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Dickes Plus beim AutovermieterSixt will in den USA Gas geben

Bei Sixt läuft es derzeit rund. Der wohl profitabelste Autovermieter verzeichnet satte Zuwächse bei Umsatz und Gewinn und erhöht die Prognose. Hat Firmenchef Erich Sixt nun genügend Wucht für den Großangriff in den USA?Axel Höpner 20.08.2015 - 07:59 Uhr Quelle: Handelsblatt

Sixt ist bekannt für seine Werbemotive. Doch nicht aus jeder frechen Idee wird eine Anzeigenkampagne. Dieses Motiv zum Beispiel wurde verworfen. Der Entwurf thematisiert den Rücktritt von Reinhard Grindel als DFB-Präsident. Grindel war Anfang April wegen der Annahme einer Luxus-Uhr von einem ukrainischen Oligarchen als Präsident des Deutschen Fußballbunds zurückgetreten, am 10. April gab er auch seine Ämter bei der Fifa und der Uefa ab. Eine hohe Schadenersatzzahlung wollte Sixt nicht riskieren – denn Grindel wehrt sich gegen die Korruptionsvorwürfe.

Foto: WirtschaftsWoche

Wegen des Motiv einer von einer Cabriofahrt zerzausten Angela Merkel gab es schon einmal Ärger für die Familie Sixt. Erich Sixt präsentierte sich im Februar 2019 vor dem Bild. Das Unternehmen testet seit längerem die Anmietung und Abholung von Mietautos per App.

Foto: dpa

Rücktritt? Oder nicht Rücktritt? Das Hin und Her um einen Rückzug Horst Seehofers als Bundesinnenminister im vergangenen Sommer war dem Autovermieter Sixt einen ironischen, aber schon fast zahmen Seitenhieb wert.

Foto: Screenshot

Nach dem Wirbel um die Äußerungen des AfD-Vizes Alexander Gauland über den deutschen Fußballnationalspieler Jérôme Boateng ("Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.") im Sommer 2016 kommt Autovermieter Sixt gut eine Woche später mit einer humorvollen und passenden Werbung daher - für Umzugswagen.

Foto: Screenshot

Der Autovermieter nutzt das #Merkelmeme, dass nach dem G7-Gipfel durch die sozialen Netzwerke geisterte, für sich: Anlässlich der Hauptversammlung verspricht Sixt eine dicke Dividende. An der Behauptung entzündet sich Kritik: Im Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs am 10. Juni 2015 zahlt Sixt eine Dividendenrendite von etwas über drei Prozent. Das ist ordentlich, aber im SDAX – dem Vergleichsindex, in dem der Wert notiert ist – gibt es andere Werte, die glänzen.

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Auch, als im April 2015 zum siebten Mal der Bahnstreik die Republik lahm legte, war das Grund genug für Sixt, Claus Weselsky erneut zum Mitarbeiter des Monats zu ernennen.

Foto: Screenshot

Zum neunten Mal kommt es im Mai 2015 im Tarifkonflikt zwischen Deutscher Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL zum Arbeitskampf. Auf Twitter kursiert ein Bild, das eine witzige Reaktion des Autovermieters Sixt darauf zeigt: Ein Miet-Lkw der aussieht, als ob er einen Bahn-Waggon an Bord hätte, zusammen mit dem Spruch: "Die Bahn kommt".

Foto: Screenshot

Nachdem der EZB-Präsident Mario Draghi Anfang 2015 die Geldschleusen geöffnet hat und damit die Kritik vieler deutscher Ökonomen auf sich zog, zeigt auch Sixt sich einfallslos. „Lieber Herr Draghi, bei diesen Summen fällt selbst uns nix mehr ein!“ –allerdings stapelt der Autovermieter tief. Denn eingefallen ist ihm doch noch etwas...

Foto: Screenshot

„Zwei Italiener, die schlaflose Nächte verursachen. (Einen davon gibt's günstig bei Sixt)“ – geschickt spielt Sixt mit der Angst der Deutschen um ihre Ersparnisse nach der EZB-Geldschwemme und der Vorliebe des ein oder anderen für schnelle Autos, in diesem Fall ein Maserati GranCabrio in sportlichem Rot. Der kostet neu immerhin rund 130.000 Euro, was gegen die Billionen, die die EZB in die Märkte spült, wie Kinkerlitzchen anmutet. Mieten kann man ihn sogar noch günstiger.

