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Musk, Bezos & Co.Vermögensverluste der Top-Milliardäre: Mehr als Schwedens BIP

Die sinkenden Aktienmärkte treffen auch das Vermögen der Superreichen. Vor allem zwei Milliardäre haben dabei verloren – doch einer widersetzt sich dem Trend. 27.05.2022 - 13:34 Uhr

Der Börsenrutsch setzt den Superreichen zu: Milliardäre wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Bill Gates verlieren an Vermögen.

Foto: REUTERS

Mehr als eine halbe Billion Dollar haben die 50 weltweit reichsten Menschen im aktuellen Jahr bereits verloren – das entspricht, genauer gesagt, 563 Milliarden Dollar an Nettovermögen. Die Summe übersteigt das Bruttoinlandsprodukt Schwedens und ist größer als die Marktkapitalisierung aller Unternehmen im S&P 500. Das hat das „Wall Street Journal“ mit Verweis auf den „Billionaires Index“ von Bloomberg ausgerechnet.

Die Nachrichtenagentur aktualisiert das Reichen-Ranking täglich. Dieser Rückgang sei im ersten Bärenmarkt in den USA seit Pandemiebeginn begründet, schreibt das „Wall Street Journal“. Vor allem der Tech-Index Nasdaq befindet sich auf Talfahrt, die Verunsicherung der Anleger ist hoch.

Die Vermögenswerte der Superreichen basieren insbesondere auf den Aktien der eigenen Unternehmen. Daher stehen die Verluste erstmal auf dem Papier.

Elon Musk hat am meisten verloren

Tesla-Chef Elon Musk büßte demnach die größte Summe ein, fast 70 Milliarden Dollar. Der Vermögenswert von Musk beträgt laut Reichen-Index aktuell gut 212 Milliarden Dollar und hat damit seit der Meldung des „Wall Street Journal“ wieder etwas zugelegt. Er hält den Spitzenplatz der Reichen-Liste seit Anfang 2021.

Der 50 Jahre alte Milliardär verkündete vor kurzem, die geplante Twitter-Übernahme zu pausieren. Er begründete dies mit dem Verdacht, dass der Anteil von Spam- und Bot-Accounts höher sei als die in offiziellen Berichten genannten Schätzungen von weniger als fünf Prozent. Aus Sicht von Twitter kann Musk das Geschäft jedoch nicht einseitig auf Eis legen – der Dienst besteht auf den Abschluss. Diese Twitter-Querelen schlagen Experten zufolge auch auf Tesla durch. Die Aktie ist zuletzt deutlich gefallen. Musk gehören circa 15 Prozent des Elektroautobauers.

Studium und Zip2: Die Anfänge von Elon Musk

Elon Musk studierte im Bachelor Physik und Volkswirtschaftslehre, seinen Physik-Master an der renommierten Stanford-Universität brach er nach wenigen Tagen ab. Im gleichen Jahr, 1995, gründete er mit seinem Bruder Kimbal und Greg Kouri ein Softwareunternehmen namens Zip2. Mit dem Verkauf von Zip2 verdiente er seine ersten Millionen. Anschließend gründete der gebürtige Südafrikaner Paypal.

Foto: imago images

Der erste große Deal: Musk gründet Paypal mit

Den Zahlungsdienstleister gründete Musk 1999 unter anderem mit Peter Thiel (links). Zuerst hieß das Unternehmen X.com, dann fusionierte es mit einem Wettbewerber und trug fortan den Namen Paypal. Paypal ging schließlich für 1,5 Milliarden US-Dollar an Ebay, was Elon Musk knapp 160 Millionen Dollar einbrachte.

Foto: dpa Picture-Alliance

Mars-Pläne: SpaceX entsteht

2002 folgte das Raumfahrunternehmen SpaceX, es ist die nächste Gründung. Damit will Musk unter anderem auf den Mars, 2004 posierte Musk in Kalifornien neben einer seiner Raketen.

Foto: Getty Images

Bislang schickt SpaceX Raketen auf die ISS und bietet mit Starlink Satelliten-Internet an, das aktuell auch in der Ukraine zum Einsatz kommt. Auf dem Foto erklärt Musk 2012 in Texas, wie das wiederverwendbare Raumschiff Dragon funktioniert.

Foto: imago images

Sein bekanntestes Unternehmen: Musk gründet Tesla

Und dann ist da noch Tesla, Musks bekannteste Firma: Der kalifornische Autobauer, 2003 gegründet, setzte von Anfang an auf den Elektroantrieb und treibt seit Jahren die Branche vor sich her. Vor einigen Monaten hat Elon Musk seine Tesla-Fabrik in Grünheide eröffnet.

