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US-Präsident in Athen"Trump und ich könnten nicht unterschiedlicher sein"

Der scheidende US-Präsident nutzt seine letzte Rede in Europa für ein Bekenntnis zur Demokratie - und um die Sorgen vor seinem Nachfolger zu nehmen. Auch unter Trump werde Amerika weiter zur Nato stehen. 16.11.2016 - 15:13 Uhr aktualisiert
Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat bei seiner letzten Rede in Europa den Wert der Demokratie als Staatsform betont.

In seiner letzten großen Rede außerhalb der USA hat der scheidende US-Präsident Barack Obama ein leidenschaftliches Bekenntnis zu den Prinzipien der Demokratie abgelegt. Unter tosendem Applaus beschwor er in Athen - „der Wiege der Demokratie“ - Errungenschaften wie Religionsfreiheit, Gewaltenteilung und Menschenrechte.

„Die frühesten Formen der Demokratie in Athen waren weit davon entfernt, perfekt zu sein, genauso wie die frühesten Formen der amerikanischen Demokratie nicht perfekt waren“, sagte Obama am Mittwoch an historischer Stätte in Athen. Dennoch sei die Regentschaft des Volkes unersetzbar. Die Geschichte zeige, dass Länder mit demokratischer Führung gerechter, stabiler und erfolgreicher seien.

Obama wurde nach seinem Griechenlandbesuch am frühen Mittwochabend in Berlin erwartet. Dort trifft er Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits am Mittwochabend zu bilateralen Gesprächen. Die Kanzlerin komme zum Abendessen mit Obama ins Hotel Adlon, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Wirtschaft im Weitwinkel

Müssen wir uns wegen Trump Sorgen machen?

von Stefan Bielmeier

Am Donnerstag will Obama mit Merkel über die Herausforderungen der künftigen transatlantischen Beziehungen unter dem designierten Präsidenten Donald Trump beraten. Für Freitag ist in Berlin ein Spitzentreffen mit europäischen Staats- und Regierungschefs geplant.

„Der nächste US-Präsident und ich könnten unterschiedlicher nicht sein“, sagte Obama. „Aber wir haben eine Tradition, dass der scheidende Präsident den neuen willkommen heißt und das habe ich letzte Woche getan“, betonte er. Die Grundpfeiler der Demokratie und eine offene Debatte müssten aufrechterhalten werden. „Dann sind wir auch okay“, sagte Obama.

Darum hat Trump gewonnen
Clinton schnitt trotz Trumps frauenfeindlicher Äußerungen in der Wählergruppe deutlich schwächer ab als im Vorfeld erwartet. Zwar erhielt sie von Frauen zwischen 18 und 34 Jahren deutlich mehr Unterstützung als Trump, insgesamt aber betrug ihr Vorsprung bei Frauen mit 49 Prozent nur zwei Prozentpunkte. Zum Vergleich: Der scheidende Präsident Barack Obama schnitt 2012 bei Frauen sieben Prozentpunkte besser ab als sein damaliger Herausforderer.
Clinton kam Umfragen zufolge deutlich besser bei Amerikanern mit spanischen Wurzeln, Afroamerikanern, und Amerikanern mit asiatischen Wurzeln an. Allerdings erhielt sie nicht so viel Rückhalt wie Obama vor vier Jahren, der seine Wiederwahl besonders den Stimmen der Minderheiten verdankte.
Trump punktete besonders bei Wählern ohne College-Ausbildung. Insgesamt betrug sein Vorsprung auf Clinton in dieser Gruppe zwölf Prozentpunkte. Bei weißen Männern ohne höheren Bildungsabschluss schnitt er sogar um 31 Prozentpunkte besser ab, bei weißen Frauen ohne Abschluss waren es 27 Prozentpunkte.
Streng gläubige weiße Amerikaner haben Trump die Treue gehalten - trotz der sexuellen Missbrauchsvorwürfe, die gegen den Milliardär im Wahlkampf erhoben wurden. Etwa 76 Prozent der Evangelikalen gaben an, für Trump gestimmt zu haben.
Clinton tat sich in Ballungsräumen schwer, obwohl dort in der Regel viele Anhänger der Demokraten leben. Ihr Vorsprung auf Trump betrug dort gerade einmal sechs Prozentpunkte. In ländlichen Regionen schnitt Trump dagegen um 27 Prozentpunkte besser ab.

