Amazon Echo, Dash-Buttons und Co.: Shopping für alle, die zu faul für den Onlinekauf sind
Blick ins Grüne: Die Biosphäre ist vor allem mit Pflanzen bestückt, die in Bergregionen wachsen. So soll das Klima in den Glaskugeln angenehm bleiben. (Grafik: NBBJ)
Foto: WirtschaftsWocheDer Entwurf der Architekten von NBBJ passt sich gut ins Stadtbild ein. (Grafik: NBBJ)
Foto: WirtschaftsWocheAmazon will seinen Mitarbeitern nicht nur einen grünen Rückzugsraum in der Innenstadt bieten, auch für den guten Ruf ist so eine Biosphäre förderlich. (Grafik: NBBJ)
Foto: WirtschaftsWocheNoch bis 2018 wird gebaut und gepflanzt - dann sollen sich die Schleusen öffnen. Die Biosphären werden Teil des riesigen Amazon-Firmengeländes. (Foto: NBBJ)
Foto: WirtschaftsWocheEinkaufen ist heute einfach wie nie. Wer den neuen Roman von Karl Ove Knausgård will, dazu eine Fritteuse und einige frische Lebensmittel ordert all das im Netz beim Händler seines Vertrauens, statt verschiedene Läden in der Innenstadt abzuklappern.
Der Konsument ist verwöhnt. Alles, was wir wollen, ist nur ein paar Klicks entfernt und wird frei Haus geliefert. Je nach Wohnort und Händler kommt die Ware noch am selben Tag an, ansonsten am nächsten, allerspätestens am übernächsten.
Zu verdanken ist das Onlinehändlern – allen voran Amazon. Der US-Konzern, dessen Logik lautet, immer mehr, immer schneller, immer günstiger zu liefern, treibt seit zwei Dekaden die Handelswelt vor sich her. Eine Trendwende ist nicht in Sicht, denn vor allem die jungen Konsumenten haben sich vollkommen auf diese Welt eingelassen.
„Die digitale Einkaufswelt hat unser Belohnungserwartungssystem versaut, vor allem bei den jungen Menschen“, sagt Georg Häusel, Psychologe und Experte für Neuromarketing. „Durch die Möglichkeiten hat sich unser im Hirn daran gewöhnt, dass es immer schneller bekommt, was es sich wünscht.“ Wenige Klicks und die Waren sind bestellt. Doch auch das ist noch zu aufwendig: „Alles, was kompliziert ist, aktiviert das Schmerzzentrum und was leicht funktioniert, aktiviert unser Belohnungszentrum und hebt die Laune“, so Häusel. Und wer gut gelaunt ist, hat laut Studien eine um bis zu 15 Prozent höhere Kaufbereitschaft.
Also heißt die Maxime für Amazon und Co: Mache es dem Käufer so einfach wie möglich. Doch wie soll man das bewerkstelligen in einer Zeit, in der ein Bedürfnis ohnehin binnen Sekunden zum Kauf wird?
An intelligenten Sprachassistenten arbeiten die US-Konzerne seit Jahren. Apple hat Siri, Microsoft hat Cortana, Google hat Google Now. Amazon versucht es mit Alexa, die mittlerweile in Fahrzeugen von Ford zum Einsatz kommt.
Verfügbar ist die Sprachassistentin in Gegensatz zu denen der Konkurrenz aktuell nur in den USA, was der Tatsache geschuldet ist, dass Alexa lediglich Englisch spricht. Im Fire TV sucht sie für den Nutzer nach Serien. In „Amazon Echo“, einem bildschirmlosen Computer, der per Sprache angesteuert wird und aussieht, wie eine Hightech-Tennisballdose, kommt sie als Einkaufshilfe zum Einsatz, kann Bankkonten abrufen, Musik abspielen, ein Taxi bestellen.
