Städteranking 2017: Hier finden Uni-Absolventen die besten Jobs
Platz 10: Mainz
Eine kleine Überraschung: Im Teilranking „Kreative Dienstleistungen“ liegt Mainz ganz vorne. Bisher hat man die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt ja vor allem mit dem ebenso seriösen wie biederen ZDF verbunden. Vielleicht ändert sich das jetzt.
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Quelle: Städteranking von WirtschaftsWoche, ImmobilienScout24 und der IW Consult Köln
Foto: dpaPlatz 9: Karlsruhe
Und noch eine Platzierung, die den Erfolgsfaktor Uni belegt: Das Karlsruhe Institute of Technology, kurz KIT, gehört zu den deutschen Topadressen für Ingenieure und Naturwissenschaftler. Und das zahlt sich eben aus.
Foto: dpa (5)Platz 8: Heidelberg
Die vielen Forschungscluster um die traditionsreiche Exzellenz-Uni herum sorgen fast automatisch für gute Aussichten. Die internationale Strahlkraft der 1386 gegründeten Alma Mater garantiert außerdem fast schon automatisch den Zuzug von internationalen Top-Leuten.
Foto: APPlatz 7: Jena
Die bestplatzierte ostdeutsche Stadt im Ranking und die einzige in den Top Ten: Jena. Sie punktet mit dem zweitstärksten Pro-Kopf-Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Und auch bei der Akademikerquote rangiert die Heimat des Traditionsunternehmens Carl Zeiss sehr weit oben.
Foto: dpa (5)Platz 6: Ingolstadt
Was für eine Gesamtbilanz: Erster im Dynamikranking, Zweiter beim Niveau – und auch in Sachen Zukunft schafft es Ingolstadt ohne Mühe unter die besten zehn.
Foto: dpa (5)Platz 5: Wolfsburg
Und gleich noch ein Superlativ: Nirgendwo sammeln sich mehr Forschungs- und Entwicklungsangestellte, mehr Ingenieure je Einwohner als in Wolfsburg. Volkswagen hat gerade erst eine milliardenschwere Investitionsoffensive für das Elektrozeitalter angekündigt. Die Grundlagen des künftigen Erfolgs sind also gelegt.
Foto: obsPlatz 4: Stuttgart
Bosch, Daimler und viele Mittelständler zeigen Wirkung: Mit fast 1700 Patentanmeldungen je 100.000 Einwohner ist Stuttgart der Tüftler- und Entdeckerstandort Nummer eins – und das mit weitem Abstand.
Foto: dpa (5)Platz 3: Erlangen
Willkommen in der Hauptstadt der High-Potentials: 32,4 Prozent der Beschäftigen können hier einen akademischen Abschluss vorweisen. Das ist der unangefochtene Spitzenwert in Deutschland.
Foto: dpaPlatz 2: München
Die TU und LMU München gehören zu den allerbesten deutschen Unis. Selbst weltweit brauchen sie den Vergleich mit mancher Elite-Institution nicht zu scheuen. Das zusammen schlägt sich in einem starken zweiten Platz nieder.
Foto: WirtschaftsWochePlatz 1: Darmstadt
Für Darmstadt gilt, was auf alle Zukunftsstädte im Ranking zutrifft, die es auf Top-Positionen geschafft haben: sie verfügen über eine renommierte Universität oder Hochschule. Viel mehr noch: Darmstadt gilt als Zentrum eines europäischen Silicon Valleys, das sich in der Rhein-Main-Region angesiedelt hat.
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Foto: WirtschaftsWocheWenn der Stress der monatelangen Masterarbeit langsam abfällt und der Kater nach dem Feiern wieder Platz macht für klare Gedanken, stellen sich Tausende Uni-Absolventen jedes Jahr plötzlich drängende Fragen: Was jetzt?
Wohin soll es nach dem abgeschlossenen Studium gehen? Wo gibt es die besten Aussichten auf einen interessanten und gut bezahlten Job in der Republik? Welche Stadt passt zum gerade bestandenen Studienabschluss?
