Bitcoin-Hashrate: Bitcoin-Kurs fällt, Hashrate steigt: Was die Rate über das Bitcoin-Netzwerk aussagt
Die Hashrate gibt Auskunft über die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks und ist daher ein wichtiger Faktor. Alle wichtigen Infos im Überblick.
Foto: REUTERSDie Bitcoin-Hashrate gibt Auskunft über den Zustand, die Sicherheit sowie das Vertrauen der Miner in das Bitcoin-Netzwerk. Das macht sie zu einer wichtigen Größe. Nach dem Halving im April vergangenen Jahres verzeichnete die Bitcoin-Hashrate im Oktober diesen Jahres erneut ein neues Rekordhoch und hält sich auf diesem Niveau trotz des jüngsten Kursrückgangs, wie aktuelle Daten des Analyseportals Bitinfocharts zeigen.
Woran liegt das? Was genau ist die Bitcoin-Hashrate überhaupt, was sagt der Wert aus und wie hoch ist dieser aktuell? Alle wichtigen Informationen zur Bitcoin-Hashrate auf einen Blick.
Was ist die Bitcoin-Hashrate?
Zum Schürfen neuer Bitcoin und Absichern des Netzwerks – im Fachjargon Mining genannt – wird viel Reichenleistung benötigt. Die weltweit genutzte Rechenleistung zu einem bestimmten Zeitpunkt wird als Hashrate bezeichnet. Sie ist damit eine entscheidende Messgröße für die Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk und dessen Sicherheit gegenüber Angriffen von außen.
Eine höhere Hashrate bedeutet eine größere Resilienz des Bitcoin-Netzwerks. Mittelbar führt eine hohe Hashrate also dazu, dass das Netzwerk sicherer wird. Um das Bitcoin-Netzwerk zu sabotieren, müsste eine Partei über einen längeren Zeitraum mehr als 50 Prozent der Bitcoin-Hashrate kontrollieren, was mit einer steigenden Hashrate immer unwirtschaftlicher würde.
Steigt die Hashrate, wird ein Angriff auf das Bitcoin-Netzwerk also immer unwahrscheinlicher, da ein potenzieller Angreifer immer mehr Rechenkapazität benötigen würde, die der potentielle Angreifer alleine kaum über einen längeren Zeitraum stellen und zentral steuern kann.
Lesen Sie auch: „Bitcoin, nicht Krypto!“: Lernt bitte endlich den Unterschied!
Wie hoch ist die Bitcoin-Hashrate aktuell?
Nach dem Halving im vergangenen Jahr ging die Hashrate kurzzeitig leicht zurück. In den darauffolgenden Monaten zeigte die Bitcoin-Hashrate jedoch wieder einen kontinuierlichen Anstieg. Anfang April stieg die Bitcoin-Hashrate erstmals kurzfristig über den Wert von 1 Zetahash (1000 Exahash). Erst im Oktober verzeichnete die Hashrate erneut einen Rekordwert und stieg auf durchschnittliche 1,27 Zetahash pro Sekunde. Das bedeutet: Pro Sekunde wurden durchschnittlich mehr als 1.270.000.000.000.000.000.000 Versuche unternommen, einen gültigen Transaktionsblock zu finden, um die Belohnung – den sogenannten Block-Reward – einzustreichen. Aktuell liegt die Hashrate leicht darunter bei gut 1,15 Zetahash (Stand: 12. Dezember 2025)
Den Block-Reward bekommt ein Miner dafür, dass er die notwendige Energie zur Absicherung des Netzwerks und damit Erzeugung neuer Bitcoin zur Verfügung stellt. Der Block-Reward halbiert sich etwa alle vier Jahre durch das sogenannte Bitcoin-Halving. Aktuell erhalten Miner pro gefundenem Block 3,125 Bitcoin. Diese Belohnung halbiert sich voraussichtlich im Frühjahr 2028 auf 1,5625 Bitcoin.
Die gestiegene Hashrate zeigt, dass die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks derzeit so hoch ist wie nie zuvor. Trotz der jüngsten Verluste des Bitcoin-Kurses und der anhaltenden Panik im Markt wird das Netzwerk also gleichzeitig immer sicherer.
Grundlegendes zum Thema Bitcoin (BTC):
- Bitcoin Mining: Wie funktioniert Bitcoin Mining und wie hoch ist der Energieverbrauch wirklich?
- Proof of Work: „It´s not a bug, it´s a feature” – darum ist PoW für Bitcoin essentiell
- Bitcoin Halving 2028: Wann ist das nächste Bitcoin-Halving?
