WiWo Startklar: Probleme bei Thyssen, Trump, Lada und der Bundeswehr: Das müssen Sie heute wissen
Alles, was Sie heute im Bereich Wirtschaft wissen müssen
Foto: WirtschaftsWocheGuten Morgen aus der WiWo-Redaktion. Unser neues Morgenformat „Startklar“ gibt Ihnen einen kompakten Überblick über alles, was Sie heute wissen müssen, um im Bereich Wirtschaft mitreden zu können. Kurz und knackig, mit Zitaten, Posts und Tiefgang und vor allem dem ganz eigenen WiWo-Dreh. Probieren Sie es aus!
1. Was heute wichtig wird: Thyssenkrupp, Trump und Lada
1. Am Freitag tagt der Aufsichtsrat der Thyssenkrupp AG. In einer Sondersitzung muss Konzernchefin Merz vorstellen, was sie mit der Stahlsparte vorhat. Sie kämpft um Strategie und Job. Im Kern geht es um diese Frage: Gelingt es Merz endlich, eine glaubwürdige und belastbare Perspektive für eine Verselbstständigung der Stahlsparte Thyssenkrupp Steel Europe zu liefern, einen ernsthaften Käufer zu präsentieren – und einen Fahrplan für weitere Gespräche mit einem oder mehreren Investoren? Diese drei Szenarien sind nun möglich.
2. Jetzt ist es offiziell: Als erster Ex-Präsident in der US-Geschichte muss sich Donald Trump in einem Strafverfahren verantworten. Die Bezirksstaatsanwaltschaft in Manhattan verkündete gestern Abend die Anklage. Trump, der erneut Präsident werden will, hatte das schon vor gut einer Woche angekündigt. Ein Prozess und eine potenzielle Verurteilung, bei der dem Republikaner womöglich mehrere Jahre Haft drohen, könnten Trumps Pläne für eine erneute Präsidentschaftskandidatur zwar in politischer Sicht beeinträchtigen. Rein rechtlich dagegen dürfte Trump theoretisch auch als verurteilter Straftäter bei der Wahl 2024 antreten.
3. Wegen akuter Zulieferprobleme schickt der russische Autobauer Avtovaz seine Belegschaft ab Ende Mai für drei Wochen kollektiv in den Urlaub. „Im Frühjahr 2023 hat eine Reihe von Bauteilzulieferern Avtovaz über die Beendigung der Lieferungen unterrichtet“, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Damit ist klar: Die westlichen Sanktionen treffen die russische Traditionsmarke Lada besonders stark.
2. Die steile These für die Kaffeepause: Der Bundeswehr laufen die Soldaten weg
Ganz Deutschland fachsimpelt über Panzer, Kaliber und Kampfflugzeuge, Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sprechen über schimmelige Duschen. So jedenfalls der Eindruck, den die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) vor kurzem bei der Vorstellung ihres neuen Wehrberichts erweckte. Kein Wunder also, dass nach dem Angriff Russlands zwar mehr junge Menschen bei der Truppe unterschrieben, sie ihre Karriere kurze Zeit später aber wieder abbrachen. Zu oft wurden Neulinge in den vergangenen Jahren mit knalligen YouTube-Videos in überzogener „Call of Duty”-Optik, mit bombastischer Musik und dem Versprechen auf maskulines Heldentum geködert. Dabei müssen solche Eindrücke geradezu an der Realität zerschellen, meint WiWo-Redakteur Max Biederbeck.
3. Der Tiefgang des Tages: So steht es um die Deutsche Bank
Nach der Pleite der Silicon Valley Bank und dem Absturz der Credit Suisse taumelte plötzlich die Deutsche-Bank-Aktie. Im Frankfurter Westend, dem teuren Viertel am Fuß der Deutsche-Bank-Türme, traf man danach ungewohnt ratlose Banker. Etwa ein Investmentexperte, der die schlimmsten Abstürze der vergangenen Jahrzehnte erlebt hat, und sagt: Was in den vergangenen Wochen mit der Aktie der Deutschen Bank geschehen sei, sei „irrational“, „verrückt“. Das stimmt jedoch nur bedingt: Fünf Gründe, warum der Deutsche-Bank-Absturz gar nicht so irrational war, wie viele glauben.
4. Diese Grafik sagt mehr als 1000 Worte: Deutsche Unternehmen in China
5. Welche Nachrichten heute sonst noch wichtig sind
- Michael Diekmann: Das fragwürdige Indien-Investment des Allianz-Aufsichtsratschefs
- Preissteigerung: So schnell werden wir die Inflation nicht wieder los
- Nouriel Roubini: „Das größte Risiko für die Zukunft des Euro sehe ich in Frankreich“
- Autozulieferer: Leoni verschwindet von der Börse – und Aktionäre können nichts dagegen tun
- Immobilienmärkte: Steht das Schlimmste noch bevor?
6. Ihre Meinung ist gefragt
Wir wünschen Ihnen einen erkenntnisreichen Tag. Schauen Sie sich gerne noch etwas bei uns um. Ansonsten bis morgen an dieser Stelle!