Obama zeigte sich außerdem optimistisch, dass die USA auch unter seinem Nachfolger Donald Trump zu ihren Bündnisverpflichtungen in der Nato stehen werden.

"Ich bin zuversichtlich, dass so, wie Amerikas Bekenntnis zur transatlantischen Allianz sieben Jahrzehnte gehalten hat - unter demokratischen und republikanischen Präsidenten - dass dieses Bekenntnis auch in Zukunft gelten wird", sagte der scheidende Präsident am Mittwoch bei einer Rede in Athen. "Das gilt auch für unser Versprechen und unsere Bündnisverpflichtung, jeden Verbündeten zu verteidigen."

Die USA hätten in den vergangenen Jahren viel in die Nato investiert und die Zahl der US-Truppen in Europa verstärkt, sagte Obama. "Heute ist die Nato - die größte Allianz der Welt - stärker und besser vorbereitet als je." Die besten Freunde der USA seien Demokratien, da diese Staatsform gerechter, stabiler und erfolgreicher sei als andere. "Wir stehen zusammen in der Nato, einer Allianz von Demokratien", bekräftigte Obama, der am Abend in Berlin erwartet wird.

Künftiger US-Präsident

Trump kommt nicht recht in Tritt

Trump hat angekündigt, die Beziehungen seines Landes zu Russland rasch verbessern zu wollen. Im Wahlkampf hatte der Milliardär gedroht, die Verbündeten in Europa im Stich zu lassen, falls sie nicht genug für ihre Verteidigung ausgeben. Er drohte auch mit dem Abzug der verblieben US-Truppen aus Europa, wenn die Europäer nicht mehr für den Schutz durch die Amerikaner bezahlten.

Trump sorgte damit vor allem in den baltischen Staaten für Unruhe, die russische Übergriffe auf ihr Territorium nach dem Muster der Ukraine befürchten. Nach dem Ende des Kalten Krieges hatten die europäischen Staaten ihre Wehrausgaben drastisch gekürzt. Erst seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland 2014 kehrt sich dieser Trend langsam wieder um. Auch Deutschland erhöht seinen Wehretat seit einiger Zeit wieder.

10. November 2008: Der damalige US-Präsident George W. Bush (l) empfängt seinen Nachfolger Barack Obama (r).

Foto: dpa

Nach der offiziellen Antrittsrede am 20. Januar 2009 umarmt der ehemalige US-Präsident George W. Bush seinen Nachfolger. Barack Obama wird der 44. Präsident der Vereinigten Staaten.

Foto: REUTERS

Der erste volle Arbeitstag des neu gewählten Präsidenten Barack Obama bricht an. Im Oval Office trifft er den Stabschef des Weißes Hauses, Rahm Emanuel. Seine erste Amtshandlung: Die Aussetzung der Strafverfolgung in dem US-Gefangenenlager Guantanamo.

Foto: dpa

Obamas Amtseinführung.

Foto: dpa

Sportlich ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten. Hier bei einem Baseball-Spiel 2009.

Foto: AP

In seiner Heimat Hawaii tankt Obama regelmäßig Kraft. Und sein Körper kann sich durchaus sehen lassen. Das zumindest geht aus der Berichterstattung des Washingtonian hervor. In der Mai-Ausgabe von 2008 titelte das Magazin: "Unser neuer Nachbar ist heiß".

Foto: AP

Und passionierter Golfer ist er auch (Dezember 2009).

Foto: AP

Wo geht´s lang? In der amerikanischen Politik hat Obama als Präsident das Sagen - Familienhund Bo sieht das allerdings anders. (April 2009)

Foto: AP

Auch Präsidenten staunen: Obama schaut sich interessiert die Sultan-Hassan-Moschee in Kairo an (Juni 2009).

Foto: AP

Obama nachdenklich im Oktober 2009.

Foto: dpa

Obama im November 2009.

Foto: AP

Obama ist noch nicht ganz ein Jahr lang im Amt (November 2009), da erhält er den Friedensnobelpreis für seine „außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken“. Angesichts der Kriege, in denen Amerika sich zum Teil etwa mit unbemannten Drohnen engagiert, eine umstrittene Entscheidung.

Foto: WirtschaftsWoche

Angela Merkel und Barack Obama im Weißen Haus 2009.

Foto: REUTERS

Der erste Papst in Obamas Amtszeit: Das Präsidentenpaar trifft Benedikt XVI (m).

Foto: dpa

Der mächtigste Mann der Welt verbeugt sich tief - vor dem japanischen Kaiser Akihito und seiner Frau Michiko 2009.

