Easyjet: Was den neuen Chef erwartet
Johan Lundgren wird zum ersten Dezember 2017 den Chefsessel bei dem britischen Billigflieger Easyjet übernehmen
Foto: dpaVon außen betrachtet könnte es Johan Lundgren in seinem neuen Job eigentlich ruhig angehen lassen. Der britische Billigflieger Easyjet, dessen Chef der 51-jährige Lundgren am 1. Dezember wird, hat ein gut funktionierendes Geschäftsmodell und solide Finanzen.
Acht Prozent mehr Einnahmen, sechs Prozent Umsatzrendite und ein ordentliches Nettovermögen: Davon können viele Unternehmen und fast alle Fluglinien derzeit nur träumen.
Doch der Job des gebürtigen Schweden wird aus mindestens vier Gründen keineswegs leicht. Schuld daran ist auch Air Berlin. Doch der Reihe nach:
1. Mehr Geld verdienen für Stelios
Das erste Problem sind Easyjets Geschäftszahlen. Mag die letzte Bilanz von Noch-Chefin Carolyn McCall im Vergleich zu Wettbewerbern gut sein, gemessen an den Ergebnissen der vergangenen Jahre läuft es eher mäßig. Zwar ist der Umsatz von Europas zweitgrößtem Billigflieger wieder gestiegen. Doch die Rendite hat sich gegenüber 2015 mehr als halbiert.
Das haben die Analysten bislang eher locker genommen und die Aktie noch mit "Kaufen" bewertet. Doch obwohl die Investmentbank Bernstein steigende Kurse aufgrund steigender Gewinne erwartet, die Rekordzahlen von 2015 wird Lundgren wohl erst 2020 wieder erreichen. Die Analysten der HSBC haben deshalb ihre Kurserwartung gekürzt.
Auf neue Rekordmargen zu warten dürfte zumindest einen Aktionär nerven: Stelios Haji-Ioannou, den wichtigsten Anteilseigner. Der Sohn eines griechisch-zypriotischen Reeders kontrolliert mit seiner Familie mehr als ein Drittel des Easyjet-Kapitals. Und er will traditionell vor allem eines: mehr Geld.
Dahinter steckt eher Not als Gier. Der schillernde Serienunternehmer braucht reichlich Bares für die anderen Unternehmungen seiner Gruppe wie die Easyhotels, die unterm Strich nicht sonderlich gut laufen.
Zwar war Stelios, wie ihn Unternehmen und Branche wegen seines nicht ganz einfachen Nachnamens nennen, zuletzt relativ zahm und hielt sich in der Öffentlichkeit mit Verbesserungsvorschlägen zurück. Doch die Erfahrung zeigt, dass der Investor bei Sitzungen der Aufsichtsgremien schnell weit weniger jovial agiert als gegenüber der Presse. Spätestens wenn der Brexit bei seinen anderen Beteiligungen Löcher reißt, dürfte er bei Easyjet höhere Gewinne oder zumindest höhere Dividenden fordern.
Platz 10: Jet 2
Jet 2 ging aus der 1978 gegründeten Channel Express hervor und nahm im Jahr 2013 ihren Flugbetrieb auf. Sie fliegt vor allem Urlaubsdestinationen am Mittelmeer sowie europäische Hauptstädte an. Der britische Billigflieger mit Sitz in Leeds startete im Juli 1846 Mal, verfügte über 345.414 Sitze und flog 516 Strecken.
Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt; Ranking auf Grundlage der Starts im Juli 2017
Foto: WirtschaftsWochePlatz 9: Transavia
Als Transavia Limburg, später Transavia Holland 1965 gegründet, sind die Niederländer mit Sitz in Haarlemmermeer heute eine Tochter von Air France. Die Billig-Airline unterhält noch bis Oktober einen Stützpunkt auf dem Flughafen München. Im Juli wurden von Transavia bei 1961 Starts mit 359.149 Sitzen insgesamt 371 Strecken geflogen.
