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BitcoinsChinesen lassen Kryptowährung auferstehen

Der Bitcoin-Kurs hat sich seit einem Jahr fast verdoppelt. Auslöser sind Anleger in China. Die dürften sogar dafür sorgen, dass Bitcoins für deutsche Kunden als Zahlungsmittel an Bedeutung gewinnen.Sebastian Kirsch 13.01.2016 - 16:58 Uhr

Symbolmünze eines Bitcoin. "Vires in Numeris" - Stärke in Zahlen - spielt auf die Zahlencodes an, die den Wert der Digitalwährung schaffen.

Foto: REUTERS

Als im Sommer die Kurse an der chinesischen Festlandbörse in Shanghai einbrachen, flüchteten Chinesen in den Bitcoin. Das Handelsvolumen der Digitalwährung explodierte auf dem chinesischen Markt wahrlich, zeigen Daten der Yuan-Umsätze von BitcoinAverage. Und zum Jahresende 2015 wiederholte sich das Spiel.

Ist der Bitcoin für die Chinesen nun das neue Gold, in das sie ihr Vermögen retten? Oder wollen sie einfach mit dem Bitcoin spekulieren, weil sie ihrem traditionellen Finanzmarkt nicht mehr trauen?

Die Gründe für die hohe Nachfrage nach Bitcoins in China sind nicht eindeutig. Klar ist aber: Die Nachfrage dort machte aus dem Bitcoin einen der Gewinner an den Finanzmärkten. Er ist zurück aus der Krise und hat wieder an Bedeutung gewonnen.

Aktuell ist ein Bitcoin knapp 400 Euro wert. Zur Erinnerung: In der Boomphase Ende 2013 stieg er auf deutlich über 800 Euro an, war danach aber lange in einem Tal bei 200 Euro gefangen.

Während China seine eigene Währung, den Renminbi, im Vergleich zu US-Dollar seit dem Sommer kräftig abwertet, flüchtet die Bevölkerung sich mit dem Bitcoin in einen digitalen Ersatz, der den Geldwert erhalten soll. Anstatt in Gold investieren sie in Bitcoins. Der Marktwert aller weltweit ausstehenden Bitcoins ist auf mittlerweile über 6,5 Milliarden Dollar angestiegen.

Das ist gut für deutsche Bitcoin-Besitzer, sie können auf einen stabileren Preis vertrauen. Je mehr Anleger in China spekulieren, desto stabiler also der Preis für deutsche Bitcoin-Anhänger, für die die digitale Währung eher als Zahlungsmittel gilt.

Und immer mehr Händler bieten den Kunden die Möglichkeit, weltweit mit der digitalen Währung zu bezahlen.

Gerade offenbarte der Finanzchef des Streaming-Portals Netflix, David Wells, Bitcoins künftig als Bezahlvariante in Betracht zu ziehen. Wells äußerte sich nach Medienberichten auf einer Konferenz in Las Vegas. „Wir müssen abwarten, wo wir mit Hinblick auf die Zahlungslösungen in zehn bis 15 Jahren stehen werden. Die meisten Länder halten derzeit noch strikt an der eigenen Geldpolitik fest. Dennoch wäre es schön, bald Bitcoin als internationales Zahlungsmittel auf globaler Ebene nutzen zu können.“

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Radoslav Albrecht, Vorstandssprecher vom Bundesverband Bitcoin, sieht China gerade als wichtigen Faktor für das weltweite Vertrauen in die Digitalwährung.

Er sieht den Bitcoin dort aber nicht unbedingt als Goldersatz: „Anleger sehen den Bitcoin als Spekulationsobjekt, mit dem sie Gewinne erwirtschaften wollen. Der große Vorteil ist, dass sie dem Markt weltweit dadurch Liquidität bereitstellen.“

Das Geschäft mit dem Versenden von Geld über Smartphone-Apps lockt jetzt auch etablierte Banken an. Die Deutsche Kreditbank (DKB) kooperiert dafür mit dem Startup Cringle. Pro Monat kann ein Nutzer bis zu 100 Euro über die Cringle-App verschicken, abgewickelt wird die Zahlung per Lastschrift von der DKB. Pro Transaktion werden 20 Cent fällig, zum Start wurde die Gebühr auf 10 Cent gekappt.

