünf Prozent in 2016 und drei Prozent im Jahr 2017.
Foto: WirtschaftsWoche
So teuer wie ein Haus
Aber ist die Wohnsitzverlagerung auf ein Hausboot auch wirtschaftlich und praktikabel?
Bei der Anschaffung können Hausboote ohne weiteres den Preis eines freistehenden Einfamilienhauses und mehr erreichen. Hinzu kommt noch der Unterhalt: Wartungsarbeiten, Reparaturen und Liegeplatzgebühren sind unumgänglich. Hinzu kommen Kosten für Frischwasser und Abwasserentsorgung, Stromversorgung sowie notwendige Versicherungen. All diese Ausgaben gehören zwingend zur Kalkulation der Wohnkosten. Zudem sollten technische und bürokratische Hürden sowie Einschränkungen durch das vorhandene Wasserwegenetz nicht außer Acht gelassen werden.
Ob ein Hausboot günstiger als ein Immobilienkauf ist, lässt pauschal kaum beantworten, denn es gibt viele Hausbootvarianten an den unterschiedlichsten Standorten. Grundsätzlich muss zwischen motorisierten, fahrbereiten Hausbooten, die unter die Sportbootrichtlinie fallen, und Hausbooten oder schwimmenden Wohnhäusern mit dauerhaftem Liegeplatz unterschieden werden. Bei ersteren handelt es sich oftmals um umgebaute Sportboote oder floßähnliche Konstruktionen, die tatsächlich eher zum Wohnen konzipiert wurden. Einen regelrechten Boom erleben Hausboote, die zwischen diesen beiden Typen liegen, meist recht kostengünstig konstruiert sind und sowohl für Ausflüge als auch als Wohnraum taugen.
„Für die lokalen Behörden ist die Art der Nutzung entscheidend. Hausboote, die dauerhaft bewohnt oder an Urlauber vermietet werden, behandeln die Behörden nämlich als schwimmendes Ferienhaus, für die es je nach Standort erhebliche Auflagen gibt“, sagt Ulf Baither, Geschäftsführer von Floating House. „Wessen Hausboot ständig auf den Wasserwegen unterwegs ist und an wechselnden Orten anlegt, wird hingegen wie ein Sportboot nahezu ohne bauliche Auflagen behandelt und benötigt keinen festen Liegeplatz, sondern nur eine geeignete Anlegestelle“. Diese seien für die meist recht ausladenden Hausboote allerdings rar gesät. Diese Wohnform ist daher nur etwas für nicht-sesshafte Individualisten oder Dauerreisende.
Wohnen in Holz
„Woodcube“ heißt das fünfgeschossige Mehrfamilienhaus, das im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 2013 in Hamburg gebaut wurde.
Foto: Pressefoto DeepGreen Development GmbHWoodcube im Hamburg
Nur Holz, nicht einmal Leim, verwendet Deep Green für sein Woodcube. Es entstand im Rahmen der internationalen Bauausstellung IBA in Hamburg-Wilhelmsburg.
Foto: Pressefoto DeepGreen Development GmbHEckwerk Berlin
Überwiegend „echt“ Holz – auch wenn es kaum zu sehen ist. Das Eckwerk Berlin in der Holzmarktstraße in Berlin-Friedrichshain wird als sogenannter Hybrid-Bau entstehen. Für das bis zu zwölf Geschosse hohe Projekt der Architekturbüros Graft sowie Kleihues + Kleihues werden auch andere Materialien verwendet werden.
Foto: Pressefoto Graftlab
Sue & Til, Winterthur
Sue & Til ist das größte Holzbauprojekt der Schweiz. Auf dem ehemaligen Sulzer-Gelände in Winterthur entstehen 300 Wohnungen. Das Vorhaben von Entwickler Implenia fand beim Versicherungskonzern Allianz soviel Anklang, dass seine Schweizer Immobilientochter einstig.
C13 in Berlin
Mit dem Deutschen Holzbaupreis 2015 ausgezeichnet wurde das Bildungs- und Wohnhaus des Architekturbüros Kaden + Lager in Berlin. Tom Kaden gilt als einer der Vorreiter des mehrgeschossigen Holzbaus.