Wie das das exklusive Städteranking von WirtschaftsWoche, Immobilienscout24 und IW Consult Köln zeigt, bieten vor allem Städte im Süden Deutschlands sowie große Industriestandorte wie Wolfsburg, Ingolstadt oder Erlangen gute Erfolgsaussichten auf einen aussichtsreichen Job.
Die VW-Stadt Wolfsburg etwa zieht besonders viele Ingenieure an. Gleichzeitig verdienen Arbeitnehmer im Durchschnitt nirgends so viel wie in Wolfsburg. Auch beim Anteil der Beschäftigten in der Forschung und Entwicklung belegt die niedersächsische Großstadt den ersten Platz. Ähnlich attraktiv sind in diesen Bereichen nur Ingolstadt, Erlangen und Ludwigshafen. In Ingolstadt beschäftigt Audi Tausende Mitarbeiter, Erlangen ist Stammsitz von Siemens und Ludwigshafen eng mit BASF verbunden.
Generell haben Ingenieure und Naturwissenschaftler im Süden Deutschlands die besten Karrierechancen. So liegen fünf der sechs Städte mit der höchsten Ingenieursdichte in Bayern (Ingolstadt, Erlangen, Regensburg, München) oder Baden-Württemberg (Stuttgart). Naturwissenschaftler wie Chemiker, Mathematiker, Informatiker oder Physiker zieht es außerdem nach Darmstadt, Karlsruhe, Aachen oder Jena.
Wer nach der Universität erst mal keine Lust auf starre Konzernhierarchien hat – und lieber sein eigenes Start-up gründen möchte, findet dafür in Frankfurt, Düsseldorf oder Hamburg die besten Voraussetzungen. Zumindest verzeichnen diese Städte die meisten Unternehmensgründungen. München und Berlin belegen hier bloß Platz vier und fünf.
Absolventen, die in der Forschung bleiben wollen, müssen sich zunächst entscheiden, ob sie an ein Institut wollen oder in die Wirtschaft drängen. Von dieser Entscheidung hängt maßgeblich die passende Städtewahl ab. Während es die höchste Dichte an Forschungsinstituten in Jena, Potsdam und Erlangen gibt, beschäftigen Unternehmen vor allem in Wolfsburg, Ingolstadt und Ludwigshafen.
Platz 10: Fürth
Fürth? Zehnter im Dynamikranking? Ja, genau. Wie für Nürnberg und Würzburg gilt auch hier: Die gute Mischung aus Innovationstreibern und zupackenden Unternehmen sorgt für Aufbruchsstimmung auch jenseits der großen Metropolen.
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Quelle: Städteranking von WirtschaftsWoche, ImmobilienScout24 und der IW Consult Köln
Foto: FotoliaPlatz 9: Heilbronn
Nirgendwo sind in den vergangenen Jahren mehr Wohnungen fertig gestellt worden als in Heilbronn. Die Baubranche boomt also. Ist auch kein Wunder bei der idealen Pendler-Lage – genau zwischen der Auto-Hochburg Stuttgart und dem SAP-Mekka Sinsheim.
Foto: FotoliaPlatz 8: Nürnberg
Nochmal Franken: Junge Hochschulabsolventen müssen gar nicht in die große, weite Welt. Auch Städte wie Nürnberg bieten ehrgeizigen Berufseinsteigern jede Menge Entfaltungsmöglichkeiten und Angebote.
Foto: DPA/Picture-AlliancePlatz 7: Augsburg
Augsburg punktet vor allem mit einem sehr gut funktionierenden Arbeitsmarkt und einer florierenden Immobilienszene. Seit 2012 sind allein die Preise für Eigentumswohnungen um mehr als 80 Prozent gestiegen.
Foto: dpaPlatz 5: Regensburg
Die Donau-Stadt nimmt bundesweit einen der vorderen Plätze bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen ein. Ein gutes Zeichen: Wer ausbildet, hat schließlich auch Bedarf – und glaubt an die betriebliche Zukunft.