Das neue Angebot trifft bereits auf Wettbewerb im Markt. So bietet der Online-Bezahldienst PayPal seit Juli das Versenden von Geld über seine Smartphone-App in Deutschland an. Für Kunden, die ihren PayPal-Account mit einem deutschen Bankkonto verknüpft haben, ist das Angebot kostenlos, bei Kreditkarten wird eine Gebühr fällig.

In vielen europäischen Ländern tun sich moderne Bezahlsysteme jedoch noch so schwer...

Foto: dpa

Österreich

Ohne Bargeld geht in Österreich gar nichts. 86 Prozent bezahlen an der Kasse in bar, 12 Prozent mit EC-Karte. Eine Kreditkarte kommt nur in einem Prozent der Fälle zum Einsatz. Auf sonstige Alternativen wie Schecks, PayPal, Lastschrifteinzug oder Ähnliches entfällt insgesamt nochmal ein Prozent.

Quelle: Deutsche Bundesbank; Europäische Kommission; Deloitte (Stand: 2014)

Foto: dpa

Polen

In Polen werden 80 Prozent der Bezahlvorgänge an der Kasse bar beglichen. Eine EC-Karte nutzen –ähnlich wie in Österreich – 13 Prozent der Bevölkerung. Immerhin werden auch drei Prozent der Bezahlvorgänge durch Kreditkarten abgewickelt. Auf die alternativen Zahlungsmittel entfallen vier Prozent.

Foto: dpa

Deutschland

Auch die Deutschen haben ihr Geld beim bezahlen lieber in fester Form in der Hand – in 79 Prozent der Fälle wird bar bezahlt. Zwölf Prozent der Käufe werden mit der EC-Karte beglichen, weitere sechs Prozent per mit Lastschrifteinzug, Scheck und anderen alternativen Zahlungsmethoden.

Foto: dpa

Italien

Zwar ist Bargeld mit 69 Prozent noch immer das beliebteste Zahlungsmittel in Italien, aber auf Platz zwei kommen auch schon alternative Zahlungsmittel mit 17 Prozent. So sind Schecks, Kundenkarten, PayPal und andere Alternativen zusammen genommen bei den Italienern beliebter als die EC-Karte mit neun Prozent und die Kreditkarte mit sechs Prozent.

Foto: dpa

Spanien

In Spanien werden nur noch 60 Prozent der Transaktionen mit Bargeld beglichen. Die verbleibenden 40 Prozent teilen sich auf EC-Karten mit 17 Prozent, Kreditkarten mit 16 Prozent und die restlichen Zahlungsmöglichkeiten mit sieben Prozent auf. Bei der Kreditkartenzahlung ist Spanien damit führend unter den betrachteten Ländern.

Foto: AP

Großbritannien

Bei den Briten ist die EC-Karte beliebt – bei 31 Prozent der Käufe nutzen sie diese zum Bezahlen. Beliebter ist mit 56 Prozent nur noch das britische Pfund. Mit der Kreditkarte werden hier mit neun Prozent fast ein zehntel der Einkäufe bezahlt. Die verbleibenden vier Prozent entfallen auf die alternativen Zahlungsmethoden.

Foto: dpa

Platz 3 - Niederlande

Unverändert in den Top Drei: Die Niederlande. Die Lebenszufriedenheit liegt lauf "Glücksatlas 2014" bei 7,9 Punkten.

Foto: WirtschaftsWoche

Belgien

Im Nachbarland Belgien genauso oft mit Bargeld eingekauft wie bargeldlos mit EC-Karte - 44 Prozent. Die restlichen elf Prozent verteilen sich auf die Kreditkartenzahlung mit vier Prozent, und die Zahlung mit Lastschrift, Scheck und Co liegt mit sieben Prozent.

Foto: AP

Schweden
Bei den Schweden dominiert das bargeldlose Zahlen mit EC-Karte – ganze 49 Prozent macht diese Bezahlart aus. Nur 37 Prozent der Einkäufe werden mit der schwedischen Krone bezahlt. Nach den Spaniern zahlen die Schweden mit elf Prozent am zweithäufigsten mit Kreditkarte unter den betrachteten Ländern. Alternative Zahlungsmittel machen lediglich drei Prozent aus.

Foto: REUTERS

Frankreich

Führend im bargeldlosen bezahlen ist Frankreich – nur bei jedem dritten Einkauf (34 Prozent) zahlt der Franzose noch mit echten Euros. 44 Prozent werden per EC-Karte und 21 Prozent mit alternative Zahlungsmethoden wie Kundenkarten, Schecks, PayPal, Lastschrifteinzug oder anderem bezahlt - so viel wie sonst nirgends in Europa. Nur die Kreditkarte wird mit lediglich einem Prozent geschmäht.

