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Von Anthropic bis xAIÜber welche KI-Firmen gerade die ganze Welt redet

Sie wollen beim Thema künstliche Intelligenz mitreden, kennen aber nicht einmal die größten Sprachmodelle? Die wichtigsten Player im Überblick.Lisa Ksienrzyk 07.03.2025 - 06:24 Uhr

Zahlreiche KI-Firmen haben in den letzten Woche neue Sprachmodelle vorgestellt. Auch sichern Investoren immer mehr Milliarden zu.

Foto: Matthias Bein/dpa

Die Nachrichten aus der KI-Szene überschlagen sich beinahe wöchentlich. Die eine Firma verkündet ein neues Milliardeninvestment, die andere rollt ein neues relevantes Update aus. Zusätzlich tauchen immer wieder kleinere Hoffnungsträger am Horizont auf, die genauso schnell wieder in Vergessenheit geraten. In diesem schnelllebigen Umfeld ist es nicht einfach, die Übersicht zu behalten.

Ein zentrales Element in der künstlichen Intelligenz sind Sprachmodelle, sogenannte Large Language Modells (LLM). Die Systeme erkennen Wort und Schrift und generieren aufgrund stochastischer Modelle selbst Texte. Das heißt, die Modelle können Sequenzen von Textelementen hervorsagen und klingen im Idealfall, als kämen sie von einem Menschen. In der KI ist diese Technologie bahnbrechend, sie entwickelt sich immer weiter fort und ist Bestandteil zahlreicher Anwendungen. Sprachmodelle werden beispielsweise in Übersetzungstools verwendet, bei Chatbots oder der Programmierung von Software-Codes.

Das Training solcher LLMs ist teuer. „Es braucht mindestens zehn Milliarden Euro pro Jahr, um ein konkurrenzfähiges KI-Produkt zu entwickeln“, ordnet KI-Investor Ludwig Ensthaler die Größenordnungen ein. Die Firmen bedienen sich in der Regel an vorhandenen Daten und Texten aus dem Internet. Jeder Anbieter will der schnellere und bessere sein, in den letzten Jahren ist ein unheimliches Wettrennen entstanden. Den mit Abstand größten Vorsprung haben die Vereinigten Staaten. Diese KI-Firmen sollten Sie kennen:

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Anthropic

Seit 2021 arbeitet das Start-up Anthropic an seinem Sprachmodell namens Claude. Die Firma wurde vom ehemaligen OpenAI-Manager Dario Amodei und seiner Schwester Daniela Amodei gegründet. Anthropic ist einer der Hidden Champions – in der Bandbreite kaum bekannt, aber mit milliardenschweren Finanzierungen im Rücken. Knapp 15 Milliarden Dollar haben Investoren wie Amazon, Google und Salesforce laut der Datenbank Crunchbase bislang in die Firma gesteckt. Berichten zufolge gibt es eine neue Milliardenrunde, die die Firmenbewertung auf 61,5 Milliarden Dollar erhöhen könnte.

Das jüngste Modell von Anthropic heißt Claude 3.7 Sonnet. Die Version kam Ende Februar 2025 auf den Markt und verknüpft die bewährte KI mit einer Denkfunktion, sogenanntes Reasoning. Während der Eingabe können Nutzer dem System also beim Denken zuschauen beziehungsweise die logischen Abfolgen nachvollziehen. Bei Bedarf antwortet Claude 3.7 Sonnet aber auch sofort. Experten zufolge führt die Anthropic-Intelligenz vor allem beim Programmieren. Gesellschafter Amazon hat im Herbst auch seine Sprachassistentin Alexa auf das Sprachmodell umgerüstet.

DeepSeek

Ende Januar sprach Europa plötzlich von DeepSeek, einer zuvor unbekannten Tech-Firma aus China. Das erst ein Jahr alte Unternehmen hatte gerade sein neuestes Sprachmodell R1 vorgestellt. Eigenen Angaben zufolge sollen die Entwicklung und das Training weitaus weniger Ressourcen in Anspruch genommen haben als vergleichbare US-Modelle. So habe Gründer Liang Wenfeng beispielsweise nur rund sechs Millionen Dollar benötigt. Dieser zeitliche und finanzielle Aspekt könnte fortan andere Firmen dazu zwingen, bei gleichbleibenden Resultaten ebenfalls ressourcenschonender zu arbeiten.