„Echo verkürzt den Weg vom Gedanken eines Bedarfs bis hin zum Kauf drastisch “, sagt Marc Aufzug, Geschäftsführer von Factor-A, einem Unternehmen das Produzenten bei ihren Aktivitäten auf Amazon berät.
Einkaufen per Spracherkennung – was anmutet wie der Kommunikator aus der Science-Fiction-Reihe „Star Trek“ ist mittlerweile Realität. Die Sprachassistenten funktionieren zwar bei Weitem noch nicht perfekt, aber lernen schnell.
Echo hat den anderen Assistenten allerdings etwas voraus: Um Alexa zu aktivieren, muss der Nutzer nicht Hand anlegen. Sobald er „Alexa“ sagt, auch aus weiten Distanzen, aktiviert sich die Box,. Möglich machen das ständig lauschende Mikrofone, die aber per Knopfdruck taub gestellt werden können und nur Geräusche aufzeichnen, wenn Alexa angesprochen wird.
Nicht nur deswegen sehen Experten die Spracherkennung von Amazon als Einkaufslösung derzeit vor Siri und Google Now. „Alexa wurde für sehr spezielle Anwendungsfälle konzipiert: Produkte finden und einkaufen. Das macht die Spracherkennung deutlich weniger kompliziert“, sagt Alexander Graf, Geschäftsführer des Softwareunternehmens Spryker Systems. Siri etwa soll daneben auch noch beantworten, wo in der Nähe ein Spielplatz ist.
Doch unabhängig wer sich in puncto Sprachassistent am Ende durchsetzen wird: Das Einkaufen wird sich grundlegend verändern – vor allem für Marken und Hersteller, glaubt Aufzug: „Gerade in Bezug auf generische Produkte.“ Fordert ein Kunde Alexa auf, einen Staubsauger zu kaufen und nennt keine Marke, geht es nur noch darum, welcher Staubsaugerhersteller seine Hausaufgaben auf dem Marktplatz am besten macht und zum Beispiel gute Bewertungen erhalten hat. „Marken, die sich da nicht engagieren, fallen heraus“, sagt Aufzug. „Aspekte wie der Markenname oder die Optik werden deutlich unwichtiger.“
Graf sieht die Chance auf eine neue Zielgruppe: „Insbesondere ältere Kunden haben noch immer Probleme mit Apps und dem Onlinehandel“, sagt er. „Ist Shopping per Spracherkennung einmal etabliert, sind auch sie als Zielgruppe viel einfacher erschließbar.“
Ist künftig überhaupt noch der Ausdruck des Kaufwunschs nötig? „Als wir vor 15 Jahren mit Google starteten, war es meine Vision, dass die Menschen nicht mehr suchen müssen, um an Informationen zu kommen, die Informationen sollen zu ihnen kommen“, erklärte Larry Page im Jahr 2013.
Einen großen Schritt bei der Realisierung dieses Plans hat Google mit einem Zukauf aus dem Jahr 2014 gemacht: Der Konzern kaufte den Londoner Big-Data-Spezialisten Rangespan. Bis dahin analysierte das Unternehmen die Anfragen Tausender Lieferanten – etwa für die Supermarktkette Tesco. Für Google sollen die Mitarbeiter des Unternehmens das Verhalten der Kunden bis ins Detail analysieren und die Google-Angebote entsprechend des Verhaltens optimieren.
So will Google künftig ein mögliches Kaufverhalten antizipieren, ohne dass überhaupt eine Suchanfrage gestellt wird. „Schläft beispielsweise ein Paar seit drei Monaten in derselben Wohnung, kann Google das anhand der Ortungsdaten des Smartphones erkennen“, sagt Markus Tandler, Experte für Suchmaschinen.
Wenn nun die Frau nach Hochzeitskleidern sucht und ihr Mann in den letzten Tagen bei einem Juwelier war, ahnt Google: Die Hochzeit steht ins Haus. Entsprechende Angebote könnte das Unternehmen direkt aufs Handy schicken -– etwa für einen Anzug. Google will nicht mehr den Menschen zum Produkt bringen, sondern das Produkt zum Menschen.
