US-Wahl 2024: So soll Donald Trumps Regierungsteam aussehen
Donald Trump and Senator Marco Rubio. Rubio wird Trumps neuer Außenminister.
Foto: REUTERSHardliner und loyale Gefolgsleute: Donald Trump hat bereits entschieden, wen er als US-Präsident in mächtigen Positionen an seiner Seite haben will. Viele davon, etwa Minister, müssen noch vom Senat bestätigt werden. Vorher geht ein geschäftsführendes Kabinett an den Start.
Bei seinen Wunschkandidaten scheint Loyalität die Schlüsselqualifikation zu sein, aber auch die Fernsehtauglichkeit. Ein Überblick.
Pete Hegseth: Ein TV-Moderator als Verteidigungsminister
Pete Hegseth hat bis auf eine erfolglose Bewerbung für einen Sitz im US-Senat keine politische Erfahrung. Jetzt wird der umstrittene Kandidat das höchste Amt im US-Militär bekleiden.
Der US-Senat hat Hegseth für das Amt des Verteidigungsministers knapp bestätigt. Der 44-jährige erhielt bei der Abstimmung im Senat 50 Prozent der Senatorenstimmen. Die Hälfte der Senatoren, darunter alle Demokraten und Unabhängigen, aber auch drei Republikaner, hatte gegen ihn gestimmt.
Vizepräsident J.D. Vance betrat daraufhin den Saal um das Patt in seiner Funktion als Präsident des Senats zu brechen. Pete Hegseth ist ein ehemaliger Fox News-Moderator und ausgezeichneter Kriegsveteran. Er hat die "Wiederherstellung einer Kriegermentalität" im US-Militär versprochen. US-Präsident Donald Trump hatte vor der Abstimmung starken Druck auf seine republikanischen Senatoren ausgeübt.
Hegseth hat in der Vergangenheit Initiativen zur Förderung von Vielfalt, Gleichberechtigung und Integration im Militär scharf kritisiert. In seinem jüngsten Buch stellte er die Frage, ob der oberste US-General seine Position innehabe, weil er schwarz ist. Hegseth wollte während seines Bestätigungsverfahrens wiederholt nicht ausschließen, dass es unter seiner Führung Massenentlassungen unter den obersten Militärs geben werde, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hatte.
Marco Rubio: Ein Karrierist als Außenminister
Trump lobt den republikanischen Senator Marco Rubio aus Florida als einen „starken Fürsprecher“ für die USA, einen „wahren Freund der Verbündeten“ und „einen furchtlosen Krieger, der vor Gegnern niemals zurückschrecken wird“. Der 53-Jährige ist seit 2011 im US-Senat und hat schon in jungen Jahren Karriere in der Politik gemacht. 2016 versuchte der ehrgeizige Jurist erfolglos, Präsidentschaftskandidat zu werden. Der Republikaner scheiterte im Vorwahlkampf gegen Trump, der ihn damals mit Schmähungen bedachte.
Als Außenminister bekam er die Unterstützung aller Senatoren. Das Votum für den über die Parteigrenzen anerkannten bisherigen Senator aus Florida fiel mit 99 zu 0 einstimmig aus.
Rubio ist eine der Trump-Nominierungen, die nicht als kontrovers wahrgenommen werden. Die Bundesregierung sieht angesichts seiner Positionen Schnittmengen bei den Themen China, der europäischen Sicherheit und auch in Bezug auf den Ukraine-Krieg. Zuletzt hatte Rubio aber gegen milliardenschwere Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine gestimmt.
Pam Bondi: Plan B für das Justizministerium
Die ehemalige Generalstaatsanwältin von Florida, Pam Bondi, ist als Justizministerin vorgesehen. Trump wollte ursprünglich den umstrittenen Kongressabgeordneten Matt Gaetz für den Posten, der verzichtete jedoch letztlich auf das Amt, nachdem es nicht nur Zweifel an dessen juristischer Expertise gegeben hatte. Seine Nominierung wurde vor allem von Vorwürfen torpediert, er habe Sex mit einer Minderjährigen gehabt und Drogen konsumiert.
Bondi ist eine erfahrene Staatsanwältin. Die 59-Jährige ist schon länger als Trumps Unterstützerin aktiv und stand dem damaligen Präsidenten etwa im ersten Amtsenthebungsverfahren 2019 zur Seite. Trumps Rhetorik hat sie sich zu eigen gemacht: Sie werde Amerika wieder sicher machen und das Justizministerium nicht länger als Waffe instrumentalisieren.
