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ManagergehälterDie Vergütung der Konzernspitzen steigt deutlich

Vorstände in den weltgrößten Konzernen verdienen durchschnittlich 5,5 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie eine Untersuchung zeigt.Arabella Bilsing 14.09.2013 - 06:57 Uhr

Schon vor einem Jahr wurde der Autobauer VW für das Rekordgehalt von 17,5 Millionen Euro, dass der Chef Martin Winterkorn bekam, ordentlich kritisiert. Auch deswegen muss sich der Topmanager heute mit „nur“ 14,5 Millionen Euro begnügen. Das macht bei einer Milchmädchenrechnung (200 Arbeitstage im Jahr, zehn Arbeitsstunden pro Tag, 80 Stunden in der Woche und nie Urlaub) einen Stundenlohn von 3500 Euro.

Aber wie relativ das alles ist, zeigt ein internationaler Gehaltsvergleich, den das „Wirtschaftsblatt“ angestellt hat.

In dem Ranking werden die weltweit bestbezahlten CEOs gezeigt (jedenfalls solche, deren Firmen die Gagen offenlegen). Es sind, das war zu erwarten, durchwegs Amerikaner, wobei die Rangliste der Gagenkaiser im Detail überrascht...

Foto: dpa

Rang 20: Der US-Medienmogul Philippe Dauman ist einer der bestbezahlten Chefs der Welt. Der Unterhaltungskonzern Viacom (MTV, Paramount, Nickelodeon) hat seinem CEO zuletzt umgerechnet all in all ein Jahresgehalt von 26 Millionen Euro gezahlt. Wobei der Großteil der Vergütung bei allen Top-Verdienern variabel ist, in Form von Aktienoptionen, die mitunter über mehrere Jahre laufen.

Foto: rtr

In der Riege der weltweiten Top-Verdiener findet sich auch David M. Cote – der Chef des US-Mischkonzerns hat es mit einer Gage von 27,2 Millionen Euro auf Platz 19 geschafft.

(Quelle: Screenshot Honeywell)

Foto: Screenshot

Mark Parker: Der Chef des weltgrößten Sportartikelherstellers Nike hat es auf Platz 18 geschafft und wurde im vergangenen Jahr mit umgerechnet 27,4 Millionen Euro entlohnt. Er ist ein Urgestein in der Firma und hat 1979 als "kleiner Designer" angefangen, bevor er sich bis auf den Thron des Megakonzerns katapultierte.

Foto: CLARK/obs

Der Designer Ralph Lauren hat es zwar nicht in die Top-Ten geschafft, gehört aber mit einem Jahresgehalt von 28,3 Millionen Euro trotzdem zu den bestverdienenden Manager der Welt. Dabei hat der Gründer des Modeunternehmens Polo Ralph Lauren nie eine Ausbildung als Modedesigner absolviert. Er hat es aber so weit gebracht, dass er es sich leisten konnte, für eine Party anlässlich des 40. Jubiläums seiner Firma (2007) den Central Park in New York zu mieten.

Foto: rtr

Neben Ralph Lauren findet sich auch der Chef des IBM-Rivalen Nuance Communications in der Liste der Großverdiener. Paul Ricci landet mit einem Gehalt von 28,9 Millionen Euro auf Rang 16.

Foto: Presse

Seine Karriere begann er mit Wetteransagen bei einem lokalen Radiosender. Inzwischen ist Robert A. Iger der mächtigste Mann bei Walt Disney. Dafür zahlt im das Medienunternehmen ein Jahresgehalt von umgerechnet 31,3 Millionen Euro. Seit 2011 dient er außerdem im Board of Directors von Apple.

Foto: dpa

Kann man mit Feinfiltern für die Absonderung von stabilen, flüssigen oder auch gasförmigen Fremdstoffen, die in Krankenhäusern, Blutbanken, Laboren, aber auch bei Fluggesellschaften und kommunalen Wasserversorgern Verwendung finden reich werden? Man kann. Zumindest, wenn der Chef der Firma Pall ist. Lawrence Kingsley bekam im vergangenen Jahr 32,5 Millionen Euro überwiesen.

