Ethereum (ETH): Die Nummer zwei am Kryptomarkt: Lohnt ein Investment in Ether?
Ethereum und die Kryptowährung Ether (ETH) stehen vor großen Veränderungen. Das macht ein Investment riskant – aber auch potenziell lukrativ?
Foto: REUTERSHinter dem Bitcoin gilt Ethereum als die zweitbekannteste Kryptowährung. Strenggenommen ist das falsch. Denn: Der Begriff „Ethereum“ meint keine Digitaldevise, sondern ein ganzes System auf Blockchain-Basis. Die Kryptowährung, die darin Einsatz findet, heißt Ether mit dem Kürzel ETH.
Derzeit weist Ether eine Marktkapitalisierung von rund 255,95 Milliarden US-Dollar (Stand: 28. Februar 2025) auf und steht damit auf Rang zwei der größten digitalen Vermögenswerte. Auch Ether profitierte von der im Herbst vergangenen Jahres losgetretenen Krypto-Rally. Doch nun sinkt der Kurs stark. Lohnt sich ein Investment in Ethereum? Die wichtigsten Antworten für Anleger.
Ethereum – Prognose, Chancen und Vorteile im Überblick
Was ist Ethereum (ETH)?
Ethereum ist ein dezentrales, programmierbares System, das auf der Blockchain-Technologie basiert. Es lässt sich als ein Zusammenschluss unabhängiger Computer beschreiben, der für Endnutzer als ein geschlossenes System erscheint. Im Gegensatz zum Bitcoin ermöglicht Ethereum nicht nur Transaktionen von Vermögenswerten, sondern auch eine Vielzahl anderer Applikationen, die auf sogenannten „Smart Contracts“ basieren. Dabei handelt es sich um digitale Verträge, die unter bestimmten – zuvor festgelegten – Bedingungen selbständig in Kraft treten.
Für Vermögenstransaktionen zwischen teilnehmenden Rechnern verwendet Ethereum eine eigene Kryptowährung: Ether (ETH).
Wer steckt hinter Ethereum (ETH)?
Der damals 19-jährige kanadisch-russische Programmierer Vitalik Buterin veröffentlichte 2013 ein Whitepaper, in dem er die Idee hinter Ethereum erstmals skizzierte. Ein Jahr später wurde das Projekt auf einer Bitcoin-Konferenz in Miami offiziell angekündigt. Am 30. Juli 2015 ging Ethereum an den Start.
Der kanadische Investor Anthony Di Iorio, der das Projekt finanziert hat, zählt neben sich selbst und Vitalik Buterin sechs weitere Personen zum Kreis der Ethereum-Gründer: Charles Hoskinson, Mihai Alisie, Amir Chetrit, Joseph Lubin, Gavin Wood und Jeffrey Wilcke. Die Entwicklung von Ethereum obliegt seit 2014 der gemeinnützigen „Ethereum Foundation“ mit Hauptsitz in der Schweiz.
Wie hat sich der Ethereum-Kurs entwickelt?
Das Ethereum-Projekt startete 2015 mit großen Vorschusslorbeeren aus der Kryptoszene. Bereits in der ersten Woche ihres Bestehens erreichte die Kryptowährung Ether deshalb einen Kurs von 2,77 US-Dollar. Nach einigen kleineren Höhen und Tiefen pendelte sich der Ether-Kurs Ende 2015 um die 1-Dollar-Marke ein. Zwischen Januar und März 2016 erreichte die Kryptowährung dann eine Wertsteigerung von etwa 15.000 Prozent.
2017 begannen die ersten Unternehmen mit den „Smart Contracts“ der Ethereum-Plattform zu experimentieren. Das große Marktpotenzial der Technologie verschaffte der dazugehörigen Kryptowährung immense Kurssprünge. Im Juni 2017 war ein Ether-Coin mehr als 300 Dollar wert, Anfang 2018 stolze 1380 Dollar. Weiterhin entwickelte sich der Kurs jedoch wellenförmig. Denn: Das Ethereum-Projekt befand sich noch immer in seiner Anfangsphase. Jeden Entwicklungsrückschritt und jeden Entwicklungserfolg spiegelte die Kursentwicklung wider.
2019 pendelte sich der Kurs der Kryptowährung zwischen 100 und 200 US-Dollar ein. Seit Anfang 2020 zeigt die Kurve wieder größtenteils steil nach oben – auch wenn es nach wie vor große und kleine Durchhänger gibt. Wie am gesamten Kryptomarkt setzte nach dem Hoch im Frühjahr 2021 auch bei Ether ein kurzes Tief ein, das viele Experten als Kurskorrektur interpretierten. Bis in den Herbst 2021 hatte sich der Wert der Kryptowährung davon aber dynamisch erholt und im November ein neues Allzeithoch gebildet: Sein Allzeithoch von 4891 US-Dollar erreichte der Ether-Kurs am 16. November 2021.
Danach ging es bei Ether erstmal bergab. Der Kollaps der Kryptobörse FTX hatte dem gesamten Markt zugesetzt, obendrauf kamen steigende Zinsen, die Kryptowährungen als zinsloses Asset ebenfalls belasten. In der Spitze sank der Kurs auf unter 1000 Dollar.
