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Hannover MesseDie Weltbühne der vernetzten Industrie

Mit dem Partnerland USA gelang der Hannover Messe ein Coup: Die Wahl bringt erstmals einen US-Präsidenten nach Hannover. Doch die Aufregung um Obamas Besuch darf den Blick auf die Messe nicht verstellen. 20.04.2016 - 13:52 Uhr

Jochen Köckler, Chef der Hannover Messe, während der Auftakt-Pressekonferenz zur Hannover Messe: Der Obama-Besuch wird Schlagzeilen machen.

Foto: dpa

„Die diesjährige Hannover Messe wird zur Weltbühne für die vernetzte Industrie“, sagt ein sichtlich zufriedener Messechef Jochen Köckler wenige Tage vor der Eröffnung der Weltleitmesse. Doch wenn US-Präsident Barack Obama am Sonntagabend mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die fünftägige Veranstaltung eröffnen wird, droht das Kernthema ein wenig aus dem Blick zu geraten.

Denn am Montag werden in Hannover die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, den USA, Frankreich und Italien zu einem Gespräch im kleinen Kreis zusammen kommen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe US-Präsident Barack Obama, Frankreichs Präsident François Hollande sowie Großbritanniens Premierminister David Cameron und Italiens Ministerpräsidenten Matteo Renzi für den Nachmittag ins Schloss Herrenhausen eingeladen, teilte Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Mittwoch in Berlin mit. Themen seien die „vielen Fragen der internationalen Politik“, darunter die Flüchtlingskrise und Terrorgefahren.

Die Politik dürfte die Schlagzeilen bestimmen – auch wenn sie auf der Messe selbst nur einen Randaspekt ist. In den Messehallen geht es vor allem um die „Industrie 4.0“ – im diesjährigen Partnerland USA auch bekannt als „Industrial Internet“.

Hannover Messe

Obama macht Industrieschau zum Treffen der Superlative

Denn ob intelligente Roboter, selbstfahrende Autos, Drohnen, 3D-Drucker oder Supercomputer – die vierte industrielle Revolution hat längst begonnen und gilt als größte Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft. Die Messe ist daher ein Tummelplatz für alle wichtigen Akteure aus Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnologie.

Anders als früher stehen nicht mehr so sehr die schweren Maschinen im Vordergrund, sondern der Austausch über das, was sich heute schon von der Welt von morgen umsetzen lässt.

Festo – Wo die Natur Antworten liefert

Jedes Jahr stellt Festo auf der Hannover Messe ein neues Bionik-Konzept vor. Auf dem Messestand des Industrieautomatisierers aus Esslingen werden Ameisen zu sehen sein – kybernetische natürlich. Die BionicANTs – „ANT“ (das englische Wort für Ameise) steht dabei sowohl für das natürliche Vorbild als auch für „Autonomous Networking Technologies“ – imitieren das Staatenverhalten der Ameisen. Erstmals wird damit das kooperative Verhalten von Tieren mittels komplexer Regelalgorithmen in die Welt der Technik übertragen.

Foto: PR

TU Wien – Alu in Pulverform

Bei Stahl und Titan ist das Sintern als Produktionsverfahren bekannt und erprobt. Forscher der TU Wien wollen das Spritzgussverfahren jetzt auch auf Aluminium-Legierungen übertragen.

Wer heute ein kompliziertes Metallteil herstellen will, greift meist auf das Sintern genannte Metallpulver-Spritzgussverfahren zurück, bei dem Metallpulver mit Kunststoff versetzt, in Form gepresst und bei hohen Temperaturen zu einem soliden Metallwerkstück zusammengebacken wird. Bislang funktionierte diese Technik jedoch nicht mit Aluminium.

Das neue pulvermetallurgische Verfahren soll es erlauben, komplizierte Formen herzustellen, die auf andere Weise gar nicht oder nur mit großem Aufwand realisierbar wären. Da das pulverförmige Ausgangsmaterial relativ preiswert ist, können bei überschaubaren Kosten auch relativ große Bauteile produziert werden, sodass in der Massenproduktion im Vergleich zur konventionellen Fertigung Material- und Gewichtseinsparungen von mehr als 50 Prozent möglich sind.

