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  4. Chinas Wirtschaftskrise: Umdenken deutscher Unternehmen ist unvermeidlich

ChinaSchluss mit der Realitätsverweigerung!

Egal, wie sehr sich die aktuelle Krise in China zuspitzt: Deutsche Unternehmen hätten sich längst darauf einstellen müssen, dass der Boom endet. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Silke Wettach 23.08.2023 - 09:34 Uhr

Ein Besucher steht auf der Beijing World Robot Conference (WRC) 2023 in Peking in der Nähe von Roboterschweißarmen, die von Siasun für die Automobilproduktion entwickelt wurden.

Foto: REUTERS

Die Krisensignale aus China sind eine abrupte Wende. Tag für Tag kommen aktuell schlechte Konjunkturnachrichten aus einem Land, das es ausländischen Unternehmen sehr lange leicht gemacht hat. Wenn andernorts die Wirtschaft dümpelte, konnten Manager aus China Rekordumsätze und -gewinne in die Heimat vermelden. Auch weniger begabtes Personal schaffte erkleckliche Ergebnisse in einem Land, das in den vergangenen beiden Jahrzehnten verlässlich rund 25 Prozent zum weltweiten Wirtschaftswachstum beigetragen hat.

Deutsche Konzernzentralen hat das ganz offenbar dazu verleitet, den chinesischen Boom als unendlich zu betrachten. Jeder Manager mit Realitätssinn hätte erkennen können, dass sich die Ergebnisse auch ohne die aktuelle Zuspitzung nicht mit dem Lineal in die Zukunft verlängern lassen würden. Schon seit längerem weisen Ökonomen darauf hin, dass sich die Wachstumsraten in China im kommenden Jahrzehnt bei drei Prozent und weniger einpendeln werden. Mit seiner Strategie „Made in China 2025“ hat das Land zudem im Jahr 2015 offen zu verstehen gegeben, dass es nicht mehr die verlängerte Werkbank der Welt sein will, sondern den USA und Europa in allen strategisch wichtigen Bereichen von E-Mobilität bis Informationstechnologie Konkurrenz machen möchte. China will damit den USA ganz unverhohlen die Technologieführerschaft abnehmen.

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Die strategischen Überlegungen der autokratisch regierenden kommunistischen Partei haben deutsche Unternehmen offenbar wenig berührt. Genauso wenig haben sie sich Gedanken gemacht, wie verlässlich ein Land ist, in dem CEO und Minister einfach verschwinden. Die Realitätsverweigerung beschränkt sich in Deutschland allerdings nicht nur auf die Führungsetagen von Unternehmen. Auch im Kanzleramt herrscht beim Thema China eine Neigung zur Verharmlosung, was zuletzt die China-Strategie unterstrich.

Die Parallelen zum Umgang mit Russland vor dem Ukraine-Krieg sind unübersehbar. Auf Druck von Unternehmen blendet die Regierung Risiken bewusst aus. Kein Land in Europa ist vom Export nach China so abhängig wie Deutschland. Deutlich mehr geopolitische Expertise würden den Führungsebenen von Dax-Konzernen und der Führung der Ampel-Koalition gut zu Gesicht stehen. Wunschdenken ist im Jahr 2023 keine Option mehr.

Lesen Sie auch: „In China braut sich etwas zusammen“

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