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Lernen aus der BankenkriseWie Banken künftig pleite gehen können

Fast fünf Jahre nach dem Kollaps von Lehman Brothers wagen sich Aufsichtsbehörden endlich an ihr ehrgeizigstes Reformprojekt: Sie wollen künftig Banken dichtmachen, ohne dass der Steuerzahler einspringen muss. Kann das klappen? Und welche Folgen hat das für die Geldhäuser?Anne Kunz, Cornelius Welp 04.02.2013 - 00:00 Uhr

Darf Banken dichtmachen: BaFin-Chefin König soll den Steuerzahler vor Zockern schützen.

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Am Ende musste es Josef Ackermann richten. Als die Verhandlungen im Berliner Finanzministerium schon gescheitert waren, griff der damalige Chef der Deutschen Bank dort um ein Uhr nachts nach seinem Telefon und rief Kanzlerin Angela Merkel an. In drastischen Worten malte er ihr aus, welch dramatische Folgen die Pleite der Münchner Hypo Real Estate haben würde. Merkel knickte ein. Mit Milliardenhilfen rettete sie das Skandalinstitut vor dem eigentlich verdienten Aus.

So wie im September 2008 soll es nie wieder sein. Nach Jahren der internationalen Beratungen sind Aufseher und Politiker auf der Zielgeraden. Sie haben Gesetze so gut wie fertig, mit denen sie Banken in eine möglichst geordnete Pleite schicken können. Zwar war es bisher schon möglich, eine Bank dichtzumachen, wie das Ende der Düsseldorfer WestLB zeigt. Doch dafür brauchten die Eigentümer viele Monate. In einer akuten Krise geht es oft nur um Tage. Deshalb soll in Deutschland die Finanzaufsicht BaFin unter der Leitung der früheren Wirtschaftsprüferin Elke König künftig rasch und tief eingreifen dürfen, um Schaden vom Steuerzahler abzuwenden.

Die neuen Vorschriften sollen das Ableben eines Instituts schon regeln, solange es noch gesund ist. Wenn die Therapie schon vorher feststeht, kann die Aufsicht schnell und gezielt agieren. Vor allem aber geht es um Abschreckung: Die Banken sollen sich gar nicht erst in Gefahr begeben, weil ihnen sonst der Exitus droht. Für den Ernstfall einer großen Krise sind die Regeln jedoch ungeeignet. Im Zweifel muss dann doch wieder der Steuerzahler einspringen.

Geldwäsche und Geschäfte mit Schurken-Staaten: Die britische Bank Standard Chartered zahlt insgesamt rund 670 Millionen Dollar an Geldstrafen. Dem Geldhaus wurde vorgeworfen, mit seinen Geschäften die gegen Iran, Birma, Libyen und Sudan verhängten Sanktionen missachtet zu haben.

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Von wegen Unschuldsengel: Mit einer Rekordstrafe legt die britische Großbank HSBC ihren Geldwäsche-Skandal bei. HSBC hat sich zur Zahlung von 1,9 Milliarden Dollar Geldstrafe bereit erklärt, um weiteren Untersuchungen der US-Behörden zu entgehen, wie die Bank mitteilte. HSBC-Filialen sollen über Jahre Geldwäsche unterstützt haben. Der US-Senat wirft der Bank vor, aus Ländern wie Mexiko, Iran und Saudi-Arabien Milliarden in die USA transferiert und damit die Arbeit von Drogenhändlern sowie Geldgebern des Terrorismus unterstützt zu haben. HSBC hatte im Sommer schwere Fehler eingeräumt.

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Die britische Bank Lloyds TSB wurde wegen verbotener Finanzgeschäfte mit dem Iran und dem Sudan 350 Millionen Dollar Strafe in den USA verdonnert. Lloyds habe zugegeben, bei Finanztransaktionen in die USA die Identität der iranischen und sudanesischen Kunden verschleiert zu haben, berichtete der zuständige Bezirksstaatsanwalt in New York, Robert Morgenthau.

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Bank im Regen: Die britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) steckt tief im Skandal um Zinsmanipulationen. Der teil-verstaatlichten Bank droht eine Strafe von mehreren hundert Millionen Euro. Händler mehrerer Banken haben den Leitzins Libor manipuliert.

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Die britische Barlays Bank hat Zinsmanipulationen eingestanden und zahlt dafür eine Strafe in Höhe von 450 Millionen Dollar. Die Führungsspitze um den schillernden Bob Diamond musste wegen des Libor-Skandals zurücktreten.

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In den Libor-Skandal scheint die US-Großbank Goldman Sachs zwar nicht verwickelt. Doch aufatmen kann der Vorstandschef Lloyd Blankfein nicht: 2012 wurden gegen die Bank Millionenstrafen wegen verdeckter Wahlkampfhilfe und verbotener Anlagetipps verurteilt.

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Der US-Kreditregulierer hat die US-Großbank JP Morgan Chase im Zusammenhang mit dem Verkauf von Hypothekenpapieren an Genossenschaftsbanken über die Rekordsumme von 3,6 Milliarden Dollar verklagt. Die Bank war kurz zuvor in ähnlichen Fällen zu einer Strafe von rund 300 Millionen Dollar verdonnert worden. Dabei geht es um Geschäfte der 2008 von JP Morgan übernommenen Investmentbank Bear Stearns. Der Vorwurf: Bear Stearns habe Investoren beim Verkauf von Hypothekenpapieren hinters Licht geführt. Die Bank habe es nicht gekümmert, welch minderwertigen Hauskredite darin verpackt gewesen seien. Das habe zu „riesigen Verlusten“ bei den Investoren geführt. JP Morgan hatte die Anschuldigungen damals zurückgewiesen.