Foto: REUTERSPlatz 8: Aer Lingus
Die nationale Fluggesellschaft Irlands wurde 1936 noch als Aer Lingus Teoranta gegründet, seit September 2015 ist sie eine Tochter der International Airlines Group (IAG), eine Holding mit Sitz in Madrid. Im Juli starteten die Iren 2181 Mal, bedienten 214 Strecken und verfügten über 328.946 Sitze.
Foto: APPlatz 7: Wizz Air
2003 gegründet ist die Wizz Air heute die größte Airline Ungarns und die wichtigste Billigfluggesellschaft in Mittel- und Osteuropa. Seit 2015 sind die Aktien der Dachgesellschaft Wizz Air Holdings an der Londoner Börse gelistet. Wizz Air startete im Juli 2017 genau 3346 Mal, flog 1028 Strecken und verfügte über 661.080 Plätze.
Foto: APPlatz 6: Norwegian Air Shuttle/ Norwegian Air International
Norwegian Air Shuttle, im Außenauftritt schlicht Norwegian, wurde 1993 als Regionalfluggesellschaft gegründet. 2013 gründete die Billig-Airline die Tochter Norwegian Air International für die Durchführung von Langstreckenflügen in die USA und nach Thailand. Die Skandinavier hoben im Juli 4371 Mal ab und bedienten bei einem Angebot von 315.113 Plätzen insgesamt 428 Strecken.
Foto: REUTERSPlatz 5: Flybe
Die als Jersey European Airways 1979 gegründete Fluggesellschaft hat bereits mehrere Umbenennungen hinter sich, 2002 stand dann der Name Flybe fest – das „be“ steht für British European. Größeres Aufsehen erregte die Billig-Airline 2008: Auf der Strecke Norwich – Dublin setzte sie angeblich Schauspieler als bezahlte „Fluggäste“ ein um ein vertraglich vereinbartes Passagierkontingent zu erfüllen. Für Fluggäste egal welcher Motivation standen im Juli 315.113 Plätze zur Verfügung, sie konnten 4371 Mal mit flybe abheben und 428 Strecken fliegen. Dass die Airline um Juni 2017 eine begonnene Expansion aufgrund von wirtschaftlichen Verlusten stoppte, macht sich auch im Ranking bemerkbar: Sie rutschte im Vergleich zum Januar 2017 vom dritten auf den fünften Platz ab.
Foto: REUTERSPlatz 4: Eurowings/Germanwings
Die beiden Lufthansa-Töchter Germanwings und Eurowings fliegen seit 2015 nur noch unter der Marke Eurowings. Eurowings fliegt vor allem Ziele in Deutschland und Europa an. Im Juli 2017 nahm die Fluggesellschaft eine neue Langstreckenverbindung nach Namibia auf. Die Airline ist mit einem Marktanteil von 52 Prozent derzeit der größte Anbieter in Deutschland - und will mit der geplanten Übernahme von Teilen der Air-Berlin-Flotte noch weiter wachsen. Im Juli starteten die German- und Eurowings-Maschinen 4388 Mal, boten 662.473 Plätze an und flogen 1006 Strecken.
Foto: dpaPlatz 3: Vueling
Die 2004 gegründete Vueling Airlines mit Sitz bei Barcelona ist wiederum eine Tochter der IAG. 2016 geriet die Airline in finanzielle Turbulenzen, die spanische Polizei musste bei gewalttätigen Tumulten wütender Passagiere eingreifen. Vueling strich daraufhin zahlreiche Strecken – vor allem in Deutschland. Obwohl die Airline damit ihre Flüge um 6 Prozent reduziert hat, kann sie aufholen und macht im Vergleich zum Januar zwei Plätze im Ranking gut. Im Juli 2017 flog Vueling noch 670 Strecken, bei 4528 Starts und 830.436 Plätzen.