So müsste der Nutzer beispielsweise gar nicht mehr die Amazon-Webseite besuchen, um dort zu bestellen. Google wählt selbst aus, welche Angebote es weiterleitet und kassiert eine Provision. „Ab diesem Moment hat Amazon ein Problem“, sagt Tandler. Heute sucht fast jeder, der etwas im Internet kaufen will, direkt bei Amazon -– diese Zeiten könnten dann vorbei sein. „Diese Entwicklung hat das Potenzial, die Werbe- und Verkaufswelt komplett zu revolutionieren“, so Tandler. Bis es soweit ist, braucht Google seiner Einschätzung nach allerdings noch einige Jahre.
Platz 10: Douglas
Kategorie: Drogerien
Bewertung: 79,6
Veränderung zu 2014: -0,8
Zwar ist Douglas laut OC&C Spitzenreiter im Segment „Beratung und Empfehlung“, in den anderen Kategorien schneidet die Parfüm-Kette aber schlechter ab als manch anderer Händler. Im Vergleich zum Vorjahr büßt das Unternehmen 0,8 Bewertungspunkte und fünf Plätze im Ranking ein.
Über die Studie:
Der Proposition-Index 2015 der Unternehmensberatung OC&C analysiert die Leistungsversprechen von über 850 Handelsunternehmen (darunter 95 aus Deutschland) auf Basis einer internationalen Konsumentenbefragung. Insgesamt wurden über 300.000 Kundenbeurteilungen aufgenommen, 26.000 davon allein in Deutschland. Für jedes Handelsunternehmen wurden die Kunden zur Gesamtwahrnehmung und den Elementen des Leistungsversprechens befragt. Neben der Kundensicht zu Preisstellung, Qualität, Auswahl, Einkaufserlebnis und Service wurden auch die Preis-Leistungs-Wahrnehmung des Kunden und das Kundenvertrauen ermittelt. In die Bewertung fließen hierbei nur diejenigen Konsumenten ein, die das entsprechende Handelsformat in den vergangenen drei Monaten besucht oder dort eingekauft haben. Die vom Kunden wahrgenommene Stärke des Gesamtleistungsversprechens, der „Proposition“, und die einzelnen Elemente des Leistungsversprechens werden jeweils in einem Index gemessen, dessen Maximalwert 100 ist.
Foto: dpaPlatz 9: Aldi
Kategorie: Lebensmitteleinzelhandel
Bewertung: 79,6
Punkteveränderung zu 2014: +1,8
Im Lebensmittelhandel wird der Wettbewerb härter und die Grenzen zwischen einst klar abgesteckten Konzepten verschwimmen: "Supermärkte und Discounter werden austauschbarer", schreiben die Berater von OC&C. Rewe und Edeka passen ihre Preise an. Lidl und Aldi investieren in Auswahl, Einkaufserlebnis und Service. Aldi verhilft das zu einem Sprung von 6 Plätzen und damit in die Top 10. Auch insgesamt wächst die Zufriedenheit der Kunden im Lebensmittelhandel.
Foto: REUTERSPlatz 8: Tchibo
Kategorie: Multisortimenter/Warenhäuser
Bewertung: 80,0
Veränderung zu 2014: +0,8
Im Vergleich zum Vorjahr geht es für Tschibo drei Plätze rauf.
Foto: dpaPlatz 7: Drogerie Müller
Kategorie: Drogerien
Bewertung: 80,0
Veränderung zu 2014: +0,2
Deutschlands Drogerien schneiden im Beliebtheits-Ranking abermals sehr gut ab. Müller verbessert sich um eine Position und kommt auf Rang 7. Die großen Konkurrenten schnitten sogar noch besser ab.