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Es war der bislang größte Börsengang eines Technologiekonzerns und einer der größten Flops: Für das Facebook-Debakel muss die Citigroup zwei Millionen Dollar Strafe zahlen. Kurz vor dem Facebook-Börsengang hatte ein Analyst der Citigroup leichtfertig Auskunft an Journalisten gegeben.

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Die UBS schießt bei den Libor-Strafzahlungen den Vogel ab. Für ihre Verwicklung in den Skandal muss das Schweizer Geldhaus 1,16 Milliarden Euro berappen. Dutzende von Händlern und Mitarbeitern der Bank waren nach Erkenntnissen der Aufsichtsbehörden in die Manipulationen des Referenzzinses verwickelt. Sogar Schmiergeld wurde gezahlt.

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Kunden Schweizer Banken gerieten im Jahr 2012 immer wieder ins Visier der Steuerfahnder. Deutsche Behörden kauften reihenweise Steuer-CDs – und die eidgenössischen Banken gaben kein gutes Bild ab. So ermitteln Finanzämter in Bochum und Düsseldorf auch gegen deutsche Kunden der Credit Suisse, die mit Hilfe von Versicherungsverträgen Steuern hinterzogen haben sollen. Sie stehen im Verdacht, Schwarzgeld in Lebensversicherungen mit Sitz auf den Bermudas übertragen zu haben. Credit Suisse hatte solche steuerbegünstigte Anlagen, mit denen unversteuertes Geld getarnt werden kann, bis 2009 über eine Konzerntochter im Angebot.

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Auch die deutschen Großbanken bekleckerten sich nicht mit Ruhm – auch wenn dabei keine Geldstrafen fällig wurden. Die Commerzbank etwa fiel nicht nur durch den schlechten Aktienkurs auf. Für Verwunderung sorgte das zweitgrößte Kreditinstitut des Landes auch mit einem Strategieschwenk. Die Commerzbank entschloss sich im Juni dazu, das Geschäft mit Krediten für gewerbliche Immobilienprojekte und Schiffe abzuwickeln. Nur drei Monate zuvor hatte die Bank beschlossen, das Geschäft zu einem eigenen Standbein zu machen.

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Zeit zu gehen: Josef Ackermann tritt im Mai auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank ab. Zuvor hatte sich der Vorstandschef einen Machtkampf mit dem ebenfalls aus dem Amt scheidenden Aufsichtsratschef Clemens Börsig geliefert. Ackermann wollte die neue Doppelspitze Jürgen Fitschen und Anshu Jain verhindern. Der Schweizer scheiterte – zurück blieben viele Verlierer und eine verunsicherte Bank.

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Zum Ende des Jahres kam die Deutsche Bank dann gar nicht mehr aus den Schlagzeilen heraus. Wegen des Verdachts des Steuerbetrugs mit CO2-Emissionszertifikaten wird die Zentrale in Frankfurt durchsucht, Ermittlungen werden auch gegen den neuen Co-Chef Jürgen Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause eingeleitet. Mit seinem Anruf beim hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) macht Fitschen alles nur noch schlimmer.

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Moralisch bankrott

Das Experiment, eine Großbank hopsgehen zu lassen, ist beim letzten Mal gründlich missglückt. Als die US-Aufseher die Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 überraschend fallen ließen, stand das Finanzsystem vor dem Kollaps. Die Weltwirtschaft stürzte in die Rezession, in Deutschland schrumpfte 2009 das Bruttoinlandsprodukt um 5,1 Prozent. Seitdem gilt mehr denn je das Dogma, dass Banken zu groß zum Scheitern sind. So lassen europäische Regierungen und Notenbanken nichts aus, um in der Schuldenkrise die Pleite eines Kreditinstituts zu verhindern. Über Kapital- und Liquiditätshilfen halten sie marode Banken am Leben, statt sie abzuwickeln.

Gleichzeitig ist der Druck so hoch wie nie, dass enge Band zwischen Staat und Bank endlich zu kappen. Die Branche gilt als moralisch bankrott: Sie belohnt riskante Geschäfte ihrer Mitarbeiter mit Boni in Milliardenhöhe und liegt im Notfall den Steuerzahlern auf der Tasche. Anshu Jain, Co-Chef der Deutschen Bank, räumte kürzlich ein, dass die Institute ihre gesellschaftliche Akzeptanz erst zurückgewinnen, wenn eine Bank pleitegeht.

Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland

Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 18 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – eine mehr als im Vorjahr. Sie müssen nur ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich Geldhäuser wie die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, Credit Agricole, die Royal Bank of Scotland und die Bank of China.

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Klasse 1 – Morgan Stanley

Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Morgan Stanley, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag nur noch ein Prozent.

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Klasse 1 – Standard Chartered

Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered bedeutet, ist noch nicht absehbar. Dennoch belegt die Bank einen Platz in der Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

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Klasse 1 – Unicredit

Das Verfassungsreferendum in Italien am 4. Dezember 2016 könnte das Land wieder in die Krise zurückwerfen. Sollten die Italiener die Reformen ablehnen könnte Unicredit vor größeren Problemen stehen. Laut der Studie gilt die italienische Bank dennoch als nicht systemgefährdend.

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Klasse 2 – Barclays

James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört nur noch der Klasse 1 an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

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Klasse 2 – Wells Fargo

Für Wells Fargo geht es in diesem Jahr eine Klasse nach unten – von Klasse 1 ins Klasse 2, was eine Erhöhung des Kapitalzuschlags von einem auf 1,5 Prozent bedeutet.

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Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China

Die Industrial and Commercial Bank of China konnte ebenfalls die Klasse nicht halten und rutscht von der ersten in die zweite. Aufschlag: 1,5 Prozent.

