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Kampf gegen die vierte CoronawelleWelches Bundesland am besten boostert

Die Zahl der Impfungen zieht in Deutschland seit kurzem wieder an. Es sind allerdings vor allem Auffrischungsspritzen, die für den Trend verantwortlich sind. Ein Stadtstaat ist besonders schnell.Max Haerder 24.11.2021 - 10:25 Uhr

Die ersten Deutschen haben bereits ihre Auffrischungsimpfung erhalten.

Foto: dpa

Wer in diesen trüben Corona-Tagen nach ein bisschen Hoffnung sucht, wird bei den Kurven des Impfdashboards des Bundesgesundheitsministeriums fündig. Besser gesagt: wieder fündig. Von August bis Oktober dümpelte die Zahl der Impfungen bei durchschnittlich kaum mehr als 250.000 täglich. Keine Spur mehr von der Dynamik, die im Frühsommer teilweise bis zu 1,4 Millionen Dosen pro Tag in die Arme der Deutschen brachte.

In die vierte Welle geriet die Bundesrepublik deshalb mit einem unzureichenden Schutz, wie sich nun schmerzlich offenbart. Besonders belastete Bundesländer steuern bereits mit harten, lockdown-nahen Maßnahmen gegen, um die Überlastung von Intensivstationen noch zu verhindern. Und die Debatte über eine allgemeine Impfpflicht läuft längst – aller gegenteiligen Versprechen in der Vergangenheit zum Trotz.

Seit Kurzem aber zieht die Kurve wieder merklich an. Mehr als eine halbe Millionen Impfungen pro Tag sind mittlerweile wieder die Regel und nicht mehr die Ausnahme. Allein: Der zweite Vakzin-Welle geht zum weit überwiegenden Teil aufs Konto der Booster, also der Auffrischungsimpfungen. Erstimpfungen sind weiterhin eine Seltenheit. Sprich: Die Skeptiker zögern weiter. Aber die Überzeugten sind jetzt noch überzeugter, wollen noch mehr Schutz gegen das Virus.

Die Hauptstadt sei Spitzenreiter beim Boostern, lobte sich unlängst die Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Berlin profitiere nun davon, dass man auch im ruhigen Sommer zwei Impfzentren aufgelassen habe. Ein Blick in die Daten des Robert Koch Instituts offenbart, dass die Aussagen stimmt. Jeder Zehnte unter den Geimpften in der Hauptstadt hat schon Piks Nummer drei erhalten. Das ist der bundesweite Bestwert.

Zum Stand des gestrigen Dienstags waren deutschlandweit rund 6,1 Millionen Boosterspritzen verabreicht worden. Auch hier zeigt sich allerdings die große Spanne, die bereits bei der Erst- und Zweitimmunisierung offenbar wurde. Der Freistaat Sachsen beispielsweise kommt selbst beim Boostern nicht vom Fleck.

Das deckt sich mit den allgemeinen Zahlen. Während insgesamt Bremen die deutsche Rangliste mit mehr als 79,7 Prozent Doppeltgeimpften anführt, kommt Schlusslicht Sachsen gerade einmal auf 57,7 Prozent. Dort wütet die Pandemie derzeit auch besonders heftig.

„Eins ist völlig klar: Wir werden boostern wie die Teufel und unsere Impfquote weiter nach oben treiben“, hatte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) jüngst im WirtschaftsWoche-Interview angekündigt. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ist mit ähnlichem Ehrgeiz bisher nicht aufgefallen.

Mehr zum Thema: Dank einer Hauruckaktion von Unternehmern, Politik und Hilfsorganisationen kann sich Bremen als deutscher Coronaimpfmeister feiern

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