3 Minuten WiWo: Ärger um Robotaxis und immer mehr Firmen-Insolvenzen: Ihr Update am Abend
Anwohner protestieren gegen die Robotaxis.
Foto: APGuten Abend aus der WiWo-Redaktion. Hier finden Sie einen kompakten Überblick über alles, was Sie heute wissen müssen, um im Bereich Wirtschaft auf dem Laufenden zu sein. Kurz und knackig, mit Zitaten, Tiefgang, Nutzwert und vor allem dem ganz eigenen WiWo-Blick.
1. Was uns heute beschäftigt hat
- Dank ausgesetzter Insolvenzantragspflichten in der Pandemie und üppiger Staatshilfen sind in den vergangenen Jahren nur wenige Unternehmen pleite gegangen. Nun wächst die Zahl aber wieder deutlich – vor allem in einer Branche.
- Die Deutsche Telekom gewinnt mehr Kunden als erwartet. Das nutzt Chef Tim Höttges aus, um gegen die Bundesregierung und ihre Standortpolitik auszuteilen – und um einige Forderungen zu stellen.
- Die Debatte um Marschflugkörper vom Typ Taurus für die Ukraine nimmt weiter Fahrt auf. Politiker aus den Regierungsparteien und der Opposition fordern, den ukrainischen Streitkräften das Waffensystem zu überlassen. Das Verteidigungsministerium verwies auf letzte Äußerungen von Minister Boris Pistorius (SPD), wonach der Zeitpunkt für eine Entscheidung noch nicht gekommen sei. Der Druck auf Kanzler Olaf Scholz (SPD) steigt.
- In den USA wächst angesichts der Spannung mit Peking die Sorge, dass China mithilfe von US-Investitionen militärisch aufrüstet. Die Biden-Regierung möchte das verhindern. Warum das die deutsche Wirtschaft besorgt.
- Selbstfahrende Taxis in San Francisco faszinieren einerseits Touristen, andererseits verärgern sie Feuerwehr, Taxifahrer, die Stadt und viele Einwohner. Trotz aller Bedenken dürfen die autonomen Fahrzeuge jetzt im ganzen Stadtgebiet Geld verdienen.
2. Die steile These fürs After-Work-Event
„Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, sehen wir uns gezwungen, unsere Chancen noch stärker im Ausland und damit vor allem in den USA zu suchen“, mit diesen Worten droht Telekom-CEO Tim Höttges der deutschen Politik mit Abwanderung. Das sei frech, kommentiert Nele Husmann. Denn die Telekom profitiere von umfangreichen Förderprogrammen. Höttges dürfe nicht vergessen, wo er herkommt: „Aus der Deutschen Telekom wird niemals eine US-Telekom. Denn ein Staatsunternehmen kann nicht auswandern.“
3. Der Tiefgang des Tages
Friedrich Merz war eigentlich der klare Favorit der Wirtschaft, aber nicht nur dort wachsen inzwischen die Zweifel am CDU-Parteichef. Dafür richten sich die Blicke in der CDU auf Hendrik Wüst, der mit seinen Eigenschaften – jünger, smarter, verbindlicher – zu überzeugen scheint. Wie sich der Ministerpräsident von NRW geschickt in Stellung bringt und was Weggefährten über seine Kanzlerkandidatur-Ambitionen verraten, hat WiWo-Redakteur Daniel Goffart aufgeschrieben.
4. Diese Grafik sagt mehr als 1000 Worte
Nach Jahren stürmischen, aber unprofitablen Wachstums muss Deutschlands wichtigstes Fintech N26 Gewinne liefern. Zwar ist die Bank inzwischen zu beachtlicher Größe angewachsen, mehr als acht Millionen Kunden in ganz Europa nutzen heute N26. Doch operativ läuft es bestenfalls mäßig: N26 hat noch nicht einen Cent Gewinn gemacht. WiWo-Redakteur Lukas Zdrzalek über das Drama um die Neobank.
5. Das können Sie heute Abend für Ihr Geld tun
Wir haben für Sie die Anlagetipps der Woche: Bei Sylvamo, einem exzellent geführten Unternehmen, gibt es eine Schnäppchenchance, denn die Aktie ist aktuell preiswert. Im vergangenen Jahr standen die Amazon-Aktien noch unter Druck, doch der Onlineriese ist zurück: Nach zehn Prozent Umsatzplus im ersten Halbjahr und dem Swing in die schwarzen Zahlen sind in diesem Jahr bis zu 570 Milliarden Dollar Umsatz und mehr als 20 Milliarden Dollar Nettogewinn möglich. Und auch einen Fondstipp haben unsere WiWo-Autoren: zCapital Swiss Dividend. Mehr zu Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage lesen Sie hier.
6. Ihre Meinung ist gefragt
Wir wünschen Ihnen einen anregenden Abend! Schauen Sie sich gerne noch etwas bei uns um. Ansonsten bis morgen an dieser Stelle.