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Klasse 2 – Credit Suisse

Die zweitgrößte Schweizer Großbank Credit Suisse gilt als gefährlicher als ihr Konkurrent UBS. Der neue Chef der Bank, Tidjane Thiam, baut das angeschlagene Institut kräftig um. Dennoch beträgt der Aufschlag nach wie vor 1,5 Prozent.

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Klasse 2 – Goldman Sachs

Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

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Klasse 2 – Mitsubishi UFJ FG (MUFG)

Die Mitsubishi UFJ FG (MUFG) muss ebenfalls 1,5 Prozent Kapital als Zuschlag vorhalten. Zu der japanischen Holdinggesellschaft gehört die Bank of Tokyo-Mitsubshi UFJ. Die Bankengruppe zählt im japanischen Leitindex Nikkei neben Toyota, Toshiba und Sony zu den Schwergewichten. Japanische Banken wie die MUFG profitieren derzeit von der extrem expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank.

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Klasse 3 – BNP Paribas

Der französische Marktführer BNP Paribas gilt zu den gefährlicheren Banken. Die Investmentbank gehört zur Klasse 3 und muss einen Kapitalaufschlag von zwei Prozent vorhalten.

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Klasse 3 – Bank of America

Das größte Kreditinstitut der USA, die Bank of America, kann seine Klasse nicht halten. 2015 noch in der zweiten muss sich die US-Bank in diesem Jahr mit der Klasse 3 begnügen.

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Klasse 3 – Deutsche Bank

Die Deutsche Bank ist das einzige deutsche Geldhaus, das vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant eingestuft wird. Sie muss zwei Prozent Kapital vorhalten. Der britische Chef John Cryan greift momentan durch und zeigt mit einem umfangreichen Stellenabbau und dem Streichen der Dividende Härte. Der Erfolg jedoch hält sich bislang in Grenzen.

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Klasse 3 – HSBC

Die HSBC konnte sich 2016 um eine Klasse verbessern. Der britischen Großbank reicht in der Klasse 3 ein Kapitalpuffer von zwei Prozent. Im Vorjahr gehörte sie noch zu Klasse der gefährlichen Banken und musste einen Kapitalzuschlag von 2,5 Prozent vorhalten.

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Klasse 4 – JP Morgan Chase

JP Morgan Chase gehört zu den „gefährlichsten Banken der Welt“. Die US-Bank muss laut der Studie wie bereits im Vorjahr als Sicherheit einen Kapitalzuschlag von rund 2,5 Prozent vorhalten, womit sie zur Klasse 4 gehört.

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Klasse 4 – Citigroup

In die sogenannte „Klasse 4“ abgerutscht ist die Citigroup, der 2015 ein Kapitalzuschlag von zwei Prozent ausgereicht hatte. Pleiten dieser beiden Banken würden das gesamte Finanzsystem bedrohen. Allerdings haben die vergangenen Quartalszahlen der beiden Geldhäuser überzeugt, weshalb eine Insolvenz unwahrscheinlich ist. Die bedrohlichste Klasse 5 erreicht derzeit kein Institut. In dieser Liga wären 3,5 Prozent Kapitalzuschlag fällig.

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Für den deutschen Steuerzahler ist die Bankenrettung mit rund 40 Milliarden Euro europaweit mit am teuersten gewesen (siehe Grafik).

Künftig sollen Aktionäre und vor allem Gläubiger ran. Nächtliche Panikaktionen soll es nicht mehr geben. Die Pleite einer Bank soll einem bürokratisch festgelegten Drehbuch folgen und sachlich über die Bühne gehen. Dafür hat die BaFin das neue Referat Restrukturierung mit elf Mitarbeitern geschaffen.

Denen müssen Banken darlegen, mit welchen letzten Kräften sie in einer Krise ihr Aus verhindern wollen. Jedes Institut, das die BaFin für systemrelevant hält, muss ihr dazu einen Sanierungsplan vorlegen, in dem steht, wo Risiken drohen und wie es diese in den Griff bekommen will. Die Bank kann etwa Tochterunternehmen verkaufen oder ihr Kapital erhöhen.

Falls die Selbsthilfe versagt, wollen die Aufseher vorbereitet sein. Dafür choreografieren sie die mögliche Schließung der Bank genau durch. Um wichtige Teile wie die Kundeneinlagen zu schützen, können sie diese abspalten. Einmal jährlich kontrollieren sie, ob die Pläne noch funktionieren würden. Sollten sie daran ernsthaft zweifeln, können sie eine Bank zu harten Einschnitten zwingen.

Kern aller Bemühungen ist es, die in den bisherigen Krisen komplett verschonten Inhaber erstrangiger Bankanleihen hart ranzunehmen. Von 2018 an soll ein Teil der neu ausgegebenen Anleihen im Fall der Pleite in Aktienkapital umgewandelt werden können. Damit würden die Verluste der Bank unmittelbar die Anleihegläubiger treffen („Bail-in“).

Banken in 136 Ländern hat das US-Magazin „Global Finance“ für seine Rangliste der besten Banken 2012 unter die Lupe genommen. In die Wertung flossen dabei objektive Kriterien wie das Wachstum des verwalteten Vermögens oder die Profitabilität ebenso ein wie subjektive Einschätzungen von Bankberatern oder Analysten. Schließlich wurden in zwölf Kategorien Gewinner gekürt. Dies seien nicht immer die größten, aber sicher die besten Banken, betont das Magazin.

Beste Sub-Depotbank: Citibank

In der Kategorie beste Sub-Depotbank wurde die Citibank ausgezeichnet. Die US-Großbank verfüge vermögensrechtlich über das größte Depot-Netzwerk der Welt und decke damit 61 Märkte sowie 98,5 Prozent der globalen Marktkapitalisierung ab. Als Sub-Depotbanken bezeichnet man Depotbanken, die von anderen Finanzinstituten in Ländern beauftragt werden, in denen diese selbst nicht tätig sind.