Die künstliche Intelligenz basiert auf Open Source, der Quellcode kann also von jedem Programmierer für eigene Zwecke modelliert werden. Zudem wendet DeepSeek ein Reasoning-Modell an, ähnlich wie die neue Version von Anthropics Claude. In Vergleichen gewinnt das Modell gegenüber der Konkurrenz vor allem bei mathematischen Aufgaben und der Analyse großer Datenmengen. Bei diversen KI-Forschern gehört das chinesische Modell zu den Spitzenreitern. Kritik gibt es dennoch an der staatlich auferlegten Zensur. Anfragen zu geopolitisch brisanten Fragen wie einer möglichen Invasion Taiwans durch China lehnt die KI ab. Datenschützer warnten außerdem vor Cyberangriffen und Sicherheitsmängeln.

Google

Google hat mit Gemini ebenfalls eine Spitzentechnologie auf den Markt gebracht. Der Konzern hat den Chatbot im März 2023 veröffentlicht, wenige Monate nach dem ChatGPT-Hype. Das System basierte anfangs auf dem hauseigenen, bereits bestehenden Sprachmodell LaMDA, später auf PaLM. Mittlerweile heißt das Sprachmodell wie der Chatbot selbst.

Die neue Version Gemini 2.0 stellte Google-CEO Sundar Pichai im Dezember 2024 vor. Das Modell hält verschiedene Anwendungsbereiche bereit, ein Assistent ist für die Bildgenerierung angedacht, ein anderer soll Denkvorgänge besser nachzeichnen. Experten loben vor allem die schnelle Reaktionsgeschwindigkeit, in Bereichen wie Mathematik und Programmieren schneidet Gemini 2.0 ähnlich ab wie die Konkurrenz.

Meta

Auch Facebook-Mutter Meta mischt mit einem eigenen Sprachmodell mit. Llama wurde im Februar 2023 zur Verfügung gestellt und lieferte sich ein zeitliches Rennen mit der Google-KI Gemini. Das Sprachmodell steht ähnlich wie DeepSeek als Open Source bereit. Die neuste Version Llama 3.3 gibt es seit Dezember 2024. Die Technologie erzielt gute Werte bei mathematischen Rechnungen und Anfragen mit langem Kontext beziehungsweise mehreren Daten. Llama 4 soll laut Meta-Chef Mark Zuckerberg noch in diesem Jahr kommen.

Meta nutzt sein Sprachmodell auch für eigene Dienste. Nutzer von WhatsApp, Facebook und Instagram können der Meta-KI in Chats Fragen stellen. Der Assistent generiert auch Profilbilder für die Nutzer.

Mistral

Das einzige Sprachmodell aus Europa, das ansatzweise konkurrenzfähig mit Systemen aus China und den USA ist, kommt vom Start-up Mistral. Mistral ist ein französisches Unternehmen und wurde im Frühjahr 2023 gegründet. Die ersten Sprachmodelle schlugen in einigen Kategorien sogar die milliardenschweren Wettbewerber. Die Firma ist über sechs Milliarden Dollar wert, hat weitaus weniger finanzielle Mittel erhalten als etwa Anthropic oder OpenAI. Der Chatbot Le Chat findet weltweit weniger Aufmerksamkeit, kann in Sachen Geschwindigkeit und Code-Programmieren aber problemlos mit den Tech-Größen mithalten.

Trotz der milliardenschweren KI-Initiative der französischen Regierung könnte es für Mistral langfristig aber eng werden. Wie eng, zeigt die damalige deutsche KI-Hoffnung Aleph Alpha. Die brachte 2021 zwar das Sprachmodell Luminous heraus, hatte aber später nicht genügend Kapital, um es regelmäßig weiterzuentwickeln und zu trainieren.

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OpenAI

Mit OpenAI hat alles angefangen. Die Firma hinter der weltweit bekannten Anwendung ChatGPT hat die KI-Welle Ende 2022 ins Rollen gebracht. Binnen weniger Tagen registrierten sich 100 Millionen Nutzer für den Chatbot, unzählige Firmen haben mithilfe des Sprachmodells eigene Geschäftsmodelle entwickelt. Das jüngste System GPT 4.5 wurde Ende Februar 2025 veröffentlicht, eigenen Angaben zufolge das „größte und beste Chatmodell“ der Firmengeschichte. Laut Chef Sam Altman ist die KI so programmiert, als würde man „mit einem aufmerksamen Menschen sprechen“. Mit Dall-E-Modellen lassen sich außerdem Bilder generieren, die aktuelle Version Dall-E 3 ist von Oktober 2023. Die generative KI Sora erstellt Videos basierend auf Textinhalten.