Foto: dpa

Der Bitcoin ist eine Kryptowährung, die auf einem Netzwerk von Nutzern im Internet aufgesetzt ist. Weltweit schließen Nutzer ihre Computer zusammen. Die sollen durch einen aufwendigen Rechenprozess eine Art mathematisches Problem lösen. Für jedes gelöste Problem, mit dem ein neuer Block in einer Kette erstellt wird, schüttet die Bitcoin-Software digitale Münzen aus.

So schaffen sich die Teilnehmer eine neue Währung, unabhängig vom staatlich kontrollierten Zentralbankgeld und den Banken.
Die Geldmenge ist begrenzt, maximal lassen sich etwa 21 Millionen Bitcoins schürfen, derzeit sind fast 15,1 Millionen im Umlauf.

Je mehr Bitcoins im Umlauf, und je größer das Netzwerk, desto schwieriger werden die mathematischen Probleme um weiter Coins zu erlösen. Und desto mehr Rechenpower brauchen die Mitglieder des Netzwerkes, um die Aufgaben zu lösen.

Der demokratische Grundgedanke des Bitcoin-Netzwerks ermöglichte es vor ein paar Jahren noch jedem Nutzer, zu Hause mit einem handelsüblichen Computer selbst Bitcoins zu schürfen. Denn die Stromkosten für spezielle Hardware, mit der sich heute nur noch Bitcoins schürfen lassen, zieht enorme Mengen Strom. Bereits vor zwei Jahren verbrauchten die Geräte bei Privatnutzern in zwei Monaten so viel Strom, wie sonst ein Zwei-Personen Haushalt in einem ganzen Jahr.

Mittlerweile ist das Bitcoin-Mining zum knallharten Geschäft geworden, in großen Lagerhallen schürfen Profis die Bitcoins. Zu den größten Anbietern gehören aktuell DiscusFish und Antpool. Selbst einige Anbieter wie BTC Guild und DeepBit, die für einen Großteil der Rechenpower im Bitcoin-Netzwerk sorgten, mussten ihr Geschäft aus Kostengründen aufgeben. Der gestiegene Preis dürfte jetzt für leichte Entspannung bei den Schürfern sorgen.

Durch die Knappheit der Bitcoins soll ihr Wert gesichert werden, ähnlich wie beim Gold. Dennoch ist die Währung immer noch sehr schwankungsanfällig.
Jede Transaktion wird im digitalen Register (Blockchain) der Währung gespeichert, die Klarnamen der Nutzer werden zu keinem Zeitpunkt im Bitcoin-Netzwerk erfasst. So bleibt jede Zahlung anonym, wie beim Bargeld.

Dennoch lassen sich durch die digitalen Identitäten der verschiedenen Bitcoin-Konten eindeutige Profile zuordnen und Zahlungen jederzeit im Netzwerk anhand von Transaktionsnummern nachvollziehen. Vielmehr handelt es sich also um pseudonyme Zahlungen - Bitcoins garantieren keine Anonymität.

Biberfell

In früheren Jahrhunderten galt Biberfell in Nordamerika als Zahlungsmittel. Es gab nicht nur Wechselkurse für Biberfelle - gegen zwei Felle gab es beispielsweise ein Pfund Tabak - sondern auch etwas später auch Bibermünzen als Zahlungsmittel.

Foto: dpa

Kanugeld

Im Königreich Luang Prabang in Laos zahlten die Menschen früher mit einem bronzenen Barren, der wie ein Boot geformt war. Deshalb wurde dieser dortige Vorläufer des Münzgeldes Kanu- oder Bootsgeld genannt.

Foto: AP

Regiogeld

Immer mehr einzelne Regionen schaffen sich ihre eigene regionale Währung. Je stärker die Skepsis gegenüber dem Euro wird, desto mehr lokale Zahlungsmittel kommen hinzu. Erst vor kurzem erklärte der Regioverein Koblenz, mit der "Regio-Mark" ebenfalls eine eigene regionale Währung herausgeben zu wollen. Damit sollen vor allem die Geschäfte der Region gestärkt werden, die regionalen Zahlungsmittel sollen ein Anreiz sein, lokale Betriebe zu unterstützen und deren Produkte zu kaufen.