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Bester Devisenhändler: Deutsche Bank

Die Deutsche Bank ist Dauer-Sieger in der Kategorie bester Devisenhändler. Das größte deutsche Finanzinstitut habe den größten, vielseitigsten und profitabelsten Devisenbereich aller Banken, heißt es bei „Global Finance“. Es ist nicht die einzige Kategorie, in der die Deutsche Bank gewonnen hat.

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Bester Handelsfinanzierer: Citibank

Citigroup-Chef Vikram Pandit kann sich auch in der Kategorie bester Handelsfinanzierer über einen Erfolg freuen. Citibank biete ihren Service in Sachen Handelsfinanzierung in 86 Ländern an und ermögliche es Unternehmen damit, in einer globalisierten Wirtschaftswelt und sich verschiebenden Handelsströmen stets über Geld zu verfügen.

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Cash Management: Citibank

Und noch in einer dritten Kategorie siegt die Citibank. Auch beim Cash Management sieht „Global Finance“ die US-Großbank ganz vorne. Die entsprechende Sparte der Bank verfüge über eine beeindruckende Kundenliste, heißt es in der Begründung. Es umfasse multinationale Firmen ebenso wie Finanzinstitute, Regierungen und Notenbanken.

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Beste Investmentbank: Goldman Sachs

Die bekannteste Investmentbank der Welt ist laut „Global Finance“ auch die beste. Vorstandschef Lloyd Blankfein und Goldman Sachs hätten im Jahr 2011 durch kreative Lösungen bei der Kapitalbeschaffung Marktanteile hinzugewonnen. Auf öffentlichen Aktienmärkten habe die Bank für ihre Kunden 54 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Keine andere Investmentbank komme an Goldman heran. Außerdem habe Goldman Sachs im zweiten Quartal 2012 trotz eines Rückgangs des Ergebnisses die Erwartungen der Analysten übertroffen.

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Beste Depotbank: Bank of New York Mellon

Laut „Global Finance“ ist die BNY Mellon mit einer verwalteten Vermögenssumme von mehr als 27 Billionen Dollar die größte Depotbank der Welt. Die Bank habe die Prozessrisiken gemindert. Trotz eines Gewinneinbruchs im zweiten Quartal sei BNY Mellon die beste Depotbank der Welt. In einer Depotbank werden Sondervermögen wie Wertpapiere von Investmentfonds unabhängig verwahrt.

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Beste Vermögensverwaltung: Blackrock

Der US-Finanzdienstleister Blackrock gewinnt in der Kategorie beste Vermögensverwaltung. Blackrock sei mit 3,6 Billionen Dollar verwalteten Vermögens der größte Dienstleister der Welt in diesem Bereich. Das Geschäft mit der Beratung von Regierungen, Zentralbanken und Unternehmen in Sachen Risikomanagement floriere seit der Finanzkrise.

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Beste islamische Bank: Al Baraka Bank

Die Al Baraka Bank ist für „Global Finance“ das beste islamische Finanzinstitut. Die Bank verfüge über eine starke Präsenz im mittleren Osten und Nordafrika mit Standorten in Libyen, Tunesien, Sudan, Algerien, Libanon und Ägypten. Ägypten sei ein besonderer Wachstumsmarkt von Al Baraka, die ihren Sitz in Bahrain hat. Außerdem unterhält die Bank Niederlassungen in Südafrika, der Türkei, Indonesien und Pakistan.

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Beste Bank in aufstrebenden Märkten (Emerging Markets): Standard Chartered

Die Briten von Standard Chartered sind die beste Bank in Emerging Markets. Die Bank habe eine hohe Präsenz in den Wachstumsmärkten Asien, Afrika und dem Nahen Osten, begründet „Global Finance“.

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Beste Privatbank: Julius Bär

Julius-Bär-Chef Boris Collardi kann sich freuen, sein Institut wurde als beste Privatbank 2012 ausgezeichnet. Mit der Übernahme des internationalen Vermögensverwaltung der Bank of America hat die Bank ihre Position gestärkt. Julius Bär habe zudem in Wachstumsmärkten investiert und strategische Partnerschaften mit der Bank of China und der australischen Macquarie Gruppe abgeschlossen, begründet „Global Finance“ seine Entscheidung. Die zwei wichtigsten Auszeichnungen gehen an Großbanken...

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Beste Privatkundenbank: HSBC

Die internationale Großbank mit Sitz in London ist für „Global Finance“ die beste Privatkundenbank. In seiner Begründung führt das US-Magazin an, dass HSBC zwei Drittel seiner Gewinne im Asien-Pazifik-Raum erziele. In Asien und Lateinamerika befinde sich das Institut zudem in einer strategischen Neupositionierung. In Europa sei die Bank dagegen Unsicherheiten durch eine mögliche Regulierung in Großbritannien und eine europäische Bankenunion ausgesetzt – was ihr zumindest im Ranking nicht schadet.

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Beste Geschäftsbank: Deutsche Bank

Die neuen Co-Vorsitzenden Jürgen Fitschen (l.) und Anshu Jain können sich freuen. Die Deutsche Bank ist der Sieger in der Kategorie beste Geschäftsbank. Sie sei mit Niederlassungen in 72 Ländern sehr präsent in Schwellenländern, aber durch seine umfangreichen Aktivitäten in Europa auch stark von der Konjunkturabschwächung in Europa betroffen, heißt es in der Begründung

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So weit, so kompliziert. Die Praxis ist noch schwieriger. In Brüssel werkeln die EU-Beamten an der Endfassung der Krisenmanagement-Richtlinie, die von Ende 2014 an gelten soll. Vorsorglich hat die europäische Aufsichtsbehörde EBA in London aber schon eine Liste von 39 Banken vorgelegt, die sie für „international systemrelevant“ hält. In Deutschland steht demnach die Gesundheit von Deutscher Bank, Commerzbank, BayernLB und DZ Bank unter verschärfter Beobachtung.

