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CDU Angela allein zu Haus

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FDP war künstlich aufgebläht

Das sind alles keine wirklich angenehmen Perspektiven für Angela Merkel. Da war es doch vergleichbar gemütlich mit der FDP. Jetzt rächt sich, dass die CDU schon unmittelbar nach der Bundestagswahl alles getan hat, um die FDP zu reduzieren. Denn sie wirkte, nur vier Jahre vor ihrem vorläufigen Ende, wie eine echte Bedrohung für die Union.

Seit Jahren hat die FDP sich an den Unions-Anhängern bereichert. „Die FDP hatte immer eine geringe Stammwählerschaft, die eher unter fünf Prozent liegt“, sagt Parteienforscher Ulrich von Alemann. Jede Wahl musste die FDP um Wechselwähler kämpfen, um diejenigen, die sich eine starke Union ohne SPD als Anhängsel wünschen. Von genau diesem Typ Wähler hat die FDP bei der vergangenen Wahl profitiert. „Die 14 Prozent im Jahr 2009 waren ein aufgeblähtes, künstliches Ergebnis“, sagt Alemann.

Und die Blase platzte – die FDP-Minister rannten sich an Finanzminister Wolfgang Schäuble die Köpfe ein. Und sorgten selbst für den Niedergang. Schon kurz nach ihrem furiosen Wahlsieg beginnt die FDP sich systematisch selbst zu vernichten. In den Koalitionsverhandlungen schockt sie ihre Wähler, indem sie auf das Finanzministerium verzichtet. Wer auf die Finanz- und Steuerkompetenz der Liberalen gesetzt hat, bekommt nur den burschikosen Rainer Brüderle als Wirtschaftsminister.

Die Partei setzt neue Steuersubventionen durch, obwohl sie im Wahlkampf noch deren Abbau verlangte. Statt wie versprochen parlamentarische Staatssekretäre einzusparen, beruft sie neue. Und schließlich übernimmt in Dirk Niebel als Entwicklungsminister ein FDP-Mann das Ministerium, das er wenige Wochen zuvor noch abschaffen wollte. Zur Lachnummer macht sich die Partei, indem sie Hotelbetreibern ein milliardenschweres Steuergeschenk macht – kurz nachdem sie selbst von einem Hotelier üppig bedacht wurde. Der Abstieg ist verheerend: Hundert Tage nach dem Einzug in die Bundesregierung hat die FDP bereits jeden zweiten ihrer Wähler verprellt. Einen solch massiven Aderlass hatte selbst die SPD nach ihrer Agenda 2010 nicht erlitten.

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