Foto: Wirtschaftswoche Print

Teegeld

Pulverisierte Teeblätter, die anschließend zu Barren gepresst wurden, galten in Südchina, Tibet, Birma, der Mongolei und in Südsibirien als Währung. Bis nach 1949 wurde Tee als alternative Zahlungsmethode im kommunistischen China genutzt. Das Gewicht sowie Qualität und Wert wurden auf die Teeziegel geprägt. Fälschungen waren auch hier möglich. Anstelle des wertvollen Tees presste man beispielsweise wertlose Zweige zu Ziegeln. Für den Besitzer des Falschgeldes entstand jedoch kein Schaden, denn er konnte sein wertloses Geld gegen Ware eintauschen.  

Foto: REUTERS

Muschelgeld

Das Muschelgeld ist eine alternative Zahlungsmethode in der Südsee. Kastom Mani (Pidgin: traditionelles Geld) heißt die Währung auf den Salomonen, mit der die Bewohner der Inseln Einkäufe und Geschäfte tätigen. Obwohl der Solomon Islands Dollar sich längst etabliert hat, nutzen viele Einheimische, auch auf  Papua-Neuguinea und Vanuatu, das Muschelgeld. Selbst Grundstücke und Frauen werden so bezahlt. Dabei ist die Herstellung sehr langwierig. Die Muschelschalen werden zunächst zerschlagen, dann mit einer Nadel zerstoßen und aufgefädelt, um letztendlich rund geschliffen zu werden. Drei Monate benötigt ein Handwerker, um eine zwei Meter lange Kette herzustellen. Dabei ist festzuhalten, dass nicht alle Muschelarten wertvoll sind. Lediglich die Schalen der Naussa- Schecke und der Stachelauster werden verwendet.

Foto: dpa/dpaweb

Kakaogeld

Heutzutage gilt Kakao als beliebtes Getränk bei Jung und Alt. Früher jedoch war Kakao eine Währung. Noch bis ins 19. Jahrhundert bezahlte man in Nicaragua mit Kakaobohnen. Die Münzen aus den USA lösten dann die Bohnen als Kleingeld ab. Quellen belegen, dass der Aztekenherrscher Montezuma II eine Milliarde Bohnen besaß, die er in Form von Steuern eingetrieben hatte. Zum Vergleich: Ein Kürbis kostete damals vier Kakaobohnen, ein Sklave 100 Bohnen.

Foto: CLARK/obs

Bananengeld

Auf der Insel Kiriwina, die zu den Inseln von Papua-Neuguinea gehört, wird mit Doba bezahlt. Das Zahlungsmittel wird aus Bananenblättern hergestellt. Doch nur Frauen sind im Besitz der verzierten Blättern. Männer hingegen beschäftigen sich traditionell mit dem Bepflanzen des Beetes. Als eine Maschine erfunden wurde, die das Geld herstellte, fiel jedoch der Wert des Geldes.

Foto: dpa

Stoffgeld

In der Republik Kongo greift man auf eine ganz ungewöhnliche Zahlungsmethode zurück. Der Stamm der Shoowa/Bakuba nutzt Stoff als alternative Währung. Das Raffiagewebe ist aber kein Gewöhnliches, denn es erhält nur einen Wert, wenn es von schwangeren Frauen gewebt wurde.  

Foto: AP

Zähne und Schmuck

Eine andere akzeptierte Zahlungsmethode, die ebenfalls auf den Salomonen beheimatet ist, sind Zähne und Schmuck. Auf Makira, Malaita und Guadalcanal können Einwohner mit Delfin- und Flughundezähnen bezahlen. Stirnbänder werden beispielsweise mit Zähnen und Muscheln verziert, um dann als Zahlungsmittel oder auch als Aussteuer eingesetzt zu werden. Das Muschelgeld, Loloi, wird von den Banken als Sicherheit akzeptiert. Loloi sind gerollte Muschelschnüre, die einen Durchmesser von ein bis zwei Meter erreichen.

Foto: dpa/dpaweb

Bitcoins

Bereits seit 2009 sind Bitcoins als digitale Währung im Internet verfügbar. Mittlerweile werden sie immer realer. Als erste Bank hat die Münchener Fidor Bank ihren Kunden den Handel mit Bitcoins angeboten, die Bank kooperiert dafür mit der deutschen Handelsplattform bitcoin.de. Dort kann das virtuelle Geld gegen Euro oder Dollar getauscht werden.

