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Bestnote für SchweizDiese Schuldner haben noch ein AAA-Rating

Die Ratingagentur S&P bestätigt die Bestnote AAA für die Schweiz – die USA hingegen rutschten vor Kurzem ab. Immer weniger Schuldner haben noch das Spitzenrating AAA. Dazu gehören neben Deutschland einige Staaten, aber nur zwei Großkonzerne.Niklas Hoyer 12.08.2023 - 08:53 Uhr aktualisiert

Die Ratingagentur Fitch hat den USA ihr Toprating bei der Bonität entzogen.

Foto: imago images

Bestnote für die Schweiz: Die Ratingagentur S&P bewertet die Bonität des Landes weiter mit AAA. Die Experten lobten unter anderem die starke wirtschaftliche Resilienz des Landes. Davon können die USA nur träumen. Denn den Streit um die Schuldenobergrenze hatte die Regierung von Joe Biden im Juni zwar noch auf den letzten Drücker lösen können, eine drohende Zahlungsunfähigkeit wurde abgewendet. Die Schuldenobergrenze aber wurde nur vorerst ausgesetzt, sodass es spätestens 2025 wieder zu ähnlichen Streitereien kommen könnte.

Auch das war ein Grund für die Ratingagentur Fitch, den USA Anfang August das Bonitäts-Spitzenrating von AAA zu entziehen. Stattdessen stuft Fitch die USA jetzt nur noch mit AA+ ein, was immer noch eine sehr gute, aber eben nicht die beste Bewertung ist. 

Fitch verweist – neben den wiederholten Verhandlungen um die Schuldenobergrenze – auch auf die hohe und steigende Staatsverschuldung der USA. Außerdem erwarte man eine schlechtere fiskalische Lage. Die Ratingagentur S&P hatte den USA schon 2011 ihr Spitzenrating entzogen. Nun hält nur noch Konkurrent Moody's am AAA für die USA fest.

Neben Deutschland gelten wenige Länder als Top-Schuldner

Moody's und S&P sind weltweit die wichtigsten Ratingagenturen. Fitch folgt, mit einigem Abstand, auf dem dritten Platz. Wollen Anleger nur Anleihen kaufen, die von allen Ratingagenturen das Spitzenrating AAA erhalten, bleiben ihnen nun weniger Optionen. Unter den Staaten werden nur Deutschland, Dänemark, Niederlande, Schweden, Norwegen, Schweiz, Luxemburg, Singapur und Australien überall mit AAA bewertet. Kanada bekommt zwar von S&P und Moody's die Bestwertung, nicht aber von Fitch (dort nur AA+).

Eine Auswertung von Daten des Finanzinformationsdienstes Bloomberg zeigt gut 20 weitere Schuldner, die zumindest von S&P noch ein AAA bekommen. Darunter sind viele öffentliche Banken, etwa auch die Förderbank KfW und die auf den Agrarsektor spezialisierte Landwirtschaftliche Rentenbank. Beide Institute befinden sich komplett in öffentlicher Hand. Auch die zur Abwicklung der Hypo Real Estate (HRE) eingesetzte FMS Wertmanagement wird mit der Spitzenbonität AAA versehen, dank staatlicher Garantien. 

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Eine Treuhandgesellschaft und zwei Großkonzerne bekommen die Spitzennote

Ansonsten finden sich in der Liste der AAA-Schuldner viele kanadische Provinzen, Entwicklungsbanken wie die internationale Entwicklungsbank International Finance Corporation mit Sitz in den USA oder auch die niederländische Entwicklungsbank (Nederlandse Financierings-Maatschappij voor Ontwikkelingslanden). Weitere der AAA-Schuldner kommen aus Australien (Export Finance & Insurance Corp. sowie Western Australian Treasury Corp.) oder auch Schweden (Kommuninvest i Sverige, die schwedischen Regionen bei der Finanzierung hilft).

Mit dem Wellcome Trust findet sich eine Treuhandgesellschaft in der erlesenen Schuldnerliste. Der Trust ist eine unabhängige gemeinnützige Gesellschaft, gegründet 1936 vom Pharmaunternehmer Henry Wellcome. Der Sitz befindet sich in London. Auffällig an der Liste: Gerade einmal zwei Unternehmen werden mit einem AAA-Rating von S&P aufgeführt. Beide haben ihren Sitz in den USA. Es sind der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson sowie der Hard- und Softwarehersteller Microsoft.

Auch wenn die US-Regierung sich nun also über den Verlust des AAA-Ratings bei Fitch ärgert und ihn, wie US-Finanzministerin Janet Yellen, als „willkürlich und auf veralteten Daten basierend“ bezeichnet, kommen weiterhin einige Topschuldner aus den USA. Vielleicht kann das den Ärger etwas lindern.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde erstmals am 2. August 2023 veröffentlicht. Wir haben ihn am 12. August aktualisiert.

Lesen Sie auch: Worauf muss ich beim Kauf von Anleihen achten? Ein Ratgeber

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