Foto: Pressefoto Kaden + LagerKampa K8 in Aalen
Zeigen, was geht, wollte der Fertighaushersteller Kampa und baute sich einen Firmensitz aus Holz in Aalen-Waldhausen. Verblüffend: Auch die brandtechnisch sensiblen Bereiche wie Treppenhaus und Aufzugsschacht sind komplett aus Holz errichtet.
Foto: Pressefoto Kampa
Hoho in Wien
„Hoho“ in Wien: Ein Hotel mit Restaurant sowie Wellness- und Beauty-Angeboten plus Apartments werden in einem der höchsten Holzhäuser Europäas vereint. Mit dem Bau des 24-stöckigen Gebäudes im Stadterweiterungsgebiet Seestadt Aspern wird im Frühjahr 2016 begonnen. Foto:
Foto: Pressefoto Kerbler GruppeGWG, Badgasteinerstraße in München
Aus alt mach neu mit Holz. Nach diesem Motto modernisierte und erweiterte der Münchener Wohnungsvermieter GWG konventionelle Mehrfamilienhäuser in der Badgasteiner Straße durch Holzelemente. Probleme wie Schall- und Brandschutz sind lösbar, stellten die Münchener fest.
Foto: GWG München/Stefan Müller-Naumann
Holz-Mehrfamilienhaus in Kehl
In Kehl am Rhein baut der Fertighaushersteller Weberhaus fünfgeschossige Mehrfamilienhäuser in Holz-Tafelbauweise. In den meisten Bundesländern wird für bis zu fünf Geschossen hohe Gebäude aus Holz keine Sondergenehmigung benötigt. Foto: Weberhaus
Foto: Pressefoto WeberhausCubity in Darmstadt
Das Studentenwohnheim Cubity wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Solar Decathlon Europe 2014“ aufgebaut und gezeigt. Die Deutsche Fertighaus Holding will es nun in Darmstadt bauen.
Foto: Pressefoto Deutsche Fertighaus Holding
Neue, großzügige Hausboote mit moderner Technik und Winterausstattung mit gedämmten Wänden, Heizung sowie Warmwasserversorgung sind hingegen ganzjährig bewohnbar und unterliegen den Bauauflagen der lokalen Behörden. Wer auf den Wasser wirklich leben will, benötigt jedoch einen festen Standort – und der kostet. „Für ein Hausboot benötigt der Käufer unbedingt einen Liegeplatz. Die Kosten dafür sind abhängig von der Größe des Hausboots und schwanken sehr stark, ungefähr zwischen 2000 und 6000 Euro im Jahr“, berichtet Marie Gest vom Hausbootanbieter Floatinghouse in Berlin. Der Liegeplatz kann in ausgewiesenen Zonen an Flüssen und Seen liegen, auch ein Ankerplatz in einem Yachthafen ist möglich, sofern der Hafenbetreiber das erlaubt. Denn moderne Hausboote nehmen leicht den Platz von mehreren normalen Sportbooten in Anspruch – und das meist auf Dauer.
Beliebt, so Marketingmanagerin Gest, seien vor allem die Standorte an der Ostsee. In Großstädten wie Hamburg, Berlin, Köln oder Leipzig sei das Angebot an Liegeplätzen noch immer sehr klein und vergleichsweise teuer. „Oft gibt es Probleme mit den Genehmigungen neuer Liegeplätze durch die Behörden. Für festliegende und nicht fahrbare Hausboote muss die zuständige Gemeinde erst einen Bebauungsplan verabschieden. Der ist aber oft schwer durchzukriegen“, weiß Gest aus Erfahrung.
Nur wenn Hausboot-Liegeplätze, wie etwa im Rhein-nahen Freizeit- und Erholungsgebiet Xantener Nordsee, politisch gewollt seien, ist das Genehmigungsverfahren auch schon mal nach einem Jahr abgeschlossen. Üblich sind jedoch Verfahrensdauern von zwei bis fünf Jahren, verbunden mit Kosten von 30.000 bis 50.000 Euro.