Foto: dapdPlatz 2: Easyjet
Die 1995 von dem britischen Milliardär Stelios Haji-Ioannou, Sohn einer griechischen Reeder-Familie, gegründete Easyjet ist die zweitgrößte Billig-Airline Europas – mit deutlichem Abstand zur Nummer drei. Sie bedient heute mehrere hundert Routen zwischen Ländern Europas und Nordafrikas sowie der Türkei und Israel und hat ihr Streckennetz im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um 110 Strecken erhöht. Im Juli 2017 verfügte die Easyjet-Flotte über rund 1,88 Millionen Sitzplätze, hob 11.310 Mal ab und bediente 1587 Strecken.
Foto: dpaPlatz 1: Ryanair
Geschäftsführer Michael O’Leary, seit 1993 im Amt, fuhr schon mal im Weltkriegspanzer am Flughafen vor, um der Konkurrenz den „Preiskrieg“ zu erklären. Doch die exzentrische PR-Strategie hat, wie auch die teils umstrittene Sparpolitik, Erfolg: Ryanair ist nicht nur die größte Billigairline, sondern die größte Fluggesellschaft Europas überhaupt und hochprofitabel. Auch die Zahlen im Juli sprechen eine klare Sprache: mehr als 15.000 Starts, rund 2,9 Millionen Plätze, 2905 bediente Strecken. Damit konnte die Airline ihr Flugangebot gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent steigern, das Streckennetz ist sogar um mehr als 14 Prozent gewachsen. Die Iren thronen über allen.
Foto: dpa
2. Die Last mit der Heimat
Lundgrens zweite Herausforderung sind die ungeklärten Fragen, die McCall vor ihrem Sprung an die Spitze des britischen Privatsenders Fernsehsenders ITV nicht mehr lösen konnte. Die Wichtigste: Wie meistert Easyjet den Brexit?
So gut es für die 56-jährige Adelige in den ersten sechs ihrer gut sieben Jahre bei Easyjet lief, spätestens seit Großbritannien die EU verlassen will, ist der Steigflug vorbei. Die Linie bietet als einzige aus Großbritannien in großem Stil Flüge auf dem europäischen Festland an. Die müsste sie nach einem Brexit einstellen. Mehr als ein Drittel ihres Umsatzes könnte verloren gehen.
Da völlig unklar ist, wann und unter welchen Umständen der Austritt kommt, konnte die scheidende Chefin auch keine umfassende Gegenstrategie entwickeln. Sie hat zwar einen Ableger in Österreich gegründet, der das kontinentale Easy-Fluggeschäft übernehmen soll. Wie genau das gehen soll und ob das reicht, steht in den Sternen.
Das Ranking
Die Auszeichnung für die Airline des Jahres von Skytrax basiert auf einer Fluggastbefragung, die seit 1999 durchgeführt wird. Ausgewertet werden die Daten von rund 18 Millionen Passagieren aus über 160 Ländern. Die Angebote an Bord sowie die Services der Fluggesellschaften an den Flughäfen werden bewertet. Die „Skytrax World Airline Awards“ gelten als angesehenste Auszeichnung für die Luftfahrtbranche.
Foto: dpaPlatz 10: Garuda Indonesia
Die indonesische Airline Garuda arbeitete sich in die Top Ten vor. Im Vorjahr stand sie noch auf Platz 11.
Foto: REUTERSPlatz 9: Hainan Airlines
Gleich drei Plätze aufwärts ging es für Hainan. Die Fluggesellschaft erhielt auch den Preis als beste chinesische Airline und erhielt den Award "Best China Airline Staff Service".
Foto: REUTERSPlatz 8: Etihad Airways
Etihad Airways rutschte von Rang 6 auf Rang 8 hinab. Zuletzt machte sie in Deutschland vorrangig durch ihre Beteiligung an der Krisen-Airline Air Berlin Schlagzeilen.
Foto: dpaPlatz 7: Lufthansa
Deutschlands größte Airline, die Lufthansa, hat im Vergleich zum Vorjahresranking drei Plätze gut gemacht und schafft es weltweit auf Rang 7. Zudem wurde die Airline als beste Airline in Europa ausgezeichnet und erhielt den Award für „Best First Class Lounge Dining“.