Foto: WirtschaftsWoche

Im Zuge der GDL-Verhandlungen mit der Deutschen Bahn hat sich Sixt einen Slogan einfallen lassen, der aufhorchen lässt. Der Spruch "HDGDL" steht vermutlich nicht dafür, dass das Unternehmen den Streik der Lokführer unterstützt. Vielmehr scheint sich Sixt bei der GDL bedanken zu wollen. Statt sich auf die Deutsche Bahn zu verlassen, möchten viele Kunden nicht das Risiko von Verspätungen in Kauf nehmen und mieten stattdessen auch mal ein Auto.

Foto: WirtschaftsWoche

Auf diesem Motiv aus dem Jahre 2009 ist die damalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zu sehen. Der Werbespruch "Versprochen: Nächstes miete ich bei Sixt" bezog sich auf die Kritik, ihren Dienstwagen in den Jahren 2004 bis 2008 im Urlaub genutzt zu haben.

Foto: dpa

Pleite ist er, der Roberto Blanco. Das stand schon im Juni groß in den Boulevard-Zeitungen. Im neuen Werbe-Film von Sixt macht der 77-Jährige aus seiner Not eine Tugend und schlägt gleich noch ein bisschen Geld raus. Im Video rappt er Zeilen wie “Roberto ist blanco, nix mehr auf der Banko” und macht Werbung für die Cabrio-Angebote des bekannten Autovermieters. Denn: "Ein bisschen spar'n muss sein" - zumindest wenn die Ex-Frau angeblich das ganze Geld hat.

Foto: Screenshot

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott bekanntlich nicht zu sorgen. So findet sich denn auch auf der Facebook-Seite des Autovermieters dieser Tage eine Anspielung auf das Ende der ZDF-Unterhaltungsshow "Wetten, dass..?" mit den Worten: "Unsere Außenwette". Der Show-Klassiker soll im Dezember nach fast 34 Jahren Laufzeit eingestellt werden. Zuletzt wollten immer weniger Zuschauer die Sendung mit Moderator Markus Lanz sehen, der in die Fußstapfen des Entertainers Thomas Gottschalk getreten war.

Foto: Screenshot

"Wir finden: Auch ohne macht er eine gute Figur" schreibt der Autovermieter auf Sixt und spielt darauf an, dass der US-Schauspieler Leonardo Di Capri bei der Oscar-Verleihung wieder leer ausgegangen ist. Er war schon mehrfach nominiert - das erste Mal 1994 als bester Nebendarsteller in "Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa". Nun für seine Rolle in „Wolf of Wall Street“.

Foto: Sixt

Mit seiner Kampagne im September 2013 veräppelte Sixt die FDP, die bei der Bundestagswahl ein Fiasko erlebte. Die Liberalen flogen aus dem Bundestag - und damit hat der Mercedes nun in der Tat mehr Sitze als die FDP. Dieses Motiv veröffentlichte der Autovermieter auf seiner Facebook-Seite mit den Worten: "Bei uns kann man Sitze anmieten. Wir sind da ganz liberal."

Foto: Screenshot

Der nach sieben Jahren aus der Psychiatrie entlassene Gustl Mollath macht unfreiwillig Werbung. Eine Anzeige des Autovermieters Sixt in der „Süddeutschen Zeitung“ zeigt ein Porträt des 56-Jährigen mit dem Text „Wenn hier jemand verrückt ist, dann der Sixt mit seinen Preisen“. Das Zitat sei frei erfunden und die Werbeaktion nicht abgesprochen, sagte Mollaths Anwalt Gerhard Strate der dpa und kündigte presserechtliche Schritte an. Vor allem die Verwendung des Begriffs „verrückt“ halte er im Zusammenhang mit seinem Mandanten für höchst problematisch. Es ist nicht das erste Mal, dass Sixt Menschen ohne deren Wissen vor seinen Werbekarren spannt.

Foto: WirtschaftsWoche

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit einer Bemerkung über das Internet für heitere und spöttische Reaktionen im Netz gesorgt. „Das Internet ist für uns alle Neuland“, sagte Merkel am Mittwoch auf eine Frage zum Internet-Spähprogramm „Prism“ bei einer Pressekonferenz mit US-Präsident Barack Obama im Kanzleramt. Nutzer des Online-Netzwerkes Twitter griffen die Bemerkung hundertfach auf. Das Schlagwort „#Neuland“ wurde zum meistdiskutierten Begriff auf Twitter in Deutschland. Auch der Autovermieter Sixt zieht mit und nutzt den Hype kurzerhand für eine Werbung für einen Miet-SUV: "Für alle, die #Neuland entdecken wollen."