Foto: dpaPlatz 6: Rossmann
Kategorie: Drogerien
Bewertung: 80,5
Veränderung zu 2014: -0,3
Im Vergleich zum Vorjahr büßt Rossmann zwei Plätze ein. Die Drogeriekette aus Burgwedel bei Hannover zählt mit 80,5 Punkten im Proposition Index zu den Kundenlieblingen der Republik.
Foto: dpaPlatz 5: Otto
Kategorie: Multisortimenter/Warenhäuser
Bewertung: 81,1
Veränderung zu 2014: +3,3
Der Handelsriese Otto hat in den Augen der Kunden offenbar einen großen Sprung gemacht: Im Vergleich zum Vorjahr geht es 12 Plätze rauf.
Foto: dpaPlatz 4: Thalia
Kategorie: Andere
Bewertung: 81,4
Veränderung zu 2014: +1,1
Thalia steigt im Ansehen der Kunden ebenfalls und verbessert sich im Vergleich zu 2014 um zwei Plätze.
Foto: dpaPlatz 3: IKEA
Kategorie: Möbelhäuser
Bewertung: 81,8
Veränderung zu 2014: n/a
Erstmals hat OC&C 2015 auch die Möbelbranche ins Ranking aufgenommen. Die Schweden von IKEA starten im Kunden-Ranking dabei gleich auf Rang 3. Der Abstand zum Spitzenfeld ist allerdings noch beträchtlich.
Foto: dpaPlatz 2: Amazon
Kategorie: Multisortimenter/Warenhäuser
Bewertung: 86,5
Veränderung zu 2014: +1,5
Seit einigen Jahren muss sich der Online-Gigant im Kampf um die Kundenliebe regelmäßig knapp geschlagen geben. Auch in diesem Jahr reicht es trotz Punktverbesserung nicht für die Spitzenposition. Zudem holen viele stationäre Händler in der Kundengunst wieder auf. Investitionen in die Läden sowie die Investitionen von stationären Händlern haben den Vorsprung in den vergangenen Jahren schmelzen lassen. "Das Erwachen der Stationären lässt den Vorsprung von Amazon schmelzen", so OC&C.
Amazon bietet laut Studie aber nach wie vor den „schnellsten und einfachsten Einkauf“ und liegt hier mit 89,7 Punkten mit Abstand auf Platz 1 und ganze 13,5 Punkte über dem Schnitt aller Händler. Zudem liegt Amazon mit Platz 4 beim „Umgang mit Problemen“ ebenfalls weit vorn.
Foto: dpaPlatz 1: dm
Kategorie: Drogerien
Bewertung: 87,7
Veränderung zu 2014: +1,2
Wie schon in den vergangenen Jahren führt die Drogeriemarkt-Kette das Ranking an. In den Einzelwertungen schneidet dm entsprechend gut ab. Im Bereich „Kasse/Bezahlvorgang“ hat das Unternehmen mit 82,1 Punkten die höchste Zufriedenheit aller 95 in Deutschland untersuchten Handelsunternehmen und liegt auch bei „Beratung und Empfehlung“ mit Platz 3 und bei einem „schnellen und einfachen Einkauf“ mit Platz 5 weit vorn.
Foto: dpaAmazon hält dagegen. Fragt man Scott Galloway, Marketingprofessor an der New York Universität, wird Amazon eines Tages seine Kunden so gut analysiert haben, dass es proaktiv Waren sendet, die dem Profil des Kunden entsprechen. „Ich denke darauf läuft es hinaus“, sagte er der New York Times. „Ich kriege einmal die Woche eine Box mit all den Dingen, von denen Amazon glaubt, ich brauche sie.“
Ein entsprechendes Patent für antizipatorischen Paketversand hat Amazon vor Jahren angemeldet. Auf den Weg dorthin hilft Amazon ein Gadget, das neben den USA mittlerweile auch in Großbritannien angekommen ist.