Marco Rubio ist neuer Außenminister der USA. Der neue Vizepräsident J.D. Vance vereidigte den früheren Senator aus Florida am 21. Januar für das Amt des Chefdiplomaten des Landes. Damit ist Rubio der erste aus dem neuen geplanten Kabinett von Präsident Donald Trump, der seinen Posten angetreten hat.
Der Republikaner Rubio sagte, oberste Priorität für Trump habe es, die Interessen des Landes voranzutreiben. Jede Maßnahme, die von Regierung und dem US-Außenministerium ergriffen werde, müsse die USA stärker, sicherer oder wohlhabender machen. „Wenn es keine dieser drei Sachen tut, werden wir es nicht tun“, sagte Rubio.
Richard Grenell, ehemaliger US-Botschafter in Deutschland, soll in Venezuela und Nordkorea „für Frieden durch Stärke kämpfen".
Foto: Susan Walsh/AP/dpaKari Lake soll den Auslandsrundfunk „Voice of America“ leiten.
Foto: imago imagesKimberly Guilfoyle war mit Don Jr., dem ältesten Sohn Trumps, verlobt. Nach der Trennung soll sie Botschafterin in Griechenland werden.
Foto: imago imagesAlina Habba soll Präsidentenberaterin werden.
Foto: APDer rechtsgerichtete Risikokapitalgeber David Sacks wird Regierungsbeauftragter für Künstliche Intelligenz und Kryptowährungen.
Foto: REUTERSDavid Perdue, ein Republikaner aus Georgia, der von 2015 bis 2021 dem Senat angehörte, lebte während seiner 40-jährigen Karriere als Führungskraft in der Wirtschaft auch in Hongkong. Unter Trump soll er US-Botschafter in China werden.
Foto: APDer designierte US-Präsident Donald Trump will den Finanzunternehmer Paul Atkins als neuen Chef der US- Börsenaufsicht SEC nominieren. „Paul ist ein bewährter Verfechter vernünftiger Vorschriften“, schrieb Trump. Er wisse, dass digitale Vermögenswerte und andere Innovationen entscheidend seien, um Amerika großartiger zu machen als je zuvor. Atkins gilt als Unterstützer von Kryptowährungen.
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Massad Boulos: Der Schwiegervater von Trumps jüngster Tochter Tiffany soll Berater des Präsidenten für die arabischen Länder und den Nahen Osten werden.
Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpaKash Patel: Ein ehemaliger Berater des Direktors des Nationalen Geheimdienstes und des Verteidigungsministers während Trumps erster Amtszeit soll FBI-Chef werden.
Foto: José Luis Villegas/AP/dpaCharles Kushner: Der Schwiegervater von Ivanka Trump soll US-Botschafter in Frankreich werden.
Foto: John Minchillo/={sum}#4=/AP/dpaKeith Kellogg: Der pensionierte Generalleutnant war während Trumps erster Amtszeit von 2017 bis 2021 als Stabschef im nationalen Sicherheitsrat tätig, zudem war er Sicherheitsberater des damaligen Vizepräsidenten Mike Pence. Er wurde von Trump zum Sondergesandten für die Ukraine und Russland nominiert.
Foto: imago imagesJamieson Greer: Er war während Trumps erster Amtszeit Stabschef des damaligen US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer. Er soll das Amt des US-Handelsbeauftragten übernehmen.
Foto: REUTERSKevin Hassett: Der Wirtschaftswissenschaftler soll Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats des Weißen Hauses werden.
Foto: APBrooke Rollins: Die Leiterin eines Thinktanks soll Agrarministerin werden.
Foto: imago imagesScott Bessent: Der Hedgefonds-Manager soll Finanzminister werden.
Foto: Dominic Gwinn/ZUMA Press Wire/dpPam Bondi: Die Generalstaatsanwältin soll Justizministerin werden.
Foto: imago imagesPete Hegseth: Der TV-Moderator bei Fox News wird Verteidigungsminister.
Foto: imago imagesSean Duffy: Der TV-Moderator und ehemalige Kongressabgeordnete soll Verkehrsminister werden.
Foto: ReutersElon Musk: Zusammen mit Vivek Ramaswamy soll er die neue Behörde „Department of Government Efficiency“ leiten.