Foto: DpaPlatz 6: Frankfurt
Hohes Niveau und große Dynamik: Die Banken-Hauptstadt zeigt sich rundum leistungsfähig. Seit 2011 hat sich die Zahl der Einwohner um fast zehn Prozent erhöht. Ein höheres Wachstum schaffte nur Leipzig. Auch überraschend: Auf tausend Einwohner kommen am Main 57 Unternehmensgründer – das ist Spitze in Deutschland.
Foto: WirtschaftsWochePlatz 4: Würzburg
Anführer der starken fränkischen Riege im Dynamikranking: Die ganze Region verbindet starke Forschungsverbünde und potente Unternehmen. Es gibt also nicht nur München...
Foto: DPAPlatz 3: Berlin
Im Niveau-Ranking rangiert die Hauptstadt noch unter ferner liefen, aber bei der Dynamik holt Berlin immer weiter auf. Keine deutsche Stadt zieht so viele internationale Talente an - und so langsam zahlt sich das aus. Die Industrie mag nie wieder an die Spree zurückkehren, aber Start-ups, starke Universitäten und zahlreiche Forschungseinrichtungen sorgen für hoffnungsvolle Innovationsschübe.
Foto: DpaPlatz 2: München
Die Millionen-Stadt mag in den vergangenen Jahren in vielen Vierteln aberwitzig teuer geworden sein – sehr lebenswert bleibt sie weiterhin. Außerdem stehen die steigenden Immobilienpreise für einen dynamischen Anlagemarkt – und bezeugen die ungebrochene Anziehungskraft. So bleibt München auch in diesem Ranking ziemlich weit vorne.
Foto: dpaPlatz 1: Ingolstadt
Konjunktur-Hotspot Ingolstadt: Nirgendwo hat in den vergangenen Jahren die Produktivität stärker zugelegt als hier. Kein Wunder, dass sich auch die Wirtschaftskraft pro Einwohner seit 2011 mit mehr als 30 Prozent dynamischer entwickelt, als überall sonst in Deutschland.
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Foto: dpa/picture-allianceFür Kreative liegen die vielversprechendsten Städte im Gegensatz zu den Hot-Spots für Ingenieure quer über die Republik verstreut. In Würzburg, Mainz und Potsdam arbeiten in Relation zur Einwohnerzahl die meisten Angestellten in Kreativ-Berufen. Bei den kreativen Dienstleistungen, also im Agenturgeschäft, liegen Pforzheim, Mainz und München vorn – gefolgt von Darmstadt und Köln.
Insgesamt schneiden die westdeutschen Städte und Ballungszentren im Ranking bezüglich der Job-Aussichten immer noch deutlich besser ab als ostdeutsche Großstädte. Beim Durchschnittslohn etwa liegt Jena als bestplatzierte ostdeutsche Stadt (Berlin ausgenommen) auf Rang 54.
Im Vergleich zum Spitzenreiter bei den Löhnen, Wolfsburg, verdienen die Beschäftigten in Jena mit 37.640 Euro 67 Prozent weniger als in Wolfsburg (62.218 Euro). In der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt fällt der Durchschnittslohn mit 35.005 Euro noch ein Stückchen geringer aus.
Platz 10: Hamburg
Die Hansestadt schafft es wie im Vorjahr noch in die Top Ten. Der Hafen und Unternehmen wie Beiersdorf und Airbus sorgen an Elbe und Alster für gut bezahlte Jobs. Immer wieder sorgt Hamburg in internationalen Ranglisten als attraktivste Stadt Deutschlands für Furore – die neue Elbphilharmonie hat dem Tourismusboom sicher auch nicht geschadet.
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Quelle: Städteranking von WirtschaftsWoche, ImmobilienScout24 und der IW Consult Köln
Foto: dpaPlatz 9: Darmstadt
Heimat einer der stärksten Technischen Universitäten des Landes, verbunden mit mehreren weiteren leistungsfähigen Forschungsinstituten und einer Menge IT-Know-how in Unternehmen – eine gute Mischung. Der hier ebenfalls ansässige Pharmariese Merck tut sein Übriges.
Foto: DPA/Picture-AlliancePlatz 8: Ulm
Ein gutes Beispiel für die Standortqualität, die Deutschland auch abseits der großen Metropolen bietet: Ulm profitiert von seiner exzellenten Lage in einer starken Mittelstandsregion an der Grenze von Bayern und Baden-Württemberg.