Foto: dpaPlatz 6: EVA Air
Zwei Ränge nach oben ging es für EVA Air, die zweitgrößte Airline Taiwans. Die Gesellschaft, die seit Juni 2013 Mitglied der Star Alliance ist, fliegt mehr zahlreiche internationale Ziele in Asien, Australien, Europa und Nordamerika an. Im deutschsprachigen Raum wird einzig Wien bedient.
Foto: dpaPlatz 5: Cathay Pacific Airways
Im Vorjahr lag die Fluglinie noch auf Platz 4. In diesem Jahr ist Cathay Pacific Airways um einen Platz abgesackt.
Foto: REUTERSPlatz 4: Emirates
Die ehemalige Nummer 1 im Skytrax-Ranking, Emirates, rutschte um 3 Plätze abwärts. 1985 gegründet, fliegt die Airline heute mit einer Flotte von über 230 Flugzeugen mehr als 140 Ziele in 80 Ländern auf der ganzen Welt an. Über 1500 Flüge der Emirates starten wöchentlich ab Dubai und erreichen Ziele auf sechs verschiedenen Kontinenten.
Foto: dpaPlatz 3: ANA All Nippon Airways
Die ANA All Nippon Airways, 2016 auf Platz 5 im Skytrax-Ranking, wurde 1952 gegründet. Mittlerweile gehören 72 internationale und 115 inländische Routen zum Angebot. Die ANA war der erste Abnehmer der Boeing 787. Insgesamt ist die Flotte der ANA mehr als 240 Maschinen stark.
Foto: REUTERSPlatz 2: Singapore Airlines
Von Rang drei auf Rang zwei: Singapore Airlines fliegt sechs Kontinente auf der ganzen Welt an. Besonders bekannt ist die Fluglinie neben ihrem Service für das geringe Alter ihrer Maschinen: Singapores Flugzeugflotte gilt als eine der jüngsten auf der ganzen Welt.
Foto: dpaPlatz 1: Qatar Airways
Ebenfalls einen Platz nach oben ging es für Qatar Airways, Mitglied der Oneworld Global Airline Alliance. Die Airline wurde schon mehrfach für seinen Service ausgezeichnet. Die Fluglinie bietet ihren Kunden 140 verschiedene Ziele auf der ganzen Welt an; Zielgruppe sind Geschäftsreisende ebenso wie Touristen.
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Dazu konnte Easyjet nicht von der Pleite des britischen Ferienfliegers Monarch im Oktober profitieren. Anders als erwartet, konnte sich McCall nicht deren Startrechte an der Basis London-Gatwick kaufen. Nun muss sie sich mit Wettbewerbern darum bewerben – und wahrscheinlich die besten Flughafenzeiten anderen überlassen.
3. Der schwere Weg nach Deutschland
Das Problem mit dem Brexit hat McCall kurz vor ihrem Abgang sogar noch vergrößert, als sie einen Vertrag für rund ein Fünftel von Air Berlin unterschrieb. Das Angebot passte McCall zwar angesichts der Unsicherheit nicht in den Plan, ablehnen konnte sie es aber nicht.
Wie ihre Vorgänger hatte McCall zuvor viel davon geredet, dass sie im wichtigen Flugmarkt Deutschland expandieren will. Passiert ist – zumindest außerhalb von eher mittelwichtigen Airports wie Berlin-Schönefeld oder Dortmund – eher wenig. Im Gegenteil: Aus Düsseldorf und Köln ist Easyjet wieder abgezogen. In Hamburg ist die Linie ein Schatten ihrer selbst. Mangels lukrativer Startzeiten konnte die Linie nirgendwo ihr selbst gestecktes Ziel erreichen und die größte oder zumindest die zweitgrößte Linie werden.
Durch den Kauf von umgerechnet 25 Air-Berlin-Jets mit passender Besatzung sowie Landerechten in Berlin-Tegel, Düsseldorf oder auch Frankfurt und Hamburg kann das anders werden.