Foto: PR

Weippert – Das Gewicht herunterschrauben

In nahezu jeder Maschine stecken unzählige Schrauben in den unterschiedlichsten Größen – sie halten die Produktionsanlagen quasi zusammen. Hier Gewicht zu sparen, kann sich positiv auf die gesamte Maschine auswirken. Die Firma Weippert stellt auf der Hannover Messe neue WT-Kunststoffschrauben vor, die – bei Beachtung der technischen Anforderungen – im Vergleich zu Alu- und Edelstahlschrauben bis zu 70 Prozent leichter sein sollen.

Die Ingenieure von Weippert stellen einen ganz einfachen Vergleich an: Während ihre WT-Kunststoffschraube M6x40 aus PA6 GF30 lediglich 1,6 Gramm wiegt und aus PA6 GF50 gerade einmal 1,8 Gramm, bringt die gleiche Metallschraube aus A2 satte 9,3 Gramm auf die Waage. Dass Kunststoffschrauben nicht die gleiche Festigkeit wie Stahlschrauben aufweisen, sei dabei nicht immer ein Problem. Denn mit einer individuellen Konstruktionsanpassung unter Berücksichtigung der mechanischen Eigenschaften könnten meist auch Kunststoffschrauben statt Stahlschrauben verwendet werden, so Weippert.

Selbst wenn die Kunststoffschraube eine Nummer größer dimensioniert wird als die Stahlschraube, wenn also beispielsweise statt einer M4 eine M6 zum Einsatz kommt, ist die Gewichtseinsparung immer noch deutlich.

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Sonotec – Vorbeugen statt heilen

Eines der großen Themen der Industrie 4.0 ist die Predictive Maintenance, also die vorbeugende Instandhaltung. Der Ultraschallspezialist Sonotec stellt mit dem Sonaphone auf der Hannover Messe ein neues Gerät vor, dass die Wartung einfacher machen soll.

Die möglichst genaue Vorhersage eines optimalen Wartungszeitpunktes gewinnt in der Wertschöpfungskette zunehmend an Bedeutung. Die mobilen Ultraschallmessgeräte, die zur Grundausstattung vieler Instandhalter gehören, tragen damit maßgeblich zu einer erhöhten Anlagensicherheit und -verfügbarkeit bei. Auf der Sonderausstellung Predictive Maintenance 4.0 will Sonotec zeigen, wie Unternehmen Energie einsparen und die Effizienz der gesamten Produktion mit Ultraschallmessgeräten verbessern können.

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Bionic Robotics – Arm mit Charme

Bionic Robotics präsentiert auf der Hannover Messe einen Leichtbauroboter, dessen Bewegungsablauf und Größe sich an einem außerordentlich erfolgreichen Vorbild orientiert – dem menschlichen Arm. Die Bionic Robotics GmbH, 2010 als Spin-Off der TU Darmstadt gegründet, setzt als innovationsgetriebenes Unternehmen vor allem auf die Entwicklung und Produktion von extrem leichten Roboterarmen. Vergleichbar elastisch und mit seinen vier bis fünf Gelenken besonders flexibel im Aufbau, sorgen die in die Basis des BioRob verlegten Antriebe zudem für eine geringe bewegte Masse im Roboterarm. Damit ist der BioRob prädestiniert für den Einsatz in der industriellen Automation, wo er Transport-, Pick & Place-, Palettier- oder wechselnde Handhabungsaufgaben mit kleinen und mittleren Losgrößen übernehmen kann.

Laut dem Unternehmen ist BioRob der einzige kollaborative Roboter – er darf also ohne Schutzkäfig direkt mit Menschen zusammenarbeiten –, der ohne aufwändige Sensortechnologie und Steuerungstechnik auskommt. Selbst bei hohen Bewegungsgeschwindigkeiten würden die Kräfte im Falle eines ungewollten Kontaktes mit menschlichen Arbeitskollegen bauartbedingt so weit reduziert, dass keinerlei Verletzungsgefahr besteht – die besonders leichte und nachgiebige Struktur des BioRob macht es möglich.

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Fluid Dynamix – Der unbewegte Beweger

Das Berliner Start-up FDX Fluid Dynamix feiert auf der Hannover Messe die Premiere seiner einzigartigen OcsiJet-Düse, mit der es dank eines fluidischen Oszillators erstmals möglich ist, einen bewegten Strahl ganz ohne bewegliche Teile zu erzeugen.