Dennoch müssen sich in Deutschland deutlich mehr Banken mit ihrem möglichen Dahinscheiden beschäftigen. Die Bundesregierung will an diesem Mittwoch ein Gesetz beschließen, das für alle Banken gilt, die die deutsche BaFin für „national systemrelevant“ hält. Das dürften laut Finanzkreisen rund 30 sein. Zu ihnen zählen auch Töchter ausländischer Großbanken wie die zur italienischen UniCredit gehörende HypoVereinsbank und die Direktbank Diba, eine Tochter der niederländischen ING.

Bis Ende des Jahres müssen sie ihre Ideen für den Notfall vorlegen. Die Deutsche Bank hat ihr Konzept bereits eingereicht und ringt mit den Aufpassern um die Details. Auf dem Höhepunkt der Krise im Herbst 2008 wären aber alle Selbstrettungsszenarien wohl Fiktion gewesen. Keine Bank konnte da eine Tochter verkaufen oder sich Kapital am Markt besorgen.

Platz sechs: Hamburger Sparkasse

Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat sich 15 regional und überregional tätige Banken vorgeknöpft:

- Wie gut ist deren Beratung zur privaten Altersvorsorge?

- Passen die empfohlenen Produkte zum Kunden und wird dessen individuelle Rentenlücke richtig berechnet?

Die Hamburger Sparkasse hat es im Test auf immerhin 60 Punkte und Platz sechs von 15 geschafft, die Unterlagen, die die Berater verwenden wurden von den Testern sogar mit 68,8 Punkten und dem zweiten Platz belohnt. Nur was die vermeintlichen Rentenprofis daraus machen, lässt zu wünschen übrig. Die Beratung vor Ort hat es im Vergleich nur auf den neunten Platz geschafft.

Testsieger wurde übrigens die deutsche Bank: Sie bot neben der besten Beratung auch die hochwertigsten Beratungsunterlagen. Die Mitarbeiter gingen am umfassendsten und sehr individuell auf die Situation der Kunden ein. An zweiter Stelle positionierte sich Berliner Sparkasse mit überdurchschnittlicher Kompetenz bei der richtigen Bewertung des Vorsorgebedarfs. Auf dem dritten Rang folgte Berliner Volksbank. Die Mitarbeiter analysierten ausführlich die finanzielle Situation des Kunden und stellten neben den Vorteilen der Produkte auch mögliche Risiken transparent dar.

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Platz sieben: Hypo Vereinsbank

"Bei jedem fünften Beratungsgespräch wurde nicht nach dem Einkommen gefragt. Ohne diese Angabe ist jedoch keine individuelle Altersvorsorge möglich", kritisiert Markus Hamer, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts. Auch detaillierte Informationen, etwa über Haushaltsausgaben oder Kreditverpflichtungen spielten häufig keine Rolle. Dementsprechend zeigte nicht einmal die Hälfte der Beratungen konkret die Höhe der individuellen Rentenlücke auf.

Auch die Hypo Vereinsbank bekleckert sich der Studie gemäß nicht mit Ruhm: Die Beratung in den Filialen bekommt 55,2 Punkte und landet auf Platz zehn, dabei sind die Unterlagen, die die Berater zur Hand haben, deutlich besser: 66,5 Punkte beziehungsweise den dritten Platz gibt es für die Papiere. Insgesamt macht das Platz sieben im Ranking.

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Platz acht: Santander

Den achten Platz belegt die spanische Santander Bank. Dabei machen die Berater des Instituts noch einen relativ guten Job. Jedenfalls sind die Unterlagen der Bank mit 47,7 Punkten und dem neunten Platz relativ schlecht bewertet, die Beratung vor Ort schafft es noch auf Platz acht.

Ein bei den Unterlagen aller Banken häufig festgestellter Mangel ist, dass in 72 Prozent der überreichten Unterlagen die gewünschten Informationen zur Rentenlücke fehlten. Auch Dokumentationen, die das Beratungsgespräch zusammenfassten, blieben selten.

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Platz neun: Commerzbank

Die Analyse der Bankunterlagen zeigte außerdem, dass die Banken anfallende Kosten vielfach nicht vollständig offen legten.

Den Vorwurf muss sich die Commerzbank allerdings nicht gefallen lassen. Ihre Unterlagen schaffen es mit 65,4 Punkten auf Platz vier. Dagegen hat die Beratung in der Filiale nur auf den elften Rang geschafft. Insgesamt ergibt sich also mit 54,5 Punkten der neunte Platz für das Kreditinstitut.

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Platz zehn: Hamburger Volksbank

Besonders aufgefallen ist den Testern die mangelnde Kundenorientierung der Banken. So erhielt jeder fünfte Kunde nach einer Beratung gar kein individuelles Angebot sondern allenfalls Produktbroschüren und den Hinweis auf notwendige Folgeberatungen.

Die Hamburger Volksbank, schon die zweite Hamburger Bank im Ranking der schlechten Rentenberater, bringt es mit ihrer Vor-Ort-Beratung zwar noch auf den siebten Platz, die Unterlagen landen allerdings nur noch auf Rang 13. Insgesamt gibt es also nur den zehnten Platz für die Rentenberatung der Hamburger Volksbank.