Mittlerweile kann mit Bitcoins auch bezahlt werden, dafür brauchen sowohl Käufer als auch Verkäufer eine entsprechende Software auf Tablet oder Smartphone. Die Bezahlung erfolgt dann mit Hilfe eines QR-Codes.

Foto: REUTERS

Weil das digitale Netzwerk von keiner staatlichen Stelle kontrolliert werden kann, warnen viele Zentralbanken vor Bitcoins als Anlageobjekt. So hatte Chinas Zentralbank offiziell untersagt, dass Banken Yuan in Bitcoins umtauschen. Privatpersonen können aber munter mit Bitcoins handeln, wenn sie ihre Währung auf Internetbörsen wie BTC China umtauschen.

Und die Dominanz der Chinesen auf die Bitcoin-Umsätze sind unübersehbar. Von den ausstehenden 15 Millionen Bitcoins weltweit wurden zuletzt mehr als drei Millionen in Yuan gehandelt.

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Derweil wird der Bitcoin in Deutschland weiterhin eher als Zahlungsmittel gesehen, denn als Anlage- oder Spekulationsobjekt. Und den Kunden bieten sich immer mehr Möglichkeiten, die digitalen Münzen in echte Waren zu tauschen.

In Hannover hat der Start-up-Gründer Ric Ferrer Rivero vor rund einem Jahr ein Bitcoin-Projekt auf die Beine gestellt, bei dem sich mittlerweile mehr als 50 Händler zusammenschlossen, und Kunden Bitcoin-Zahlungen anbieten.

Über die App Pey, die Ferrer Rivero entwickelt hat, können Kunden mit ihrer Bitcoin-Wallet, die die digitalen Münzen für sie speichert, direkt an der Ladenkasse bezahlen. Händlern stellt er dazu ein eigens entwickeltes Zahlterminal bereit.

Noch ist die Nachfrage aber gering. In Hannover hat sich auch ein Tui-Reisebüro bereit erklärt, Kunden die Bitcoin-Zahlungen anzubieten. Bislang hat dort noch nicht ein Kunde die Möglichkeit genutzt, eine Reise mit Bitcoins zu buchen, heißt es von Tui.

"Wir erklären uns das damit, dass die hohen Beträge die Kunden davon abzuhalten, mit Bitcoins zu zahlen", erklärt der Konzern. In Cafés in der Umgebung sei die Resonanz höher. Dort fallen aber nicht gleich so hohe Beträge an, wie bei einer Reisebuchung.

An der Zahl-Innovation will das Reisebüro in Hannover dennoch festhalten und bietet Kunden weiterhin die Möglichkeit mit Bitcoins zu zahlen, da kein Zusatzaufwand entstehe. Eigentlich war die Testphase des Projektes nur für drei Monate im Jahr 2015 geplant.

Und ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs gibt Händlern in Deutschland Rückendeckung. Bislang mussten Händler, die Waren gegen Bitcoins verkauften, zusätzlich Umsatzsteuer abführen, wenn sie die Bitcoins anschließend in Euro tauschten. Denn in Deutschland galten die Bitcoins bislang als Ware, nicht als Zahlungsmittel.

Der EuGH urteilte im Oktober, dass ein Währungsumtausch mit Bitcoins nicht anders behandelt werden dürfe als der Umgang mit konventionellen Zahlungsmitteln.

„Durch die Entscheidung des Europäischen Gerichtshof gibt es jetzt Rechtssicherheit für Händler“, sagt Albrecht. Viele hätten bislang nicht in Bitcoin-Zahlungsmöglichkeiten für Onlineshops investieren wollen, weil das Risiko rechtlicher Beschränkungen der Zahlungen zu groß gewesen sei.

Gesetzliches Zahlungsmittel sind die Coins aber auch nach dieser Entscheidung nicht.

Jetzt müsse man das Problem auf Kundenseite in den Griff bekommen, sagt Albrecht: „Kunden dürfen nicht so stark den Schwankungen des Bitcoinkurses ausgesetzt sein", sagt er. "Wenn Dienstleister dieses Wechselkurs-Problem lösen, dann wird sich der Bitcoin in Deutschland auch als Zahlungsmittel weiter etablieren.“

Ein Beispiel könnte der US-Anbieter Coinbase mit seinem Instant Exchange sein. Der ermöglicht es Nutzern, unmittelbar für einen Bezahlvorgang Guthaben ihres Girokontos in Bitcoin zu tauschen. So können sie längerfristige Wechselkursschwankungen umgehen.