Um für eine gute Durchmischung von Gasen und Flüssigkeiten zu sorgen, kommen die dafür verwendeten Komponenten so gut wie nie ohne bewegliche Bauteile aus, woraus beinah schon zwangsläufig eine gewisse Reparaturanfälligkeit und ein erhöhter Wartungsbedarf resultieren. Die neue Düse von FDX erzeugt den schwingenden Fluidstrahl jedoch ohne bewegliche Teile. Mit einem schnell, effizient und genau anpassbaren Frequenzspektrum, welches von wenigen Schwingungen pro Sekunde bis fast in den Ultraschallbereich reicht, liefert die OsciJet-Düse für beinah jeden Prozess den notwendigen Frequenzbereich – ob Kraftstoff-Luft-Mischungen in Motoren oder der Wasserstrahl in Geschirrspülmaschinen.

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MediGlove – Heilende Handschuhe
Auf dem Stand der Hochschule Anhalt zeigen die Designer Thomas Kores und Philipp Rösler aus Dessau erstmalig einen vollen interaktiven Prototyp eines medizinischen Diagnostik-Handschuhs, der die Funktionen von Stethoskop, Thermometer und Pulsmesser vereint.

Mit MediGlove sollen nicht nur die Untersuchungen intuitiver „von der Hand gehen“, sondern über natürliche Gesten auch hochauflösende Messwerte ermittelt und automatisch in eine digitale Krankenakte eingepflegt werden können, um sie so längerfristig und ganzheitlich nachvollziehbar zu machen. Der als Design-Projekt der Hochschule Anhalt konzipierte MediGlove ist bereits mit zwei Sonderpreisen ausgezeichnet worden.

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ABB – Produktivität steigern

Der Schweizer Mischkonzern ABB hat seine eigene Definition des Internets der Dinge: Das IoT wird zum „Internet of Things, Services and People“ erweitert – und soll so Chancen bieten, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. „Wir verbinden Komponenten – also Things – der Industrieautomation und Energieversorgung mit dem Internet und fördern durch fortschrittliche Softwarelösungen deren perfekte Zusammenarbeit“, sagt ABB-Chef Ulrich Spiesshofer. „Das führt zu neuen Serviceangeboten und verschafft unseren Kunden einen klaren Wettbewerbsvorsprung.“

Eine der Neuheiten an dem 1700 Quadratmeter großen Messestand ist ein neuer Sensor, mit dem bestehende Motoren mit der Smart Factory angebunden werden können. Der Sensor – in etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel – wird an dem vorhandenen Elektromotor befestigt, misst Zustandsdaten wie Temperatur, Vibration oder Magnetfeld und sendet sie an einen Server. Aus diesen kontinuierlich erhobenen Daten können genaue Analysen über den Zustand des Motors erstellt werden. Produktivität und Verfügbarkeit lassen sich so verbessern und Produktionsunterbrechungen durch vorausschauende Wartung vermeiden.

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Fraunhofer IWU – Die Miniaturfabrik

Das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) präsentiert auf der Messe mit seinem Forschungsprojekt „Presswerk 4.0“ erstmals ein Miniaturfabrikmodell, das Messebesucher dank Augmented Reality bei einem virtuellen Rundgang erkunden können.

Den einzelnen Produktionsschritten folgend, wird den Besuchern dort anhand der Fertigung von Beispielbauteilen interaktiv und gut nachvollziehbar die intelligente Vernetzung von Prozess, Maschine, Anlage und Mensch vermittelt. Zudem wird deutlich, wie diese Vernetzung hilft, Zeit, Energie und Material zu sparen und die Produktion schneller und flexibler auf Marktveränderungen reagieren zu lassen.

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Institut für Integrierte Produktion Hannover – „Heb mich hoch, Scottie!“

Autonome Fahrzeuge sind nicht nur in der Autoindustrie ein Thema. In modernen Produktionsstätten und Lagerhallen werden sich die Mitarbeiter nicht mehr selbst ans Steuer eines Gabelstaplers setzen, sondern ihre Arbeitsaufträge an intelligente fahrerlose Transportfahrzeuge übergeben. Was zur Kommunikation zwischen Mensch und Stapler nötig ist, zeigt das Institut für Integrierte Produktion Hannover: Die gemeinsam mit Jungheinrich und weiteren Partnern entwickelten fahrerlosen Schubmaststapler, die menschliche Sprache verstehen und Gesten deuten können, dürfen von den Messebesuchern auf dem niedersächsischen Gemeinschaftsstand in Halle 2 sogar selbst ausprobiert werden.

