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Riedls Dax-RadarMit fünf Dax-Favoriten gegen maue US-Börsen

In den USA steigen die Langfristzinsen und die Börse erwartet eine US-Präsidentin Clinton. Im Vorfeld der Präsidentenwahl bieten sich auch deshalb im Dax mehr Chancen als im Dow Jones. Fünf Favoriten-Aktien im Dax.Anton Riedl 28.10.2016 - 12:39 Uhr

Der deutsche Aktienindex Dax zeigt sich robust, scheiterte aber zuletzt an der Hürde bei 10.800 Punkten. Noch ist der Aufwärtstrend intakt.

Foto: REUTERS

In Amerika rückt die Wahlentscheidung näher, und der Dow Jones verliert an Stärke. Obwohl die Chancen Donald Trumps derzeit sinken, kann die Börse davon nicht profitieren. Im Gegenteil: Wichtige defensive Branchen wie die Pharma- und Biotechindustrie werden eher von der Aussicht auf eine Präsidentin Clinton gedämpft.

Seit mehreren Wochen kommt der Dow Jones nicht mehr deutlich weg von dem Bereich knapp über 18.100 Punkten. Streng genommen hat er sogar den seit Februar bestehenden Aufwärtstrend gebrochen. Nur noch 18 der 30 Dow-Werte verlaufen oberhalb ihrer 200-Tage-Linie. Das heißt: Der amerikanische Aktienmarkt ist zwar immer noch in seiner langfristigen Aufwärtsbewegung, doch er gibt Schwächesignale.

Verantwortlich dafür sind vor allem zwei Gründe: Zum einen ist das Wachstum der US-Wirtschaft ziemlich flau geworden. Zum anderen steigen trotzdem die Zinsen am langen Ende. Bei den zehnjährigen Staatsanleihen sind mittlerweile 1,85 Prozent erreicht. Das schiebt auch den Dollar an. Beides dämpft die Aussichten der US-Wirtschaft.

Platz 20: Aktien Venezuela

Die Börse in Caracas ist winzig, nur wenige Aktien sind dort notiert und die Umsätze liegen oft bei nur ein paar tausend Dollar pro Tag. Internationale institutionelle Investoren meiden venezolanische Aktien. Die Inflation im Land galoppiert, der Versorgungsmangel eklatant, die Währung Bolivar ist auf Talfahrt. Anleger, die im Januar 100.000 Euro in den IBC-Index investierten, haben so jetzt nur noch 54.320 Euro. Im Vorjahr hatten sich die Kurse noch mehr als vervierfacht.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten.

Foto: Reuters

Platz 19: Aktien China

Die Wirtschaft in China macht Anlegern seit über einem Jahr Sorgen. Die Börse stürzte entsprechend weiter ab. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandschinas erfasst, brach um 15,6  Prozent ein. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro leicht abwertete blieben Anlegern von 100.000 Euro nur 80.900 Euro übrig.

 

Schlusstand 30.6.2016,  Angaben ohne Transaktionskosten.

Foto: Reuters

Platz 18: Aktien Euro-Zone

Der Jahresauftakt an Europas Börsen war schon ein Horror, dann kam noch das Debakel um den Brexit hinzu. Die Folge: Die Aktien in der Euro-Zone notieren tief im Minus. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in den Leitindex Euro Stoxx 50 investierte, verfügt angesichts des Minus von 12,3 Prozent jetzt nur noch über 87.670 Euro. Am schlimmsten erwischte es dabei Anleger in Italien – der FTSE MIB 100 Index verlor fast ein Viertel seines Wertes.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten.

Foto: REUTERS

Platz 17: Britisches Pfund

Investoren haben die britische Währung nach dem Brexit-Votum regelrecht heruntergeprügelt. Schon vorher litt es deutlich, am Tag nach der Bekanntgabe des Referendums stürzte es dann zum US-Dollar um bis zu knapp 14 Prozent und zum Euro um mehr als acht  Prozent ab. Zur US-Währung liegt das Pfund auf dem niedrigsten Stand seit über 30 Jahren. Zum Euro liegt das Pfund „nur“ auf dem niedrigsten Stand seit rund zwei Jahren. In diesem Jahr wurden aus 100.000 in Pfund angelegten Euro 88.620 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 16: Aktien Deutschland

Auch Aktienanleger in Deutschland hat bislang kein schönes Jahr. Gleich zu Beginn des Jahres stürzte der Leitindex Dax ab. Danach erholte er sich zwar – machte die Verluste vom Jahresanfang aber nie ganz wett. Der Brexit-Schock setzte dem Dax dann erneut zu. Aus 100.000 im Dax investierten Euro sind innerhalb von sechs Monaten nur noch 90.110 Euro geworden.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: AP