Foto: Screenshot

"Habemus Sixt. Reservieren Sie Ihr Papamobil zu Ostern.“ Kaum hat sich die Konklave auf Papst Franziskus geeinigt, reagiert der Münchner Autovermieter auf seiner Website auf die Wahl des neuen katholischen Kirchenoberhauptes. Dazu ein Bild einer schwarzen Limousine, aus deren Auspuff weißer Rauch aufsteigt - eine Anspielung auf das Ritual zur Papstwahl, bei der weißer Rauch anzeigt, dass der neue Papst feststeht.

Foto: Presse

Mit dieser Werbekampagne aus dem Jahr 2007 bedankt sich bei der Lokführer-Gewerkschaft GDL für die Kunden, die nun statt mit der Bahn, mit einem Leihwagen von SIXT fahren.

Foto: dpa

"Liebe Griechen, Sixt akzeptiert wieder Drachmen!" - mit diesem Slogan warben die Münchner für die Ausleihe eines BMW-Cabrios. Längst nicht alle Griechen konnten darüber lachen.
Doch der Autovermieter hat Erfahrung mit provokanten Kampagnen. Es ist nicht die erste umstrittene Werbe-Aktion des Autovermieters.

Foto: Sixt

Immer wieder eines der prominentesten Opfer: Die damalige CDU-Bundesvorsitzende und heutige Kanzlerin Angela Merkel.

Foto: Sixt

... Sixt verpasst ihr im Jahre 2001 eine neue Frisur.

Foto: Sixt

Der Sänger Matthias Reim musste im Jahre 2007 Privatinsolvenz anmelden. Sixt nahm den Sänger mit ins Boot und bewarb in einer Werbeanzeige eine leicht abgewandelte Version des Reim-Hits "Verdammt, ich lieb Dich".

Foto: Sixt

Mit einem Tritt mitten in die Männlichkeit warb Sixt für schnelle Cabrios.

Foto: Sixt

Sixt will Politikern helfen und deren Fuhrparkkosten senken.

Foto: Sixt

Auch der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde "Opfer" einer Sixt-Werbeanzeige.

Foto: Sixt

Klare Sache: Sixt hat Autos für Ärzte. Und zwar auch noch ... nach der Gesundheitsreform!

Foto: Sixt

Was Sixt mit der Vorher/Nachher-Aktion um Heino und Roberto Blanco sagen wollte, ist stark interpretationsfähig.

Foto: Sixt

Nur auf den ersten Blick eine Shampoo-Werbung: Mit viel Frau und viel Haar warb Sixt für seine zu mietenden BMW Cabrios.

Foto: Sixt

Sixt bleibt stets aktuell, so auch als der Vulkanausbruch des isländischen Eyjafjallajökull so manchem Urlauber die Ferien zu verderben drohte.

Foto: Sixt

Der Autovermieter und Leasingsanbieter Sixt wurde bereits im Jahre 1912 als "Sixt Autofahrten und Selbstfahrer" gegründet. Heute erinnern Anzeigen des Unternehmens an den Geist der vergangenen Zeit.

Foto: Sixt

Einen Mercedes-Benz gab es anno 1940 für 49 Reichsmark zur Miete. Im Hintergrund besang Zarah Leander das Wunder.

Foto: Sixt

Im Jahre 1954 ist das deutsche Wirtschaftswunder im vollen Gange. Den passenden Mietwagen gibt es von Sixt, zum Beispiel einen Mercedes SL, da staunen sogar die Schäfchen im Hintergrund.

Foto: Sixt

Piloten sind als Werbeträger bei Sixt schon immer gern gesehen. Schon 1959 steigt der Pilot aus der Lufthansa-Maschine und in den Mercedes SL - natürlich von Sixt - rein.

Foto: Sixt

Knappe Kleider, knappe Preise: Schon in den 1960er Jahren setzt Sixt auf sexy Werbung.

Foto: Sixt

Dieses Zitat hätte Karl Marx den Werbern von Sixt nicht abgenommen.

Foto: Sixt

Diese Werbung wird dem einen oder anderen Herren gefallen haben.

Foto: Sixt

Nicht nur die Werbeanzeigen von Sixt strotzen von Humor, auch dem Internetauftritt des Unternehmens lässt sich der eine oder andere Spaß entlocken.

Foto: Sixt

Sixts Antwort auf den Pilotenstreik: "Unterbezahlt? Werden Sie Chauffeur bei Sixt!"

Foto: Sixt

Holger Jung und Jean-Remy von Matt von der Werbeagentur Jung von Matt sind für die Werbekampagnen von Sixt verantwortlich. Hier nehmen sie sich selbst aus Korn.