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Platz elf: Sparda-Bank München

Ein ganz vernichtendes Zeugnis stellten die Tester den Unterlagen der Münchner Sparda-Bank aus: Letzter Platz, Null Punkte. Was Qualität und Kundenorientierung der Beratungsunterlagen und des Beratungsprotokolls angeht, stimmt hier gar nichts. Dafür arbeiten in den Filialen scheinbar clevere Leute: Für die Beratung vor Ort gab es 75,4 Punkte und Platz vier. In der Gesamtwertung reicht es aber trotzdem nur für den elften Platz.

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Platz zwölf: Targobank

Serviceexperte Hamer kritisiert außerdem, dass bei allen Banken die "Berater in etwa 80 Prozent der Gespräche ausgiebig die Vorteile des eigenen Angebots darstellten, aber nur in 38 Prozent auch auf mögliche Risiken hinweisen."

Auch bei der Targobank sollten Verbraucher sich nicht unbedingt zur privaten Altersvorsorge informieren. Die Bank schafft es mit 51,9 Punkten nur auf den zwölften Platz.

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Platz 13: Münchner Bank

Auch die Kunden der Münchner Bank sollten es sich zweimal überlegen, ob sie ihre private Altersvorsorge bei ihrer Hausbank besprechen: Die Qualität der Beratungsunterlagen wurde mit 37,9 Punkten (Platz zwöf) bewertet, die der Beratung mit 33,8 Punkten (Platz 13).

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Platz 14: Sparda-Bank Hamburg

Mit der Sparda-Bank Hamburg hat es die dritte Hamburger Regionalbank in das Ranking der schlechten Rentenberater geschafft. Die Hanseaten tuen also gut daran, ihre private Altersvorsorge bei Deutscher Bank und Co zu planen. Ihre Hausbank schafft es nämlich sowohl bei den Beratungsunterlagen als auch bei der Beratungsqualität nur auf den 14. Platz.

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Platz 15: Postbank

Schlusslicht ist die Postbank mit insgesamt 11,7 Punkten. Besonders miserabel hat die Beratung in den Filialen abgeschnitten: Null Punkte für die Rentenberater. Da helfen auch die 39 Punkte (Platz elf) für die Unterlagen nichts mehr. Wer seine private Altersvorsorge in Angriff nehmen will, sollte um die Postbank besser einen Bogen machen.

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Noch komplizierter wird es, wenn die BaFin versucht, eine Bank möglichst diskret ins Nirvana zu entsenden. Als Lehman pleiteging, konnten Kunden in Großbritannien ihre Wertpapiere nicht verkaufen, weil die EDV nicht mehr funktionierte. Das bedrohte bei einigen die Existenz. Um so etwas zu verhindern, müsste die gesamte EDV isoliert werden können, damit sie auch bei einer Insolvenz weiter funktioniert. Das könnte die BaFin fordern, auch wenn es technisch kaum möglich ist. „Die Aufseher haben großen Spielraum bei der Frage, was sie von den Banken verlangen können, und müssen das erst in der » » Praxis klarmachen“, sagt Bernd Geier, auf Bankenregulierung spezialisierter Anwalt bei der Kanzlei Allen & Overy in Frankfurt.

Europäische Banken – Credit Suisse

Der Schweizer UBS-Wettbewerber Credit Suisse reklamiert die Vorreiterrolle in Sachen Strategie-Anpassungen gerne für sich. Denn auch die Credit Suisse schrumpft kräftig die eigene Bilanz, um sich den neuen Kapitalvorgaben von Basel III anzupassen. Allein in der Anleihesparte innerhalb der Investmentbank hat Credit Suisse das Volumen der risikogewichteten Aktiva innerhalb eines Jahres um 43 Prozent auf 131 Milliarden Dollar gekürzt.

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Und die Umbauarbeiten gehen weiter: In der Investmentbank soll die Bilanz nochmals um zehn Prozent gestutzt werden. Das Einsparziel wurde von drei auf vier Milliarden Franken erhöht. Wie viele Jobs das kosten wird, darüber schweigt sich Bank-Chef Brady Dougan (Bild) indes aus. Trotz der Kürzungen haben sich die Umsätze dieses Geschäftsbereichs im Jahresvergleich im dritten Quartal verdreifacht - was Analysten als die positive Überraschung hervorstrichen.

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Für Finanzchef David Mathers zeigt das Ergebnis, dass die Bilanzausdünnung nicht auf die Erträge durchschlagen muss. Credit Suisse erzielte im Investment-Banking im dritten Quartal eine Eigenkapitalrendite von knapp zehn Prozent. „Das wird die UBS wohl nicht erreichen, was den Druck auf das Management hoch halten wird“, sagt Christian Stark, Analyst bei Cheuvreux.

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Jim O'Neill nahm kein Blatt vor den Mund, als er sich vor kurzem zur Zukunft der Royal Bank of Scotland (RBS) äußerte: „Unserer Ansicht nach sollte die Form und Größe der Investmentbank am Ende kleiner sein als heute.“ Die Meinung von O'Neill hat Gewicht, denn er ist der Chef von UKFI, jener Organisation, die die Bankenbeteiligungen der britischen Regierung verwaltet, und die RBS gehört seit ihrer Rettung durch die Steuerzahler 2008 zu 81 Prozent dem Staat.

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Die Investmentbank des Geldhauses soll also weiter schrumpfen. Dabei ist Vorstandschef Stephen Hester (Bild) bereits kräftig auf die Bremse getreten. Anfang dieses Jahres hatte Hester den Abbau von rund 4000 Arbeitsplätzen angekündigt. Die Bank zog sich aus großen Teilen des Aktiengeschäfts und einigen anderen Bereichen zurück und verkaufte den traditionsreichen Broker Hoare Govett.