Platz 15: Aktien Schweiz

Auch die Aktien der Schweiz gingen auf Talfahrt. Der Franken legte dabei zum Euro nur ganz leicht zu. Im vergangenen Jahr hatte er kräftig aufgewertet, nachdem die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs für den Franken aufgegeben hatte. Von daher machten Anleger mit Franken in diesem Jahr keine Währungsgewinne. Von 100.000 Euro blieben 91.320 Euro übrig.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 14: Aktien Großbritannien

Das Brexit-Votum hat der britische Leitindex rasch verkraftet.  Der Leitindex „Footsie“ war zwar am 24. Juni heftig eingebrochen, holte die kurzfristigen Verluste dann aber wieder auf. Trotzdem sind Experten skeptisch, da wegen des Ausstiegs Großbritanniens aus der EU eine lange Phase der Ungewissheit droht. Dennoch notiert der Footsie auch auf Halbjahressicht 4,2 Prozent im Plus. Da der Euro jedoch zum Pfund kräftig zulegte, machten Euro-Anleger, die ihre Positionen nicht absicherten, einen Verlust von 8,01 Prozent und hatten bei einer Anlagesumme von 100.000 Euro so nur noch 91.990 Euro auf dem Konto.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 13: Aktien Japan

Die Abenomics, das Konjunkturprogramm von Japans Präsidenten Shinzo Abe zieht nicht mehr an der Börse.  Ein Grund dafür ist der starke Yen, der japanische Exporte extrem teuer macht. Die Folge: Japans Leitindex Nikkei 225 ist seit Januar um mehr als 18 Prozent eingebrochen. Ein schwacher Trost für Euro-Anleger: Sie verloren nur 6,23 Prozent und hatten so Ende des ersten Halbjahres von 100.000 in den Nikkei 225 investierten Euro immerhin noch 93.740 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 12: US-Dollar

Der Brexit hat auch dem Euro im Vergleich zum Dollar zugesetzt. Trotzdem hat der Dollar seit Jahresanfang zum Euro leicht verloren. Aus 100.000 in Dollar angelegten Euro wurden so bislang 98.120 Euro. Das schmälert alle Erträge die Anleger mit in Dollar denominierten Anlagen machten. Viele Experten glauben aber, dass die Unsicherheiten über die Zukunft der  Europäischen Union den Dollar zumindest wieder etwas steigen lassen werden.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 11: Aktien USA

Zu Jahresbeginn ging es auch für die großen US-Aktienindizes kräftig nach unten, später erholten sich die Börsen jedoch ­ ­- anders als in Europa wieder deutlich – und steuerten sogar auf neue Jahreshochs zu. Der Brexit verhagelte auch US-Anlegern die Stimmung. Dennoch liegt Leitindex Dow Jones auf Halbjahressicht 2,9 Prozent im Plus. Für Euro-Anleger ist der Gewinn etwas geringer,  aus  100.000 investierten  Euro wurden für sie aber immerhin 100.720 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 10: Aktien Schwellenländer

Die Aktien der Schwellenländer haben sich insgesamt von ihrem Absturz des vergangenen Jahres erholt als der MSCI Index für Emerging Markets noch um 16 Prozent abgestürzt war. Im ersten Halbjahr 2016 legte der auf Dollar lautende Index gut fünf Prozent zu. In Euro gerechnet blieb ein Plus von 3,07 Prozent – aus 100.000 Euro machten Anleger 103.070 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: AP

Platz 9: US-Staatsanleihen

Die Unsicherheit der Investoren hat US-Staatsanleihen Zulauf beschwert Dazu kommt, dass Investoren inzwischen nicht mehr daran glauben, dass die US-Notenbank Fed ihren im Dezember vergangenen Jahres ganz vorsichtig eingeleiteten Zyklus der Leitzinserhöhungen fortsetzt. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in US-Staatsanleihen gesteckt hat, hat jetzt 103.320 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 8: Euro-Unternehmensanleihen

Seit Juni kauft die Europäische Zentralbank (EZB) Euro-Anleihen von Unternehmen abseits der Bankbranche mit guter Bonität. Die Käufe beziehungsweise schon vorher die Erwartung der EZB als neuen großen Investor trieben die Kurse. Gemessen am Index der Bank of America Merrill Lynch verdienten Anleger mit den Firmenbonds 5.350 Euro, wenn sie im Januar 100.000 Euro investierten.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 7: Deutsche Staatsanleihen