- Bitcoin Lightning Network: Wie Bitcoin Transaktionen beschleunigen will
- Bitcoin sicher aufbewahren: Wie Sie BTC sicher verwahren
- Seed Phrase sicher aufbewahren: So sichern Sie den Zugang zu Ihrer Bitcoin-Wallet
- Steuern auf Bitcoin und Co.: So versteuern Sie Krypto-Gewinne 2025
Folgt der Bitcoin-Kurs der Hashrate?
Das lässt sich nicht abschließend beantworten. Allerdings gilt die Hashrate als ein Faktor, der Auskunft über den Zustand und über die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks gibt. Sie kann dadurch eine vertrauensbildende Maßnahme sein und den Kurs möglicherweise stützen. Der Kurs ist allerdings zusätzlich von äußeren Faktoren abhängig. So kann es vorkommen, dass die Hashrate steigt, der Bitcoin-Kurs aber zugleich fällt.
Genau das ist derzeit der Fall: Die aktuelle Entwicklung zeigt eine deutliche Entkopplung zwischen Netzwerkstärke und Marktpreis. Während die Hashrate weiter ansteigt und damit signalisiert, dass immer mehr Rechenleistung in das Netzwerk fließt, hat der Bitcoin-Preis in den letzten Wochen spürbar nachgegeben und ist deutlich unter die Marke von 100.000 Dollar gefallen. Eine ähnliche Konstellation wurde zuletzt Ende 2018 beobachtet, als die Hashrate trotz stark fallender Kurse weiter wuchs.
Ein weiteres bezeichnendes Beispiel hierfür war das Miningverbot in China im Mai 2021. Damals mussten lokale Miner, die für etwa die Hälfte der weltweiten Hashrate verantwortlich waren, ihre Aktivitäten einstellen. Dies führte zu einem drastischen Rückgang der Hashrate von 170 Exahash pro Sekunde auf unter 90 Exahash pro Sekunde.
Es dauerte allerdings nur sechs Monate, bis sich die Bitcoin-Hashrate wieder annähernd auf das vorherige Niveau erholt hatte. Die von dem Verbot betroffenen Miner führten ihre Aktivitäten vor allem in den USA fort. Günstiger Strom durch nachhaltige Erzeugung und eine wohlwollende Mining-Regulierung lösten in Texas einen regelrechten Bitcoin-Mining-Boom aus. Dort sind nun einige der größten Mining-Firmen der Welt ansässig.
Das Verbot in China hat das Bitcoin-Netzwerk also nur kurzfristig geschwächt. In den vergangenen Monaten verzeichnete die Bitcoin-Hashrate einen deutlichen Anstieg und liegt heute weit über dem Niveau von vor dem Mining-Verbot in China. Zuletzt stiegt sie im Oktober laut Daten des Analyseportals Bitinfocharts auf den Rekordwert von 1,27 Zetahash pro Sekunde – ein Plus von mehr als 1300 Prozent innerhalb von viereinhalb Jahren.
Umgekehrt gilt: Bei einem hohen Bitcoin-Preis können Miner trotz der Kosten für ihre Ausrüstung und trotz hoher Stromrechnungen erhebliche Gewinne mit Block-Rewards erzielen. Ein gestiegener Kurs dient als Anreiz für weitere Miner, dem Netzwerk beizutreten. Das lässt die Hashrate weiter steigen, weil neue Miner das Bitcoin-Netzwerk durch weitere Rechenleistung absichern. In der Theorie wird dadurch langfristig ein Gleichgewicht zwischen dem Bitcoin-Preis und den Gesamtkosten, die für die Miner entstehen, aufrechterhalten.
Warum steigt die Bitcoin-Hashrate?
Ein Faktor ist der Bitcoin-Preis. Durch den deutlichen Anstieg des Preises in den vergangenen Jahren haben viele Miner ihre Rechenleistung erhöht, um von den höheren Preisen zu profitieren und mehr Bitcoin zu generieren. Es ist also mehr Rechenleistung in das Bitcoin Netzwerk geflossen, was dieses immer besser gegenüber äußeren Angriffen absichert.
Die technologische Entwicklung spielt ebenfalls eine Rolle. Miner investieren kontinuierlich in immer leistungsfähigere und effizientere Hardware, um ihre Rechenleistung zu steigern. Regelmäßig kommen neue Mining-Geräte mit verbessertem Wirkungsgrad und höherer Rechenleistung auf den Markt. Das treibt den Wettbewerb unter den Minern weiter voran – und die Hashrate in die Höhe.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel erschien erstmals im Juni 2023 bei der WirtschaftsWoche. Wir haben ihn aktualisiert und zeigen ihn aufgrund des Leserinteresses erneut.
Lesen Sie auch: Bitcoin-Startpreis: Wie teuer war ein Bitcoin am Anfang?