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Seit Hester Ende 2008 sein Sanierungsprogramm für das damals schwer angeschlagene Geldhaus auf den Weg brachte, hat er die Investmentbank der RBS um mehr als die Hälfte verkleinert. Einen völligen Rückzug hielte aber auch UKFI-Chef O'Neill für eine falsche Entscheidung. Zu wichtig seien die Dienste der Investmentbanker für das Wachstum und das Wohlergehen britischer Unternehmen.

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Deutsche Bank

Bei der Deutschen Bank müssen Tausende Investmentbanker um ihren Job fürchten. Jürgen Fitschen (l.) und Anshu Jain wollen sparen, um Ertragseinbußen im Zuge der Schuldenkrise und der härteren Regulierung aufzufangen. Das Investment-Banking dürfte zwar zuletzt wieder gut gelaufen sein. Doch das Geschäft gilt als sehr volatil - und Volatilität steht bei der Bank derzeit nicht hoch im Kurs.

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Bis 2015 will die Deutsche Bank rund 4,5 Milliarden Euro einsparen - vor allem im Investment-Banking. Im Juli teilte die Bank mit, dass in diesem Jahr 1900 Arbeitsplätze gestrichen werden, 1500 davon im Investment-Banking. Im Moment beschäftigt die Deutsche Bank insgesamt noch gut 100.000 Mitarbeiter, davon 47.000 in Deutschland. Zunächst wird der Stellenabbau aber Kosten verursachen. Schon in den Zahlen zum dritten Quartal waren Sonderbelastungen wegen des Stellenabbaus, anhängiger Rechtsstreitigkeiten und dem Abbau von Risikopositionen zu erwarten.

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„Es gibt auf der Kostenseite Gegenwind“, hatte Co-Chef Anshu Jain kürzlich gewarnt. Die Geschäfte liefen aber „sehr solide - vor allem im Investment-Banking“. In den vergangenen Jahren hatte die Sparte „Corporate & Investment Bank“ über die Hälfte der Erträge beigesteuert.

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US-Banken – Goldman Sachs

Goldman Sachs hat auch im dritten Quartal wieder die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die legendäre Investmentbank meldete einen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar - nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 428 Millionen Dollar angefallen war. Grund dafür ist vor allem das profitable Kerngeschäft, das Investment-Banking: Bei Goldman stiegen die Einnahmen aus dem Geschäft mit Fusionen und Übernahmen um 49 Prozent. Der Investment-Arm allein trug 1,16 Milliarden Dollar zu den Gesamterlösen von 8,35 Milliarden Dollar bei.

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In den letzten Monaten hatten noch Unsicherheiten über die Euro-Krise und die Entwicklung der Weltwirtschaft das Geschäft eingetrübt. „Die Leistung in diesem Quartal war grundsätzlich solide vor dem Hintergrund eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds“, sagte Bankchef Lloyd Blankfein (Bild). Die Krise in Südeuropa kam für ihn und seine Kollegen noch gewinnsteigernd hinzu. Es gab einen Geldabfluss aus Europa in Milliardenhöhe, der den Geschäften der US-Börsen guttat.

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Zugute kommt den Investmentbanken die durch die Fed ausgelöste Geldschwemme: Sie führte zu Wertsteigerungen bei Aktien und Anleihen im eigenen Portfolio. Der Dow Jones hat seit Jahresbeginn elf Prozent zugelegt, was sich in ihren Ergebnissen widerspiegelt.

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JP Morgan Chase, die größte US-Bank nach Vermögenswerten, ist am besten durch die Finanzkrise gekommen. Auch im dritten Quartal steht das Finanzinstitut blendend da: Bankchef Jamie Dimon konnte mit einem Nettoergebnis von 5,7 Milliarden Dollar - ein Plus von 34 Prozent - wieder einen Rekordgewinn präsentieren. Grund dafür ist vor allem das Kreditgeschäft: In den vergangenen drei Monaten vergab JP Morgan 47 Milliarden Dollar an neuen Hypotheken.

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Die jüngsten Erfolge des JP-Morgan-Chefs (Bild) ließen die Investoren-Legende Warren Buffett zu der Bemerkung hinreißen: „Ich denke, Jamie Dimon ist einer der besten Banker der Welt.“ Zu verdanken haben die Bank wie auch die übrige Branche ihre guten Zahlen allerdings auch der US-Notenbank: Allein die Ankündigung von Fed-Chef Ben Bernanke, für 40 Milliarden Dollar pro Monat notleidende Hauskredite zu übernehmen, hat dem Immobiliengeschäft erkennbar gutgetan.

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Im Investment-Banking ist der Gewinn bei JP Morgan im vergangenen Quartal leicht zurückgegangen – was aber vor allem an einem einmaligen Bilanzierungseffekt liegt. Das Ergebnis lag aber über den Erwartungen der Analysten. Die Vergütung der Investmentbanker hat Dimon in den ersten neun Monaten des Jahres um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr gekürzt.

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Bank of America

„Unsere Strategie greift, auch wenn sich die Wirtschaftslage zurzeit problematisch darstellt und wir Altlasten aufarbeiten müssen.“ Trotz der vielen Schwierigkeiten, mit denen die Bank of America noch immer kämpft, fehlt es Vorstandschef Brian Moynihan nicht an Selbstvertrauen. „Dank unserer Unternehmenskunden sind wir weltweit das zweitgrößte Investment-Banking-Institut“, betonte er bei der Vorstellung der Zahlen für das dritte Quartal Mitte Oktober.

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Von Juli bis September verdiente die Bank wegen vieler Sonderbelastungen unter dem Strich zwar nur 340 Millionen Dollar, damit schnitt Moynihan (Bild) aber noch immer besser ab als von den Analysten erwartet. Die meisten Experten hatten mit einem Verlust gerechnet. Im Investment-Banking lief es analog zum Branchentrend deutlich besser als vor einem Jahr.