Foto: Pall

Auch er hat mal klein angefangen und kam im Jahr 1979 als Praktikant zu Target. Inzwischen ist Gregg Steinhafel (rechts im Bild), Chef des zweitgrößten Discounters in den USA, hinter Walmart. Target selbst beschreibt sich als ein „Billigkaufhaus“, um nicht nur ein Discounter zu sein. Steinhafel kam laut Wirtschaftsblatt im vergangenen Jahr auf ein Gehalt von 34 Millionen Euro.

Foto: Presse

Richard B. Handler ist Chef der amerikanischen Investmentbank Jefferies. Dort laufen die Geschäfte prächtig: Allein zwischen 1993 und 2006 kletterte der Umsatz auf rund 2 Milliarden Dollar. Die Bank zahlte ihrem Boss im vergangenen Jahr 35,2 Millionen Euro – damit landet er auf Rang 12.

Foto: University of Texa

Der US-Telefonriese Verizon Communications hat seinem CEO Lowell McAdam (rechts), der seit zwei Jahren im Chefsessel sitzt, gut 35,6 Millionen Euro ausgezahlt.

Foto: dapd

Weiter geht's mit den Top-Ten-Bossen: Michael S. Jeffries ist der Chef der weltweiten Kultmarke Abercrombie & Fitch. Der Spiegel bezeichnete den 68-Jährigen mal als Kontrollfreak. Wenn er eine Aufgabe für das Personal hat, hat dieses mit „kein Problem“ zu antworten und nicht etwa mit „Sicher“ oder „einen Moment“, schreibt „Bloomberg News“. Die Strenge hat ihm offenbar noch nicht geschadet: Von seiner Firma bekommt er ein Gehalt von 37,4 Millionen Euro.

Foto: AP

Rang 9: Der amerikanische Öl- und Gaskonzern Kosmos Energy zahlt seinem Chef, Brian Maxted, ein Jahresgehalt von 41,4 Millionen Euro.

Foto: Presse

Rang 8: Der Chef des amerikanischen Pay-TV-Konzerns Discovery Communications ist seit 2006 im Amt und hat den Konzern vom starken Nischenanbieter zu einem der schnellstwachsenden Medienunternehmen der Welt umgekrempelt. In 2011 generierte Discovery zwölf Prozent Umsatzwachstum - bei 45 Prozent operativer Rendite. Im vergangenen Jahr bekam der erfolgreiche Manager David Zaslav (links) ein Gehalt von 41,7 Millionen Euro.

Foto: AP

Jahresgehalt 43,1 Millionen Euro: Das bekommt der amerikanische Investor Henry Kravis von seiner Beteiligungsgesellschaft KKR überwiesen. In Deutschland wurde das Unternehmen 2006 durch die gemeinschaftliche Übernahme der Pro Sieben Sat 1 Media bekannt.

Foto: dpa

It's Showtime: Der CBS-Chef Leslie Moonves arbeitet schon mehr als 20 Jahre in derselben Firma. Diese Treue zahlt sich aus. Der Medienkonzern gewährte ihm im vergangenen Jahr eine Vergütung von 50,3 Millionen Euro.

Foto: REUTERS

Stephen Chazen ist Chef von Oxy, also Occidential Petroleum. Bei dem auf die Förderung von Erdöl und Erdgas spezialisierten Unternehmen verdient Chazen stattliche 58,6 Millionen Euro.

Foto: Presse

Die Nummer vier im Ranking ist Ron Johnson, der als CEO der Kaffeehauskette J.C. Penney eine Jahresgage von 68,4 Millionen Euro bekommt. Bevor er bei J.C. Penney anheuerte, hat er 16 Jahre beim Walmart-Rivalen Target gearbeitet.

Foto: REUTERS

Die Jahresgage des Google-Chefs Larry Page soll umgerechnet bei über 70 Millionen Euro liegen, so die Recherche des Wirtschaftsblatts. Der absolute Top-Verdiener ist aber Chef bei einer weniger bekannten Firma...

Foto: REUTERS

Dazwischen landet aber noch der Oracle-Chef Larry Ellison auf dem vorletzten Platz. Das dürfte der Gründer des Tech-Riesen aber bei einem Jahresverdienst von 74,8 Millionen Euro verschmerzen. Ellison landet außerdem in der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt regelmäßig in den Top-Ten.