Foto: REUTERS

Das Präsidentenpaar küsst sich auf der Andrews Air Force Base, nachdem beide von verschiedenen Reisen zurückgekehrt sind (2010).

Foto: REUTERS

Auch ein US-Präsident lässt es sich mal gut gehen, wie das Foto beweist. Aufgenommen wurde es im Juni 2011 in Toledo, Ohio.

Foto: AP

Das Bild ging um die Welt: Vizepräsident Joe Biden (l), Obama (2. v. l.), Hillary Clinton (2. v. r.) und weitere ranghohe Mitglieder der Nationalen Sicherheit verfolgen die Mission "Operation Neptune’s Spear", bei der Mitglieder einer Navy-Seals-Spezialeinheit den Al-Qaida-Anführer Osama bin Laden töteten. (2011)

Foto: REUTERS

Michelle Obama liest im Dezember Kindern im Children's National Medical Center etwas vor. Eine der umstrittensten und gleichzeitig erfolgreichsten Projekte Obamas war die Gesundheitsreform Obamacare.

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2013 spricht Obama am Brandenburger Tor.

Foto: AP

Auch bei Katastrophen ist Barack Obama während seiner Amtszeit stets schnell zur Stelle. Hier umarmt er eine Schulbeamtin der Plaza Tower Elementary School, als er die Verwüstung sieht, die durch den schweren Tornado im Mai 2013 verursacht wurden.

Foto: AP

Ein Mann des Volkes

Obama besucht Anfang März 2014 eine Grundschule in Washington, um eine Ausweitung der Steuergutschriften für die amerikanische Mittelklasse und Erwerbsarme anzuregen. Dieser Vorschlag soll den Demokraten als Vorlage für die anstehenden US-Kongresswahlen dienen.

Foto: REUTERS

Im März 2014 telefoniert Obama mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Eskalation in der Ukraine-Krise.

Foto: WirtschaftsWoche

Besuch vom Dalai Lama bekam Obama 2014.

Foto: WirtschaftsWoche

Ein zweiter Heiliger Vater in Obamas Amtszeit: Das Präsidentenpaar verabschiedet Papst Franziskus.

Foto: dpa

Von einem Hundeleben können Bo und Sunny nur träumen. Die portugiesischen Wasserhunde sind beliebte Repräsentanten des Weißen Hauses. Sie sind mittlerweile so gefragt, dass sie nach einem festen Terminplan leben - genauso wie der Präsident höchstpersönlich. Auf diesem Foto vom 27. November 2015 wird First Lady Michelle Obama von ihren Hunden gezogen, nachdem sie den Weihnachtsbaum ins Weiße Haus gebracht hat.

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Obama 2016 bei einer allem Anschein nach gepflegten Konversation mit dem britischen Prinzen George (in Anwesenheit von Michelle Obama und Prinz William).

Foto: AP

Großer Mann, kleine Freuden: Auf der diesjährigen Wissenschaftsmesse im Weißen Haus probiert Obama einen Seifenblasen-Zauberstab aus, den der 9-Jährige Jacob Leggette mit einem 3D-Drucker gestaltet hat.

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2016: Eine Träne im Auge des Präsidenten während einer Rede anlässlich der Schießerei an der Sandy-Hook-Grundschule im Jahr 2012. Obamas Bemühungen um schärfere Waffengesetze scheiterten größtenteils.

Foto: AP

Süßes oder Saures: An Halloween verteilt Präsident Obama zusammen mit First Lady Michelle Obama vor dem Weißen Haus Leckereien an Kinder von Soldatenfamilien.

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Auch ein kleiner, als Barack Obama verkleideter Junge ist bei dem Halloween-Event dabei.

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Auch für Selfies ist sich Obama offensichtlich nicht zu schade. Anfang November posiert er im Rahmen seiner Kampagnenarbeit für die demokratische Kandidatin Hillary Clinton mit der elf Monate alten Brooks Breitwieser in dem heiß umkämpften US-Staat Ohio.

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10. November 2016: Obama empfängt seinen Nachfolger Donald Trump.

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Auch Michelle Obama (r) trifft ihre Nachfolgerin Melania Trump im Weißen Haus.

Foto: WirtschaftsWoche

Die Gespräche im Oval Office sollen zu einer reibungslosen Übergabe der Macht führen. Geschmeidigkeit sieht allerdings anders aus...

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