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2012 gehört die Aktie der Bank of America mit einem Plus von 64 Prozent zu den großen Gewinnern an der Wall Street. Dennoch hat Moynihan mit der Aufarbeitung der Fehler der Subprimekrise noch alle Hände voll zu tun. Allein im dritten Quartal musste die Bank 1,6 Milliarden Dollar für Anwalts- und Gerichtskosten aufwenden. Außerdem will Moynihan bis Ende des Jahres noch über 12.000 der derzeit gut 272.000 Stellen streichen.

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Wenn eine Banktochter in einem Land wie den Cayman-Inseln oder den Bahamas aktiv ist, wo es keine vergleichbare Regulierung gibt, könnte die BaFin verlangen, diese Niederlassung zu schließen. Und wenn sie das Investmentbanking für zu riskant hält, kann sie dessen Abspaltung fordern. Damit könnte sie weit über die in dem Gesetz ohnehin vorgesehene Trennung von riskanten Geschäften hinausgehen. Dabei geht es nur um den Eigenhandel und das Geschäft mit Hedgefonds. „So weit wird die Aufsicht aber niemals gehen, weil die Folgen viel zu gravierend sind“, urteilt der Grünen-Finanzpolitiker Gerhard Schick.

Bisher gehen Investoren davon aus, dass die Staaten ihre Banken im Ernstfall stützen. Machen die Regierungschefs glaubhaft, dass sie Banken in einer Notlage fallen lassen, gelten die als unsicherer. „Gerade für deutsche und französische Banken, die derzeit stark von der hohen Bonität ihres Heimatlandes profitieren, könnte deshalb die Refinanzierung deutlich teurer werden“, sagt Philippe Bodereau, Bankenanalyst bei der US-Fondsgesellschaft Pimco.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s erwartet, dass sich der Wegfall der staatlichen Rettungsversprechen negativ auf die Einschätzung der Kreditwürdigkeit auswirkt. Konkurrent Fitch würde ohne den Rückhalt des deutschen Steuerzahlers das Rating der BayernLB von einem soliden A+ auf ein zweifelhaftes BB reduzieren.

Das macht die Finanzierung für deutsche Banken teurer. Um wie viel, ist derzeit kaum abschätzbar. So lässt sich auch nicht beziffern, welche Risikoaufschläge sie ab 2018 auf die dann geplanten Anleihen zahlen müssen, deren Gläubiger sich im Krisenfall an Verlusten beteiligen würden. Denn bisher gibt es diese nicht. Ähnlich sind allenfalls die von UBS, Credit Suisse und KBC emittierten „CoCo-Anleihen“. Diese werden in Aktienkapital umgewandelt, wenn das Eigenkapital der Bank unter die Quote von sieben Prozent fällt. Mit den Papieren wollen die Banken ihre Robustheit stärken und Aufseher und Investoren beruhigen.

Mit rund sieben Prozent müssen sie jedoch deutlich höhere Zinsen zahlen als üblich. So teuer wären die Bail-in-Anleihen nicht, weil ihre Besitzer nur bei einer drohenden Pleite über die Wandlung in Aktienkapital Geld verlieren würden.

Dennoch ertönen schon die Warnrufe der Bankenlobby. „Die Pläne werden erhebliche Auswirkungen auf die Kosten und unter Umständen die Kreditvergabe haben“, sagt Michael Kemmer, Geschäftsführer des Bankenverbandes. Für ihn ist „zumindest fraglich, ob die bislang diskutierten Vorgaben realistisch sind“. Wenn Banken künftig zehn Prozent ihrer Bilanzsumme über Bail-in-Anleihen finanzieren müssten, wären das in Europa 3300 Milliarden Euro. Kemmer bezweifelt, dass es „einen Markt in diesem Umfang geben wird“.

In der Tat ist zum Beispiel unklar, ob Versicherungen die Bail-in-Anleihen überhaupt in großem Stil kaufen können. Sie müssten diese womöglich als Aktien verbuchen, von denen sie jedoch nur eine geringe Quote halten dürfen. Banker rechnen aber durchaus mit regem Kaufinteresse von Hedgefonds, Vermögensverwaltern und reichen Privatanlegern.

In Sicherheit wiegen

Dass die Käufer solcher Anleihen wirklich bluten müssen, erwarten die Verantwortlichen sowieso nicht. Der Sinn der neuen Regeln sei, dass „eine systemische Krise schon im Anfangsstadium gestoppt wird“, sagt Verbandsfunktionär Kemmer. Die Banken sollen sich so intensiv mit ihren existenzbedrohenden Risiken beschäftigen, dass diese gar nicht erst eintreten.

Wie ein Londoner Investmentbanker berichtet, tun die Banken derzeit alles, um ihre Gläubiger in Sicherheit zu wiegen und so ihre Finanzierungskosten niedrig zu halten. So hätten viele mehr Eigenkapital als nötig. Auch dass die Banken kürzlich 137 Milliarden Euro Liquiditätshilfen an die EZB zurückgezahlt haben, sei ein Beruhigungssignal an ihre Gläubiger.

Auch der für Investmentbanking zuständige Vorstand eines Frankfurter Instituts rechnet nicht damit, dass die neuen Regeln zu einem massenhaften Bankensterben führen werden. „In einer großen Krise würden die Politiker keine große Bank in die Pleite schicken.“ Allerdings halte die Branche die Vorschriften nicht für eine reine Drohkulisse: „Die Aufseher werden in den kommenden Jahren sicher mal eine kleinere Bank scheitern lassen. Sie wollen schließlich ausprobieren, wie ihr neues Regelwerk funktioniert.“

Die Aufseher werden sicher eine kleinere Bank scheitern lassen

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