China: Deutsche Konzernbosse treffen Chinas Präsidenten
Wenige Tage vor dem Inkrafttreten neuer Zölle in den USA hat der chinesische Präsident Xi Jinping Top-Manager aus Deutschland und weiteren Staaten bei einem Treffen in Peking zum Schulterschluss im Welthandel aufgerufen.
„Wir müssen für die Aufrechterhaltung der Stabilität der globalen Industrie und der Lieferketten zusammenarbeiten, die Garant für eine gesunde Entwicklung der Weltwirtschaft sind“, sagte Xi bei dem Treffen mit etwa 40 ausländischen Konzernchefs. Er hoffe, dass alle einen weiten Blick hätten und nicht blind Maßnahmen ergriffen, die der Sicherheit und Stabilität der Weltwirtschaft schaden könnten. Das Treffen habe gut 90 Minuten gedauert, sagte eine damit vertraute Person.
Aus Deutschland nahmen unter anderem Mercedes-Chef Ola Kaellenius, BMW-Chef Oliver Zipse, Siemens-Chef Roland Busch, DHL-Chef Tobias Meyer und Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez teil. Hinzu kamen Spitzenvertreter von Firmen wie AstraZeneca, FedEx, Toyota oder Saudi Aramco.
Sorge vor der Eskalation des Handelsstreits mit den USA
Thyssenkrupp erklärte, der Empfang habe am Morgen in der Großen Halle des Volkes stattgefunden. Der Tonfall sei positiv gewesen. Xi habe die Bedeutung ausländischer Unternehmen für die Entwicklung Chinas gewürdigt. Er habe angekündigt, dass die Volksrepublik sich weiter öffnen wolle. Sie wolle einen fairen Wettbewerb garantieren und ausländische Unternehmen anziehen. Xi habe die Firmenvertreter dazu aufgerufen, eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der weltweiten Wirtschaftsordnung zu spielen.
China gehört nach den USA für viele deutsche Unternehmen zu den wichtigsten ausländischen Einzelmärkten. Die Führung in Peking versucht Sorgen zu zerstreuen, dass ein Wirtschaftskrieg mit den USA unter Präsident Donald Trump das Wachstum dämpfen könne. China kämpft noch immer mit den Auswirkungen der Corona-Krise. Trump hat bereits weitere Zölle auf chinesische Exporte angekündigt. Xi verwies darauf, dass ausländische Unternehmen zu einem Drittel der Im- und Exporte seines Landes beitrügen und mehr als 30 Millionen Jobs geschaffen hätten.
In den vergangenen Jahren seien ausländische Investments in China durch geopolitische Faktoren beeinflusst worden. Er habe oft gesagt, dass man durch das Ausblasen anderer Lichter selbst nicht heller werde.
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