Großrazzia in Georgia: Trump reagiert auf Razzia bei Hyundai: Konzerne sollten US-Arbeiter einstellen
Nach der Razzia in einem Werk des südkoreanischen Autobauers Hyundai in den USA hat Präsident Donald Trump ausländische Unternehmen zur Einhaltung der US-Einwanderungsgesetze ermahnt. Zudem müssten sie amerikanische Arbeitskräfte einstellen und ausbilden, schrieb der Republikaner am Sonntag auf seiner Online-Plattform Truth Social. „Ihre Investitionen sind willkommen, und wir ermutigen Sie, Ihre sehr klugen Leute mit großem technischen Talent LEGAL mitzubringen, um Weltklasse-Produkte zu bauen“, erklärte Trump. „Was wir im Gegenzug verlangen, ist, dass Sie amerikanische Arbeiter einstellen und ausbilden.“
Bei einer Großrazzia am späten Donnerstagabend (Ortszeit) im Bundesstaat Georgia waren etwa 475 Arbeiter bei einem der größten Bauprojekte des südkoreanischen Autokonzerns Hyundai Motor festgenommen worden, hatten die US-Behörden am Freitag mitgeteilt. Der zuständige Sonderermittler Steven Schrank sagte, bei den meisten von ihnen handle es sich um Staatsbürger Südkoreas.
Kurz vor seiner Veröffentlichung auf Truth Social hatte Trump Reportern gesagt, er werde sich den Vorfall ansehen. Sein Verhältnis zu Südkorea sei dadurch jedoch nicht beeinträchtigt. Er brachte zudem die Möglichkeit ins Spiel, ausländischen Produktionsexperten die Einreise zu gestatten, damit diese US-Arbeitskräfte ausbilden könnten.
Südkorea lässt die Staatsbürger, die die US-Einwanderungsbehörde auf der Hyundai-Baustelle verhaften ließ, per Charterflug zurückfliegen. Die US-Regierung sowie Südkorea haben sich am Sonntag auf eine Freilassung geeinigt. Sobald sämtliche administrativen Schritte erledigt seien, sollten die Arbeiter in ihre Heimat zurückkehren können, teilte der Stab des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung mit.
Dem US-Heimatschutzministerium zufolge handelte es sich um die größte Razzia an einem einzigen Standort in der Geschichte der Behörde. Sie ist Teil des von US-Präsident Donald Trump verschärften Vorgehens gegen Einwanderer. Das Hyundai-Werk ist laut Vertretern des Staates Georgia das größte Wirtschaftsentwicklungsprojekt der Region.
Die geplante Batteriefabrik ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Hyundai Motor und dem südkoreanischen Batteriehersteller LG Energy Solution (LGES). Das Werk ist für eine Massenproduktion von E-Autos ausgelegt, jährlich sollen eine halbe Million Fahrzeuge vom Band laufen. Der Grundstein für das Areal Hyundai Motor Group Metaplant America war 2022 gelegt worden. Seit vorigem Herbst wird dort Modell Ioniq 5 gefertigt. In den kommenden Jahren sollen 8500 neue Jobs in dem Werk entstehen. Nach Angaben von LGES sollte eigentlich Ende des Jahres der Betrieb in der neuen Halle aufgenommen werden.
Man arbeite uneingeschränkt mit den Behörden zusammen, versicherte ein Hyundai-Sprecher. Die Produktion von Elektrofahrzeugen auf dem weitläufigen Gelände sei nicht betroffen.
Trump plant Südkorea-Reise
Die neue Fabrik ist Teil von Investitionen in Höhe von 12,6 Milliarden Dollar, die Hyundai in Georgia tätigt. Hyundai hatte vor wenigen Monaten sogar angekündigt, bis 2028 weitere 21 Milliarden Dollar in den USA investieren zu wollen. Das Vorgehen der US-Behörden könnte daher die Spannungen zwischen Seoul und Washington verstärken.
Die Regierungen handeln derzeit die Details eines Zollabkommens aus, bei dem es um Investitionen von insgesamt 350 Milliarden Dollar geht. „Das war kein Einwanderungseinsatz, bei dem Beamte das Gelände betraten, Leute zusammentrieben und in Busse setzten“, sagte Schrank vor der Presse. Die Ermittlungen hätten mehrere Monate gedauert. US-Präsident Donald Trump unterstützte die Festnahmen. Am Freitag sagte er im Oval Office: „Sie waren illegale Eindringlinge und die Zollbehörde hat nur ihren Job gemacht.“
Den festgenommenen Arbeitern war nach Angaben des Heimatschutzministeriums die Arbeit in den USA untersagt, da sie illegal die Grenze überquert oder ihre Visa überzogen hätten. Die Baustelle sei von einem Netzwerk von Subunternehmern betrieben worden, sagte Schrank. Hyundai Motor teilte mit, keiner der Festgenommenen sei direkt bei dem Autobauer angestellt. Das Unternehmen halte sich „an alle Gesetze und Vorschriften, wo immer wir tätig sind“.
Am Sonntag hatte eine Gruppe von südkoreanischen Abgeordneten die US-Regierung aufgefordert, die inhaftierten Staatsbürger angemessen zu behandeln, wie „Bloomberg“ berichtete. Wenn die USA ernsthaft Investitionen südkoreanischer Unternehmen gewinnen wollten, hätte es zu einer derart großangelegten Inhaftierung koreanischer Staatsbürger nicht kommen dürfen, hieß es weiter.
Trump bereite indes eine Reise nach Südkorea vor, wo im Herbst ein Treffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft stattfinden soll, so „CNN“.
Lesen Sie auch: Das deutsche Autowunder