Das allein schreckt schon viele Hausbootkäufer ab. Ein Hausboot-Wohnprojekt an der Berliner Humboldtinsel etwa hatte eine Vorlaufzeit von acht Jahren. Einen Liegeplatz in einem Yachthafen zu ergattern, dürfte bedeutend einfacher sein und schneller gehen. Viele gebrauchte Hausboote werden gleich mit Liegeplatz angeboten, Hausboothersteller helfen zudem oft bei der Suche. Wer lieber ein Ufergrundstück erwerben möchte, um dort mit seinem Hausboot dauerhaft zu ankern, muss sich auf einen Behördenmarathon einstellen und zahlt zudem Grundsteuer und Grunderwerbssteuer. Für das Hausboot am gepachteten Liegeplatz fallen diese Steuern grundsätzlich nicht an.
1. Gute Einkaufsmöglichkeiten
72,2 Prozent der Befragten nannten gute Einkaufsmöglichkeiten als das wichtigste Merkmal einer guten Umgebung für ein Eigenheim. Vor vier Jahren lag dieser Wert noch bei 65 Prozent.
Eine gemeinsame Studie von ImmobilienScout24 und Interhyp hat 1.926 Kaufinteressenten im Mai 2015 nach den wichtigsten Kriterien in der direkten Umgebung der Immobilie gefragt. Mehrfachnennungen waren möglich.
Quelle: Immobilienscout24
Stand: Juni 2015
Foto: dpa2. Gute Verkehrsanbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln
59,8 Prozent der befragten Kaufinteressenten legten Wert auf eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Insbesondere für Berufspendler ist das ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Immobilienstandorts.
Foto: dpa3. Natur
Wälder, Wiesen, Parks, Flüsse und Seen haben viele gern vor der Haustür. 46,1 Prozent der angehenden Eigenheimbesitzer finden Natur in direkter Umgebung des Wohnsitzes besonders wichtig.
Foto: dpa4. Ärztliche Versorgung
Gerade wenn man krank ist, möchte man keine langen Wege bis zum Arzt absolvieren. 45,9 Prozent legen besonderen Wert auf gute ärztliche Versorgung in der näheren Umgebung. Spätestens im Alter zahlt sich das aus.
Foto: dpa5. Nähe zum Arbeitsplatz
Morgens ist die Zeit oft knapp, um rechtzeitig auf der Arbeit zu erscheinen. 28,7 Prozentder Immobilienkäufer achten daher darauf, dass ihre selbstgenutzte Immobilie relativ nah am Arbeitsplatz gelegen ist.
Foto: dpa6. Autobahn
Männer und Frauen haben hinsichtlich der Lage ihres Eigenheims unterschiedlich starke Vorlieben. Während 32 Prozent der Männer eine gute Anbindung an eine Autobahn wünschen, ist dies nur jeder vierten Frau (26 Prozent) wichtig.
Foto: dpa7. Gute Schulen
Jedem vierten Umfrageteilnehmer ist beim Hauskauf eine gute Schule in der Nähe wichtig. Bei Männern nennen 25 Prozent der Männer dies als wichtiges Kriterium, Frauen legen zu 19 Prozentgroßen Wert darauf. Dann lohnt sich der Hauskauf für Familien mit Kindern besonders.
Foto: dpa8. Kitas und Kindergärten
20 Prozent der Männer und 17 Prozent der Frauen wünschen sich Kitas und Kindergärten in direkter Umgebung des Eigenheims.
Foto: dpa9. Kinderfreundliche Nachbarschaft
22 Prozent der männlichen Kaufinteressenten wünschen sich eine kinderfreundliche Nachbarschaft. Frauen ist dies weniger wichtig, nur 14 Prozent von ihnen legen Wert auf kinderfreundliche Nachbarn.
Foto: dpa10. Lärm
Allseits unbeliebt ist hingegen eine Immobilie, die sich in einer extrem lauten Umgebung befindet. Kaufinteressenten, die ein Objekt im Stadtzentrum suchen (40 Prozent) tolerieren hierbei eine laute Kulisse tendenziell eher. Insgesamt ist Lärm, durch z.B. eine große Straße, allerdings für fast jeden Zweiten (46 Prozent) ein absolutes Ausschlusskriterium.
