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Telekom-TochterT-Systems beginnt mit massivem Stellenabbau

Um die defizitäre Telekom-Tochter T-Systems aus den roten Zahlen zu holen, startet der neue T-Systems-Chef Adel Al-Saleh ein hartes Sparprogramm. Dazu gehört unter anderem der Abbau von tausenden Stellen. 10.09.2018 - 12:37 Uhr aktualisiert

T-Systems steht seit Jahren unter Druck. Die Ergebnisse sind mehr als mau.

Foto: dpa

Die kriselnde IT-Großkundensparte der Deutschen Telekom, T-Systems, beginnt mit dem Abbau tausender Stellen. Insgesamt gehe es um die Streichung von 5600 Jobs in Deutschland, sagte ein T-Systems-Sprecher. Der Prozess werde in einer Woche gestartet. Darauf habe sich T-Systems mit den Gewerkschaften geeinigt. Zunächst stehe der Abbau von 3765 Stellen bis Ende 2020 an.

Im Juni hatte die verlustreiche Firmentochter der Telekom angekündigt, in Deutschland rund 6000 der insgesamt 17.000 Arbeitsplätze abzubauen. Allerdings verließen in den vergangenen Monaten auch schon Hunderte Mitarbeiter T-Systems. Zum Jahresbeginn 2019 soll die Neuorganisation stehen, für die Spartenchef Adel Al-Saleh den gesamten Sommer bei Mitarbeitern und Gewerkschaften warb. „Jetzt ist der Weg frei, um dies umzusetzen", sagte der Firmensprecher. Nächsten Montag würden alle Betroffenen von den Veränderungen in Kenntnis gesetzt. Dann könnten sich Manager sowie Mitarbeiter aus der Verwaltung auf Jobs in dem zu bildenden Unternehmen bewerben, aber es würden eben weniger Stellen als Bewerber vorhanden sein. Erst danach gehe es um die Verlagerung von Jobs ins Ausland und eine verstärkte Automatisierung von Prozessen, die auch zu einem Arbeitsplatzabbau in Deutschland führe.

Al-Saleh hat die Aufgabe, bis 2021 600 Millionen Euro einzusparen. Um dies zu realisieren, fallen nicht nur massiv Stellen, sondern auch Standorte weg. Der Kompromiss mit den Gewerkschaften sieht nun vor, dass die Zahl auf nunmehr 25 und nicht wie zunächst geplant weniger als 20 reduziert wird. Bisher betreibt T-Systems etwa 230 Bürostandorte in Deutschland. In den Verhandlungen mit den Gewerkschaften wurde auch eine Klausel eingebaut, die unter bestimmten Bedingungen – nämlich einem Aufschwung beim Unternehmen - einen geringeren Stellenabbau möglich machen würde. Gelingt dies nicht, können 2021 weitere 1200 Positionen gestrichen werden, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende und Aufsichtsratsmitglied bei T-Systems, Thomas Schneegans, dem „Handelsblatt", das zuerst über den Prozess berichtet hatte.

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Insgesamt beschäftigt T-Systems derzeit 37.500 Mitarbeiter weltweit. Im kommenden Jahr soll der Stellenabbau im Ausland starten. Hier werde es darauf hinauslaufen, dass T-Systems nur noch in Ungarn, der Slowakei, Indien und Deutschland produziert. Indien wird dabei vom Umbau profitieren: Allein bis Jahresende steigt die Zahl der dortigen T-Systems-Mitarbeiter von derzeit 400 auf 1000 und soll letztlich bei 3000 liegen. Die Stellenstreichungen in Deutschland würden als Blaupause genommen für das Vorgehen im Ausland, kündigte der Sprecher an.

Viele Arbeitnehmervertreter betrachten den Weg, den T-Systems nun einschlägt, mit Skepsis. „Erst werden die Leute eingespart und dann wird versucht, im Nachgang eine Strategie draufzusetzen“, sagte Michael Jäkel von Verdi, der Verhandlungsführer der Gewerkschaft in den festgefahrenen Tarifgesprächen ist. Selbst in Feldern, wo Al-Saleh Wachstum prognostiziere, würden nun Leute entlassen. Der US-Amerikaner Al-Saleh hat angekündigt, T-Systems bis 2020 profitabel zu machen. Für frischen Schwung sollen künftig vor allem neue und reorganisierte Geschäftsbereiche sorgen. So berät T-Systems Unternehmen bei der Digitalisierung und setzt verstärkt auf Sicherheitsangebote. Außerdem soll die Partnerschaft mit SAP ausgebaut werden.

rtr
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