Für die Händler ist die Zahlung mit Bitcoins derweil eine simple Lösung. Ingo Quendler bietet mit seinem Fotoladen Enjoyyourcamera Bitcoin-Zahlung in Hannover an. "Das System ist super einfach, produziert keine laufenden Kosten und hat bisher immer einwandfrei funktioniert." Selbst wenn bislang nur vier Kunden mit Bitcoins gekauft hätten, über Pey müsste er keine Grundgebühr zahlen, und so lohne sich die Option in Hannover weiterhin. Er plant auch die Integration der Bitcoins für seinen Onlineshop.

Jörn Hutecker, Geschäftsführer der Agentur Neuwaerts in Hannover, berät Finanzinstitute zum Thema Digitalisierung. Deshalb gehörte er mit zu den ersten Teilnehmern beim Bitcoin-Projekt in Hannover.
Auch bei ihm habe bislang keiner der klassischen Kunden mit Bitcoins für Aufträge bezahlt. Es bestehe aber jederzeit die Möglichkeit.

„Seit Dezember haben wir aber zusätzlich ein Zahlgerät bei uns in der Agentur, das wir für öffentliche Veranstaltungen nutzen", sagt er. "Da können unsere Gäste, vor allem aus der Kreativwirtschaft, dann direkt in Bitcoin bezahlen.“
Hutecker will mehr Erfahrungen mit dem Umgang der digitalen Währung sammeln. Er überlegt, seinen Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, einen kleinen Teil ihres Gehalts direkt in Bitcoins ausgezahlt zu bekommen. So könnten sie ein Gefühl für die neue Währung bekommen.

Denn bislang zeigt sich noch ein ernüchterndes Bild, was die Akzeptanz der Bitcoins bei Konsumenten angeht: Der Worldpay-Report 2015 geht davon aus, dass Bitcoins und andere alternative Zahlmethoden im letzten Jahr etwa ein Prozent der weltweiten Zahlströme im Internethandel ausmachten. Bis 2019 soll sich daran nicht großartig etwas ändern, schätzen die Analysten.

Deutschland scheint sogar noch Vorreiter zu sein: Hierzulande schätzen die Analysten den Anteil von Bitcoin- und anderen digitalen Zahlungen auf zwei Prozent.

Dass es aber weiterhin Probleme im Bitcoin-Netzwerk gibt, verschweigt auch Albrecht vom Bitcoin-Verband nicht. Kurzfristig müsse man immer noch mit Kursschwankungen rechnen, sagt er.

Probleme mit großen Handelsplattformen wie bei Mt Gox seien weiter möglich. Deshalb seien auch Warnungen der Zentralbanken, wie in China, gerechtfertigt, den Bitcoin nicht als Anlagevermögen zu sehen.

So wartet etwa auch ein deutscher Anleger, der auf der Handelsplattform Mt Gox in Bitcoins investiert hatte, weiter auf sein Geld. Anfang 2014 konnten Nutzer ihr Guthaben auf der Plattform nicht mehr abheben. 650.000 Bitcoins von Kunden sollten verloren gegangen sein. Kurze Zeit später musste der Anbieter Insolvenz anmelden.

Auch dem deutschen Anleger steht nach eigenen Angaben noch ein Mt Gox-Guthaben von einigen Tausend Euro zu. „Die sind weg“, sagt er. Große Hoffnung, sein Geld wieder zu sehen, habe er nicht. Offizielle Ansprechpartner zum laufenden Insolvenzverfahren gibt es für Geschädigte nicht. Er muss sich auf die sporadisch bereitgestellten Updates auf der Mt Gox-Internetseite verlassen.

Albrecht geht aber davon aus, dass das die Banken das Vertrauen in den Bitcoin in den nächsten Jahren stützen werden: „Dadurch, dass derzeit viele internationale Großbanken mit Bitcoin- und Blockchain-Technologie experimentieren, steigern sie das Vertrauen der Personen, die Bitcoins als Anlageobjekt nutzen wollen.

Vorausgesetzt, die Spekulationen der chinesischen Anleger sorgen nicht für eine neue Blase mit folgenschwerem Absturz des Bitcoin-Kurses, wenn sie platzt.

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