Mithilfe von 3D-Kameras erfassen sie ihre Umgebung und orientieren sich ähnlich wie ein Mensch, indem sie sich markante Punkte im Raum merken. Bei räumlichen Veränderungen – zum Beispiel, weil ein Regal zur Seite gerückt wurde oder eine Palette den sonst üblichen Weg versperrt – wird sich das Fahrzeug daran anpassen, ganz im Sinne der Industrie 4.0. Im Gegensatz zu bisherigen fahrerlosen Transportsystemen benötigt es keinerlei vorgegebene Wege, etwa in Form von Magnetsensoren oder Führungslinien auf dem Boden, sondern kann sich frei bewegen. Durch den Wegfall von Investitionen für Leitsysteme kann sich die neue Technologie auch für kleine und mittlere Unternehmen lohnen.

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Pilz – Sichere Automation

Pilz aus dem schwäbischen Ostfildern hat sich für die Hannover Messe ein eigenes Motto gesetzt: „Wir automatisieren. Sicher.“ Auf dem Messestand demonstriert Pilz den Besuchern, wie Mensch und Roboter künftig sicher eng zusammenarbeiten können. Der Roboter arbeitet ohne Trennwände mit dem Menschen zusammen – ein Trend, der sich über die gesamte Hannover Messe zieht.

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Harting – Kleine Box mit heißem Inhalt

Der Höhepunkt der diesjährigen Hannover Messe könnte für die ostwestfälische Harting Technologiegruppe bereits vor Messestart stattfinden: Mit Mica gehört das Unternehmen zu den fünf Nominierten für den Hermes Award, der am Vorabend der Messe in Anwesenheit von US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel verliehen wird.

Mica steht für „Modular Industry Computing Architecture“. Das System ermöglicht, Daten im direkten Umfeld von bereits existierenden Maschinen auszuwerten und mit dem IT-System eines Betriebes zu vernetzen. Sprich: Auch bestehende Maschinenparks können an die Smart Factory angebunden werden.

Foto: PR

Rethink Robotics – Kollege Cobot!

„Cobots“ (Collaborative Robots) stehen für ein neues Konzept in der Produktion: Ein Roboter soll den Mensch nicht ersetzen, sondern mit ihm produktiv zusammenarbeiten. Ein wesentlicher Aspekt in seiner Entwicklung war daher von Anfang an die sichere und bedenkenlose Zusammenarbeit von Mensch und Maschine – und zwar ohne trennende Schutzeinrichtungen.

Für diese neue Arbeitswelt stellt das US-Unternehmen Rethink Robotics mit seinen deutschen Partnern Hahn und Freise Automation in Hannover „Sawyer“ vor. Laut dem Unternehmen setzen der Grad an Intelligenz und Einfühlungsvermögen neue Maßstäbe in der Robotik. Am Ende soll diese neue Technologie für eine Win-Win-Situationen sorgen: Entlastete Mitarbeiter widmen sich komplexeren Aufgaben und steigern damit nachhaltig die Wertschöpfung des gesamten Unternehmens.

Foto: PR

Schaeffler –Werkzeugmaschine 4.0

Auf der Industriemesse präsentiert Schaeffler ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori: die Werkzeugmaschine 4.0. Die voll vernetzte Maschine stellt, ausgehend von sensorisierten Schaeffler-Komponenten sowie einer Cloud-basierten Software und Auswerteeinheit, einen konkreten Schritt in Richtung digitalisierte Produktion dar - lassen sich doch die Erfahrungen aus diesem Projekt auch auf andere Maschinen und Anlagen übertragen.

Auf der Sonderschau Predictive Maintenance 4.0 demonstriert Schaeffler mit dem Antriebsstrang 4.0 in Live-Vorführungen, welchen Mehrwert aus Unternehmenssicht die Cloud-basierten Services bieten können.