Foto: dpa
Standort und Nutzung bestimmen die Auflagen
Hersteller von modernen Hausbooten fragen Interessenten deshalb zuerst nach dem Liegeplatz. Denn nur wenn ein Liegeplatz vorhanden ist, ist eine konkrete Planung der schwimmenden Behausung möglich. Zum einen benötigt ein Hausboot oftmals mehr Platz als eine kleine Yacht, zum anderen muss es nicht zwingend mit einem Motor ausgestattet werden. Ist ein fester Liegeplatz vorgesehen, kann auf einen eigenen Antrieb verzichtet werden, dafür ist in der Regel ein Anschluss an das Versorgungsnetz nötig. Wer den Standort wechseln will, muss das Hausboot von einem anderen Kahn schleppen lassen.
Ist das Hausboot mit eigenem Motor ausgestattet, ist auf Binnengewässern seit einigen Jahren kein Führerschein mehr erforderlich, sofern die Motorleistung 15 PS nicht überschreitet. Allerdings kann es regionale Ausnahmen geben, etwa für einige Wasserwege in Berlin. Die meisten Hausbootbesitzer dürften jedoch gut ohne Führerschein auskommen.
Wer die Kosten für ein Hausboot kalkuliert, muss außerdem Ausgaben für laufende Reparaturen und Instandhaltungskosten einplanen. Die sind natürlich abhängig vom Zustand des Hausboots. Zum Beispiel müssen jene Teile des Hausboots, die ständig im Wasser liegen oder der Witterung ausgesetzt sind und rosten, regelmäßig geprüft und gewartet werden. Ohne Farbeimer und Pinsel kommt kein Hausbootbesitzer aus.
Bei neuen Hausbooten rechnet Anbieter Floatinghouse überschlägig mit jährlichen Ausgaben von 1800 Euro für die laufenden Arbeiten am Boot. Ältere Hausboote sind anfälliger für Reparaturen, dann können die Kosten auch deutlich darüber liegen. Vor allem Schiffe und Boote, die nachträglich zum Hausboot umgebaut wurden, sind in diesem Punkt deutlich kostenintensiver als die modernen schwimmenden Wohnhäuser, die zwar ebenfalls beweglich, aber weniger zum Reisen gedacht sind.
Vor allem im Yachthafen, auch Marina genannt, kommt es vor, dass der Anbieter der Liegeplätze die Bootseigner dazu verpflichtet, Wartungsarbeiten in der eigenen Werft beziehungsweise durch die eigenen Handwerker vornehmen zu lassen. Vor dem Anmieten eines Liegeplatzes sollte das sowie die weiteren Regeln des Verpächters genauestens geklärt werden.
Ein weiterer Kostenblock ist die zwingend notwendige Versicherung. Sie entspricht ungefähr einer kombinierten Wohngebäude-Haftpflicht-Kaskoversicherung, auch eine Inhaltsversicherung – ähnlich einer Hausratversicherung – kann integriert werden. Die Kosten dafür schlagen locker mit 1000 bis 2000 Euro im Jahr zu Buche. Ist das Hausboot fahrbereit, also motorisiert, wird es ebenso teurer wie bei größeren Hausbooten.
Wohnnebenkosten einplanen
Wer dauerhaften Wohnkomfort auf dem Wasser sicherstellen möchte, kommt um einen Anschluss an die örtlichen Versorgungsnetze für Strom, Wasser und Abwasser nicht herum. Zwar lässt sich die Versorgung mit Hilfe von Generator, Solardach, Batterie, Frisch- und Abwassertank auch autark organisieren, doch ist dies mit erheblichen Mehrkosten beim Kauf sowie regelmäßigen Ausgaben fürs Tanken, Abpumpen und Instandhaltung verbunden. Einige Hausboote sind sogar mit einer kleinen Kläranlage ausgestattet, die jährlich gewartet werden muss.