Foto: Brandon Bell/Getty Images NorthJohn Thune: Der US-Senator aus South Dakota soll Mehrheitsführer in der Kongresskammer werden, wurde aber nicht von Donald Trump, sondern von seiner Partei nominiert.
Foto: REUTERSKristi Noem: Die Gouverneurin von South Dakota soll das Heimatschutzministerium führen.
Foto: imago imagesJohn Ratcliffe: Der langjährige Weggefährte und ehemalige Kongressabgeordnete soll CIA-Chef werden.
Foto: imago imagesStephen Miller: Er soll soll der stellvertretender Stabschef und Heimatschutz-Berater werden.
Foto: imago imagesTom Homan: Der ehemalige Chef der Behöre ICE soll „Grenz-Zar“ werden.
Foto: imago imagesMike Waltz: Der Abgeordnete soll Nationaler Sicherheitsberater werden.
Foto: REUTERSElise Stefanik: Die Abgeordnete soll UN-Botschafterin werden.
Foto: imago imagesLee Zeldin: Der Republikaner soll Chef der US-Umweltbehörde EPA werden.
Foto: imago imagesSusie Wiles: Die Strippenzieherin soll Stabschefin im Weißen Haus werden.
Foto: REUTERSDoug Burgum: Der Gouverneur des Bundesstaates North Dakota soll Innenminister werden.
Foto: APTulsi Gabbard: Die ehemalige Kongressabgeordnete soll US-Geheimdienstkoordinatorin werden.
Foto: imago imagesRobert F. Kennedy: Der ehemalige parteilose Präsidentschaftsbewerber und Impfgegner soll Gesundheitsminister werden.
Foto: Evan Vucci/AP/dpaKaroline Leavitt: Die Wahlkampfhelferin soll Pressesprecherin des Weißen Hauses werden.
Foto: APChris Wright: Der CEO des US-Öldienstleisters Liberty Energy soll Energieminister werden.
Foto: APHoward Lutnick: Der Cantor-Fitzgerald-Chef soll Handelsminister werden.
Foto: REUTERSLinda McMahon: Die ehemalige Wrestling-Unternehmerin soll Bildungsministerin werden.
Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpaMehmet Oz: Der TV-Arzt soll Chef der Gesundheitssysteme Medicare und Medicaid werden.
Foto: imago imagesMatthew Whitaker: Der Jurist und Ex-Justizminister soll Nato-Botschafter werden.
Foto: imago imagesScott Bessent: Ein Hedgefonds-Manager als Finanzminister
Der 62-jährige Investor Scott Bessent ist Gründer des Hedgefonds Key Square Group. Er war zuvor Chief Investment Officer von George Soros' Soros Fund Management und gilt als Experte für globale Makroinvestitionen. In der neuen Rolle wird er unter anderem einen Weg finden müssen, Trumps Wahlkampf-Versprechen wie Steuersenkungen und neue Importzölle umzusetzen.
Einige Wirtschaftsexperten hatten kritisiert, die Pläne würden zu höheren Preisen für US-Verbraucher führen und den Staatshaushalt belasten. Bessent hatte die Vorschläge in den vergangenen Monaten verteidigt.
Robert F. Kennedy Jr.: Ein Impfgegner als Gesundheitsminister
Als Gesundheitsminister will Trump den früheren parteilosen Präsidentschaftsbewerber und erklärten Impfgegner Robert F. Kennedy Jr. Er werde „die Epidemie chronischer Krankheiten“ beenden und Amerika wieder gesund machen, teilte Trump mit. Kennedy war bei der Präsidentschaftswahl als unabhängiger Bewerber angetreten, zog seine aussichtslose Kandidatur dann aber zurück und wechselte ins Trump-Lager.
Der 71-Jährige stammt aus der prominenten Kennedy-Familie. Er war jahrzehntelang Demokrat, entfernte sich aber zunehmend von der Partei. Kritisiert wird er wegen der Verbreitung von Verschwörungstheorien und Kontakten zu rechtsextremen Politikern.
Kristi Noem: Umstrittene Gouverneurin als Heimatschutzministerin
Die Gouverneurin von South Dakota, Kristi Noem, ist eine überzeugte Unterstützerin Trumps. Im Heimatschutzministerium hätte die 53-Jährige eine maßgebliche Rolle bei dem von Trump geplanten „größten Abschiebeprogramm in der amerikanischen Geschichte“. Das Ressort ist für die Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden zuständig und Trump hat Massenabschiebungen als eine Priorität seiner Amtszeit ausgerufen. Noem bezeichnete die Situation an der Südgrenze zu Mexiko zuletzt als „Kriegsgebiet“.
