Fondsgesellschaft Wie die Deutsche Bank die DWS zu Geld machen will

Der Börsengang der Deutsche Asset Management geht in eine heiße Phase mit einem altbekannten Namen, aber internationalen Chefs und einer weiterhin starken Bindung an die Mutter.

Die Deutsche Bank macht ihre Vermögensverwaltung fit für den 2018 geplanten Börsengang. Quelle: REUTERS

Die Deutsche Bank braucht Geld und will Teile ihrer erfolgreichen Vermögensverwaltung an die Börse bringen. Heute präsentiert sich das Führungsteam der Deutsche Asset Management um den Vorstandsvorsitzenden Nicolas Moreau vor Investoren in London. Moreau kam erst vor einem Jahr vom französischen Asset-Manager Axa zur Deutschen Bank. Er muss jetzt die Vorzüge der Vermögensverwaltung des Hauses verkaufen. Immerhin ist das Haus in Deutschland mit 700 Milliarden Euro verwalteten Geldern ein Marktführer, aber global ist es ein Zwerg. Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock verwaltet etwa das Doppelte.

Wie es sich für solche Roadshows gehört, haben die Verantwortlichen ihre Rollen gut geübt: Mit ambitionierten Zielen versuchen sie, Investoren zu locken, aber auch mit einer besonders dynamischen Darstellung – angereichert mit Videobotschaften und mit  vielen Worthülsen.

Dazwischen stecken ein paar wichtige Hinweise für die, die schon jetzt die Fonds der DWS im Depot haben. Moreau bekannte sich klar zur Integrität, „man werde stets im besten Interesse der Kunden handeln“, daran muss sich das Haus weiter messen lassen. Als Treuhänder kann die DWS nicht plötzlich nur noch den Gewinn der Anteilseigner mehren und die Anleger ausnehmen. Letztlich hängt der Erfolg des Hauses auch an der Börse davon ab, ob es die Kunden überzeugt der DWS Geld anzuvertrauen. Moreau stellt deshalb auch heraus, dass die DWS mit guten Ratings und Outperformance ihrer Fonds gegenüber Indizes überzeuge.

Die Vermögensverwaltung der Deutschen Bank

Die Aktionäre werden auch nicht darben müssen. Von den Gewinnen sollen 65 bis 75 Prozent als Dividenden ausgeschüttet werden. Die Kostenrate (Cost-income-ratio) soll auf 65 Prozent sinken. 2016 blieb ein Gewinn vor Steuern von 704 Millionen Euro hängen.  In den ersten neun Monaten 2017 verdiente das Haus schon 597 Millionen Euro und damit 100 Millionen mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum bei Gesamterlösen von 1,8 Milliarden Euro. Die hohen Kurssteigerungen an den Börsen weltweit haben geholfen.

Solange die Börsenstimmung gut bleibt, sollte ein Börsengang kein Problem sind. Doch fallende Kurse würden die Gewinne des Vermögensverwalters direkt belasten, weil das verwaltete Vermögen sinkt und damit auch die prozentual vom Vermögen kassierten Verwaltungsvergütungen und erfolgsorientierten Vergütungen.

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