Foto: PR

Siemens – Die Würfel sind gefallen

In vier „Highlight-Cubes“ präsentiert Siemens seine Neuheiten in Hannover – die Würfel sollen die Themenschwerpunkte auf der 3500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche auch optisch gliedern. Überschrieben sind diese vier Bereiche mit den Schwerpunktthemen „Nachhaltige Energie für digitale Unternehmen“, „Neue Chancen für die Fiber Industry durch Digitalisierung“, „Auf dem Weg zur individualisierten Massenproduktion“ sowie „Automobilhersteller: Mit Digitalisierung auf der Überholspur“.

Im Kern aller Schwerpunkte steht die Verschmelzung der realen und virtuellen Welt.

Foto: PR

Durch die Digitalisierung findet ein umwälzender Wandel statt, der auch vor der Arbeitswelt nicht halt macht. Ob automatisch gemolkene Kühe oder sich selbst organisierende Kühlschränke: Alle Lebensbereiche sind betroffen. Deutschland und die USA haben Anfang des Jahres Ziele für die Zusammenarbeit bei der sogenannten Industrie 4.0 vereinbart, die einen engen Schulterschluss bei der Schaffung zuverlässiger Systeme und Infrastrukturen vorsieht.

Es geht um Innovation, es geht um Standards, es geht um Märkte und auch um Arbeitsplätze. Auf der Messe wollen die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und der US-Handelsbeauftragte Michael Froman darüber diskutieren. Im Fokus steht dabei auch das geplante transatlantische Freihandelsabkommens TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) – eins der letzten großen Projekte in der bald endenden Präsidentschaft von Barack Obama.

Rund 90 Prozent aller heutigen Arbeitsplätze könnten in den kommenden fünf bis zehn Jahren vom digitalen Wandel betroffen sein, hatte der EU-Digitalkommissar Günther Oettinger schon auf der IT-Messe CeBIT erklärt. Nach einer Prognose des Weltwirtschaftsforums könnte diese industrielle Revolution in den Industrieländern bis 2020 insgesamt mehr als sieben Millionen Arbeitsplätze überflüssig machen – vor allem in Büros und der Verwaltung mit weitgehend standardisierten Aufgaben. Der Wandel zur Fabrik von morgen rückt daher auch die Bildung in den Blickpunkt, um Arbeitsplätze zukunftsfest zu machen.

Von der Sekretärin über den Buchhalter bis hin zum Piloten: die zunehmende Automatisierung setzt hinter klassische Berufe in ihrer bisherigen Form ein großes Fragezeichen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sieht den Maschinenbau im Zentrum der Veränderungen, die das Wirtschaftsleben in den kommenden Jahren prägen werden. Er will das auf der Messe in zahlreichen Vorträgen und Diskussionen auf der diesjährigen Hannover Messe deutlich machen.

Platz 20: Schöck AG

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 119,0 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 14,1 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 13,3 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 33,1 Prozent

Die Unternehmensberatung Munich Strategy Group (MSG) hat die Mittelständler mit dem größten Wachstum bei Umsatz und Erträgen in den letzten fünf Jahren gekürt. Die Top 20 eröffnet die Schöck Aktiengesellschaft aus Baden-Baden, einem Spezialisten für Fertigbauteile zur Wärme- und Lärmdämmung für Tritte.

Quelle: Munich Strategy Group: "TOP 100 Ranking des Mittelstands 2015 - Deutschlands Wachstums-und Ertragsstars"

Für ihr jährliches Unternehmensranking hat die Unternehmensberatung MGS rund 3.500 Mittelständler mit Umsätzen von 15 bis 600 Millionen Euro analysiert, um daraus die wachstums- und ertragsstärksten Unternehmen herauszufiltern.
Das Ranking ergibt sich aus einem Score, der sich aus durchschnittlicher Ertragsquote, durchschnittlichem Ertragswachstum und durchschnittlichem Umsatzwachstum im Zeitraum 2010 bis 2014 ergibt. Ertragsquote und -wachstum fließen mit je 25 Prozent in den Gesamtscore ein, das Umsatzwachstum wird mit 50 Prozent gewichtet.

Foto: Presse

Platz 19: Heinzmann

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 72,8 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 16,1 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 10,8 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 36,1 Prozent

Heinzmann baut, entwickelt und betreut Verbrennungsmotoren, Generatoren und Turbinen, die etwa in Lokomotiven und Schiffen eingesetzt werden. 