Foto: Sixt

Für Erich Sixt gibt es derzeit nur wenig Grund zu klagen. Die Führung seiner Mitwagenfirma ist seit diesem Jahr noch fester in Familienhand. Seit dem Aufstieg seiner Söhne Alexander und Konstantin tragen drei von fünf Vorstandsmitgliedern inzwischen den Namen Sixt. Der Vertrag des 71-Jährigen als Vorstandschef wurde vor einigen Monaten bis 2020 verlängert. Für diese nächsten Jahre hat er sich ehrgeizige Ziele gesetzt, die Eroberung des riesigen, aber nicht einfachen US-Marktes ist womöglich das wichtigste davon.

Hilfreich dabei dürfte sein, dass die Geschäfte auf dem europäischen Heimatmarkt sehr gut laufen. Das zeigten die Zahlen, die Erich Sixt jetzt vorlegte. Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz um gut 18 Prozent auf 482,7 Millionen Euro. Und zugleich untermauerte die Sixt AG den Ruf, der wahrscheinlich profitabelste Autovermieter zu sein. Der Gewinn vor Steuern kletterte im Vergleich zum Vorjahr um gut 14 Prozent auf 46,7 Millionen Euro.

„Wir wachsen in der Autovermietung im Ausland rasant und gewinnen kontinuierlich Marktanteile“, erklärte Firmenchef Erich Sixt. Für das Gesamtjahr erwarte er nun ein deutliches Umsatzplus und einen leicht höheren Gewinn vor Steuern. Bislang war Sixt von einem in etwa stagnierendem Ergebnis ausgegangen

Auch Konkurrent Europcar ist seit einigen Wochen an der Börse. Der IPO war nur mühsam gelungen. Der Ausgabepreis von 12,25 Euro lag im unteren Bereich der Bookbuilding-Spanne, aktuell notiert die Aktie unter dem Ausgabepreis. Im ersten Halbjahr konnte Europcar zwar den Umsatz um Währungseffekte bereinigt um gut sechs Prozent auf 961 Millionen Euro steigern. Der Nettoverlust wurde aber – auch wegen der Kosten für den Börsengang – auf 157 Millionen Euro fast verdoppelt. Das operative Ergebnis immerhin verbesserte sich. Europcar-Chef Philippe Germond ist überzeugt davon, dass der Transformationsplan „Fast Lane“ bald weitere Früchte trägt.

Das Geschäft von Sixt
Die Sixt SE ist Deutschlands größter Autovermieter sowie einer der größten banken- und herstellerunabhängigen Leasinganbieter. Nach eigenen Angaben verfügt das Unternehmen über mehr als 150.000 Fahrzeuge und rund 2000 Filialen weltweit. Das Unternehmen aus Pullach wurde 1912 gegründet und 1986 an der Börse notiert. Der Vorstandsvorsitzende Erich Sixt ist der Nachkomme des Firmengründers Martin Sixt.
2013 erwirtschaftete Sixt einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro (2012: 1,5 Milliarden). Gut eine Milliarde Euro sind Erlöse aus dem Mietgeschäft. Knapp 400 Millionen stammen aus dem Leasinggeschäft. Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen 2013 einen Konzernüberschuss von 94,4 Millionen Euro.
Mit mehr als 30 Prozent Marktanteil ist Sixt in Deutschland Marktführer unter den Autovermietern. Zudem baut das Unternehmen sein Stationsnetz in anderen Teilen der Welt aus. In europäischen Ländern wie Frankreich, Spanien und Großbritannien ist Sixt mit eigenen Tochter-Unternehmen vertreten. In anderen Ländern kooperiert das Unternehmen mit Partnern und Franchisenehmern. Zurzeit versucht Sixt insbesondere seine Position in den USA zu stärken.Die Kernzielgruppe des Geschäftsbereichs Autovermietung sind Geschäfts- und Firmenkunden, zunehmend aber auch Privatkunden und Urlauber. Die klassische Autovermietung hat Sixt mittlerweile um verschiedene Zusatzdienste erweitert.
Transporter, Lieferwagen, LKW, Ferienwagen: Sixt versucht mit speziellen Angeboten alle Bereiche des Mietwagenmarktes abzudecken. Für wohlhabende Kunden hat Sixt auch Limousinen (mit Fahrer) und Oberklasse-Fahrzeuge, Sportwagen und SUVs im Angebot. Während das Unternehmen sonst mit günstigen Preise wirbt, hat die Positionierung als Premiumanbieter für Sixt vor allem im Ausland an Bedeutung gewonnen.
In Kooperation mit BMW betreibt Sixt den Car-Sharing-Anbieter Drive Now. Beide Unternehmen sind zu 50 Prozent beteiligt. Das Angebot gibt es bislang in den deutschen Großstädten Berlin, München, Hamburg, Düsseldorf und Köln. Laut Sixt haben sich mittlerweile mehr als 280.000 Kunden registriert. Damit gehört Drive Now zu den größten Anbietern in Deutschland.
Seit 2013 betreibt Sixt den Chauffeurservice myDriver und verspricht eine Luxus-Alternative zu Taxis und klassischen Limousinen-Services. Anders als bei Taxis wird nicht nach Minuten abgerechnet, sondern ein Festpreis angesetzt. Der soll - je nach Limousinen-Modell - nur knapp über dem Taxis-Preis liegen. Nach einjähriger Sondierungsphase, in der Sixt nur als Vermittler für rund 1000 Vertragspartner agierte, will das Unternehmen jetzt seine eigene Flotte ausbauen. Derzeit gibt es myDriver in Berlin, München, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Leipzig, Hannover, Bremen, Nürnberg und Dresden verfügbar. Europäische Städte wie Zürich, Wien und Amsterdam sollen folgen.
Abseits des Mietwagenmarktes ist das Leasing-Geschäft das zweite Standbein von Sixt. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeiten liegt dabei auf Angeboten für Firmen- und Geschäftskunden sowie dem Flottenmanagement. Zudem baut Sixt seine Leasing-Angebote für Privat-Kunden aus.