Im Herbst 2023 stieg der Ether-Kurs aber wieder. Die Aussicht auf die Einführung von Bitcoin-ETFs in den USA hatte den Kryptomarkt nach oben gezogen. Nachdem diese im Januar 2024 dann genehmigt wurden, stieg auf der Ether-Kurs stark an - korrigierte aber schließlich. Auch die Einführung von Ether-ETFs wenige Monate später brachte keine Besserung. Sie haben gegenüber klassischer Ether-Investments nämlich einen Nachteil. Aus regulatorischen Gründen ist kein Staking möglich. Beim Staking packen Anleger – vereinfacht gesagt – ihre Ether-Münzen in einen digitalen Tresor. Im Gegenzug erhalten sie Zinsen in Form neuer Ether-Einheiten. Ohne Staking-Möglichkeit sind Ether-ETFs für Anleger weniger attraktiv.
Als Donald Trump im November 2024 die US-Präsidentschaftswahlen für sich entschied, reagierte der Ether-Kurs deutlich und stieg im zweistelligen Prozentbereich. Inzwischen hat der Kurs jedoch einen deutlichen Einbruch erlitten und verlor allein in den vergangenen sieben Tagen um 20 Prozent. Zuletzt notierte Ether bei 2118 Dollar (Stand: 28 Februar 2025).
Prognose: Wie wird sich der Ethereum-Kurs entwickeln?
Wie am gesamten Markt für Kryptowährungen gilt auch für Ethereums digitalen Vermögenswert: Verlässliche Kursprognosen gibt es nicht. Anders als bei Aktien gibt es bei Kryptowährungen keine realwirtschaftlichen Fundamentaldaten, anhand derer man diese bewerten können. Prognosen sind daher nichts als Spekulation.
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Spannend dürfte nun sein, ob Ether das alte Rekordhoch bei knapp 4900 Dollar zurückerobern wird. Sollte unter einem kryptofreundlichen Präsidenten Trump die Staking-Einschränkung bei den Ether-ETFs aufgehoben werden, könnten diese verstärkt Anlegergeld anziehen und den Ether-Kurs treiben.
An welchen Börsen ist Ethereum (ETH) handelbar?
Ethereums Kryptowährung Ether (ETH) ist bei allen größeren Kryptobörsen wie Coinbase oder Kraken handelbar. In der Regel benötigen Anleger dazu eine eigene Ethereum-Wallet. Ohne eine solche geht es bei Krypto-Brokern wie eToro, Plus500 und Libertex, die Anlegern die Verwahrung der digitalen Vermögenswerte abnehmen.
Dort besteht auch die Möglichkeit, mit Ethereum (Ether) auf Leverage-Basis zu handeln. In diesem Fall erstehen Anleger keine tatsächlichen Ether-Coins, sondern nur sogenannte „CFDs“ (Contracts for Difference). Dabei handelt es sich um digitale Wertpapiere, die den Kurs der Kryptowährung widerspiegeln. Das ist allerdings aufgrund der hohen Volatilität am Kryptomarkt mit einem hohen Risiko verbunden.
Wie funktioniert das Ethereum-Mining?
Bis September 2022 basierte die Generierung von Ether-Coins auf dem Prinzip „Proof of Work“. Nachschub entstand also durch Rechenleistung – und war damit sehr energieaufwendig. Mit Ethereum 2.0 und dem Ethereum-Merge hat sich das Mitte September 2022 geändert. Seit dem folgt Ethereum dem Konsensverfahren „Proof of Stake“. Beim Bitcoin gilt weiterhin der Konsensmechanismus „Proof of Work“.
Welche Vorteile hat Ethereum?
Im Vergleich zum Bitcoin ist das Schürfen von Ether deutlich stromsparender. Das liegt daran, dass die Rechenprozesse, die für die Erschaffung neuer Ethers-Coins benötigt werden, weniger komplex sind. Mit Ethereum 2.0 und dem Wechsel auf „Proof of Stake“ dürfte sich die Energiebilanz der zweitgrößten Kryptowährung noch einmal deutlich verbessern.
Ein weiterer großer Vorteil von Ether ist die Anwendbarkeit des dahinterstehenden Systems Ethereum. Während die Bitcoin-Blockchain nur eine Kryptowährung, den Bitcoin, unterstützt, ist die Kryptowährung Ether nur ein kleiner Teil des gesamten Anwendungsbereichs der Ethereum-Blockchain. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist der Bitcoin derzeit zwar noch mehr als 6,1 mal so groß wie Ether. Aber: Das Skalierungspotenzial der Nummer zwei der Kryptowährungen ist deutlich größer.
Welche Nachteile hat Ethereum?
Vieles ist bei Ethereum derzeit noch unausgereift – das gilt umso mehr für seine Weiterentwicklung Ethereum 2.0. Hin und wieder kam es derzeit zu Fehlfunktionen in den „Smart Contracts“. Dies führte dazu, dass ETH kurzzeitig eingefroren werden oder Hacker sogar fremde Etherbestände plündern können.
Hinweis: Dieser Text erschien erstmals am 26. September 2021. Wir haben ihn aktualisiert und zeigen ihn erneut.
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