Foto: REUTERS

Er steht an der Spitze des Rankings: David Simon, Chef der Immobilienfirma Simon Property Group, hat zuletzt fast 100 Millionen Euro verdient; ein Großteil davon in Form von Aktien. Das macht umgerechnet einen Stundenlohn von bis zu 50.000 Euro - dagegen soll ein Fonds bereits Klage eingereicht haben.

Foto: Indiana University

Die Grundgehälter der Vorstände von Großkonzernen stiegen 2012 um durchschnittlich 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Inklusive Bonus stiegen die Bezüge im Schnitt um 3,5 Prozent. Das weltweite Durchschnittsgehalt eines Vorstandes in einem Unternehmen mit über 100.000 Mitarbeitern beträgt demnach 1,35 Millionen Euro brutto im Jahr.

Das zeigt eine Studie der Personalberatung Pedersen & Partners unter der Leitung von Conrad Pramböck, bei der 1.700 Vorstände von 330 Unternehmen in 17 Ländern einbezogen wurden. Untersucht wurden nationale und internationale Spitzenunternehmen, die ein erfolgreiches und gewinnbringendes Geschäftsjahr hinter sich haben, in welchem sie neben Umsatzsteigerungen (durchschnittlich 6 Prozent), auch weltweit über 1,5 Millionen neue Arbeitsplätze schufen. Diese Unternehmen haben im Schnitt 129.000 Mitarbeiter, einen Umsatz von 40 Milliarden Euro und einen Unternehmensgewinn von 3,9 Milliarden Euro.

Gehaltsrechner wiwo.de

„Die Größe des Verantwortungsbereichs ist der Schlüsselfaktor bei der Bestimmung der Managergehälter”, sagt Pramböck, der den Bereich Compensation Consulting bei Pedersen & Partners leitet. „Die Vergütungen der Vorstände in den Top 100-Unternehmen in Europa und in den USA liegen durchschnittlich siebenmal höher als die Bezüge eines Geschäftsführers in einem mittelständischen Unternehmen und 40-mal mal höher als das Durchschnittsgehalt eines Angestellten.“

Zum Vergleich: In Deutschland verdienen Geschäftsführer in Unternehmen mit 200 bis 300 Mitarbeitern etwa 215.000 Euro brutto pro Jahr (inklusive Bonus). Vollzeitangestellte erzielen ein durchschnittliches Einkommen von rund 35.000 Euro brutto pro Jahr.


Die Vergütung inklusive dem Bonus liegt in westlichen Ländern wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA bei etwa 1,3 bis 1,4 Millionen Euro brutto pro Jahr.

Im direkten Vergleich mit den USA fallen jedoch deutliche Unterschiede auf. Dort erhalten Topmanager neben dem Grundgehalt zusätzlich so genannte „Long Term Incentives“, meist in Form von „Stock Options“, also die Möglichkeit einer Erfolgsbeteiligung durch die Ausgabe von Aktienoptionen an das Führungspersonal. Der Wert dieser liegt in den USA im Schnitt bei 393.100 Euro, in Westeuropa jedoch nur bei etwa 76.500 Euro pro Jahr.

Pedersen & Partners vergleicht in der Studie auch die Vergütung der Manager in Unternehmen gleicher Größenordnung (20.000 – 50.000 Beschäftigte) weltweit, da die Vorstandsvergütung eng mit der Unternehmensgröße zusammenhängt.

„Die Bestverdiener in den Emerging Markets, wie China, Indien oder Südafrika, erzielen schon jetzt vergleichbare hohe Gehälter wie Manager in westlichen Ländern. Im Schnitt liegen die Vorstandsbezüge in diesen Ländern jedoch noch unter dem Niveau von Westeuropa oder den USA“, sagt Pramböck.

In den USA und in Westeuropa ist die Vergütung der Vorstände mit einem Anstieg von durchschnittlich 4 bis 5 Prozent also weiter am höchsten. In den Emerging Markets steigen die Gehälter der Vorstände zurzeit schon bis zu 10 Prozent.

Conrad Pramböck warnt jedoch: „Internationale Vergleiche von Vorstandsgehältern sollten immer mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden. China, zum Beispiel, ist ein riesiges Land mit einer großen Vielfalt an Gehaltsniveaus.

Die Gehälter in Shanghai, Hong Kong oder Guangzhou liegen auf ähnlichem Niveau wie Westeuropa, während andere Regionen weit darunter zahlen.“

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