Foto: Screenshot

Platz 18: Vemag Maschinenbau GmbH

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 86,5 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 15,2 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 12,6 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 33,1 Prozent

Die Vemag Maschinenbau GmbH stellt Maschinen und Geräte für die Nahrungsmittelindustrie her. Dazu zählen Würstchenfüller und Teigportionierer. Einen Schwerpunkt bildet hier die Entwicklung eines Convenience Systems, das dem Anwender ein flexibles System zum Portionieren und Formen von Produkten bietet.

Foto: Presse

Platz 17: Wenglor Sensoric GmbH

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 55,9 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 15,8 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 12,6 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 43,9 Prozent

Wenglor entwickelt, produziert und vertreibt seit 30 Jahren Produkte zur berührungslosen Objekterkennung. Das Produktspektrum umfasst Sensoren, Bildverarbeitungsprodukten, Barcode-Scanner und Sicherheitstechnik. Zu den Kunden zählen kleine und mittelständische Unternehmen wie auch internationale Industriekonzerne.

Foto: Presse

Platz 16: Delo

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 57,9 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 20,0 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 15,4 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 21,7 Prozent

Das Unternehmen aus Windach bei München ist mit Spezialklebstoffen erfolgreich. So hat Delo etwa ein Verfahren entwickelt, um RFID-Chips zu verkleben. Die elektrischen Signale werden dabei zuverlässig weitergeleitet.

Foto: Presse

Platz 15: HAZET-WERK

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 79,0 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 12,8 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 13,0 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 178,6 Prozent

Die Hazet-Werk Hermann Zerver GmbH & Co. KG ist ein deutscher Werkzeughersteller mit Sitz in Remscheid. Der Markenname Hazet steht verkürzt für die Anfangsbuchstaben Ha und Zett des Namens des Gründers Hermann Zerver.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 14: Getriebebau Nord

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 460,0 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 15,4 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 11,6 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 80,2 Prozent

Die Getriebebau Nord ist einer der größten Getriebemotoren-Hersteller der Welt. Das Unternehmen ist international für seine mechanische und elektronische Antriebstechnik bekannt.

Foto: Presse

Platz 13: Strama-MPS Maschinenbau

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 115,7 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 29,0 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 7,8 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 64,3 Prozent

Strama-MPS ist im Sondermaschinenbau tätig. Das Unternehmen hat sich auf die Fertigung spezialisiert und kann die komplette Prozesskette vom Rohteil bis zum fertigen Produkt aus einer Hand abbilden.

Foto: Presse

Platz 12: Datron AG

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 33,5 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 22,8 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 7,6 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 154,2 Prozent

Datron aus dem hessischen Mühltal verdient sein Geld rund um automatisierte Fräsmaschinen. Neben den reinen Fertigungsmaschinen bietet Datron auch die Werkzeuge und spezielle Dental-Maschinen an.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 11: LPKF Laser & Electronics

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 129,7 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 20,7 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 16,8 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 27,8 Prozent

LPKF entwickelt und produziert seit 1976 Maschinen zur Materialbearbeitung. In einigen Bereichen der Mikromaterialbearbeitung mit dem Laser gehört das Unternehmen zur Weltspitze. Für LPKF mit Sitz im niedersächsischen Garbsen bei Hannover arbeiten weltweit 750 Mitarbeiter.

Foto: Presse

Platz 10: Deprag Schulz GmbH

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 45,4 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 14,0 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 17,9 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 119,6 Prozent


Die Deprag Schulz GmbH u. Co. ist ein weltweit führender Anbieter für Schraubtechnik, Automation, Druckluftmotoren und Druckluftwerkzeuge. Das Unternehmen hat Produktionsstandorten in Deutschland, Tschechien und China sowie Vertriebs-und Servicegesellschaften in Frankreich, Schweden, den USA und im Vereinigten Königreich.

Foto: Screenshot

Platz 9: 2G energy AG

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 126,1 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 36,7 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 8,4 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 83,1 Prozent

Die 2G energy AG wurde 1995 in Heek im Münsterland gegründet. Sie ist heute einer der führenden Hersteller von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen in Europa und beschäftigt weltweit rund 520 Mitarbeiter.