Ist der Liegeplatz bereits an die Versorgungsnetze angeschlossen, stellt der Verpächter dies wie bei einer Nebenkostenabrechnung für eine Mietwohnung in Rechnung. Ist eine komplette Erschließung der Anlegestelle notwendig, kommen auf den Bootseigner jedoch leicht Ausgaben im fünfstelligen Bereich zu. Die Müllentsorgung ist in vielen Marinas bereits in der Liegeplatzgebühr enthalten, ansonsten kommen nochmal etwa 150 Euro oben drauf. Insgesamt ähneln die gesamten Nebenkosten eines Hausbootes denen für ein Einfamilienhaus.
Die Blasengefahr steigt sichtbar: Mieten und Kaufpreise wachsen in 173 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten nicht gleichmäßig. Der Preisblasenindex des Bonner Beratungsunternehmens Empirica zeigt für das zweite Quartal 2015 für 83 Kreise und Städte eine hohe Blasengefahr an. Das ist ein deutlicher Anstieg: Im Vorjahr waren nur 61 Gemeinden gefährdet, vor drei Jahren sogar nur 18 Städte und Kreise.
Hinweis: Empirica teilt ihr Bewertungsschema zur Untersuchung der Blasengefahr in Deutschlands Großstädten in vier Kategorien ein: „Vervielfältiger“ gibt an, wie viele Jahresmieten nötig sind, um eine Eigentumswohnung erwerben zu können, „Preis-Einkommen“ misst die Anzahl der benötigten Jahreseinkommen für den Erwerb einer Eigentumswohnung, „Fertigstellungen“ zeigt, wie viele Wohnungen je 1000 Einwohner pro Quartal fertiggestellt wurden. Die vierte Kategorie beziffert die gesamte Blasengefahr für die jeweilige Stadt. Zur Kennzeichnung der Blasengefahr verwendet Empirica eine Ampel. Rot bedeutet akute Blasengefahr, Gelb eine mittelmäßige Blasengefahr und grün eine stabile Immobilienmarktentwicklung. Die Daten beschreiben die Entwicklung des zweiten Quartals 2015 im Vergleich zum ersten Quartal 2004 (Ausnahme Fertigstellungen: Vergleich 2013 und 2003).
Foto: dpaIn Hamburg braucht man im Jahr 2015 28,4 Jahresmieten, um den Kaufpreis einer Wohnung abzudecken – 2004 waren es nur 25,8. Auch das Verhältnis Kaufpreis zu Jahresmiete entwickelt sich negativ: Brauchte man 2004 noch 6,1 mal das durchschnittliche Jahreseinkommen für den Kaufpreis, sind es 2015 7,5 mal. Bei beiden Kategorien steht die Blasenampel auf Rot. Ebenfalls werden immer mehr Wohnungen pro 1000 Einwohner fertiggestellt. 2003 waren es 2,2 – 2015 schon 3,7.
Blasengefahr: Rot
Foto: dpaAuch in Bremen wächst die Gefahr einer Marktüberhitzung: Zwar ging die Fertigstellungsquote von 2,2 Wohnungen pro 1000 Einwohner im Jahr 2003 auf 1,6 im Jahr 2013. Die Kaufpreise steigen dennoch: Das Verhältnis Kaufpreis zu Jahresmiete stieg von 19,9 auf 23,9 und das Verhältnis Kaufpreis zum Jahreseinkommen erhöhte sich von 4,7 auf 5,2. Insgesamt bedeutet das für Bremen eine mittlere Blasengefahr.
Blasengefahr: Gelb
Foto: dpaImmobilien in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens werden immer teurer. Im Vergleich zu 2004 stieg die Anzahl der Jahresmieten für den Erwerb einer Wohnung von 22,4 auf 29,2. Das Verhältnis vom Kaufpreis zum Jahreseinkommen stieg von 5,3 auf 6,9. Ebenfalls werden in Düsseldorf mehr Wohnungen gebaut, der Wert stieg von 2,1 leicht auf 2,3.
