Bündnis Sahra Wagenknecht: Darum spricht langfristig wenig für einen Erfolg Wagenknechts

Sarah Wagenknecht spaltet die Linke und hofft auf Marketing.
Foto: imago imagesDie bisherige Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht tritt mit neun Fraktionsmitgliedern aus der Bundestagsfraktion aus und stellt das nach ihr benannte „Bündnis Sahra Wagenknecht – für Vernunft und Gerechtigkeit“ vor. Die Partei soll Anfang 2024 gegründet werden und dürfte die Aussichten der Linkspartei arg verdüstern. Sie dürfte andere von AfD bis SPD Stimmen kosten und bei jenen punkten, die sozial UND konservativ, die links UND autoritär sind. Langfristig spricht noch wenig für einen Erfolg, weil Organisationsstärke, Finanzierung und ausreichend gutes Personal nicht erkennbar sind.
Auf dem Podium war am Montag neben Vertrautem aus den Wagenknecht-Veröffentlichungen allerdings auch manch Unerwartetes zu vernehmen. Erwartbar: Eine nationalere Ausrichtung der Wirtschaft, mehr Umverteilung und Betonung des Sozialen. Dann Aussagen, die im Widerspruch zu anderen stehen, die aber bis in die Volksparteien wirken dürften: Wagenknecht lobte immer wieder die Bundesrepublik früher und den Mittelstand. Deutschland brauche wieder weniger Ungleichheit, wieder mehr deutsch-französische Zusammenarbeit, bessere Bedingungen für die Industrie – wie früher.
Und: Kleinere und mittlere Unternehmen seien benachteiligt gegenüber Großen und in der Existenz bedroht. Die Leistungsgesellschaft sei ihr Ziel und dabei müssten Große stärker besteuert werden, nicht aber der Mittelstand, der die Wirtschaft trage, so Wagenknecht.
Hier dürfte es tatsächlich Unzufriedene geben, die eine neue Partei unterstützen könnten. Auch dürfte es darunter Menschen und Unternehmen geben, die womöglich zahlungskräftig die Aufbauarbeit unterstützen. Gleich drei aus der Wagenknecht-Gruppe auf dem Podium riefen heute in die Live-Kameras zu Spenden für die neue Partei auf.
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