OpenAI wurde 2015 als Non-Profit-Organisation gegründet, vier Jahre später koppelte das Team rund um Altman eine gewinnorientierte Tochter aus. Investoren haben bislang rund 22 Milliarden Dollar in die Firma gesteckt, größter Anteilseigener ist Microsoft. Im Februar berichtete das „Wall Street Journal“, der japanische Tech-Investor Softbank wolle eine Finanzierungsrunde über 40 Milliarden Dollar anführen, die OpenAI folglich mit 340 Milliarden bewerten würde. Auch Elon Musk gab ein Übernahmeangebot ab. Softbank, OpenAI und Oracle sind außerdem Wegbereiter des US-Projekts Stargate, bei dem Milliarden in die lokale KI-Infrastruktur fließen sollen.

Perplexity

Das zweieinhalb Jahre alte Unternehmen Perplexity hat kein eigenes Sprachmodell entwickelt, sondern ist eine Art Server für LLMs anderer KI-Firmen. Kunden nutzen die Software als Suchmaschine, die das Internet aber nicht wie gewohnt nach den gefragten Begriffen durchforstet, sondern vielmehr Fragen zusammenfassend beantwortet. Das Tool verweist in seinen Antworten auf die jeweiligen Quellen und sammelt weitere mögliche Fragen, die der Nutzer haben könnte. Kunden können mithilfe von Prompts außerdem Datenmengen durchsuchen und Präsentationen erstellen.

Schneller schlau: KI
Künstliche Intelligenz bezeichnet meist Anwendungen auf Basis maschinellen Lernens, bei denen eine Software große Datenmengen nach Übereinstimmungen durchforstet und daraus Schlussfolgerungen zieht. Damit können menschliche Fähigkeiten wie logisches Denken, Lernen, Planen und Kreativität imitiert werden. Maschinen können so beispielsweise ihre Umwelt wahrnehmen und auf sie reagieren.KI wird schon jetzt in vielen Bereichen eingesetzt. Zum Beispiel können solche Programme Aufnahmen von Computertomografen schneller und mit einer höheren Genauigkeit als Menschen auswerten. Selbstfahrende Autos wiederum versuchen, das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer vorherzusagen. Chatbots oder automatische Playlists von Streaming-Diensten arbeiten ebenfalls mit KI.

Im Hintergrund greift Perplexity auf Sprachmodelle von OpenAI, Anthropic, Elon Musks xAI, Meta und DeepSeek zurück. Am 12. Februar verkündete das US-Start-up zudem den Start seiner neuen Suchmaschine Sonar. Die baut auf dem Meta-Modell Llama 3.3 70B auf, wurde von Perplexity aber weiter trainiert.

Das Unternehmen ist eines der am schnellsten wachsenden Start-ups aus dem Silicon Valley. Das Gründerteam um CEO Aravind Srinivas stammt aus der Tech-Szene, er listet in seiner Vita Stationen bei namhaften Firmen wie Meta und OpenAI. Ende 2024 haben Investoren wie Amazon-Erfinder Jeff Bezos und Chipmogul Nvidia das junge KI-Unternehmen Medienberichten zufolge mit neun Milliarden Dollar bewertet. Als TikTok im Januar kurz vor einem Bann in den Vereinigten Staaten stand, gab Perplexity ein Angebot für eine Fusion mit dem US-Ableger ab. Dadurch erreichte das Start-up noch einmal höhere Bekanntschaft.

xAI

Keine innovative Technologie ohne Elon Musk. Der US-Unternehmer gehörte dem Gründungsteam von OpenAI an, verließ das Start-up 2018 aber aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Firmenausrichtung. Ende 2023 gründete Musk dann xAI, brachte sein Sprachmodell Grok auf den Markt und integrierte es in die Plattform X, früher bekannt als Twitter. Am 17. Februar 2025 veröffentlichte xAI die neueste Version Grok-3. Ähnlich wie die Konkurrenz können Nutzer nun den Denkprozess der KI nachvollziehen. Das System sticht besonders bei Aufgaben wie technisches Denken und Echtzeit-Datenanalyse heraus. Der Grok-Chatbot ist für seine humorvolle Art bekannt, xAI beschreibt den Ton selbst als „rebellisch“.

Für seine KI-Firma sammelte Musk an Weihnachten sechs Milliarden Dollar Wagniskapital ein. Investoren bewerteten die Firma mit über 40 Milliarden Dollar. Medienberichten zufolge plant der Unternehmer aber schon eine neue Finanzierungsrunde, die den Wert auf 75 Milliarden Dollar anheben würde.

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