Blasengefahr: Rot
Foto: dpaAuch in Köln leuchtet die Ampel rot auf: Das Jahresmieten-Kaufpreis-Verhältnis stieg von 2,7 auf 27,4. Das Preis-Einkommensverhältnis stieg nicht ganz so stark, aber auch von 6,0 auf 6,7. Und auch in Köln werden mehr Wohnungen gebaut: Von 2,6 pro 1000 Einwohner stieg der Wert auf 3,0.
Blasengefahr: Rot
Foto: dpaIn Essen sank sowohl das Verhältnis Preis-Einkommen (von 5,4 auf 5,3) als auch die Zahl der Fertigstellungen (von 1,4 auf 1,3) leicht. Doch das Verhältnis von Kaufpreis zu Jahresmiete stieg so stark an (von 22, auf 26,6), dass die Gesamtsituation trotzdem bedenklich bleibt.
Blasengefahr: Rot
Foto: dpaDortmund kommt unter den zwölf größten kreisfreien Städten am besten weg. Deutliche Rückgänge gibt es in den Kategorien Kaufpreis-Jahresmiete (von 25,2 auf 24,2) und bei Fertigstellungen von Wohnungen (von 3,1 auf 2,1 Wohnungen pro 1000 Einwohner). Auch der Wert in der Kategorie Preis-Einkommen ist leicht gesunken, von 5,6 auf 5,5.
Blasengefahr: Grün
Foto: dapdTiefrot dagegen leuchtet die Ampel in der Bankenmetropole Frankfurt am Main. Die Stadt verzeichnet einen enormen Anstieg der Werte in allen drei Kategorien. Brauchte man 2004 noch 20,6 Jahresmieten, um den Kaufpreis einer Wohnung zu decken, sind es 2015 schon 26,1. Beim Preis-Einkommens-Verhältnis stieg der Wert von 6,8 auf 8,1. Ebenfalls werden deutlich mehr Wohnungen gebaut: Die Zahl der Fertigstellungen stieg von 2,8 auf 4,5 Wohnungen pro 1000 Einwohner.
Blasengefahr: Rot
Foto: dpaIn Stuttgart spitzt sich die Lage auf dem Immobilienmarkt ebenfalls zu. Die Jahresmieten für den Erwerb einer Wohnung stiegen von 24,3 auf 28,6. Auch das Preis-Einkommens-Verhältnis legte zu – von 5,8 auf 7,3. Und auch die Fertigstellungen stiegen an, von 1,6 auf 2,5.
Blasengefahr: Rot
Foto: dpaWenig überrraschend: Für München leuchtet die Ampel auch rot. Sie Landeshauptstadt Bayerns gilt als das teuerste Pflaster Deutschlands. Das Kaufpreis-Jahresmieten-Verhältnis stieg von 27,7 auf 32,4. Das Preis-Einkommens-Verhältnis stieg von 7,3 auf 9,8. Auch der Wert bei den Fertigstellungen der Wohnungen pro 1000 Einwohner kletterte höher – von 2,9 auf 5,5.
Blasengefahr: Rot
Foto: dpaIn Berlin steigen alle Werte leicht bis mittel an. Beim Verhältnis Kaufpreis zu Jahresmiete von 24,9 auf 25,9, beim Preis-Einkommens-Verhältnis von 6,3 auf 8,3 und bei den Fertigstellungen von 1,6 auf 1,9. Insgesamt ergibt auch das keine rosige Situation für Immobilien-Investoren.
Blasengefahr: Rot
Foto: dpaIn Dresden ist die Gefaht für eine Immobilienblase nicht ganz so präsent: Der Wert beim Verhältnis Kaufpreis zu Jahreseinkommen stieg zwar von 5,4 auf 5,9. Von 25 auf 23,2 verringerte sich aber der Wert beim Verhältnis Kaufpreis zu Jahresmiete. Und bei den Fertigstellungen gibt es nur einen minimalen Anstieg von 2,1 auf 2,2.