Foto: dpaPlatz 7: Wolfsburg
Natürlich, der Volkswagen-Konzern hat schon bessere Tage gesehen. Aber die niedersächsische Autostadt lebt weiterhin mehr als gut vom Konzern, der für hunderttausende Arbeitsplätze, üppige Steuereinnahmen und hohe Forschungsinvestitionen steht.
Foto: dpaPlatz 6: Regensburg
Nicht gerade die Stadt, an die man als erste denkt, wenn es um die prosperierenden Städte Deutschlands geht. Im WiWo-Ranking aber überzeugt die Universitätsstadt an der Donau mit einer besonderen Stärke: sie hat keine Schwäche. Leben auf gehobenem Niveau also.
Foto: DpaPlatz 5: Frankfurt
Die Finanzindustrie ist am Main traditionell der ökonomische Platzhirsch. Wegen des drohenden Brexits dürfte das ohnehin schon ziemlich kosmopolitische "Mainhattan" in den kommenden Jahren sogar noch an Attraktivität und Anziehungskraft gewinnen.
Foto: WirtschaftsWochePlatz 4: Erlangen
Von Platz zwei auf Platz vier geht es für Erlangen. Was allerdings ein Abstieg auf hohem Niveau ist: Im Teilranking Arbeitsmarkt steht die Stadt ganz oben. Außerdem ist die Zahl der Straftaten je Einwohner außer in Fürth nirgendwo niedriger. Das bringt einen Pluspunkt in Sachen Lebensqualität.
Foto: dpaPlatz 3: Stuttgart
Die schwäbische Metropole klettert in diesem Jahr gleich zwei Plätze nach oben, was beim Niveau schon eine ziemliche Leistung ist. Den Aufstieg verdanken die Stuttgarter vor allem ihrer immer besser laufenden Wirtschaft – Daimler, Porsche und Co. sorgen trotz Abgasskandal noch immer für Wohlstand.
Foto: dpaPlatz 2: Ingolstadt
Auch Platz zwei geht in diesem Jahr an Bayern. Ingolstadt kann im Vergleich zu 2016 sogar noch eine Position nach oben klettern. Arbeitsmarkt und Unternehmen strotzen nur so vor Kraft. Die 135.000-Einwohner-Stadt ist die Heimat des Autobauers Audi.
Foto: dpa/picture-alliancePlatz 1: München
Die bayrische Landeshauptstadt und Hochburg der Dax-Konzerne landet auch in diesem Jahr im Niveau-Ranking ganz oben. Renommierte Weltmarken wie BMW oder Siemens garantieren hochbezahlte Jobs, zu allem Überfluss floriert in München aber auch die Gründerszene. Das zusammen genommen reicht für den unangefochtenen Platz an der Spitze.
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Foto: dpaAuch bei vielen anderen Indikatoren wie der Akademikerquote, oder der Attraktivität für Ingenieure und Kreativberufe schneiden die ostdeutschen Städte höchstens mittelmäßig ab. Lediglich Jena sticht in vielen Punkten (Dichte der Forschungsinstitute, Akademikerquote, Anteil der Naturwissenschaftler) heraus.
Der Grund dafür: In Jena sitzen viele Hochtechnologie-Unternehmen wie Jenoptik und Carl Zeiss Meditec. Außerdem zieht die Universität viele Forschungsinstitutionen an.
Berlin macht seinem Ruf als Chaos-Hauptstadt auch in der exklusiven Auswertung von WirtschaftsWoche, Immobilienscout24 und IW Consult Köln alle Ehre. Bei der Gründungsintensität fällt sie hinter Frankfurt oder Düsseldorf zurück und im Kreativgeschäft hinkt die Metropole gar Städten wie Pforzheim oder Trier hinterher.
Nur in einem Bereich ist Berlin Spitzenreiter – was wohl genau den Charme der Hauptstadt erklärt. In keiner anderen Stadt Deutschlands leben im Verhältnis zu den Einwohnern so viele Künstler wie in Berlin.