Die Rede ist von Amazons Dash-Button. Für mehr als 150 Marken in den USA bietet der Handelsriese die Bestellung per Knopfdruck, ganz ohne Besuch des Onlineshops, bereits an. Wie das funktioniert?
Amazon
Die Datenschutzerklärungen von Amazon beschreiben laut Stiftung Warentest umfassend die Informationen, die der Onlinehändler erhebt und welche Nutzungsgewohnheiten und Suchanfragen die Cookies speichern. Allerdings erhalte der User keine Information darüber, wie lange Amazon Daten aufbewahrt und wie Nutzer ihre Daten löschen können. Weiterer Kritikpunkt: Amazon behält sich vor, auch Daten von Beschenkten zu speichern.
Die Stiftung Warentest hat die Aussagekraft aus Verbrauchersicht von Datenschutzerklärungen bekannter Internetdienste von Oktober bis Dezember 2015 geprüft.
Foto: REUTERSApple
Wenn Nutzer den Datenschutzerklärungen von Apple zustimmen, erlauben sie dem IT-Riesen, Daten weiterzugeben. An wen die Informationen gelangen können, lässt Apple allerdings offen: "Gelegentlich kann Apple bestimmte personenbezogene Daten an strategische Partner weitergeben", heißt es in den Datenschutzbestimmungen. Daten von Beschenkten speichert Apple ebenso wie Amazon.
Diese Richtlinien gelten auch für weitere Dienste wie den App-Store, iTunes und iCloud.
Foto: REUTERSDeezer
Eigentlich sollen Unternehmen nur Daten erheben, die sie brauchen. Doch sie haben – so wie Deezer – oft weitergehende Interessen: Der Musikstreaming-Dienst räumt sich in den Richtlinien nämlich die Rechte ein, Daten seiner Kunden an Geschäftspartner zu verkaufen. Außerdem will er laut Stiftung Warentest Kundeninformationen auch in Länder außerhalb der EU übermitteln dürfen.
Foto: dpaEbay
Der Online-Marktplatz Ebay schneidet beim Test relativ gut ab: So beschreiben die Datenschutzerklärungen nach dem Urteil der Stiftung Warentest den Umfang der Datenerfassung genau. Und: Ebay erklärt seinen Kunden Widerrufsmöglichkeiten. Allerdings kritisieren die Test-Herausgeber, dass die Richtlinien viele Schachtelsätze enthalten und Verbraucher die Online-Börse nur eingeschränkt oder gar nicht nutzen können, wenn sie der Datenverarbeitung widersprechen.
Foto: REUTERSDie Datenschutzrichtlinie von Facebook ist laut Stiftung Warentest übersichtlich gegliedert und enthält ausführliche Hilfe für die Einstellungen. Negativ bewerten die Test-Herausgeber, dass es bis zu 90 Tage dauern kann, bis das soziale Netzwerk Konten löscht und dass der Umfang der Datenerfassung unpräzise ist. Die Datenschutzerklärung erhalte keinen Hinweis auf das Widerspruchsrecht.
Foto: dpaBei Google erhalten die Nutzer laut Tester ausreichend Hilfe, um die Datenschutzeinstellungen – die übersichtlich strukturiert seien – vorzunehmen. Kritisiert wird im Test-Bericht, dass die Regelungen teilweise ungenau sind und dass der IT-Riese personenbezogene Daten aus einem Dienst möglicherweise mit Daten anderer Google-Dienste verknüpft.
Foto: dpaMicrosoft
Laut Stiftung Warentest nennen die Datenschutzbestimmungen ausführlich die erfassten Informationen – und wofür Microsoft welche Daten erhebt. Allerdings erklärt der IT-Konzern in seinen Richtlinien, dass er bei Onlinespielen über die Xbox den Chat der Spieler stichprobenartig überwacht. Außerdem verknüpft Microsoft die Daten der verschiedenen Dienste.
Die Bestimmungen gelten für Bing, Outlook, Skype und Xbox.
