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US-Autozölle EU will mit Zöllen auf Tesla zurückschlagen

Exklusiv
Quelle: REUTERS

Der Streit um mögliche US-Sonderzölle auf Autos aus der EU schwelt weiter. Nun bereitet die Europäische Union Gegenmaßnahmen vor. Unter anderem davon betroffen: E-Auto-Pionier Tesla.

Sollte US-Präsident Donald Trump Einfuhrzölle auf Pkw beschließen, will die EU mit Zöllen auf die Elektroautos des US-Herstellers Tesla zurückschlagen. „Die Elektroautos von Tesla stehen auf der Liste der EU-Gegenmaßnahmen“, erfuhr die WirtschaftsWoche aus EU-Kreisen. Die Liste umfasst Importe aus den USA im Wert von 20 Milliarden Euro.

Neu sind solche Gegenmaßnahmen nicht: Als die USA im vergangenen Jahr einen Strafzoll auf Stahl und Aluminium verhängten, reagierte die EU mit Zöllen auf Produkte mit Symbolkraft wie die Motorräder von Harley-Davidson und Bourbon Whiskey.

Auch diesmal haben EU-Beamte die US-Importe nach Produkten mit Wiedererkennungswert abgesucht. Die EU-Kommission hält die Liste bisher unter Verschluss.

Das US-Handelsministerium wird seinen Bericht zur Untersuchung der Autoimporte bis spätestens Sonntag vorlegen. EU-Kreisen zufolge wird das US-Handelsministerium Trump drei Optionen empfehlen: Einen Zoll von 25 Prozent wie bei Stahl; einen Zoll von zehn Prozent, wie ihn die EU auf Pkw erhebt und einen Zoll auf E-Autos und ihre Komponenten. Trump hat 90 Tage Zeit, um eine Entscheidung zu treffen. Über die Optionen hatte die WirtschaftsWoche in der vergangenen Woche exklusiv berichtet.

Für Trumps Umfeld haben Zölle auf Autos keine Priorität wie das etwa bei den Aufschlägen auf Stahl der Fall war. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer beriet als Anwalt über drei Jahrzehnte Stahlunternehmen und nannte die Abwehr von Stahlimporten von seinem Amtsantritt an als erklärtes Ziel. Er gilt nicht als starker Befürworter von Autozöllen.

Präsident Trump wird die abschließende Entscheidung über Pkw-Zölle vermutlich aber alleine fällen. Von ihm ist bekannt, dass er sich an der starken Präsenz deutscher Premium-Marken in den USA stört. Zudem kann er die Autozölle nutzen, um die Europäer zu Zugeständnissen bei Agrargütern zu bewegen. Bisher schottet die EU ihren Markt für Agrar- und Lebensmittelprodukte weitaus stärker ab als die USA.

Die EU exportiert doppelt so viele Produkte in die USA als umgekehrt. Die EU verzeichnet einen Handelsüberschuss in dieser Sparte von elf Milliarden Euro im Jahr. Die EU will bei den möglichen Freihandelsgesprächen mit den USA das Thema Agrar ausklammern, was den Amerikanern missfällt.

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