Foto: imago images

Bei der Eröffnung einer neuen Gigafactory in Texas gab sich Elon Musk deutlich lockerer als beim Start des Werks in Grünheide. Tesla ist mittlerweile mehr als eine Billion Dollar wert. Elon Musk tritt bisweilen exzentrisch auf, sei es mit Kleidung oder Tanzeinlagen.

Foto: imago images

Chips fürs Gehirn: Elon Musk und Neuralink

Elon Musk gehört außerdem ein Unternehmen namens Neuralink mit Sitz in San Francisco. Neuralink entwickelt Neurotechnologie und wurde 2016 von Musk mitgegründet. Ein Chip im Gehirn, so die Unternehmensvision, könnte Schmerzen beseitigen oder die Übertragung von Gedanken möglich machen.

Foto: imago images

The Boring Company: Mehr als nur Tunnel

Elon Musk will nicht nur in die Gehirne von Menschen, sondern auch unter die Erde. Mittel zum Zweck ist The Boring Company, die Musk 2017 gegründet hat. In unterirdischen Röhren, Hyperloops genannt, will Musk Menschen und Güter transportieren.

Foto: imago images

The Boring Company hat auch einen Flammenwerfer zeitweise im Programm gehabt. Nach einer jüngst abgeschlossenen Finanzierungsrunde ist das Unternehmen 5,7 Milliarden US-Dollar wert.

Foto: imago images

Solarcity: Solar-Dachziegeln unter dem Tesla-Dach

Der 50 Jahre alte Musk ist zudem Chef des Solarunternehmens Solarcity, einem Zukauf von Tesla. Das Bild zeigt Musk nach einer Verhandlung, die sich um die 2,6 Milliarden schwere Übernahme gedreht hat.

Foto: imago images

Musk und der Kurznachrichtendienst Twitter

Und nun Twitter: 44 Milliarden Euro legt Elon Musk für den Kurznachrichtendienst auf den Tisch. Nach dem Deal soll Twitter von der Börse genommen werden. Still und heimlich, so sagte es Elon Musk Anfang April selbst, habe er sich über Wochen einen Anteil von gut 9 Prozent an Twitter zusammengekauft. Musk selbst hat etwa 83 Millionen Follower und nutzt die Plattform häufig.

Foto: imago images

Musk löste Anfang 2021 den Amazon-Gründer Jeff Bezos als reichste Person weltweit ab. Auch der hat einen ordentlichen Verlust: Um die 61 Milliarden Dollar hat der 58-Jährige Stand Montag eingebüßt. Amazon hat im ersten Quartal einen Verlust von 3,8 Milliarden Dollar gemacht. Nach Bezos folgt der Franzose Bernard Arnault, reichster Europäer und Chef des Luxusgüterkonzerns LVMH. Er verlor etwa 55 Milliarden Dollar.

Während der Marktabschwung einigen Superreichen zu schaffen macht, konnten andere ihr Vermögen steigern. Unter den Top-10 der Reichsten ist einer davon der 91 Jahre alte Starinvestor Warren Buffet: Sein Vermögen ist um 1,2 Milliarden Dollar gestiegen auf etwa 110 Milliarden Dollar. Zuletzt hatte er sein Engagement bei zwei Ölkonzernen ausgebaut und beim Spielehersteller Activision Blizzard zugekauft.

„Forbes”-Liste 2025

Die reichsten Menschen der Welt 2025

von Sören Imöhl

Zwei Deutsche unter den weltweit Reichsten

Auf dem Milliardärs-Ranking stehen auch zwei Deutsche: Der Unternehmer Klaus-Michael Kühne, 84 Jahre alt und unter anderem Mehrheitsaktionär des Logistikkonzerns Kühne + Nagel. Er belegt aktuell Platz 25. Den Platz 43 hält aktuell der Discounter-König Dieter Schwarz.

Bill Gates will sein Vermögen abgeben

Unterdessen hat Bill Gates, Kopf von Microsoft und bisweilen Inhaber des viertgrößten Vermögens der Welt, angekündigt, aus dem Rennen der Milliardäre auszusteigen. Mitte Juli gab Gates bekannt, praktisch sein gesamtes Vermögen seiner wohltätigen Stiftung übertragen zu wollen. Umgehend will er 20 Milliarden Dollar abgeben. Am 22. Juli fiel er im Ranking der reichsten Menschen der Welt bereits um einen Platz zurück auf Rang 5.

Dieser Text wurde aktualisiert am 22. Juli 2022.

sge
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