Foto: dpaOtto
Auf der Internetseite des Onlinehändlers finden Verbraucher eine laut Stiftung Warentest strukturierte Startseite zu Datenschutzfragen. Otto gliedere die Datenschutzerklärungen übersichtlich, gebe Hinweise zu Cookies und liefere umfangreiche Informationen zum Widerspruchsrecht. Stiftung Warentest kritisiert, dass Otto nicht genau angibt, welche Daten erhoben werden und Kunden nicht erfahren, wie sie ihre Daten löschen lassen können.
Foto: dpaSpotify
Der Musik-Streamingdienst bietet seinen Kunden laut Test-Ergebnis zwar viele Informationen zu Cookies – das sind Programme, die Suchanfragen des Nutzers speichern. Wer den Datenschutzerklärungen zustimmt, ist allerdings damit einverstanden, dass Spotify Daten an nicht näher benannte Drittfirmen sowie nach Brasilien, Japan, Singapur, Taiwan oder in die USA übermittelt, wo Verbraucher laut Stiftung Warentest weniger Rechte bezüglich ihrer personenbezogenen Daten haben. Hinzu kommt, dass Spotify standardmäßig Daten auswerte. Darunter: Informationen zum Beschleunigungssensor, Touchscreen- und Standortdaten.
Foto: dpaAm Kurznachrichtendienst Twitter hat die Stiftung Warentest einiges auszusetzen. So bemängeln die Tester, dass die Nutzer den Datenschutzrichtlinien schon allein durch ihre Nutzung zustimmen – und nicht explizit ihr Einverständnis geben müssen. Weiterer Kritikpunkt: Twitter räume sich das Recht ein, Daten weltweit zu verarbeiten und gibt Tweets an Dritte – darunter Suchmaschinen und Behörden aus dem Gesundheitswesen – weiter. Unklar bleibe auch, welche Daten von wem erhoben werden.
Foto: dpaNapster
Bei Napster kommt die Stiftung Warentest zu einem positiven Urteil: Die Bestimmungen seien zu vielen Themen recht eindeutig geschrieben und der Streaming-Dienst erkläre auch den Zweck der Datenerhebung. Außerdem positiv: "Napster gibt Hinweise, wie die Anwender die Nutzung ihrer Daten für Newsletter und Werbemails widerrufen können", heißt es im Testbericht. Wer sich allerdings weigert, dem Dienst für die Nutzung nicht erforderliche Daten preiszugeben, kann bereits von Napster ausgeschlossen werden.
Foto: APZalando
In seinen Datenschutzrichtlinien nennt Zalando die Gründe für die Datenerhebung und weist laut Stiftung Warentest deutlich auf Widerspruchsmöglichkeiten hin. Allerdings würden die Kunden darüber im Unklaren gelassen, wie sie Daten löschen lassen können und wie lange Zalando Daten aufbewahrt. Das Unternehmen werte außerdem eine ganze Reihe von Daten aus – zum Beispiel, ob Kunden Werbemails öffnen.
Foto: dpaFür zahlreiche Produkte des Alltags – vom Kaffeepulver bis zum Kondom – gibt es kleine, mit dem WLAN verbundene Dash Buttons. Sie sind in etwa so groß wie ein Autoschlüssel und werden bestimmten Marken und Produkten zugeordnet. An eine Waschmaschine etwa klebt der Kunde einen Knopf für Waschmittel vom Markenproduzenten seiner Wahl. Ist das Waschmittel leer, ordert der Nutzer per Knopfdruck automatisch eine vorher eingestellte Menge Waschmittel.
Das Düsseldorfer Unternehmen Henkel ist seit Ende Juni in den USA im Dash-Programm vertreten, unter anderen mit den Marken Persil und Schwarzkopf. Auf Anfrage erklärte eine Unternehmenssprecherin: „Bislang sind wir mit der Entwicklung zufrieden. Unsere Dash Buttons zählen zu den erfolgreichsten in ihren jeweiligen Kategorien.“ Genaue Absatzzahlen nannte sie nicht.