Die Republikanerin war zeitweise als seine Vizekandidatin im Gespräch, doch ihre Memoiren handelten ihr negative Schlagzeilen ein: Darin beschrieb sie, wie sie ihre junge Hündin Cricket erschoss, weil diese sich nicht zum Jagdhund eignete. Später erklärte sie, dies zeige ihre Bereitschaft zu harten Entscheidungen.
Linda McMahon: Wrestling-Unternehmerin als Bildungsministerin
Linda McMahon ist Mitgründerin des Medien-Imperiums World Wrestling Entertainment (WWE). In Trumps erster Amtszeit leitete sie die US-Bundesbehörde zur Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen; davor hatte sie erfolglos versucht, in den US-Senat gewählt zu werden.
Die 76-Jährige war nun in dem Team, das Trumps Amtsübernahme vorbereitete. Sie hat eine langjährige persönliche Verbindung zum Präsidenten, der als großer Fan von Wrestling und Kampfsport gilt. Ihr fehlen allerdings nennenswerte Qualifikationen für das Ressort, das Trump ihr übergeben möchte. Im Wahlkampf hatte der Republikaner zeitweise gesagt, er wolle das Bildungsministerium abschaffen.
Howard Lutnick: Ein Wall-Street-Manager als Handelsminister
Howard Lutnick ist Chef der New Yorker Finanzfirma Cantor Fitzgerald und war auch im Team für die Amtsübernahme. Als Handelsminister müsste er an der Seite des Finanzministers Zoll-Pläne umsetzen, mit denen Trump Unternehmen zur Produktion in den USA bewegen will.
Der 63-Jährige ist seit den 80er Jahren bei Cantor Fitzgerald. Bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 kamen mehr als zwei Drittel der New Yorker Beschäftigten der Finanzfirma ums Leben, darunter auch Lutnicks Bruder.
Mike Waltz: Verfechter einer harten China-Politik als Sicherheitsberater
Der Abgeordnete Mike Waltz soll Trumps Nationaler Sicherheitsberater werden. Der 50-Jährige aus Florida bezeichnete China wenige Tage vor der Wahl in einem Meinungsbeitrag im Magazin „Economist“ als „größten Rivalen“ der USA. Er sprach sich für eine rasche Beendigung der Kriege in der Ukraine und in Nahost aus, um sich auf China zu fokussieren. Zugleich schrieb Waltz im vergangenen Jahr mit Blick auf die republikanische Mehrheit im Abgeordnetenhaus: „Die Ära der Blankoschecks für die Ukraine vom Kongress ist vorbei.“ Die europäischen Länder müssten mehr tun.
Brooke Rollins: Eine Vertraute als Agrarministerin
Die Juristin Brooke Rollins (52) hatte bereits während Trumps erster Amtszeit verschiedene Positionen im Weißen Haus inne und leitet das America First Policy Institute, einen einflussreichen konservativen Thinktank. Das Landwirtschaftsministerium zählt zu den größten Bundesbehörden.
In das Ressort fällt nicht nur klassische Agrarpolitik. Auch Programme zur Entwicklung ländlicher Räume sowie das wichtige Ernährungsprogramm SNAP, das einkommensschwachen Haushalten Unterstützung bietet, gehören dazu.
Elise Stefanik: Eine aufstrebende Unterstützerin als UN-Botschafterin
Die republikanische Abgeordnete Elise Stefanik (40) trat in den vergangenen Jahren immer wieder als loyale Verbündete Trumps in Erscheinung und stellte sich auch hinter dessen Falschbehauptungen über angeblichen Betrug bei der Präsidentenwahl 2020. Die Abgeordnete aus dem Bundesstaat New York gehört der Führung ihrer Fraktion an. 2014 war sie mit damals 30 Jahren die jüngste Frau, die ins Repräsentantenhaus gewählt wurde. Einst zählte Stefanik zu den eher moderateren Mitgliedern der Partei. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein.
Susie Wiles: Die Geheimwaffe als Stabschefin im Weißen Haus
Mit Susie Wiles hat sich Trump eine enge Vertraute für die einflussreiche Rolle ausgesucht. Die 67-Jährige war Trumps Wahlkampfmanagerin, trat bislang in der Öffentlichkeit kaum in Erscheinung, gilt aber als mächtige Strippenzieherin.