Einfach ist der Sprung nach Deutschland dennoch nicht. Zum einen ist die Integration der Air-Berlin-Reste mit ihrer eher behäbigen emotionalen Gewerkschafts-Kultur in die von schnellen Entscheidungen geprägten Easyjet-Welt eine Herausforderung. In Deutschland trifft die Linie zudem auf eine selbstbewusste und finanziell gestärkte Lufthansa. Einen solchen direkten Konflikt hat Easyjet bisher meist gescheut.
McCall-Nachfolger Lundgren muss sehen, wie er die deutschen Zukäufe einsetzt - und dabei weder zu viel Geld ausgibt noch die letzte Chance auf einen Gang nach Germanien verpasst.
Wie schwer den Briten die Entscheidung fiel, erlebten nicht zuletzt die Insolvenzverwalter von Air Berlin. "Die Verhandlungen waren alles andere als easy, denn wir waren nie ganz sicher, was die eigentlich wollten und ob das was sie heute zusagen auch morgen noch gilt", so ein Insider.
4. Kann Lundgren McCall?
Eine große Hürde für den neuen Easyjetchef dürfte am Ende werden, ob und wie gut er das Unternehmen prägt. Derzeit hat niemand in der Branche eine Ahnung, wofür der Schwede steht und was ihn zum Airline-Chef qualifiziert. "Wir haben keine Vorstellung und sind sehr gespannt", so die Analysten von Bernstein vorsichtig.
Lundgren steht er als ehemaliger Vize-Chef des britischen TUI-Ablegers TUI Travel ein wenig zwischen den Stühlen. Weder ist er ein klassischer Airliner mit einem Fokus auf Kostensenkung oder einem zuverlässigeren Flugbetrieb. Noch ist er ein klarer Flug-Außenseiter, der wie seine Vorgänger McCall und vor ihr Andy Harrison für Innovationen und ein Umdenken in Richtung Markenartikler stehen könnte. Lundgrens Karriere legt einen Fokus auf das Reisegeschäft und konventionelleres Denken nahe. "Und das ist für Easyjet angesichts der Herausforderungen nicht gerade das, was fehlt", so der Chef eines Wettbewerbers.
Darum hat ein mit dem Unternehmen vertrauter Manager Ende eine ganz andere Erwartung: Lundgren soll seine Vorgängerin gar nicht übertreffen, sondern Easyjet gerade nach dem Einbruch der vergangenen anderthalb Jahre solider aufstellen: "Wahrscheinlich soll er in dem komplexen paneuropäischen Konzern gerade etwas vergleichsweise Banales leisten wie seine Konglomerats-Erfahrung einbringen und die verschiedenen regionalen Kulturen zusammen führen."
In der Tat gibt es nach den schlagzeilenträchtigen Veränderungen durch McCall mit autonomen Wartungsdrohnen oder drahtlos gesteuerten Namensschilder bei der Crew auch reichlich unspektakuläre Arbeit.
Das Flugnetz muss ausgebaut, die bestehenden Airport-Brückenköpfe wollen verteidigt werden. Es geht darum, mehr zu sparen und die IT zu modernisieren.
Zudem müssen McCalls viele Ansätze umgesetzt werden. Allen voran das erste System, mit dem Reisende Verbindungen zweier Billigflieger kombinieren können. Bei der Plattform nach dem Vorbild von Webseiten wie Airbnb oder Booking.com bekommt Easyjet für Umsteiger vom europäischen Festland auf die Langstrecken von Norwegian oder der kanadischen Westjet über den Atlantik einige Prozent Vermittlungsgebühr. Die Linie verdient damit dem Vernehmen nach bereits nach wenigen Monaten gut eine Million Euro pro Monat – ohne das Risiko selbst fliegen zu müssen.
Das bedeutet freilich nicht, dass Lundgrens Job nur in Kärrnerarbeit besteht. "Wenn er das alles solide am Laufen hat, kann er sich ja immer noch eine neue Strategie ausdenken", so der Easyjet-Kenner.