Europcar ist in Europa-Marktführer und hier laut einer Erhebung von Euromonitor aus dem vergangenen Jahr etwa doppelt so groß wie Sixt. In Deutschland hatte das Unternehmen von Erich Sixt dagegen mit einem Marktanteil von 34 Prozent die Nase vorn. Europcar kam hierzulande auf 29 Prozent.

Seit Jahresbeginn hat die Sixt-Aktie um etwa ein Fünftel zugelegt. Vom Jahreshoch bei 47 Euro ist sie allerdings noch ein gutes Stück entfernt.

Das Geschäft mit den Leihwagen

Wie Sixt die Autobranche aufmischt

von Stephan Happel

Ob Erich Sixts laufende Amtszeit ein Erfolg wird, entscheidet sich vor allem in den USA. Der Markt ist 26 Milliarden Dollar groß und damit vom Volumen her deutlich attraktiver als der europäische mit etwa drei Milliarden Euro. Allerdings haben sich schon viele europäische Unternehmen bei der Expansion in die USA schwer getan, weil die Märkte oft sehr unterschiedlich sind. So war auch Erich Sixt lange zurückhaltend. „Er will keine zu großen Risiken eingehen“, heißt es in seinem Umfeld.

Doch unternimmt Sixt nun einen ernsthaften Vorstoß. Hatte das Unternehmen 2011 gerade einmal zwei Stationen in den USA, waren es 2013 bereits 26 und im vergangenen Jahr 50 – darunter 20 Franchise-Filialen. Nach Angaben aus dem Unternehmen kommt die Offensive gut voran, so konnte sich Sixt attraktive Standorte an Flughäfen sichern. Zur Jahresmitte stieg die Zahl der Stationen in den USA weiter auf 61 an. Bis Jahresende sollen nochmal bis zu 20 weitere hinzukommen.

Sixt hat sich in den Vereinigten Staaten dynamischer entwickelt als wir dies zunächst erwartet hatten“, zog Erich Sixt bei der Hauptversammlung eine Zwischenbilanz. Allerdings betonte der vorsichtige Kaufmann Sixt auch da, man werde mit Augenmaß expandieren. „Im Gegensatz zum Geschäftsmodell so mancher Start-ups messen wir unseren Erfolg nicht daran, wieviel Geld für schnelles Wachstum verbrannt wird.“ In absehbarer Zeit wolle man mit den US-Aktivitäten schwarze Zahlen schreiben.

Gut entwickelt sich auch Drive Now, das Sixt gemeinsam mit BMW gestartet hatte. Das Unternehmen sieht sich vier Jahre nach dem Start mit 415.000 Kunden in Deutschland als Marktführer. Das klassische Vermietgeschäft wird durch Carsharing bislang nicht kannibalisiert, heißt es im Umfeld von Sixt. Die Alternative zum kurz ausgeliehenen Auto ist eher die U-Bahn. Allerdings sei die Bedeutung für den Gesamtkonzern bislang auch überschaubar. „Das ist ein Schnaps noch oben drauf.“

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