Bundesanleihen sorgten im ersten Halbjahr für viel Aufsehen. Die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank, die Niedrigzinsen und die Unsicherheit der Anleger über die wirtschaftliche Entwicklung bescherten den deutschen Staatsanleihen regen Zulauf. Selbst die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe rentiert im Minus, am Tag nach dem Brexit-Entscheid fiel sie auf bis zu minus 0,17 Prozent. Für Anleger, die gleich zu Jahresbeginn 100.000 Euro in deutsche Staatsanleihen investierten machten damit Gewinn aus den minimalen Zinsen und den deutlichen Kurssteigerungen von 6.800 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: AP

Platz 6: Anleihen Schwellenländer

Die Anleihen der Schwellenländer haben sich kräftig erholt. Das liegt auch daran, dass die US-Zinswende stockt und die Renditen der US-Staatsanleihen so deutlich gefallen sind. Außerdem haben sich die Fundamentaldaten in vielen Emerging Markets verbessert. Euro-Anleger machten mit auf Dollar lautenden Staatsanleihen gemessen am Index von JP Morgan einen Gewinn von 10.160 Euro, wenn sie am Jahresanfang 100.000 Euro investierten.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: AP

Platz 5: Gold

Gold glänzte nach einer fünfjährigen Talfahrt wieder. Zum einen sorgte die Unsicherheit der Anleger mit Blick auf die Weltwirtschaft für die Flucht in die Krisenwährung Gold. Zum anderen machen die Negativrenditen vieler Staatsanleihen in der Euro-Zone und in Japan Gold als Anlage erneut attraktiver. Allein im Juni stieg der Goldpreis um 8,5 Prozent. So stark ist er in einem Juni zuletzt im Jahr 1980 gestiegen. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in Gold investierte hat jetzt 122.860 Euro.

 

Schlussstand 30.06.2016 Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 4: Öl

Der Ölpreis fiel zwar bis Ende Januar auf ein Zwölfjahrestief von rund 27 Dollar, setzte dann aber zu einer Rally an und kostet aktuell rund 50 Dollar. „Das liegt vor allem, dass die USA deutlich weniger Öl produzieren“, erklärt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. In Euro gerechnet wurden aus 100.000 am Ölmarkt investierten Euro auf 130.450 Euro.

 

Schlussstand 30.06.2016 Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 3: Sojabohnen

Auftrieb gab es auch bei vielen Agrarrohstoffen, die ebenfalls ihre jahrelange Talfahrt stoppten. Hauptgründe dafür waren Dürren und extreme Wetterlagen, die teils die Ernte bedrohen. Allen voran stieg der in Dollar notierte Preis für Sojabohnen um fast 35 Prozent. Aus 100.000 in den Agrarrohstoff investierten Euro wurden so im ersten Halbjahr 131.800 Euro.

 

Schlussstand 30.06.2016 Angaben ohne Transaktionskosten 

Foto: dpa

Platz 2: Aktien Peru

Die Börse in Peru ist als Überraschungsaufsteiger weit nach vorne gerückt, nachdem die Kurse zuvor fast vier Jahre stetig gefallen waren. Aus 100.000 an der Börse in Lima investierten Euro wurden in diesem Jahr bislang 142.990   Euro. Die US-Bank Goldman Sachs sieht Peru „makrookönomisch in optimaler Verfassung“ mit zunehmenden Wirtschaftswachstum und sinkender Inflation. Allerdings sind die Umsätze an der Börse gering, und dort sind nur wenige Werte notiert.

 

Schlussstand 30.06.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 1: Aktien Brasilien

Der brasilianische Bovespa-Index legte in den ersten sechs Monaten des Jahres  zweistellig zu, nachdem er im Januar noch auf ein Siebenjahrestief gefallen war. Da auch der zuvor unter die Räder gekommene Real deutlich aufwertete machten Anleger die 100.000 Euro in Brasiliens Leitindex investiert haben, daraus im ersten Halbjahr 143.420 Euro. Besser schnitt keine andere Anlage ab. Dabei setzen Anleger nach der Ablösung von Präsidentin Dilma Rousseff auf ein Ende des politischen Stillstands und auf Reformen. Aber: Brasilien steckt nach wie vor in der Rezession, als wirtschaftlich gerechtfertigt, gilt der Börsenaufschwung in dieser Form nicht.

 

Schlussstand 30.06.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

500-Euro-Scheine

Foto: dpa

An der Börse wird derzeit mehrheitlich mit einem Sieg Clintons gerechnet. Viele Marktteilnehmer haben aber auch das Debakel nach dem Brexit im Hinterkopf, schließen also eine Überraschung nicht aus.

Für die Börsen ist es ein Nachteil, dass die Chance auf eine positive Überraschung fehlt. Wenn Clinton gewinnt, ist das eben keine positive Überraschung, allenfalls eine Erleichterung. Wenn aber Trump gewinnt, wird das hektische Reaktionen zufolge haben: Womöglich steigen dann Aktien aus dem Bereichen Rüstung, Infrastruktur und Pharma, während der Markt insgesamt eher nach unten tendiert.

