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Discounter auf WachstumskursAldi USA überholt Kroger

Der US-Ableger des Mülheimer Discounters expandiert weiter in hohem Tempo und dürfte Ende 2026 auf Rang 2 hinter US-Marktführer Walmart vorrücken.Stephan Knieps 13.01.2026 - 16:36 Uhr
Aldi USA betreibt derzeit rund 2.600 Filialen, wie hier in Chicago. Foto: PRESSEFOTO

Als Aldi USA im vergangenen September den langjährigen Landeschef Jason Hart in die Aldi-Süd-Holding nach Salzburg transferierte und ihn durch seine enge Mitarbeiterin Atty McGrath ersetzte, schauten Branchenbeobachter genau, wie dieser Führungswechsel die Expansion des Discounters beeinflussen würde. Denn unter Jason Hart, der zehn Jahre lang die Geschäfte leitete, stürmte Aldi USA in rasantem Tempo voran: Im Schnitt eröffnete der Händler mehr als 100 Filialen pro Jahr in den USA.

Spätestens seit dieser Woche dürfte klar sein: Unter Atty McGrath setzte keine Bummelei ein. Wie Aldi USA am Montag mitteilte, plant das Unternehmen bis Ende 2026 mehr als 180 Neueröffnungen. Damit würde Aldi USA rund 2.800 Geschäfte betreiben – und vermutlich nach Anzahl der Filialen zur Nummer zwei der US-Supermarktketten aufsteigen.

Nahezu uneinholbar weit vorn scheint diesbezüglich Walmart zu sein. Das 1962 von Sam Walton gegründete Familienunternehmen betreibt fast 4.600 Geschäfte, mit deutlichem Schwerpunkt auf der Südosthälfte der Vereinigten Staaten. Vergangenes Jahr erwirtschaftete Walmart rund 640 Milliarden Euro. Aber hinter dem Marktführer tobt die Schlacht um den ersten Verfolger.

Noch liegt Kroger (rund 140 Milliarden Euro Umsatz) leicht vor Aldi mit rund 2.700 Filialen. Doch nicht nur Aldi, auch Kroger hat Wachstumspläne. Erst im Dezember 2025 startete Kroger sein Expansionsprogramm, wonach der Händler seine Neubau-Quote bis Ende 2026 um 30 Prozent steigern will. Vor wenigen Tagen bekräftigte Kroger, für Expansion und Modernisierung in diesem Jahr rund 200 Millionen US-Dollar auszugeben. Was das in konkreten Filialzahlen bedeutet, teilte Kroger nicht mit. Gleichzeitig schließt Kroger aber auch rund 60 unrentable Filialen bis Ende 2026, wie der Konzern im vergangenen Sommer mitteilte.

Dagegen sind Aldis Langzeitpläne konkreter: Bis Ende 2028 will der Discounter in den USA 3200 Geschäfte betreiben. Zwischen 2024 und 2028 investiert Aldi rund neun Milliarden US-Dollar in die Expansion. Das teilte Aldi bereits im März 2024 mit, damals noch unter Leitung von Jason Hart. Unter seiner Führung schaffte Aldi nicht nur eine stetige Geschäftserweiterung, sondern auch einen Imagewandel: Heute gilt Aldi in den USA auch als mittelschichttauglich. In Zeiten der Inflation sind die niedrigen Preise wohl ein starkes Argument für immer mehr US-Amerikaner.

Und im vergangenen September, wenige Wochen nachdem Atty McGrath die Führung übernommen hatte, kündigte Aldi USA an, in Zukunft auf den meisten der Eigenmarkenverpackungen den Namen „An Aldi Original“ anzubringen. Damit will Aldi seinen Bekanntheitsgrad und die Kundenloyalität weiter steigern. Zugleich will Aldi USA die Lieferservice-Kooperationen mit Instacart, Doordash und Uber Eats weiter ausbauen.

Aldi-Süd startete seinen US-Ableger vor genau 50 Jahren mit der Eröffnung eines ersten Ladens in Iowa City. Inzwischen arbeiten mehr als 46.000 Menschen für Aldi USA. Laut Zahlen der National Retail Federation setzen Aldi USA und Trader Joe's, ein Tochterunternehmen von Aldi Nord, zusammen rund 42 Milliarden Euro um. Schätzungen für den Aldi-USA-Umsatz reichen von 22 Milliarden bis 27 Milliarden Euro. In den vergangenen beiden Jahren zählte Aldi USA zu den am stärksten wachsenden Lebensmittelhändlern der Vereinigten Staaten.

Doch trotz dieser beeindruckenden Expansion: Betrachtet man die Marktanteile, relativieren sich die Erfolge. Laut Erhebungen des Marktforschungsunternehmens Numerator aus Chicago hat Walmart rund 21 Prozent Marktanteil am US-Lebensmittelmarkt. Hauptkonkurrenten sind Kroger und Costco mit je 8,5 Prozent und Albertsons mit rund sechs Prozent. Aldi USA kommt in der Numerator-Analyse nur auf einen Marktanteil von rund 2,8 Prozent. So bleibt noch einiges zu tun für Atty McGrath.

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