Foto: Presse

Platz 8: BHS Sonthofen

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 85,7 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 20,1 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 16,5 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 36,4 Prozent

BHS Sonthofen ist ein international führender Produzent im Bereich der mechanischen Verfahrenstechnik. In den Bereichen Misch-, Zerkleinerungs-, Recycling-, und Filtrationstechnik gehört BHS zu den international führenden Unternehmen. Die Anlagen des Unternehmens werden in den verschiedensten Branchen eingesetzt, unter anderem in der Bau- und Baustoffindustrie oder der Nahrungs-und Futtermittelindustrie.

Foto: Screenshot

Platz 7: Beckhoff Automation

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 510,0 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 20,0 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 20,0 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 42,7 Prozent

Beckhoff Automation baut und entwirft Automatisierungssysteme für die Industrie und die Gebäudeautomation. Die Beckhoff Automation GmbH ist Teil der Beckhoff-Gruppe aus Verl – der hier gemessene Umsatz gilt für die gesamte Gruppe.

Foto: Presse

rbPlatz 6: Coroplast Fritz Müller GmbH & Co. KG

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 213,0 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 19,9 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 14,4 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 70,2 Prozent

Coroplast ist auf die Fertigung von Klebebändern, Kabel und Leitungen und Leitungssatzsystemen spezialisiert. Das Unternehmen aus Wuppertal gilt als Branchenmarktführer und arbeitet vor allem als Automobilzulieferer.

Foto: Creative Commons

Platz 5: Otto Spanner GmbH

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 49,6 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 66,1 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 7,6 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 404,0 Prozent

Die in dritter Generation geführte Otto Spanner GmbH hat sich auf Press-, Stanz- und Ziehteile aus Metall spezialisiert.

Foto: Screenshot

Platz 4: J. Schmalz GmbH

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 73,6 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 16,7 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 13,1 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 488,9 Prozent

Nach Platz 30 im Vorjahr stürmt die J. Schmalz GmbH aus Glatten in Baden-Württemberg auf Rang 4 nach vorne. 1910 als Rasierklingenfabrik gegründet, gilt das Unternehmen mittlerweile als Spezialist für Vakuumtechnologie.

Foto: Presse

Platz 3: RIB Software

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 57,0 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 21,1 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 28,4 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 51,6 Prozent

Die Stuttgarter haben sich erfolgreich auf Software für Bauunternehmen spezialisiert – von der Tragwerksplanung bis zur Kostenanalyse.

Foto: Presse

Platz 2: KTG Agrar

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 164,9 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 50,9 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 22,6 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 33,8 Prozent

KTG Agrar zählt zu den führenden Agrarbetrieben in Europa und bewirtschaftet rund 40.000 Hektar Ackerland in Deutschland und Litauen. Das Unternehmen baut Getreide, Kartoffeln und Raps an, ist aber auch an der Erzeugung von Bioenergie beteiligt und produziert Tiefkühlkost sowie Frischwaren. Das Motto des Hamburger Mittelständlers: "Vom Feld auf den Teller".

Foto: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche

Platz 1: Rimowa

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/2014: 272,9 Millionen Euro

durchschnittliches Umsatzwachstum von 2010 bis 2014: 33,9 Prozent

durchschnittliche Ertragsquote von 2010 bis 2014: 14,6 Prozent

durchschnittliches Ertragswachstum von 2010 bis 2014: 71,9 Prozent

Die Rimowa GmbH ist einer der führenden Hersteller von Reisegepäck in Europa. Die meisten der rund 200 Arbeitsschritte zur Fertigung eines Koffers erfolgen dabei in Handarbeit – zur Einhaltung der selbst gesetzten Qualitätsmaßstäbe. Die Produkte werden weltweit über autorisierte Händler und eigene Geschäfte vertrieben.

Foto: dpa

„Das Schlüsselwort für die Welt von morgen lautet Vernetzung; und keine Industriebranche ist dafür so gut aufgestellt wie der Maschinenbau – quer über alle Segmente hinweg“, erklärte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann im Vorfeld der Messe. Dank des starken Partnerlands USA hat die weltgrößte Industrieschau diesmal mehr als 5200 Aussteller aus 75 Ländern nach Hannover locken können – davon allein 465 aus den USA.

dpa
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