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US-WahlRepublikaner oder Demokraten: Wer ist besser für die Börse?

Die US-Wahlen bleiben ein knappes Rennen. Wer gewinnt, ist auch für die Börse nicht unwichtig. Welcher Wahlausgang wäre für Anleger von Vorteil?Julia Leonhardt 04.11.2024 - 12:23 Uhr

Eine amerikanische Fahne weht vor der New Yorker Börse.

Foto: John Minchillo/AP/dpa

Mit Spannung blickt die Welt auf die bevorstehenden Wahlen in den USA. Am Dienstag ist es soweit – und es wird knapp. Denn in den Umfragen liefern sich Donald Trump und Kamala Harris ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Entscheidung zwischen Republikanern und Demokraten beeinflusst nicht nur das politische Klima in den USA, sondern hat weltweite wirtschaftliche Auswirkungen. Auch auf die Börse.

In einer Folge des Podcasts BörsenWoche sprechen die Moderatoren Philipp Frohn und Julia Leonhardt mit der New Yorker Finanzexpertin Sandra Navidi über den möglichen Ausgang der US-Wahlen und die Folgen für den Kapitalmarkt.

Historisch gesehen wären die Demokraten keine schlechte Wahl. Das zeigt zumindest eine Untersuchung des Vermögensverwalters HQ Trust, derzufolge der amerikanische Börsenindex S&P 500 der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen den vergangenen rund 150 Jahren unter demokratischer Präsidentschaft um 10,9 Prozent pro Jahr stieg, unter republikanischer dagegen um 8,3 Prozent.

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Dabei gelten tendenziell Republikaner als wirtschaftsfreundlicher. Donald Trump zum Beispiel will im Falle einer Wiederwahl die Unternehmenssteuern senken und den Markt deregulieren. In seiner ersten Amtszeit stieg der S&P 500 um gut 65 Prozent. Unter Joe Biden waren es bisher 55 Prozent. Lässt sich daraus die zukünftige Entwicklung ableiten? Wohl kaum, meint Sandra Navidi. In einer möglichen zweiten Amtszeit sei mit ganz anderen politischen Bedingungen zu rechnen: „Die Wirtschaft wird auf den Kopf gestellt“, sagt sie. Anleger sollten sich auf eine hohe Volatilität einstellen.

Zwar dürfte der Ausgang der US-Wahlen die Kapitalmärkte eher kurzfristig beeinflussen, so die Finanzexpertin. Auf die angekündigten Steuersenkungen und Deregulierung sollten die Aktienmärkte etwa zumindest kurzfristig positiv reagieren. Längerfristig seien jedoch andere Faktoren entscheidend. Dann dürften sich Protektionismus, Zollerhöhungen und eine strengere Migrationspolitik eher belastend auswirken.

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In der Umwelt- und Klimapolitik dürfte ein Wahlsieg Donald Trumps einen Kurswechsel bedeuten. Ein Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen wäre nicht unwahrscheinlich. Denn Trump ist als großer Unterstützer der amerikanischen Ölindustrie bekannt und hat sich bereits in seiner ersten Amtszeit für eine Lockerung der Umweltschutzmaßnahmen ausgesprochen. Dies würde der fossilen Energiebranche Auftrieb geben.

Während Anleger unter Trump mit Kursverlusten bei Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien rechnen müssten, wären bei einem Wahlsieg von Harris Gewinne wahrscheinlich. Auch im Gesundheitssektor könnten Unternehmen wie Krankenversicherungen unter einer Harris-Regierung profitieren. Denn die Demokraten wollen den bezahlbaren Zugang zum Gesundheitssystem weiter stärken.

Auch die Staatsverschuldung der USA ist ein wichtiges Thema für Investoren, insbesondere mit Blick auf den Anleihemarkt. Die Schulden dürften in diesem Jahr bei 35,5 Billionen Euro liegen – und in den kommenden Jahren weiter steigen. Unter Trump, so Navidi, könnten sie explodieren. Für die Anleihemärkte bedeutet dies eine Belastung. Aber auch eine weniger aggressive Haltung in Handels- und Zollfragen unter Harris spricht für eine Abwertung des Dollars. Der Abwärtstrend des Dollars dürfte sich also fortsetzen, unabhängig davon, wer ins Weiße Haus einzieht.

Doch bis die Anleger eine genaue Richtung an der Börse erkennen können, wird es laut der New Yorker Finanzexpertin noch dauern. In der Zwischenzeit sollte die Anlagestrategie nicht zu sehr vom Wahlausgang abhängig gemacht werden. Denn historisch gesehen war der Einfluss von US-Wahlen auf die langfristige Marktentwicklung gering. Wichtiger für die Märkte sind die Geldpolitik, die Entwicklung der Unternehmensgewinne, aber auch Faktoren, die außerhalb des direkten Einflussbereichs der Politik liegen.

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