Zinsanpassungen am deutschen Aktienmarkt

Die Unsicherheit in Amerika spüren die Märkte auch hierzulande. Zwar hat der Dax wieder einmal versucht, die Spitzen von August und September bei 10.800 Punkten zu überwinden, ist aber sofort daran abgeprallt. Also, einen Durchmarsch wird es so schnell nicht geben.

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Wie in Amerika wirkt sich als Belastung für den Dax der Zinsanstieg aus. Zweimal, im Juli und Ende September, ging die Umlaufrendite bis auf minus 0,3 Prozent zurück. Zweimal drehte der Zins nun nach oben. Mit minus 0,02 Prozent hat er aktuell das höchste Niveau seit Anfang Juni erreicht. Auch wenn das noch nicht die große Zinswende ist, so macht dies in den nächsten Monaten einen Anstieg bis auf plus 0,2 Prozent möglich. Auf eine solche Entwicklung muss sich der Markt erst einmal einstellen.

Dieser Prozess läuft derzeit im Dax. Zu den großen Favoriten gehören seit einigen Wochen die Allianz und die Münchener Rück, schwach sind im Gegenzug Vonovia (und auch andere Immobilienaktien außerhalb des Dax). Beides sind Begleiterscheinungen der anziehenden Zinsen. Übrigens sind auch im Dow Jones derzeit die Finanzwerte ziemlich stark – wobei in den USA auch die Banken mitziehen, weil die nicht mit solchen Spezialproblemen zu kämpfen haben wie die Deutsche Bank und die Commerzbank hierzulande.

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Von den sieben schwersten Aktien im Dax, sind fünf positiv zu werten:

SAP ist im vollen Schub der Cloud-Geschäfte, bei dem jetzt mit Verzögerung die Erträge hereinkommen. Seit zwei Jahren hat die Aktie ihren großen Aufwärtstrend sogar noch beschleunigt. Kurzfristig wären Rücksetzer in den Bereich bis 75 Euro eine Nachkaufgelegenheit.

Siemens hat mit dem Sprung über 100 Euro eine neue Anstiegsphase eingeleitet. Aktuell läuft eine Rückreaktion, die spätestens im Bereich 97 bis 98 Euro aufgefangen werden sollte. Fundamental ist die Aktie zwar nicht billig, dennoch kommt die Umstrukturierung des Industrieriesen besser voran als befürchtet.

BASF hat sich mit dem Ölpreis gut erholt, könnte aber nach dem jüngsten Anstieg eine Verschnaufpause gebrauchen. Im Bereich zwischen 80 und 75 Euro wäre dann die nächste Einstiegsgelegenheit. Auf die gedämpften Quartalszahlen hat die Börse positiv reagiert. Nach dem verkaufsbedingt schwachen Geschäft 2016 stehen die Zeichen ab 2017 wieder auf Wachstum. Ein schneller Gewinner ist BASF nicht, dafür ein solides, dividendensicheres Industrieinvestment.

Allianz hat den Anstieg über 140 Euro zumindest schon einmal geprobt, könnte aber kurzfristig wieder bis 137/138 Euro abgleiten. Dennoch wirkt sich hier langsam die anziehende Tendenz am Zinsmarkt aus.

Daimler musste jüngst die Prognosen leicht zurücknehmen, die Zahlen selbst aber waren gut. Günstig und rentabel ist die Aktie obendrein. Bei 66 Euro legt die Aktie eine Pause ein, kurzfristig sollte sie nicht unter 62 sinken. In diesem Bereich ist sie interessant für Nachkäufe.

Schwächer als die fünf führenden Favoriten sind die Telekom und vor allem Bayer. Die T-Aktie, die im November vor 20 Jahren an die Börse kam, driftet seit einigen Monaten immer wieder in Richtung 14 Euro ab. In einem insgesamt robusten Gesamtmarkt ist das kein gutes Zeichen. Einer der schwächsten Dax-Werte ist nach wie vor Bayer. An der Börse kommt die Monsanto-Übernahme offensichtlich lange nicht so gut an, wie sich das die Manager in Leverkusen ausmalen.

Fazit für den Dax: Der deutsche Aktienmarkt ist derzeit robuster als der US-Markt. Die Mehrzahl der wichtigen Aktien verläuft in einer guten, aufwärtsgerichteten Entwicklung. Wie erwartet, hat die 200-Tage-Linie nun vor kurzem nach oben gedreht. Das gibt dem Markt einen wichtigen Rückhalt für einen möglichen Ausbruch über 10.800 Punkte. Für eventuelle Nachwahl-Turbulenzen wäre Spielraum nach unten bis etwa 10.200 Zähler, ohne das positive Gesamtszenario zu gefährden.   

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