„Politico“ schrieb im Frühjahr ein Porträt über die Mutter und Großmutter mit dem Titel: „Die am meisten gefürchtete und am wenigsten bekannte politische Akteurin in Amerika“. Darin hieß es, Wiles sei die „wichtigste“ Beraterin Trumps. Die politische Strategin gilt als extrem loyal und diskret. Wiles ist die erste Frau auf dem Posten und wird den Regierungsalltag des Präsidenten organisieren.
John Ratcliffe: Ein alter Vertrauter als CIA-Chef
Den Auslandsgeheimdienst will Trump seinem langjährigen Weggefährten John Ratcliffe anvertrauen. Der ehemalige Kongressabgeordnete aus Texas war bereits in Trumps erster Amtszeit als Geheimdienstkoordinator tätig, dabei konzentrierte er sich besonders auf China und Iran. Die Demokraten warfen dem 59-Jährigen damals unter anderem vor, seine Position für politische Zwecke zu missbrauchen. Es gab auch Zweifel an seiner fachlichen Qualifikation. Trump lobte Ratcliffe nun als „Kämpfer für die Wahrheit“.
Elon Musk: Ein Tech-Milliardär als Berater für Ausgaben-Kürzungen
Unternehmer Elon Musk soll Trump bei der Kürzung der Regierungsausgaben helfen. Er soll die Führung eines speziell dafür geschaffenen Beratungsgremiums übernehmen. Dieses „Department of Government Efficiency“ soll nicht Teil der Regierung sein, aber mit dem Weißen Haus zusammenarbeiten, „um großangelegte Strukturreformen voranzutreiben“. Die Arbeit soll demnach bis Juli 2026 abgeschlossen sein.
Stephen Miller: Ein Migrations-Hardliner als Strippenzieher im Hintergrund
Einer der Architekten von Trumps restriktiver Einwanderungspolitik während dessen erster Amtszeit, Stephen Miller, bekommt eine Schlüsselposition im Weißen Haus. Obwohl der 39-Jährige sehr umstritten ist, wird er stellvertretender Stabschef und Heimatschutz-Berater. Miller war während Trumps erster Regierungsperiode Berater in der Regierungszentrale und prägte hinter den Kulissen dessen harte Gangart gegenüber Migranten mit. Ihm werden auch detaillierte Pläne für die von Trump angekündigten Massenabschiebungen in der neuen Amtszeit zugeschrieben.
Tulsi Gabbard: Seitenwechslerin als US-Geheimdienstkoordinatorin
Die ehemalige Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard soll Geheimdienstkoordinatorin werden. Die 43-Jährige war von 2013 bis 2021 demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus, hat aber die Seiten gewechselt und steht eisern hinter Trump. Zu ihrer Zeit bei den Demokraten standen ihre Positionen oft im Widerspruch mit denen ihrer Partei. So reiste Gabbard 2017 nach Syrien, um Machthaber Baschar al-Assad zu treffen - und wurde für die Reise stark kritisiert. 2020 wollte sie Präsidentschaftskandidatin der Demokraten werden, schied aber chancenlos aus dem Rennen aus. Trump lobte ihren „furchtlosen Geist und ihre glanzvolle Karriere“.
Doug Burgum: Ein treuer Gouverneur als Innenminister
Doug Burgum, der vermögende Gouverneur des Bundesstaates North Dakota, soll auch den Vorsitz eines neu geschaffenen Nationalen Energierats übernehmen, der sämtliche Aspekte der Energieproduktion und -nutzung in den USA koordinieren soll. Der Innenminister ist in den USA nicht für innere Sicherheit zuständig, sondern hauptsächlich für die Verwaltung von Naturschutzgebieten und öffentlichen Ländereien. Burgum hatte zeitweise versucht, Kandidat der Republikaner im Rennen ums Weiße Haus zu werden - gab aber frühzeitig auf und stellte sich hinter Trump. Im Wahlkampf wurde er als ein Anwärter auf den Vize-Posten gehandelt. Der 68-Jährige wurde mit einer Softwarefirma reich. 2016 wurde Burgum zum Gouverneur gewählt. Er setzt sich für mehr Öl- und Gas-Förderung in den USA ein.
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