Blasengefahr: Gelb
Foto: APEinen entspannten Immobilienmarkt finden Investoren auch in Leipzig. Neben Dortmund ist das die einzige größere deutsche Stadt, für die die Ampel grün leuchtet. Zwar werden mehr Wohnungen fertiggestellt (von 2,1 auf 2,7). Dafür sank das Verhältnis vom Kaufpreis zur Jahresmiete (von 31,9 auf 24,1) und vom Kaufpreis zum Jahreseinkommen (von 6,3 auf 6,1).
Blasengefahr: Grün
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Finanzierer haben sich auf Hausboote eingestellt
Relativ problematisch war lange die Finanzierung eines Hausbootes. Da selbst Hausboote ohne eigenen Motorantrieb grundsätzlich ein bewegliches Wirtschaftsgut sind und zudem Wasser und Wetter ausgesetzt sind, tun sich noch immer viele Banken damit schwer, das Hausboot als Sicherheit zu akzeptieren. Zudem gibt es für Hausboote kein Grundbuch, in das die Bank eine Grundschuld eintragen lassen kann. Für viele war das Finanzierungsrisiko daher nicht kalkulierbar.
Dennoch hat sich die Situation in den vergangenen Jahren entspannt. Zumindest die Hausboothersteller arbeiten regelmäßig mit verschiedenen Finanzierern zusammen, die gute Erfahrungen mit Hausbootkäufern gemacht haben. „Die Konditionen liegen dabei zwischen einem höher verzinsten Konsumentenkredit und einem günstigen Baukredit für eine Immobilie“, erklärt Baither. „Wertgutachten durch vereidigte Sachverständige helfen den Banken, die Risiken angemessen zu kalkulieren.“ Damit lassen sich überzogene Zinsforderungen der Banken oftmals verhindern.
„Dass ein Hausboot in Deutschland gekauft wird, um dauerhaft darauf zu wohnen, passiert praktisch nie“, berichtet Gest vom Anbieter Floatinghouse. „99,9 Prozent unserer Käufer wollen ihr Hausboot nur wenige Wochen im Jahr nutzen und in der restlichen Zeit an Urlauber vermieten. Sie nutzen das Hausboot als Geldanlage.“
Mit der Vermietung eines Hausbootes an Feriengäste ergeben sich für den Eigentümer nämlich Steuervorteile. Laufende Kosten für Liegeplatz, Wartung und Reparatur lassen sich dann als Betriebskosten von der Steuer absetzen. Zudem sind die Chartermieten für den Vermieter recht einträglich. Selbst ältere Hausboote sind pro Woche kaum unter 800 Euro zu mieten, häufig liegen die Kosten zwischen 1200 und 2000 Euro pro Woche, abhängig von Bootsgröße, Ausstattung, Saison und Standort.
Wer sein Hausboot vermietet, darf es dennoch selber nutzen. Laut Steuerrecht darf die Selbstnutzung aber zehn Prozent nicht überschreiten. Immerhin genügt das für einen sechs- bis siebenwöchigen Urlaub auf dem eigenen Hausboot ohne Steuernachteile.
Fazit: Hausboote eigenen sich zwar zum dauerhaften Wohnen, sind aber unter dem Strich durch die Betriebskosten etwas teurer im Unterhalt als eine normale Wohnung. Zudem sind Liegeplätze sehr knapp und längst nicht in jeder Region verfügbar. Nur wer das Hausboot überwiegend vermietet, profitiert von Steuervorteilen. Zustände wie auf Londons Kanälen oder in den Amsterdamer Grachten, wo diese Wohnform eine echte Alternative zur teuren Immobilie darstellt, wird es auf deutschen Gewässern bis auf weiteres wohl nicht geben.
Liebhabern vom Wohnen auf dem Wasser ist daher eher das gelegentliche Mieten eines Hausbootes für den Urlaub zu empfehlen, sofern das Budget begrenzt. Wer mit spitzem Bleistift rechnen muss, wird das Wohnen auf dem Wasser schnell bereuen, denn ein Hausboot als permanentes Domizil frisst viel Zeit und Geld. Wirtschaftlicher ist sicher die Vermietung an Urlauber. Dann ist aber weiterhin eine womöglich teure Wohnung in der Stadt nötig.