Management-Moment der Woche: Den Zuckerberg machen? Nicht immer der beste Weg!
Meta-Chef Mark Zuckerberg will künftig mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump zusammenarbeiten.
Foto: imago imagesDas ist passiert
Mark Zuckerberg hat am 7. Januar bekanntgegeben, zukünftig keine Faktenchecker mehr zu beschäftigten, die bislang Posts auf den Meta-Plattformen Facebook und Instagram geprüft hatten. Stattdessen setzt er auf sogenannte Community Notes, also die Kennzeichnung falscher oder irreführender Aussagen durch andere Nutzer, wie es sie beim Kurznachrichtendienst X bereits gibt.
Damit dürfte Zuckerberg auch den zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump milde stimmen. Dieser hatte Facebook noch im vergangenen März als „Feind der Menschheit“ bezeichnet. Mit der Abschaffung der Faktenchecks erfüllt Zuckerberg eine Forderung der Republikaner.
Das lässt sich daraus lernen
Auch Arbeitnehmer, die es in ihrem Alltag mit einem narzisstischen und unberechenbaren Chef zu tun haben, können den Weg des geringsten Widerstands wählen. Aber gibt es nicht auch andere Strategien?
1. Die Huldigung und ihre Tücken
Narzissten halten sich selbst und ihre Ideen für grandios. Und sie sind ständig auf der Suche nach Bewunderung. Diese beiden Mechanismen können sich Mitarbeiter im Umgang mit ihn zunutze machen.
„Die dosierte Würdigung ihrer Grandiosität kann ein Mittel sein, mit solchen Chefs umzugehen“, sagt Rüdiger Hossiep, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Ruhr-Universität Bochum. Allerdings dürfe man nicht übertreiben, damit die „Würdigung echt wirkt“.
Wer sich derart anbiedert, sollte sich darüber im Klaren sein, welche Konsequenzen dies haben kann. Redet ein Mitarbeiter dem Chef stets nach dem Mund und stellt sich demonstrativ hinter jede seiner Ideen, verknüpft er seine Karriere eng mit der des Narzissten. „Stürzt in einer solchen Situation der Chef, ist auch die eigene Karriere schnell beendet“, sagt der Experte. Es sei immer wichtig die Frage zu stellen: Wem vertraue ich mein berufliches Schicksal an?
2. Die Kritik im Sandwichformat
Wer sich dazu entschließt, im Job eigene Akzente zu setzen und auch einem narzisstischen Chef mal zu widersprechen, sollte dabei einige Regeln beachten. „Kritik sollten die Mitarbeiter immer mit der Sandwichmethode loswerden“, empfiehlt Hossiep. Also: erstmal erzählen, was die Führungskraft alles gut hinbekommen hat, dann die Kritik einflechten, um dann noch mal mit einem positiven Punkt rausgehen.
Wer seine eigene Idee vorantreiben möchte, muss sie geschickt verpacken. „Denkt der Narzisst, es handele sich um seine eigene Idee“, sagt Hossiep, „findet er sie gleich besser.“
3. Die Flucht – und wann sie angebracht ist
Einen narzisstischen Chef zu haben, kann anstrengend genug sein. Trägt der Vorgesetzte auch noch machiavellistische oder psychopathische Merkmale, rät der Experte „planvoll das Weite zu suchen.“ Denn solche Führungskräfte schaden nicht nur der Psyche ihrer Mitarbeiter, sie sind auch für den Erfolg des Unternehmens gefährlich.
Machiavellisten sind berechnende Machtmenschen, nach oben geben sie sich gefällig, nach unten treten sie. Außerdem würden sie andere oft gegeneinander ausspielen, sagt Hossiep. Psychopathen hingegen fehle es an Empathie. Sie würden andere einschüchtern, bedrohen und könnten gelegentlich ausrasten.
Trotzdem sind sie schwierig zu erkennen, gibt Hossiep zu bedenken. Vor allem, wenn es sich um intelligente und rhetorisch geschickte Menschen handelt. Wie bei anderen beruflichen Problemen auch, kann in einem solchen Fall ein Coach helfen, der die krankhaften Charakterzüge besser einschätzen kann, als derjenige, der tagtäglich mit diesen konfrontiert wird.
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Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals am 12. Januar 2024 bei der WirtschaftsWoche. Wir zeigen ihn aufgrund des hohen Leserinteresses erneut.