Mabel McLean, bei der US-Unternehmensberatung L2 für Amazon zuständig, kennt Fakten: „Fünf der zehn Top-Haushaltsprodukte auf Amazon gehören zu Marken, die Teil des Dash-Programms sind“, sagt sie. Bei den Top 100 seien es immerhin noch 35 Prozent. „Das legt nahe, dass die Dash Buttons die Verkäufe für Marken ankurbeln.“ Dafür spreche auch, dass sich immer mehr Marken für das Dash-Programm interessieren.
Trotzdem: Auf dem Massenmarkt ist Dash noch nicht angekommen, sagt Aufzug. Bis dato gebe es in den USA lediglich eine kleine Zahl von „Early Adoptern“, die sich an das neue Bestellmedium wagten. „Trotzdem ist der Knopf für Amazon schon jetzt ein sehr mächtiges Tool, vor allem was die Kundenbindung anbetrifft.“
Heute kauft das Gros der Kunden Alltagsprodukte wie Waschmittel oder Toilettenpapier im Laden und schleppen sie nachhause. „Wenn es so einfach ist zu bestellen wie mit dem Dash-Button, macht das Kaufen im Laden keinen Sinn mehr“, sagt Aufzug. Aus seiner Sicht wird der stationäre Handel diesen Trend bei Alltagsprodukten zu spüren bekommen.
Den Dash Button hat Amazon mit Großbritannien vor kurzem auch in Europa eingeführt. Allerdings in einer abgewandelten Form. Er verfügt über ein integriertes Mikrofon und einen Barcode-Scanner. So können die Kunden einkaufen, indem sie Barcodes von Produktverpackungen einscannen oder einfach den Namen des gewünschten Produkts in den Stick sprechen. Die Produkte landen dann in dem Warenkorb und können im Anschluss über das Smartphone oder den Rechner bestellt werden.
„Amazon schlägt hier gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe“, sagt Aufzug. „Mit der Spracherkennung im abgewandelten Dash Button deckt es Echo ab und mit der Barcodeerkennung testet es eine neue Bestellmöglichkeit.“ Je nachdem, was funktioniert, kann Amazon mit einer spezialisierten Variante auf dem europäischen Markt expandieren.
Wann Dash nach Deutschland kommt, mit einem Umsatzanteil von elf Prozent immerhin der wichtigste Auslandmarkt für Amazon, ist offen.
Es gibt allerdings erste Anzeichen: Seit Ende Juli können Nutzer in der Amazon-App in Deutschland unter dem Reiter „Benachrichtigungen“ entscheiden, ob sie Mitteilungen erhalten wollen, wenn Bestellungen über den Dash Button getätigt werden.
„Der Wille ist da die Dash-Buttons auch hier schnell zu testen, erste Vorstöße sind schon zu spüren, aber das wird noch dauern“, sagt Aufzug. Grund für die Verzögerung sind vor allem rechtliche Probleme, denn Fernhändler haben diverse Informationspflichten, zum Beispiel den Verbraucher über das Widerrufsrecht zu informieren.
Geräte bestellen einfach selbst
In den USA ist so etwas erst einmal unproblematisch, deswegen ist Amazon hier gerade dabei noch einen Schritt weiter zu gehen. Ende 2015 startete Amazon den „Dash Replenishment Service“ (DRS). Es ist eine Art Dash Button – nur ganz ohne Knopf.
Samsung Drucker, Waschmaschinen, Zuckermessgeräte oder Brita-Wasserfilter ordern ganz alleine bei Amazon neues Zubehör, was an und für sich bequem klingt. Aber wenn die Geräte „selbst entscheiden“, wann sie neues Zubehör brauchen, legt der Konsument sich komplett in die Hände der Hersteller, seine Ehrlichkeit und seine Genauigkeit. Ob das erstrebenswert ist?